{"id":10376,"date":"2018-12-05T10:02:55","date_gmt":"2018-12-05T09:02:55","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=10376"},"modified":"2018-12-05T10:02:55","modified_gmt":"2018-12-05T09:02:55","slug":"bielefelder-forscher-entwickeln-umweltschonendes-verfahren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=10376","title":{"rendered":"Bielefelder Forscher entwickeln umweltschonendes Verfahren"},"content":{"rendered":"<div><strong>\u00a0<\/strong><\/div>\n<p><strong>Der Kunststoff Nylon ist allgegenw\u00e4rtig. Ob Regenschirme, Strumpfhosen oder K\u00fcchenhelfer: Sie haben alle gemeinsam, dass sie aus Nylon gefertigt sind. Um Nylon zu produzieren, braucht die Industrie die Chemikalie Adiponitril \u2013 jedes Jahr mehr als eine Million Tonnen weltweit. Noch wird hochgiftige Blaus\u00e4ure verwendet, um Adiponitril zu erzeugen. Chemiker der Universit\u00e4t Bielefeld wollen das \u00e4ndern. Sie stellen heute (30.11.2018) im Fachmagazin \u201eNature Communications\u201c eine Methode vor, die anstelle von Blaus\u00e4ure ein Enzym nutzt, um diese Verbindung herzustellen. In Kombination mit anderen Verfahren er\u00f6ffnet diese Biokatalyse-Reaktion eine Perspektive, zuk\u00fcnftig die Nylon-Vorstufe umweltschonend ausgehend von Kohlendioxid und Sonnenlicht zu produzieren.<\/strong><\/p>\n<div>\u201eDie derzeitige Herstellungsmethode f\u00fcr Adiponitril hat sich zwar seit Jahrzehnten bew\u00e4hrt und ist mit hohen Sicherheitsstandards verbunden\u201c, sagt Professor Dr. Harald Gr\u00f6ger, einer der Autoren der Studie und Leiter der Forschungsgruppe Organische Chemie I der Universit\u00e4t Bielefeld. \u201eDie Verwendung von Blaus\u00e4ure bleibt aber ein Risiko. Wenn schon bei den Grundstoffen der Produktion auf giftiges Material verzichtet wird, kommt solch ein Risiko gar nicht erst auf\u201c, erg\u00e4nzt Gr\u00f6ger.Nylon wird in einem mehrstufigen Verfahren hergestellt. Adiponitril ist n\u00f6tig, um den Nylon-Grundstoff Hexamethylendiamin zu erzeugen. \u201eWir verwenden ein Enzym, also einen Katalysator aus der Natur, um Adiponitril herzustellen\u201c, sagt Tobias Betke, Erstautor der Studie und wissenschaftlicher Mitarbeiter in Gr\u00f6gers Forschungsgruppe. Das Enzym namens Aldoximdehydratase kann in gut zug\u00e4nglicher Weise durch Fermentation hergestellt werden und erlaubt eine umweltschonende Herstellung von Adopinitril. \u201eSo entsteht in k\u00fcrzester Zeit und auf effiziente Weise Adiponitril. Das Verfahren hat eine hohe Raum-Zeit-Ausbeute, was bedeutet, dass es nicht nur schnell, sondern auch sehr ergiebig ist\u201c, sagt Harald Gr\u00f6ger. \u201eDie Reaktion braucht zudem wenig Energie. Sie verl\u00e4uft bei Raumtemperatur im Wasser.\u201c<\/p>\n<p>Harald Gr\u00f6ger sieht die neue Methode \u00fcberdies als Beitrag zum Ansatz, die Abh\u00e4ngigkeit von Erd\u00f6l zu vermindern und die Rohstoffversorgung auf eine breite Basis zu stellen. Die Unternehmen Evonik, Siemens und Covestro haben k\u00fcrzlich eine Methode vorgestellt, mit der sich Kohlendioxid mit Sonnenenergie zur Basischemikalie 1-Hexanol umwandeln l\u00e4sst. \u201eDarauf aufbauend kann unsere Methode als einer von mehreren Zwischenschritten dienen, um von 1-Hexanol zu Adiponitril als eine der Vorstufen von Nylon zu gelangen.\u201c<\/p>\n<p>Die Studie wurde vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung \u00fcber das Programm \u201eBiotechnologie 2020+, N\u00e4chste Generation biotechnologischer Verfahren\u201c gef\u00f6rdert (F\u00f6rdernummer: 031A184A).<\/p>\n<p>Quelle: Uni Bielefeld<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Kunststoff Nylon ist allgegenw\u00e4rtig. 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