{"id":10512,"date":"2018-12-11T11:13:50","date_gmt":"2018-12-11T10:13:50","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=10512"},"modified":"2018-12-11T11:14:02","modified_gmt":"2018-12-11T10:14:02","slug":"altreifen-der-neue-alte-baustoff","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=10512","title":{"rendered":"Altreifen \u2013 Der neue alte Baustoff"},"content":{"rendered":"<div class=\"evo-c-content\">\n<p class=\"evo-m-p\">Autoreifen geh\u00f6ren auf die Stra\u00dfe? Stimmt schon. Aber seit rund zwei Jahrzehnten finden sie sich auch immer h\u00e4ufiger in der Stra\u00dfe. M\u00f6glich wird das durch recycelte Altreifen und VESTENAMER\u00ae, ein Prozesshilfsmittel von Evonik Industries f\u00fcr die Gummi- und Bauindustrie.<\/p>\n<p>Das Autobahnnetz in Europa z\u00e4hlt heute fast 75.000 Kilometer und wird stets ausgebaut. Neben dem Neubau von Stra\u00dfen und Br\u00fccken ist deren Instandhaltung eine essentielle Aufgabe, um den Verkehr und damit auch das wirtschaftliche Wachstum auf dem alten Kontinent aufrechtzuerhalten.<\/p>\n<p>Hinzu kommt: Innerhalb der Europ\u00e4ischen Union hat sich der Fahrzeugbestand pro 1000 Einwohner seit 1975 mehr als verdoppelt. Auch der G\u00fcterfernverkehr auf der Stra\u00dfe hat deutlich zugenommen. Betrug die G\u00fcterverkehrsleistung per LKW circa 1000 Milliarden Tonnenkilometern im Jahr 1990, stieg sie laut einer Statistik der EU-Kommission auf circa 1750 Milliarden Tonnenkilometern im Jahr 2015. Diese Entwicklungen stellen die Infrastruktur Europas vor gro\u00dfe Herausforderungen.<\/p>\n<p><strong>Innovation f\u00fcr den Stra\u00dfenbau<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr die \u00f6ffentliche Hand bleibt die Qualit\u00e4t und Langlebigkeit von Stra\u00dfen ein essenzielles Thema. Ein sich klar abzeichnender Bedarf an Hochleistungsbaustoffen f\u00fcr Stra\u00dfen zur Vermeidung von Spurrinnen und Rissen \u2013 und damit zur Einsparung von Instandhaltungskosten \u2013 r\u00fcckt verst\u00e4rkt ins \u00f6ffentliche Bewusstsein. Gleichzeitig sind die Rohstoffkosten f\u00fcr Asphalt, im speziellen f\u00fcr Stoffe zur Asphaltmodifikation, deutlich gestiegen und stehen im Widerspruch zum angestrebten Ziel des kosteng\u00fcnstigen Stra\u00dfenbaus. Alternativideen m\u00fcssen her.<\/p>\n<p>Einen nachhaltigen und zugleich kosteneffizienten Ansatz f\u00fcr Stra\u00dfenbau verfolgt Evonik. Mit dem Zusatz von VESTENAMER\u00ae, einem Prozessadditiv f\u00fcr die Gummiindustrie, erm\u00f6glicht das Spezialchemieunternehmen Gummimehl aus Altreifen zu einem gummihaltigen Asphalt zu verarbeiten. Der wiedergewonnene Werkstoff wird Stra\u00dfenbaubitumen oder Stra\u00dfenbauasphalten beigemischt, um die Qualit\u00e4t zu verbessern und die Dauerhaftigkeit von Stra\u00dfenbel\u00e4gen zu verl\u00e4ngern.<\/p>\n<p><strong>L\u00e4ngere Haltbarkeit, weniger L\u00e4rm<\/strong><\/p>\n<p>In den USA nutzt man gummihaltige Asphaltmischungen bereits seit vielen Jahrzehnten. Langzeitstudien haben dort eine deutliche Verbesserung der Langlebigkeit bewiesen. \u201eSeit einigen Jahren w\u00e4chst auch in Europa der Markt f\u00fcr elastomermodifizierten, also gummihaltigen, Stra\u00dfenbelag\u201c, sagt Frank Lindner, Senior Business Manager f\u00fcr VESTENAMER\u00ae. \u201eDie positiven Eigenschaften sind offensichtlich, denn die Rissanf\u00e4lligkeit der Stra\u00dfendecke, Spurrinnen- und Schlaglochbildung werden erheblich vermindert \u2013 und die Nutzungsdauer damit verl\u00e4ngert.\u201c<\/p>\n<p>Auch eine weitere sinnliche Erfahrung spricht f\u00fcr einen Einsatz von gummimodifiziertem Bitumen: Das Gummimehl wird h\u00e4ufig f\u00fcr den offenporigen Asphalt \u2013 auch als Fl\u00fcsterasphalt bekannt \u2013 eingesetzt, der zu einer Reduktion des Verkehrsl\u00e4rms f\u00fchrt. In wissenschaftlichen Studien wurde nachgewiesen, dass der Einsatz von h\u00f6heren Gummimehlanteilen im Stra\u00dfenbelag eine L\u00e4rmminderung um ein bis zwei Dezibel erzielen kann. Das sei ein gro\u00dfer Erfolg, da bereits eine Reduzierung um drei Dezibel wie die Halbierung des Verkehrsaufkommens empfunden werde.<\/p>\n<p><strong>Altreifen sinnvoll und effizient nutzen<\/strong><\/p>\n<p>Im Jahr fallen weltweit etwa 19,3 Millionen Tonnen Altreifen an \u2013 davon mehr als 3,6 Millionen Tonnen allein in Europa. Vor 20 Jahren wurde beispielsweise allein in Deutschland noch mehr als die H\u00e4lfte der anfallenden Altreifen der energetischen Verwertung zugef\u00fchrt, w\u00e4hrend nur etwa jeder zehnte Altreifen f\u00fcr die stoffliche Verwertung zu Granulat verarbeitet wurde. Letztere liegt mittlerweile mit der energetischen Verwertung auf Augenh\u00f6he.<\/p>\n<p>\u00d6kologisch sinnvoll ist die Nutzung von Altreifen allemal: \u201eMit der Wiederverwendung gebrauchter Autoreifen werden wertvolle Ressourcen gesichert\u201c, sagt Thomas Engenhorst, Manager Sustainability Strategy im Segment Resource Efficiency von Evonik. \u201eDie Reifen werden nicht als Abfall klassifiziert, sondern sind immer noch Wertstoff, der zum Beispiel auch nicht deponiert werden darf. Somit entf\u00e4llt die Entsorgungsfrage: Statt die Reifen zu verbrennen, haben sie einen weiteren Lebensabschnitt im Stra\u00dfenverkehr vor sich \u2013 wenn auch nicht PS-getrieben auf der Stra\u00dfe, sondern als Elastomer bzw. Gummimehl in der Stra\u00dfendecke.\u201c<\/p>\n<p>Im Rahmen einer Versuchsstrecke in Paderborn wurde in 2012 auf der Detmolder Stra\u00dfe der Stra\u00dfenbelag erneuert und dabei die Ziele der EU-Abfallrichtlinie verfolgt. 50% des neuen Asphaltmischgutes bestand aus dem Fr\u00e4sgut \u2013 dem Asphaltgranulat \u2013 der alten Fahrbahn. Die Erstellung der neuen Mischgutrezeptur erfolgte unter Verwendung von Gummimehl und VESTENAMER\u00ae. Je 100 Meter Fahrbahn wurden so 80 Altreifen zu einer elastomermodifizierten Stra\u00dfendecke verarbeitet und das Recycling alten Asphaltes umgesetzt.<\/p>\n<p><strong>Weniger CO2 Emissionen<\/strong><\/p>\n<p>\u00dcber die \u00d6kobilanz gibt eine Studie des anerkannten Pr\u00fcfinstituts ifeu, Institut f\u00fcr Energie- und Umweltforschung Heidelberg, Auskunft: Pro Tonne eingesetztes Gummimehl werden demnach bei der Wiederverwertung rund 2,7 Tonnen Kohlendioxid eingespart, die sonst bei der Verbrennung entstehen w\u00fcrden. Der Carbon Footprint lasse sich mit diesem Materialeinsatz somit deutlich optimieren.<\/p>\n<p>Der Einsatz von VESTENAMER\u00ae ist in vielerlei Hinsicht eine saubere Sache: Die Emission von fl\u00fcchtigen und schwerfl\u00fcchtigen Verbindungen, darunter Kohlenwasserstoffe und Schwefelverbindungen, fallen bei gummihaltiger Stra\u00dfendecke geringer aus als bei herk\u00f6mmlichen, polymermodifizierten Asphaltarten.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus reduziert das Prozessadditiv von Evonik die Migration organischer Verbindungen, die durch Regen ausgewaschen werden und ins Grundwasser gelangen. Damit f\u00fchrt der Einsatz von VESTENAMER\u00ae zu einer geringeren Gesamtbelastung des Grundwassers, wie eine von Evonik in Auftrag gegebene Studie der FABES Forschungs-GmbH belegt.<\/p>\n<p>Im Fr\u00fchjahr 2013 wurden gummimodifizierte Bitumen und Asphaltarten durch die Forschungsgesellschaft f\u00fcr Strassen- und Verkehrswesen in das deutsche Regelwerk f\u00fcr Stra\u00dfenbau aufgenommen.<\/p>\n<p>VESTENAMER\u00ae wurde Ende der 1970er-Jahre als Prozesshilfsmittel f\u00fcr die Kautschukindustrie entwickelt. Das im Chemiepark Marl hergestellte Polyoctenamer l\u00f6st eine Reihe unterschiedlicher Herausforderungen bei der Compoundierung und Verarbeitung von Gummi. Seine St\u00e4rken liegen auch heute noch in den positiven Eigenschaften bei der Wechselwirkung mit anderen Kautschuken. Das Produkt wird neben dem Reifenmarkt in Gummiartikeln wie Schl\u00e4uchen, Kupplungsbel\u00e4gen, Walzengummierungen oder Formteilen eingesetzt. Da sich die Stra\u00dfenbaubeh\u00f6rden seit Langem nach einem verbesserten und langlebigeren Material umschauen, hat sich das Gesch\u00e4ftsgebiet High Performance Polymers von Evonik vor zehn Jahren intensiv der Forschungsarbeit auf diesem Gebiet gewidmet. Seitdem ist VESTENAMER\u00ae auch zunehmend das verbindende Element der Wahl im gummimodifizierten Asphalt.<\/p>\n<p>Quelle: Evonik<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Autoreifen geh\u00f6ren auf die Stra\u00dfe? Stimmt schon. Aber seit rund zwei Jahrzehnten finden sie sich auch immer h\u00e4ufiger in der Stra\u00dfe. 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