{"id":10578,"date":"2018-12-14T10:37:39","date_gmt":"2018-12-14T09:37:39","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=10578"},"modified":"2018-12-14T10:37:39","modified_gmt":"2018-12-14T09:37:39","slug":"basf-erzeugt-erstmals-produkte-mit-chemisch-recycelten-kunststoffen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=10578","title":{"rendered":"BASF erzeugt erstmals Produkte mit chemisch recycelten Kunststoffen"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li><b>Neue Wege in der Kreislaufwirtschaft mit Kunststoffabf\u00e4llen als Rohstoffquelle<\/b><\/li>\n<li><b>BASF f\u00f6rdert die Wiederverwertbarkeit von Kunststoffabf\u00e4llen<\/b><\/li>\n<li><b>Pilotprodukte sind mit Partnern in der Wertsch\u00f6pfungskette hergestellt und zertifiziert<\/b><\/li>\n<\/ul>\n<p>BASF geht mit dem Projekt \u201eChemCycling\u201c neue Wege in der Verwertung von Kunststoffabf\u00e4llen. Chemisches Recycling erm\u00f6glicht das Wiederverwerten von derzeit nicht recycelten Kunststoffabf\u00e4llen, wie gemischten oder verunreinigten Kunststoffen. Diese Abf\u00e4lle werden in der Regel je nach Region deponiert oder bei ihrer Verbrennung energetisch verwertet. Chemisches Recycling bietet eine weitere Alternative: \u00dcber thermochemische Verfahren k\u00f6nnen aus diesen Kunststoffen Synthesegas oder \u00d6le hergestellt werden. Die so erzeugten Recycling-Rohstoffe k\u00f6nnen in die Produktion bei BASF eingespeist werden und fossile Rohstoffe teilweise ersetzen.<\/p>\n<p>BASF hat erstmals Produkte auf Basis chemisch recycelter Kunststoffabf\u00e4lle erzeugt und geh\u00f6rt damit weltweit zu den Vorreitern in der Industrie. \u201eEin verantwortungsvoller Umgang mit Kunststoffen ist entscheidend, um das globale Abfallproblem zu l\u00f6sen. Das gilt sowohl f\u00fcr Unternehmen als auch f\u00fcr Institutionen und Verbraucher. Mit chemischem Recycling wollen wir hier einen signifikanten Beitrag leisten, die Menge des Kunststoffm\u00fclls zu reduzieren\u201c, sagt Dr. Martin Bruderm\u00fcller, Vorsitzender des Vorstands und Chief Technology Officer (CTO) der BASF SE. \u201eMit unserem ChemCycling-Projekt erschlie\u00dfen wir Kunststoffabf\u00e4lle als Ressource. So schaffen wir Wert f\u00fcr Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft. Wir haben Partner entlang der gesamten Wertsch\u00f6pfungkette gewonnen, um ein funktionierendes Kreislaufmodell aufzubauen\u201c, so Bruderm\u00fcller. In enger Partnerschaft arbeitet BASF mit ihren Kunden, mit Abfallentsorgungsunternehmen und Technologiepartnern bis hin zu Verpackungsherstellern am Aufbau einer zirkul\u00e4ren Wertsch\u00f6pfungskette.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Von K\u00e4severpackung bis K\u00fchlschrankelement<\/b><\/p>\n<p>Mit zehn Kunden aus verschiedenen Industrien entwickelt BASF bereits Pilotprodukte. Dazu z\u00e4hlen Mozzarella-Beutel, K\u00fchlschrankelemente und D\u00e4mmplatten. Die Herstellung dieser in Qualit\u00e4t und Hygiene anspruchsvollen Produkte wie Lebensmittelverpackungen ist m\u00f6glich, weil die von BASF gelieferten ChemCycling-Produkte in ihren Eigenschaften exakt den aus fossilen Rohstoffen erzeugten Produkten entsprechen. Stefan Gr\u00e4ter, Projektleiter ChemCycling bei BASF, sieht gro\u00dfes Potenzial: \u201eDiese neue Form des Recylings bietet Perspektiven f\u00fcr innovative Gesch\u00e4ftsmodelle f\u00fcr uns und f\u00fcr unsere Kunden, die bereits gro\u00dfen Wert auf Produkte und Verpackungen aus Recyclingmaterial legen, aber keine Kompromisse bei der Qualit\u00e4t eingehen wollen oder k\u00f6nnen.\u201c Im n\u00e4chsten Schritt will BASF erste Produkte aus dem ChemCycling-Projekt auch kommerziell anbieten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>BASF-Verbund liefert ideale Voraussetzungen f\u00fcr ChemCycling<\/b><\/p>\n<p>Zu Beginn der Produktion speist BASF ein \u00d6l, das durch einen\u00a0 Ver\u00f6lungsprozess auf Basis von Kunststoffabf\u00e4llen gewonnen wird, in den Produktionsverbund ein. Dieses Einsatzmaterial f\u00fcr die Pilotprodukte erh\u00e4lt BASF von dem Partner Recenso GmbH, Deutschland. Alternativ w\u00e4re auch die Nutzung von Synthesegas aus Kunststoffabf\u00e4llen m\u00f6glich. Die erste Charge dieses \u00d6ls wurde im Oktober in den Steamcracker der BASF am Standort Ludwigshafen eingebracht. Der Steamcracker ist der Ausgangspunkt der Verbundproduktion. Er spaltet bei etwa 850 Grad Celsius diesen Rohstoff auf. Dabei entstehen im Wesentlichen Ethylen und Propylen. Aus diesen Basischemikalien wird im Verbund eine Vielzahl chemischer Produkte hergestellt. <a id=\"_Hlk532205184\" name=\"_Hlk532205184\"><\/a>\u00dcber ein Massenbilanzierungsverfahren kann der Anteil des recycelten Rohstoffs dem zertifizierten Endprodukt rechnerisch zugeordnet werden. Der Kunde w\u00e4hlt selbst, wie hoch der zugeordnete Recyclinganteil sein soll.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Technologische und regulatorische Herausforderungen<\/b><\/p>\n<p>Sowohl der Markt als auch die Gesellschaft erwarten von der Industrie konstruktive L\u00f6sungen im Umgang mit Kunststoffabf\u00e4llen. Chemisches Recycling ist eine innovative Erg\u00e4nzung zu anderen Recycling- und Entsorgungsverfahren. \u201eWir brauchen eine Bandbreite an Verwertungformen f\u00fcr Kunststoffabf\u00e4lle, denn nicht jede L\u00f6sung ist f\u00fcr jede Art von Abfall sinnvoll und f\u00fcr jede Produktanwendung m\u00f6glich. Es sollte immer die L\u00f6sung gew\u00e4hlt werden, die die beste \u00d6kobilanz aufweist\u201c, erkl\u00e4rt Andreas Kicherer, Experte f\u00fcr Nachhaltigkeit bei BASF.<\/p>\n<p>Doch bevor das Projekt Marktreife erreichen kann, sind noch technologische und regulatorische Voraussetzungen zu erf\u00fcllen. Zum einen m\u00fcssen die bestehenden Technologien zur Umwandlung der Kunststoffabf\u00e4lle in die recycelten Grundstoffe Pyrolyse\u00f6l oder Synthesegas so weiterentwickelt und angepasst werden, dass eine hohe und gleichbleibende Qualit\u00e4t erreicht wird. Zum anderen werden die regionalen regulatorischen Rahmenbedingungen ma\u00dfgeblich beeinflussen, wie weit sich dieser Ansatz im jeweiligen Markt etablieren kann. So sind zum Beispiel die Anerkennung von chemischem Recycling und Massenbilanzierungsverfahren als Beitr\u00e4ge zur Erf\u00fcllung von produkt- und anwendungsspezifischen Recyclingquoten unabdingbar.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Wichtig: Verantwortungsvoller Umgang mit Kunststoffabf\u00e4llen<\/b><\/p>\n<p>Kunststoffe bieten in technologischen Anwendungen, in der Medizin und im Alltag viele Vorteile und sind oftmals die bessere Alternative zu anderen Materialien. Die Herausforderung liegt im verantwortungsvollen Umgang mit Kunststoff nach seiner Anwendung. Funktionierende Abfallmanagementsysteme und ein verantwortungs-volles Verbraucherverhalten im Umgang mit Kunststoffen sind wichtig, um Probleme wie Kunststoffm\u00fcll in der Umwelt wirkungsvoll zu l\u00f6sen. Hierf\u00fcr engagiert sich BASF in verschiedenen Verbandsprojekten und auf internationaler Ebene. Beispielsweise ist das Unternehmen Mitglied im World Plastics Council und beteiligt sich an zwei Programmen der Ellen MacArthur Foundation. BASF hat\u00a0 das Programm Operation Clean Sweep<sup>\u00ae <\/sup>global umgesetzt, eine internationale Initiative der Kunststoffindustrie zur Verhinderung des Verlusts von Kunststoff-Granulat, \u2011Flocken und -Pulver in die Umwelt. Das neue ChemCycling-Projekt von BASF ist ein weiterer Meilenstein im verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen und ein Beispiel daf\u00fcr, wie BASF globale Herausforderungen konkret adressiert und dabei gleichzeitig ihren Kunden hilft, deren Ziele zu erreichen.<\/p>\n<p>Quelle: BASF<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BASF geht mit dem Projekt \u201eChemCycling\u201c neue Wege in der Verwertung von Kunststoffabf\u00e4llen. 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