{"id":10747,"date":"2019-01-09T13:44:37","date_gmt":"2019-01-09T12:44:37","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=10747"},"modified":"2019-01-09T13:44:37","modified_gmt":"2019-01-09T12:44:37","slug":"auf-dem-weg-zur-karlsruher-forschungsfabrik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=10747","title":{"rendered":"Auf dem Weg zur Karlsruher Forschungsfabrik"},"content":{"rendered":"<p><strong><br \/>\nKIT und Fraunhofer errichten Entwicklungs- und Demonstrationszentrum f\u00fcr die Fabrik der Zukunft \u2013 Referenzprojekt f\u00fcr KI-Strategie des Bundes<\/strong><\/p>\n<p><strong>Mit dem gemeinsamen Spatenstich der Kooperationspartner Karlsruher Institut f\u00fcr Technologie (KIT) und Fraunhofer-Gesellschaft hat Ende Dezember die \u00bbKarlsruher Forschungsfabrik\u00ab ihren baulichen Anfang genommen. In der 15-Millionen-Anlage auf dem Campus Ost des KIT sollen ab Ende 2020 neue Produktionstechnologien mithilfe modernster Digitalisierungsmethoden deutlich schneller als bisher geplant, getestet und in die Industrie \u00fcberf\u00fchrt werden. Das Projekt wird einen wichtigen Beitrag zu der j\u00fcngst beschlossenen \u00bbStrategie K\u00fcnstliche Intelligenz\u00ab der Bundesregierung leisten und gilt als bedeutsam f\u00fcr die Innovationskraft des Standorts Deutschland.<\/strong><\/p>\n<p>Einen Gro\u00dfteil seines Wohlstands verdankt Deutschland der F\u00e4higkeit, innovative Produkte schnell und immer wieder auf den Weltmarkt zu bringen. Die Herstellung dieser Produkte muss sich im Zeitalter von globalem Wettbewerb, Digitalisierung und k\u00fcnstlicher Intelligenz best\u00e4ndig neu erfinden. Zum einen, um wissenschaftliche und technologische Vorspr\u00fcnge auf Wettbewerber und Nachahmer zu wahren. Zum anderen, um im Spannungsfeld neuer Technologien, komplexer Fertigungsprozesse, zunehmender Individualisierung und extremer Variantenvielfalt zu bestehen. Vor dem Hintergrund dieser Herausforderung sind das KIT mit seinem wbk Institut f\u00fcr Produktionstechnik und die Fraunhofer-Gesellschaft mit ihren Instituten f\u00fcr Chemische Technologie ICT und f\u00fcr Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB \u00fcbereingekommen, auf dem Campus Ost des KIT die Karlsruher Forschungsfabrik zu errichten.<\/p>\n<p>\u00bbDie Karlsruher Forschungsfabrik ist der Musterfall einer disziplin\u00fcbergreifenden Kooperation starker Partner zum Nutzen der vital wichtigen Innovationsf\u00e4higkeit unseres Landes\u00ab, sagt der Pr\u00e4sident des Karlsruher Instituts f\u00fcr Technologie Professor Holger Hanselka. \u00bbDurch die zielgerichtete und fr\u00fchzeitige Einbindung kleiner und mittlerer Unternehmen in die Forschungsfabrik\u00ab, so Hanselka, \u00bbst\u00e4rken wir zudem die Anziehungskraft von Stadt und Region.\u00ab<\/p>\n<p>Dr. Raoul Klingner, Direktor Forschung der Fraunhofer-Gesellschaft, sagt: \u00bbWir freuen\u00a0 uns, unsere besondere St\u00e4rke in der anwendungsorientierten Forschung in diese enge Kooperation mit dem KIT einzubringen \u2013 und zwar sowohl im Bereich der Werkstoff-, Fertigungs- und Verfahrenstechnik als auch in der Automatisierungs-, Sensor- und Informationstechnik.\u00ab<\/p>\n<p><strong>Zielsetzung und wissenschaftlicher Ansatz<\/strong><\/p>\n<p>Ziel der Karlsruher Forschungsfabrik ist es, Vorspr\u00fcnge bei neuen, herausfordernden Fertigungsverfahren systematisch zu erarbeiten und auszubauen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollen lernen, wie man bereits sehr fr\u00fch \u2013 das hei\u00dft, wenn die f\u00fcr ein neues Produkt erforderlichen Fertigungsprozesse noch nicht vollst\u00e4ndig verstanden und beherrscht werden \u2013 qualitativ hochwertige Produkte herstellen kann. Mithilfe modernster Mess-, Sensor- und Regelungstechnik wollen sie Methoden entwickeln, die geeignet sind, neue Produktionstechnologien schnell in sichere und profitable industrielle Fertigungsprozesse umzusetzen. Hierbei kann die Produktion schon sehr fr\u00fch anlaufen, weil intelligente Prozessregelungen daf\u00fcr sorgen, dass trotz der noch unreifen Fertigungstechnologien erste, qualitativ einwandfreie Produktexemplare hergestellt werden.<\/p>\n<p>Konkret geschieht dies folgenderma\u00dfen: Verfahren des maschinellen Lernens und der\u00a0 k\u00fcnstlichen Intelligenz nutzen die von Sensoren erhobenen Daten, um Korrelationen zwischen qualit\u00e4tsbezogenen Daten und Prozessparametern zu erkennen. Auf diese Weise \u00bblernt\u00ab die bereits in Betrieb befindliche Fertigungsanlage, welche Parameter gute Ergebnisse produzieren. Erkl\u00e4rtes Ziel der Forschungsfabrik-Akteure ist es, maschinelles Lernen und k\u00fcnstliche Intelligenz nicht nur auf einzelne Fertigungsschritte oder unmittelbar aufeinanderfolgende Prozesse anzuwenden, sondern ganze Prozessketten zu erfassen und zu verbessern.<\/p>\n<p>Die so signifikant verk\u00fcrzte \u00bbTime-to-Market\u00ab soll es insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen erm\u00f6glichen, mit neuen Produkten sehr viel fr\u00fcher als bisher auf den Zielm\u00e4rkten pr\u00e4sent zu sein. Die beteiligten Institute wbk (KIT), ICT und IOSB (Fraunhofer) vereinen jene Kompetenzen in der Produktions-, Fertigungs- und Verfahrenstechnik sowie in der Automatisierungs-, Sensor- und Informationstechnik, die notwendig sind, um diese wissenschaftlich anspruchsvolle Zielsetzung umzusetzen. Anwendungsfelder der Forschungsfabrik sind Elektromobilit\u00e4t und Leichtbau, aber auch andere innovative Felder, f\u00fcr die es mit Industrie 4.0- und KI-Methoden eine intelligente und wirtschaftliche Produktionstechnik zu etablieren gilt.<\/p>\n<p>\u00bbDie schnelle Industrialisierung von neuen, innovativen Produktionstechnologien ist zur St\u00e4rkung des Produktionsstandorts Deutschland essenziell\u00ab, betont Professor J\u00fcrgen Fleischer, Leiter des wbk Instituts f\u00fcr Produktionstechnik des KIT und Leiter des wbk-Bereichs Maschinen, Anlagen und Prozessautomatisierung. \u00bbDas Alleinstellungsmerkmal der Karlsruher Forschungsfabrik ist die interdisziplin\u00e4re Zusammenarbeit von Produktionsforschung, Automatisierungstechnik und Informatik unter einem Dach.\u00ab<\/p>\n<p>Professor Frank Henning, stellvertretender Leiter des Fraunhofer ICT und Inhaber des Lehrstuhls f\u00fcr Leichtbautechnologie am Institut f\u00fcr Fahrzeugsystemtechnik des KIT, sieht \u00bbin der Interdisziplinarit\u00e4t und der effizienten Nutzung von Prozessdaten in komplexen Prozessen den Schl\u00fcssel zur nachhaltigen Fertigung am Standort Deutschland.\u00ab<\/p>\n<p>Professor J\u00fcrgen Beyerer, Leiter des Fraunhofer IOSB sowie Inhaber des Lehrstuhls f\u00fcr Interaktive Echtzeitsysteme am Institut f\u00fcr Anthropomatik des KIT, weist auf ein weiteres Alleinstellungsmerkmal der Forschungsfabrik hin: \u00bbEntscheidend ist die Verbindung aus umfassender Sensorik und der Auswertung der damit gewonnenen Daten, unter anderem mit Methoden des maschinellen Lernens und deren verst\u00e4ndlicher Visualisierung. Auf dieser Basis lassen sich unreife Fertigungsprozesse explorieren, verstehen und viel gezielter als heute optimieren.\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbDie Forschungsfabrik und die dort zu entwickelnden Methoden und Werkzeuge des maschinellen Lernens und der gezielten Suche nach Prozessparametern sind eine erste Auspr\u00e4gung der in der aktuellen KI-Strategie der Bundesregierung formulierten Ziele\u00ab, erl\u00e4utert Dr. Olaf Sauer, der als Stellvertreter des Institutsleiters am IOSB die Planung der Karlsruher Forschungsfabrik auf Seiten der Fraunhofer-Gesellschaft koordiniert.<\/p>\n<p><strong>Kooperation mit Industriepartnern<br \/>\n<\/strong><br \/>\nDie in der Karlsruher Forschungsfabrik zu entwickelnde Methodik der schnellen Industrialisierung neuer Produktionstechnologien verspricht den zahlreichen innovativen kleinen und mittleren Unternehmen in Baden-W\u00fcrttemberg entscheidende Vorteile im globalen Wettbewerb. Um Ergebnisse zielgerichtet und schnell zu transferieren, sollen interessierte Unternehmen deshalb von Anfang an eingebunden werden \u2013 durch enge Kooperationen, Verbundprojekte und Workshops. Zugleich gehen KIT und Fraunhofer davon aus, dass die Forschungsfabrik mit ihren attraktiven Arbeitsbedingungen f\u00fcr Mitarbeiter im angewandten Forschungsumfeld langfristig zum Aufbau und Erhalt der Innovationsf\u00fchrerschaft der TechnologieRegion Karlsruhe in der Werkstoff-, Produktions- und Informationstechnik beitragen wird. \u00dcber die Lehre am wbk Institut f\u00fcr Produktionstechnik ist die Forschungsfabrik dar\u00fcber hinaus mit der kommenden Ingenieur-Generation verbunden.<strong><br \/>\n<\/strong><br \/>\n<strong>Eckdaten zum Bau der Forschungsfabrik<\/strong><\/p>\n<p>Ihren Standort wird die Karlsruher Forschungsfabrik auf dem Campus Ost des KIT beziehen. F\u00fcr die Umsetzung der Bauma\u00dfnahme ist ein Gesamtbudget von rund 15 Millionen Euro vorgesehen. Zu diesem tragen die Kooperationspartner KIT und Fraunhofer jeweils die H\u00e4lfte bei; hinzu kommen Investitionen in die Erstausstattung der Fertigungshallen, Labore und B\u00fcros. Nach der Grundsteinlegung im Sommer 2019 wird das L-f\u00f6rmige Geb\u00e4ude ab Ende 2020 auf zwei Stockwerken und einer Fl\u00e4che von 4500 Quadratmetern rund 70 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beherbergen. Dar\u00fcber hinaus bietet es 50 Arbeitspl\u00e4tze f\u00fcr Kooperationspartner aus der Industrie. Die Er\u00f6ffnung ist f\u00fcr Ende 2020 geplant.<\/p>\n<p>Das Projekt \u00bbKarlsruher Forschungsfabrik\u00ab wird gef\u00f6rdert vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung, vom Ministerium f\u00fcr Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-W\u00fcrttemberg, vom Ministerium f\u00fcr Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-W\u00fcrttemberg sowie durch den Europ\u00e4ischen Fonds f\u00fcr regionale Entwicklung.<\/p>\n<p>Quelle: Fraunhofer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit dem gemeinsamen Spatenstich der Kooperationspartner Karlsruher Institut f\u00fcr Technologie (KIT) und Fraunhofer-Gesellschaft&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":10748,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24,16],"tags":[],"series":[],"class_list":["post-10747","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-plas-tv-meldungen-auf-der-startseite-unterhalb-slider","category-plast-tv-textmeldungen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10747","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10747"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10747\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10749,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10747\/revisions\/10749"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/10748"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10747"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=10747"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=10747"},{"taxonomy":"series","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fseries&post=10747"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}