{"id":13613,"date":"2019-05-28T10:27:56","date_gmt":"2019-05-28T08:27:56","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=13613"},"modified":"2019-05-28T10:27:56","modified_gmt":"2019-05-28T08:27:56","slug":"geschlossene-kreislaeufe-koennen-das-muellproblem-loesen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=13613","title":{"rendered":"Geschlossene Kreisl\u00e4ufe k\u00f6nnen das M\u00fcllproblem l\u00f6sen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Interview mit Thorsten K\u00fchmann, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des VDMA Fachverbands Kunststoff- und Gummimaschinen.<\/strong><\/p>\n<p>Thorsten K\u00fchmann ist \u00fcberzeugt, dass die Kunststoffindustrie L\u00f6sungen bieten kann, die helfen, die durch Kunststoffabf\u00e4lle erzeugten Umweltprobleme zu beseitigen. Das Leitbild ist die Kreislaufwirtschaft oder Circular Economy.<br \/>\nDie globalen Herausforderungen hier sind Wirtschaftlichkeit, politische und regulative Randbedingungen, Qualit\u00e4t und Verf\u00fcgbarkeit von Rezyklaten und besonders das Etablieren funktionierender Abfallsammelsysteme weltweit. Der VDMA stellt die Kreislaufwirtschaft auf der Leitmesse K im Oktober in D\u00fcsseldorf in den Vordergrund und zeigt dort, wie ein solcher Kreislauf funktionieren kann.<\/p>\n<p><strong>Der VDMA stellt die Kreislaufwirtschaft in den Mittelpunkt seines Messeauftrittes auf der K 2019. Warum macht er das?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Thorsten K\u00fchmann<\/strong>: Wir machen das, weil wir erkennen, dass wir bei Kunststoffen vor einem Imageproblem stehen. Kunststoffe kommen heute meist nur dann ins \u00f6ffentliche Bewusstsein, wenn sie Probleme verursachen, wenn sie die Umwelt belasten oder die Gesundheit gef\u00e4hrden. Bilder und Berichte von der Verm\u00fcllung der Meere und der Landschaften sind allgegenw\u00e4rtig. Das sind in der Tat gravierende Probleme. Hier muss die Industrie L\u00f6sungen anbieten. Wir wollen auf der K 2019 zeigen, was man machen muss, um diese Abfallprobleme und die daraus resultierenden Sch\u00e4den zu vermeiden. Wir werden zeigen, dass geschlossene Kreisl\u00e4ufe eine L\u00f6sungsm\u00f6glichkeit sind.<\/p>\n<p><strong>Was kann der Besucher auf der K 2019 sehen?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Thorsten K\u00fchmann<\/strong>: Wir verfolgen zwei Ziele. In unserem Messe-Pavillon werden wir zum einen den gesamten Zyklus der Kreislaufwirtschaft in der Kunststoffindustrie darstellen, angefangen von der Produktion \u00fcber die Lebensphasen der Kunststoffprodukte bis hin zum Sammeln, Sortieren, Recyceln und der anschlie\u00dfenden R\u00fcckf\u00fchrung in die Produktion. Das zweite Ziel ist es, diesen Kreislauf f\u00fcr die Besucher erlebbar zu machen. Dazu arbeiten wir an Ort und Stelle mit Partnern aus der gesamten Kunststoff-Wertsch\u00f6pfungskette zusammen, mit Erzeugern, Verarbeitern, Verwertern. Wir zeigen, wie ein geschlossener Kreislauf abl\u00e4uft. Auf der K 2019 soll deutlich werden, dass sich die Kunststoffindustrie um die Abfallproblematik k\u00fcmmert und dass sie bereits funktionierende L\u00f6sungsvorschl\u00e4ge hat.<\/p>\n<p><strong>Was sind bei der praktischen Umsetzung der Kreislaufwirtschaft die gr\u00f6\u00dften Herausforderungen?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Thorsten K\u00fchmann<\/strong>: Es gibt mehrere Herausforderungen. Ganz wichtig ist: Kreisl\u00e4ufe k\u00f6nnen nur dann gut funktionieren, wenn sie wirtschaftlich sind. Derzeit setzen viele Kunststoffverarbeiter eher Neuware ein als Rezyklate, ganz einfach, weil Neuware g\u00fcnstiger ist. Denn am Ende entscheidet sich der Verbraucher im Supermarkt in der Regel f\u00fcr das g\u00fcnstigere Produkt. Wer Rezyklate verwendet, h\u00e4tte das Nachsehen, weil seine Produkte teurer w\u00e4ren und in den Regalen liegenblieben. Um die Verwendung von Rezyklaten zu erh\u00f6hen, braucht man feste Quoten, damit alle dieselben Ausgangsvoraussetzungen haben. Solche Quoten sieht auch die Kunststoff-Richtlinie der EU vor. Man braucht also ein neues Gesch\u00e4ftsmodell.<br \/>\nDie andere Herausforderung ist, f\u00fcr Rezyklate verbindliche Qualit\u00e4ts-Standards zu schaffen. Die gibt es bislang nicht und deshalb wei\u00df derjenige, der Rezyklate einsetzt, nie genau, welche Qualit\u00e4t er bekommt. Dadurch werden die Prozesse unsicherer, denn man kann bei Schwankungen der Materialqualit\u00e4t die Produktion nicht so verl\u00e4sslich steuern, wie mit standardisierter Neuware. Rezyklate w\u00e4ren viel leichter zu akzeptieren, wenn sie standardisiert w\u00fcrden.<br \/>\nUnd schlie\u00dflich gibt es ein Mengenproblem. Wer heute bereit ist, ein Rezyklat einzusetzen, wei\u00df nicht, ob er die ben\u00f6tigten Mengen \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum von ein paar Jahren auch tats\u00e4chlich bekommen kann.<\/p>\n<p><strong>Ist technologisch schon alles machbar, was es f\u00fcr die Kreislaufwirtschaft braucht?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Thorsten K\u00fchmann<\/strong>: Es gibt noch offene Fragen, die gekl\u00e4rt werden m\u00fcssen. Aber f\u00fcr die Standardprozesse, wie das Sortieren, Zerkleinern und Rezyklieren gibt es schon technologische L\u00f6sungen. Dort wird es mit Sicherheit auch Verbesserungen geben. Die Technik ist bei der Kunststoff-Kreislaufwirtschaft nicht das Hauptproblem.<\/p>\n<p><strong>Welche Rolle kommt dem Produktdesign zu?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Thorsten K\u00fchmann<\/strong>: Das Produktdesign muss in der Kreislaufwirtschaft anders gedacht werden. Bislang folgen Produkte zwar auch einem Design, aber da geht es nur um Funktionalit\u00e4t und letztlich um Aussehen. Es gibt keine Verpflichtung und keine durchg\u00e4ngige Praxis f\u00fcr ein vern\u00fcnftiges \u00d6kodesign. Eigentlich m\u00fcssten alle Produkte, auch Kunststoffprodukte, auf ihre Kreislauff\u00e4higkeit \u00fcberpr\u00fcft werden. Das passiert im Moment noch nicht. Weder ist es bislang eine Auflage, noch ist es eine durchg\u00e4ngige Praxis. Es w\u00fcrde nat\u00fcrlich helfen, wenn man von vorne herein Produkte so designt, dass sie kreislauff\u00e4hig sind.<\/p>\n<p><strong>Europa ist nur f\u00fcr einen kleinen Bruchteil des Plastikm\u00fclls in den Ozeanen verantwortlich. Macht es da \u00fcberhaupt einen Unterschied, wenn hier konsequent auf Kreislaufwirtschaft gesetzt wird?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Thorsten K\u00fchmann<\/strong>: Das Bewusstsein f\u00fcr die M\u00fcllproblematik auf den Weltmeeren ist in Europa besonders hoch. In der Folge leidet das Image von Kunststoff, besonders in Deutschland. Das Helmholtz Zentrum f\u00fcr Umweltforschung hat zwar herausgefunden, dass 90 Prozent der j\u00e4hrlichen Meeresverschmutzung durch Plastik aus 10 Fl\u00fcssen in Asien und Afrika verursacht wird. Aber das Problem betrifft uns alle. Man denke nur an Mikroplastik in Fischen. Deshalb sind die Menschen hier besorgt. Eine Kreislaufwirtschaft in Europa hei\u00dft, mit gutem Beispiel vorangehen.<br \/>\nWir k\u00f6nnen anderen L\u00e4ndern zeigen, wie es geht und dass es funktioniert. Das Hauptproblem ist meist eine fehlende oder unzureichende Abfallwirtschaft. Ohne eine Abfallwirtschaft kann es aber keinen Kreislauf geben. Wir haben ein Interesse daran, dass unsere Systeme weltweit adaptiert werden. Nicht unbedingt eins-zu-eins, aber als Orientierung. Deshalb zeigen wir sie auf der K 2019 und deshalb ist es auch gut, in Europa voranzugehen. Die Aufgabe ist sehr komplex. Auch wir haben Jahre daf\u00fcr gebraucht, dahin zu kommen, wo wir jetzt stehen. So viel Zeit haben andere Regionen nicht. Das muss jetzt schnell gehen und da kann man eben von denen lernen, die es schon machen.<\/p>\n<p>Quelle: VDMA<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Thorsten K\u00fchmann ist \u00fcberzeugt, dass die Kunststoffindustrie L\u00f6sungen bieten kann, die helfen, die durch Kunststoffabf\u00e4lle erzeugten&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":13614,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24,16],"tags":[],"series":[],"class_list":["post-13613","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-plas-tv-meldungen-auf-der-startseite-unterhalb-slider","category-plast-tv-textmeldungen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13613","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=13613"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13613\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13615,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13613\/revisions\/13615"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/13614"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=13613"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=13613"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=13613"},{"taxonomy":"series","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fseries&post=13613"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}