{"id":13756,"date":"2019-06-04T11:00:31","date_gmt":"2019-06-04T09:00:31","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=13756"},"modified":"2019-06-04T11:00:31","modified_gmt":"2019-06-04T09:00:31","slug":"kreislaufwirtschaft-4-0-ein-megatrend-fuer-den-maschinen-und-anlagenbau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=13756","title":{"rendered":"Kreislaufwirtschaft 4.0 \u2013 ein Megatrend f\u00fcr den Maschinen- und Anlagenbau"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li><strong>Kreislaufwirtschaft ist nicht nur \u00f6kologisch, sondern auch \u00f6konomisch sinnvoll<\/strong><\/li>\n<li><strong>Fehlende Standards und hohe Kosten erschweren die Umsetzung<\/strong><\/li>\n<li><strong>Erfolge durch neue Technologien \u00a0<\/strong><\/li>\n<li><strong>Digitalisierung er\u00f6ffnet neue Gesch\u00e4ftschancen<\/strong><\/li>\n<li><strong>Szenario-Studie deckt Potenziale f\u00fcr den Maschinen- und Anlagenbau auf<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Das globale M\u00fcllaufkommen steigt, Ressourcen schwinden und die Klimabilanz ist ein Alarmsignal. Deshalb gewinnt das Konzept der Kreislaufwirtschaft immer mehr an Bedeutung \u2013 sowohl f\u00fcr Gesellschaft und Politik als auch f\u00fcr Unternehmen aller Industrien. Abgeschaut von den Stoffstr\u00f6men in der Natur wird bei diesem Konzept der Nutzungsprozess f\u00fcr Produkte verl\u00e4ngert und f\u00fcr eine weitgehende Wiederverwertung gesorgt. \u201eDas geht weit \u00fcber das pure Recycling hinaus \u2013 Reduce, Repair, Reuse, Refurbish sind wichtige Schritte bevor Material zu M\u00fcll wird. Die Digitalisierung ist ein Instrument, das die Umsetzung dieser Vision unterst\u00fctzen und beschleunigen kann\u201c, erl\u00e4uterte Dr. Eric Maiser, Leiter VDMA Competence Center Future Business, anl\u00e4sslich des f\u00fcnften VDMA Future Business Summit in Hanau. Auf dem Fachkongress zur digitalen Kreislaufwirtschaft diskutierten f\u00fchrende Experten aus Industrie und Wissenschaft Zukunftsbilder f\u00fcr das Jahr 2030 und Wege, diese Visionen umzusetzen.<\/p>\n<p><strong>Circular Economy ist wirtschaftlich<\/strong><br \/>\nF\u00fcr Maschinen- und Anlagenbauer ist die Kreislaufwirtschaft doppelt relevant, denn sie sind Kunden und L\u00f6sungsanbieter gleicherma\u00dfen. \u201eF\u00fcr die Unternehmen ist die Kreislaufwirtschaft nicht nur aus Gesichtspunkten der Energie- und Ressourceneffizienz, der Corporate Social Responsibilty sowie des Klimaschutzes enorm wichtig. Wesentlich ist zudem, dass Nachhaltigkeit wirtschaftlich sinnvoll ist. Durch Ressourcenschonung werden Unternehmen unabh\u00e4ngiger von volatilen Rohstoffm\u00e4rkten und senken Kosten\u201c, erkl\u00e4rte Naemi Denz, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin VDMA Abfall- und Recyclingtechnik und Mitglied der VDMA Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrung.<\/p>\n<p><strong>Umsetzung der Kreislaufwirtschaft steht noch aus<\/strong><br \/>\nObwohl in der Kreislaufwirtschaft enorme \u00f6kologische und wirtschaftliche Potenziale stecken, werden diese heute kaum ausgesch\u00f6pft. \u201eBisher sind erst 14 Prozent der in der Industrie eingesetzten Rohstoffe recycelte Stoffe (Rezyklate). Die M\u00f6glichkeiten von Reparatur, Wiederverwendung und Aufbereitung von Materialien werden noch viel zu wenig ausgenutzt\u201c, sagte Prof. Dr. Anke Weidenkaff, gesch\u00e4ftsf\u00fchrende Institutsleiterin der Fraunhofer-Einrichtung f\u00fcr Wertstoffkreisl\u00e4ufe und Ressourcenstrategie IWKS. \u201eDies gilt insbesondere bei Kunststoffen und Materialverb\u00fcnden oder Elektronikschrott. Neue Technologien, wie Selbstheilungsprozesse, Entf\u00fcge- und Sortierverfahren k\u00f6nnen entscheidende Verbesserungen bringen. Als H\u00fcrden bleiben jedoch fehlende skalierbare Prozesstechnologien, Qualit\u00e4tsstandards f\u00fcr Sekund\u00e4rrohstoffe und zu hohe Kosten\u201c, erl\u00e4uterte Weidenkaff.<\/p>\n<p><strong>Digitalisierung kann zum Katalysator der Kreislaufwirtschaft werden<\/strong><br \/>\nMit Industrie 4.0 und Big Data entstehen nun vielf\u00e4ltige M\u00f6glichkeiten f\u00fcr die Verbesserung der Kreislauff\u00e4higkeit von Produkten entlang der Wertsch\u00f6pfungskette. Etwa bei der Sammlung und Vermarktung von Daten zur Zusammensetzung von Sekund\u00e4rrohstoffen oder wenn Angebot und Nachfrage \u00fcber eine automatisierte Markt- und Logistikplattform zusammengef\u00fchrt werden. \u201eDie Digitalisierung stiftet Anreize f\u00fcr Unternehmen zur Beteiligung und kann Treiber sein. Eine koordinierte Digitalisierungsoffensive k\u00f6nnte alle Player befl\u00fcgeln: Kaum ein Umweltleitmarkt profitiert so stark von der Digitalisierung wie die Kreislaufwirtschaft \u2013sie kann das entscheidende Instrument zur Verbreitung und Beschleunigung der Kreislaufwirtschaft und zu neuen Chancen durch neue Gesch\u00e4ftsmodelle werden\u201c, analysierte VDMA-Experte Maiser.<\/p>\n<p><strong>Kreislaufwirtschaft 4.0 \u2013 vier Szenarien f\u00fcr die Welt im Jahr 2030<\/strong><br \/>\nWie Kreislaufwirtschaft im Maschinen- und Anlagenbau 2030 aussehen k\u00f6nnte, ist Gegenstand der Szenariostudie \u201eCircular Economy 4.0\u201c von VDMA Future Business in Kooperation mit dem Fraunhofer Institut f\u00fcr System- und Innovationsforschung ISI. Sie spitzt die m\u00f6glichen Entwicklungen mit Fokus auf den Maschinen- und Anlagenbau zu und destilliert daraus vier Zukunftsbilder.<\/p>\n<ul>\n<li>Im <strong>Szenario\u201eHand in Hand\u201c<\/strong> ist die Kreislaufwirtschaft lukrativ und daher in vielen Branchen und Industriezweigen etabliert. Dabei wird \u00fcber die gesamte Wertsch\u00f6pfungskette hinweg kooperiert und ein nahezu idealer Stoffkreislauf realisiert.<\/li>\n<li>Beim <strong>\u201eStaatliche Impulse\u201c-Szenario<\/strong> wird die Kreislaufwirtschaft durch staatlich induzierte Rahmenbedingungen sowie Konsumentenbed\u00fcrfnisse gef\u00f6rdert.<\/li>\n<li>Eine noch h\u00f6here Bedeutung kommt den Konsumenten im <strong>Szenario \u201eGesellschaft macht Druck\u201c<\/strong> zu: Hier wird die Kreislaufwirtschaft von der Nachfrageseite \u2013 etwa durch die Kundenw\u00fcnsche nach Siegeln oder modularisierten und recyclingf\u00e4higen Produkten \u2013 eingefordert. Der Staat reagiert nur z\u00f6gerlich.<\/li>\n<li>Im <strong>Szenario \u201eDinosaurier-Denken\u201c<\/strong> ist das Thema Kreislaufwirtschaft weder in Gesellschaft, Politik noch im Markt angekommen. Aufgrund mangelnder Nachfrage nach Circular-Economy-konformen Produkten bestehen keine Anreize, eine Kreislaufwirtschaft anzusto\u00dfen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>F\u00fcr Maschinen- und Anlagenbauer steht damit ein fundamentaler Wandel an: \u201eDie zuk\u00fcnftige Kreislaufwirtschaft geht deutlich \u00fcber die heutige Abfall- und Recyclingwirtschaft hinaus. Denn Kreislaufwirtschaft bezieht sich auf die gesamte Wertsch\u00f6pfungskette. Dadurch besteht in Zukunft ein hoher Bedarf an neuen Kooperationen. Aber auch alle produzierenden Unternehmen werden ihre Gesch\u00e4ftsmodelle pr\u00fcfen und wom\u00f6glich auf den Kopf stellen m\u00fcssen\u201c, folgerte Dr. Bj\u00f6rn Moller vom Fraunhofer ISI.<\/p>\n<p><strong>VDMA treibt den Wandel<\/strong><br \/>\nDer VDMA bereitet seine Mitglieder schon heute auf Kooperationen, vor allem im Umfeld der Digitalisierung und globaler M\u00e4rkte, vor. \u201eMit der Definition einer einheitlichen Schnittstelle f\u00fcr die Machine-to-Machine-Communication auf der Basis von OPC UA haben wir die Grundlage f\u00fcr eine international anschlussf\u00e4hige Plug-and-Play-L\u00f6sung und damit die Grundlage der Kreislaufwirtschaft gelegt. Um das Themenfeld \u201adigitale Kreislaufwirtschaft\u2018 weiterentwickeln zu k\u00f6nnen, werden wir unsere fachverbands\u00fcbergreifenden Aktivit\u00e4ten ausweiten\u201c, res\u00fcmierte Denz.<\/p>\n<p>Quelle: VDMA<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das globale M\u00fcllaufkommen steigt, Ressourcen schwinden und die Klimabilanz ist ein Alarmsignal. 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