{"id":13929,"date":"2019-06-13T14:16:29","date_gmt":"2019-06-13T12:16:29","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=13929"},"modified":"2019-06-13T10:17:33","modified_gmt":"2019-06-13T08:17:33","slug":"politik-muss-gute-rahmenbedingungen-fuer-das-kunststoffrecycling-setzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=13929","title":{"rendered":"Politik muss gute Rahmenbedingungen f\u00fcr das Kunststoffrecycling setzen"},"content":{"rendered":"<p>Die Verwendung von Kunststoffen steht gegenw\u00e4rtig heftig in der Kritik. Keine guten Vorzeichen f\u00fcr den 22. Internationalen Altkunststofftag, den der bvse-Bundesverband Sekund\u00e4rrohstoffe und Entsorgung mit seinem Fachverband Kunststoffrecycling am 4. und 5. Juni 2019 in Bad Neuenahr veranstaltete. In den davor liegenden Wochen und Monaten hat die europ\u00e4ische und die deutsche Politik eine Reihe von Forderungen und Entscheidungen \u00f6ffentlich gemacht. &#8220;Hier sind durchaus richtige Wege beschritten worden, wie etwa die verabschiedete EU-Kunststoffstrategie, wonach ab 2030 alle Kunststoffverpackungen auf dem EU-Markt recyclingf\u00e4hig sein sollen&#8221;, erkl\u00e4rte Dr. Dirk Textor, Vorsitzender des bvse-Fachverbandes Kunststoffrecycling.<\/p>\n<p>Manch andere Entscheidungen jedoch h\u00e4tten eher Symbolcharakter und dienten mehr der politischen Gewissensberuhigung als der L\u00f6sung durchaus vorhandener Probleme, hie\u00df es in Bad Neuenahr.<\/p>\n<p>Einig war man sich in der Beurteilung, dass weder Klima- noch andere Umweltprobleme dadurch zu l\u00f6sen sind, dass der Einsatz von Kunststoffen diskreditiert wird. &#8220;Es w\u00e4re ein Irrsinn zu glauben, dass wir \u00fcberhaupt ohne Kunststoffe in einer modernen und nachhaltigen Welt leben k\u00f6nnten und diesen Eindruck sollten wir auch nicht erwecken&#8221;, betonte Textor in einem Pressegespr\u00e4ch.<\/p>\n<p>Mit der Kritik rund um das Thema Kunststoffe m\u00fcsse man sich aber in gro\u00dfer Ernsthaftigkeit besch\u00e4ftigen. Es sei v\u00f6llig inakzeptabel, wenn Abf\u00e4lle in L\u00e4nder exportiert werden, die nicht in der Lage sind, diese Abf\u00e4lle nach dem Stand der Technik zu verwerten und die so die Umwelt belasten. Textor: &#8220;Das bedeutet dann aber auch, dass wir in Deutschland und Europa unsere Hausaufgaben machen m\u00fcssen und die ersch\u00f6pfen sich nicht darin, Kunststoff-Strohhalme oder Plastikt\u00fcten zu verbieten.&#8221;<\/p>\n<p>Ganz oben auf der To-do-Liste stehen f\u00fcr den bvse der Aufbau neuer Recyclingkapazit\u00e4ten sowie die Modernisierung vorhandener Anlagen. Nur wenn die Rahmenbedingungen stimmen, k\u00f6nnen auch die notwendigen Investitionen in aufwendige und teure Anlagentechnik gestemmt werden, erg\u00e4nzte bvse-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Eric Rehbock. &#8220;Unsere Unternehmen haben schon lange genug mit hohem Risiko Pionierarbeit geleistet, damit muss nun Schluss sein! Der Mittelstand muss und wird in die Zukunft investieren. Das muss aber Hand und Fu\u00df haben. Einen existenziellen Blindflug k\u00f6nnen sich unsere Unternehmen nicht leisten&#8221;, erkl\u00e4rte Rehbock.<\/p>\n<p>Deshalb sollte die europ\u00e4ische und deutsche Politik nicht nur Verbote aussprechen, sondern ihrem Gestaltungsauftrag gerecht werden und die Rahmenbedingungen f\u00fcr mehr Recycling und Nachhaltigkeit schaffen. Textor: &#8220;Wir ben\u00f6tigen mehr Recyclingkapazit\u00e4ten und auf das Recycling angepasste Rahmenbedingungen. Deshalb pl\u00e4diert der bvse ganz klar daf\u00fcr, steuerliche Investitionsanreize f\u00fcr Recyclinganlagen zu setzen und europaweit neue und qualitativ anspruchsvolle Recyclingkapazit\u00e4ten zu schaffen.&#8221;<\/p>\n<p>bvse-Vizepr\u00e4sident Herbert Snell wies noch auf einen anderen Aspekt in Bad Neuenahr hin. Das Kunststoffrecycling vermindert den Bedarf an Roh\u00f6l und zwar zweifach, einerseits durch Einsparen von Neukunststoffen und anderseits durch Einsparen von Energie. 1,88 Mio. t an Recyclaten ersetzen die gleich Menge an Neuware. Dar\u00fcber hinaus ist die Energieeinsparung nicht zu vernachl\u00e4ssigen. Beim Kunststoffrecycling wird nur 33 bis 50 Prozent der Energie verbraucht, die bei der Herstellung von Neuware aufzubringen w\u00e4re. Und schlie\u00dflich ist hier die CO<sub>2<\/sub>-Einsparung zu nennen. Die CO<sub>2<\/sub>-Einsparung durch das Kunststoffrecycling ist erheblich. Jede Tonne Recyclingkunststoff, die anstelle vergleichbarer Neuware zum Einsatz kommt, vermeidet spezifisch zwischen 1,45 t und 3,22 t klimarelevante Treibhausgase in Form von CO<sub>2<\/sub>-\u00c4quivalenten.<\/p>\n<p>F\u00fcr Herbert Snell ist daher klar, dass das Recycling von Kunststoffen einen beachtlichen Beitrag zur Reduzierung von CO<sub>2<\/sub>-Emissionen und zur Ressourcenschonung leistet. Herbert Snell: &#8220;Wir sind daher dezidiert der Meinung, dass die Politik diese Klimaschutz-Stellschraube nutzen sollte. Darum sollten den Kunststoffverarbeitern, die statt Neuware Recyclate einsetzen, eine Verg\u00fctung f\u00fcr die damit erzielte CO<sub>2<\/sub>-Einsparung erhalten.&#8221; Gleichzeitig, so f\u00fchrte der bvse-Vizepr\u00e4sident aus, w\u00fcrde damit eine zielgerichtete F\u00f6rderung des Recyclateinsatzes einhergehen. &#8220;Als Finanzierungsm\u00f6glichkeit bietet sich unserer Meinung nach der EEG-Topf an, da er dem gleichen Zweck dient, n\u00e4mlich der CO<sub>2<\/sub>-Einsparung&#8221;, erkl\u00e4rte Herbert Snell abschlie\u00dfend.<\/p>\n<p>Quelle: bvse<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Verwendung von Kunststoffen steht gegenw\u00e4rtig heftig in der Kritik. Keine guten Vorzeichen f\u00fcr den 22. 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