{"id":14035,"date":"2019-06-19T11:20:27","date_gmt":"2019-06-19T09:20:27","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=14035"},"modified":"2019-06-19T11:20:27","modified_gmt":"2019-06-19T09:20:27","slug":"kreislaufwirtschaft-bringt-uns-einen-wettbewerbsvorteil","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=14035","title":{"rendered":"Kreislaufwirtschaft bringt uns einen Wettbewerbsvorteil"},"content":{"rendered":"<p>Interview mit Thomas Herrmann, CEO Herrmann Ultraschalltechnik GmbH &amp; Co. KG.<\/p>\n<p><strong>Alle Player entlang der Kunststoff-Wertsch\u00f6pfungskette schlie\u00dfen sich in Europa zusammen, um einen funktionierenden Kreislauf in Gang zu setzen. Woanders gibt es diese Initiative nicht. Hat Europa bald einen Wettbewerbsnachteil?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Herrmann<\/strong>: Ein funktionierender Kreislauf f\u00fcr Kunststoffe ist eng verbunden mit dem Streben nach Nachhaltigkeit, reduziertem Ressourceneinsatz und stofflicher Wiederverwertung. Das Wissen um diese Prozesse und die Entwicklung der erforderlichen Technologien wird Europa eher einen Wettbewerbsvorteil bringen, da sich auch andere Regionen k\u00fcnftig mit diesen Themen auseinandersetzen m\u00fcssen und somit die europ\u00e4ische Industrie und Forschungslandschaft neue Exportfelder besetzen kann. Das gilt f\u00fcr Maschinen und Anlagen genauso wie f\u00fcr die Prozesstechnik.<\/p>\n<p><strong>Was kann Herrmann Ultraschall als Glied in der Wertsch\u00f6pfungskette tun? Auf wen oder was haben Sie Einfluss?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Herrmann:<\/strong> Die von uns entwickelten Maschinen und Komponenten zur Verbindung von Kunststoffen kommen ohne Zusatzstoffe wie Klebstoff oder zus\u00e4tzliche Elemente wie Schrauben aus und tragen allein dadurch zur Vermeidung von unn\u00f6tigem Materialeinsatz und Mischmaterialverbunden bei. Dazu ist das Ultraschallschwei\u00dfen im Vergleich zu anderen F\u00fcgeverfahren sehr energieeffizient, das hei\u00dft, beim Schwei\u00dfvorgang wird nur wenig Energie zugef\u00fchrt. Ressourcen werden also geschont. Ultraschall-F\u00fcgetechnik funktioniert auch mit Bauteilen aus rezyklierten Granulaten und auch verschiedenen Bio-Kunststoffen.<\/p>\n<p><strong>Kunststoffverpackungen, die als Plastikteppiche auf den Weltmeeren von der \u00d6ffentlichkeit wahrgenommen werden, sind zur Zielscheibe der Kritik geworden. Wie gehen Sie mit dieser Kritik um?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Herrmann<\/strong>: Nat\u00fcrlich ist die Verschmutzung der Meere mit Kunststoffabf\u00e4llen tragisch und nicht akzeptabel, resultiert aber aus dem falschen Umgang mit dem Abfall und nicht aus dem Produkt Kunststoffverpackung selbst. Kunststoffverpackungen stellen einen wichtigen Beitrag zur Sicherstellung der Ern\u00e4hrung einer schnell wachsenden Weltbev\u00f6lkerung dar und reduzieren dabei den Einsatz nat\u00fcrlicher Ressourcen. Ungef\u00e4hr ein Drittel aller erzeugten Lebensmittel verdirbt auf dem Weg von der Erzeugung bis hin zur Verarbeitung, das hei\u00dft bevor sie \u00fcberhaupt verpackt werden k\u00f6nnen. Die richtige Kunststoffverpackung, deren Gewicht und CO2-Fu\u00dfabdruck nur einen Bruchteil des zu sch\u00fctzenden Lebensmittels ausmacht, hilft dabei, diese Verschwendung zu vermeiden. Aber es gibt auch bei uns noch Verbesserungspotenzial. Die Zahl der unn\u00f6tigen Einwegverpackungen muss reduziert werden und auch so manche Sekund\u00e4rverpackung muss auf den Pr\u00fcfstand.<\/p>\n<p><strong>K\u00f6nnen Bio-Kunststoffe der Rohstoff der Zukunft sein?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Herrmann:<\/strong> Wir denken, dass Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen zuk\u00fcnftig an Bedeutung gewinnen werden. Sie m\u00fcssen neben verfahrenstechnischen und hygienischen auch ethischen Anforderungen gen\u00fcgen. Es muss \u00fcberlegt werden, ob sie nicht auf Fl\u00e4chen erzeugt werden, die dann der Produktion von Lebensmitteln fehlen. Allerdings werden diese Materialien das Thema Umweltverschmutzung nicht l\u00f6sen, da sie nicht vollst\u00e4ndig unter nat\u00fcrlichen Bedingungen abgebaut werden k\u00f6nnen.<br \/>\n<strong>Welche wirtschaftlichen Vorteile bietet die Kreislaufwirtschaft?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Herrmann<\/strong>: Das absehbare Ende der Verf\u00fcgbarkeit fossiler Energietr\u00e4ger wird zu einem deutlichen Anstieg der Kosten f\u00fcr die F\u00f6rderung f\u00fchren. Der klimasch\u00e4dliche Einfluss ist schon heute sp\u00fcrbar und birgt gro\u00dfe wirtschaftliche Risiken. Aus diesen Gr\u00fcnden kann eine Kreislaufwirtschaft nur wirtschaftliche Vorteile bringen, da insbesondere Aufw\u00e4nde f\u00fcr F\u00f6rderung und Herstellung, aber auch f\u00fcr die Behebung von Sch\u00e4den und zur Renaturierung sinken. Es ist eine Situation, in der alle nur gewinnen k\u00f6nnen, die Wirtschaft, die Umwelt und die ganze Menschheit. Aktuell ist es so, dass aufbereitetes Granulat teurer ist als Neuware. Die Motivation aus wirtschaftlicher Sicht ist also eher gering, dieses zu verwenden. Erlaubt unsere Technologie entscheidende Vorteile gegen\u00fcber anderen F\u00fcgeverfahren, wird es nat\u00fcrlich spannend. Eine EU-Verordnung w\u00fcrde sicherlich helfen, die Verwendung von Bio- oder recycelten Kunststoffen zu motivieren und zu steigern.<\/p>\n<p><strong>Was sollte die Politik zur F\u00f6rderung der Kreislaufwirtschaft noch tun?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Herrmann<\/strong>: Die Rolle der Politik besteht darin, Rahmenbedingungen unter Ber\u00fccksichtigung des globalen Wettbewerbs bereitzustellen. Wir brauchen Regulierung, denn die Erfahrung zeigt, dass Reaktionen des Marktes am ehesten durch gesetzliche Vorgaben zu erreichen sind. Allerdings muss man sich vor \u00dcberregulierung in Acht nehmen. Nicht zuletzt sind einheitliche europ\u00e4ische Standards erforderlich, um als europ\u00e4ischer Lebens- und Wirtschaftsraum der Kreislaufwirtschaft den Weg in eine erfolgreiche Zukunft zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p><strong>Inwieweit beg\u00fcnstigt die Digitalisierung die Durchsetzung der Kreislaufwirtschaft?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Herrmann<\/strong>: Die Digitalisierung ist daf\u00fcr die Voraussetzung. Kunststoffe, die in einem Kreislauf zirkulieren, werden keine konstanten, immer gleichbleibenden Eigenschaften aufweisen. Je besser die digitale Signatur des Roh- oder Werkstoffes ist und je mehr Daten aus den einzelnen Verarbeitungsschritten verwendet werden k\u00f6nnen, desto besser funktionieren Rezyklierungsschritte. In anderen Worten, entlang der Wertsch\u00f6pfungskette m\u00fcssen durchg\u00e4ngig alle Informationen vorhanden sein, dann werden die richtigen zus\u00e4tzlichen Prozessschritte zur Kreisschlie\u00dfung \u00fcberhaupt erst m\u00f6glich.<\/p>\n<p><em>Bild: Erh\u00f6hung der Siegelqualit\u00e4t und integrierte, vernetzte Qualit\u00e4tskontrolle \u2013 das spart Packmaterial und schont Ressourcen. CEO Thomas Herrmann und Entwicklungsleiter Marco Lanza besprechen die digitalen Voraussetzungen f\u00fcr die Circular Economy.<\/em><\/p>\n<p>Quelle: VDMA<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein funktionierender Kreislauf f\u00fcr Kunststoffe ist eng verbunden mit dem Streben nach Nachhaltigkeit, reduziertem Ressourceneinsatz&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":14036,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24,16],"tags":[],"series":[],"class_list":["post-14035","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-plas-tv-meldungen-auf-der-startseite-unterhalb-slider","category-plast-tv-textmeldungen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14035","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=14035"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14035\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":14037,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14035\/revisions\/14037"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/14036"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=14035"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=14035"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=14035"},{"taxonomy":"series","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fseries&post=14035"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}