{"id":14540,"date":"2019-07-16T09:32:54","date_gmt":"2019-07-16T07:32:54","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=14540"},"modified":"2019-07-15T13:35:37","modified_gmt":"2019-07-15T11:35:37","slug":"hochleistungskunststoffe-massgeschneidert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=14540","title":{"rendered":"Hochleistungskunststoffe ma\u00dfgeschneidert\u00a0"},"content":{"rendered":"<p><strong>Neue Verbundwerkstoffe f\u00fcr Getriebebauteile reduzieren Reibung und Verschlei\u00df<\/strong><\/p>\n<p><strong>Bauteile aus Thermoplasten werden meist auf Basis von Standardmischungen produziert. Das gilt bislang auch f\u00fcr Hochleistungskunststoffe wie PEEK, <\/strong><strong>einem Polymer f\u00fcr besonders hohe Einsatztemperaturen. Die Materialentwickler von Freudenberg Sealing Technologies gehen einen anderen Weg und haben PEEK-Mischungen entwickelt, die genau auf die jeweilige Anwendung zugeschnitten sind. Die daraus gefertigten Getriebedichtungen und Anlaufscheiben zeichnen sich unter anderem durch weniger Verschlei\u00df, eine geringere Reibung und eine niedrigere Temperaturentwicklung aus.<\/strong><\/p>\n<p>Regalware hat viele Vorteile: Sie ist standardisiert, meist gut verf\u00fcgbar und hat sich schon in vielen Anwendungen bew\u00e4hrt. Gerade bei Bauteilen aus Thermoplasten wird deswegen \u00fcberwiegend auf ein Standardsortiment aus Basispolymeren zur\u00fcckgegriffen, die ganz ohne F\u00fcllstoffe oder allenfalls mit standardisierten F\u00fcllstoffen verarbeitet werden. Das gilt nicht nur f\u00fcr einfache Kunststoffe und technische Thermoplaste, sondern auch f\u00fcr Hochleistungskunststoffe wie PEEK. Es hat jedoch den Nachteil, dass die Werkstoffe nicht exakt auf das jeweilige Bauteil abgestimmt sind. Vor diesem Hintergrund haben die Materialforscher von Freudenberg Sealing Technologies in mehrj\u00e4hriger Arbeit spezielle F\u00fcllstoffpakete f\u00fcr neue Hochleistungs-Verbundwerkstoffe entwickelt. Im Fokus standen dabei Anwendungen f\u00fcr Dichtringe und Anlaufscheiben in Automatikgetrieben.<\/p>\n<p>Grundlage der neuen Werkstoffe ist eine genaue Kenntnis \u00fcber die Anwendung. Um die Materialeigenschaften daraufhin zu optimieren, reichern die Werkstoffexperten von Freudenberg Sealing Technologies das Basispolymer mit verschiedenen Zutaten an. F\u00fcllstoffe wie Graphit oder Glas- und Kohlenstofffasern etwa k\u00f6nnen das Material verst\u00e4rken, Reibung und Verschlei\u00df senken oder eine Leitf\u00e4higkeit herstellen. Additive wie Pigmente, Wachse und Stabilisatoren beeinflussen beispielsweise Kristallisation und Flie\u00dfverhalten, und bestimmte Farben erleichtern die korrekte Montage des Bauteils. Am Ende entstehen Hochleistungswerkstoffe, die exakt auf die zuk\u00fcnftige Anwendung zugeschnitten sind.<\/p>\n<p>Ein Beispiel ist der neue Werkstoff Quantix 55-14, der auf Grundlage des Hochleistungspolymers PEEK entwickelt wurde. Dieses Material wird auch als \u201eLow Hardness PEEK\u201c bezeichnet und hat die Eigenschaft, im Kontakt mit dem Gegenlaufpartner Stahl weniger Verschlei\u00df zu verursachen. Aus dem Werkstoff fertigten die Ingenieure von Freudenberg Sealing Technologies am US-Standort Findlay (Ohio) Dichtringe f\u00fcr Automatikgetriebe, die als hydraulische Drehdurchf\u00fchrungen auf der Getriebewelle angebracht sind und den \u00d6lstrom zwischen Kupplung und dem Inneren der Getriebewelle abdichten. Der Vorteil des neuen Materials: Durch die geringere Aggressivit\u00e4t gegen\u00fcber dem Gegenlaufpartner sinken die H\u00e4rteanforderungen an die Getriebewellen deutlich von Rockwell-Einheit HRC 45 auf HRC 25. Damit verringern sich die Produktionskosten der Hersteller. Die neuen Getriebedichtringe haben mehrere Kundentests bereits bestanden und werden demn\u00e4chst in Serie gehen.<\/p>\n<p>Ein weiterer Einsatzbereich von Quantix 55-14 sind Anlaufscheiben mit der Bezeichnung Levitorq. Die flachen, scheibenf\u00f6rmigen Bauteile kommen zum Beispiel in Drehmomentwandlern und Automatikgetrieben zum Einsatz und nehmen dort Axialkr\u00e4fte von rotierenden Bauteilen auf. In diesen Anwendungen kommt es auf m\u00f6glichst niedrige Reibung an: F\u00e4ngt die Welle an zu drehen, soll das \u00d6l m\u00f6glichst schnell auf der Anlaufscheibe verteilt werden. Dadurch entsteht ein hydrodynamischer Schmierfilm, der die anf\u00e4ngliche Feststoff- und Mischreibung in einen Zustand ohne jegliche Feststoffreibung ver\u00e4ndert. Verhindern die Einsatzbedingungen den Betrieb im hydrodynamischen Bereich, nimmt die Bedeutung des Werkstoffs wieder zu, wenn es darum geht, Verschlei\u00df und Reibung zu reduzieren.<\/p>\n<p>Die Entwickler von Freudenberg Sealing Technologies erprobten Anlaufscheiben aus dem neuen Werkstoff Quantix 55-14 und verglichen diesen mit einem h\u00e4ufig eingesetzten, frei verf\u00fcgbaren und bereits auf niedrigen Verschlei\u00df und geringe Reibung ausgelegten Hochleistungskunststoff. Das Ergebnis: Der Verschlei\u00df konnte um 95 Prozent gesenkt werden, die Reibung reduzierte sich um 55 Prozent und die \u00d6ltemperatur sank um 35 Grad Celsius.<\/p>\n<p>\u201eDie Beispiele zeigen: Der Griff ins Regal muss nicht immer der beste Weg sein\u201c, sagt Dr. Christoph Klingshirn, der die globale Kunststoffentwicklung bei Freudenberg Sealing Technologies verantwortet. \u201eWird Werkstoffexpertise mit Anwendungswissen kombiniert, k\u00f6nnen Hochleistungskunststoffe noch leistungsf\u00e4higer werden.\u201c<\/p>\n<p>Quelle: Freudenberg Sealing Technologies<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bauteile aus Thermoplasten werden meist auf Basis von Standardmischungen produziert. 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