{"id":14554,"date":"2019-07-16T14:48:57","date_gmt":"2019-07-16T12:48:57","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=14554"},"modified":"2019-07-15T13:51:47","modified_gmt":"2019-07-15T11:51:47","slug":"kreislaufwirtschaft-hot-topic-der-k-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=14554","title":{"rendered":"Kreislaufwirtschaft: Hot Topic der K 2019"},"content":{"rendered":"<h2 class=\"gamma media-module__head\">Wert erhalten \u2013 Ressourcen sparen!<\/h2>\n<div class=\"media\">\n<div class=\"media__body\">\n<div class=\"media__body__txt media__body__txt--link-icons\">Produkte aus Kunststoff sind aus kaum einem Lebensbereich mehr wegzudenken. Aus gutem Grund. Kunststoffverpackungen verl\u00e4ngern die Haltbarkeit von Lebensmitteln, Kunststoffteile im Auto machen es leichter und senken dadurch den CO2-Aussto\u00df. In der Medizin stellen sie ein H\u00f6chstma\u00df an Hygiene und damit Sicherheit her. Trotz seiner vielen Vorteile ist der wichtige Grundstoff aber seit einiger Zeit in Misskredit geraten &#8211; wegen des Kunststoffabfalls, der ganze Landstriche verm\u00fcllt und in riesigen Teppichen auf den Weltmeeren schwimmt. Aber dieses Problem ist l\u00f6sbar. Eine zentrale Rolle nimmt dabei die Kreislaufwirtschaft ein, die auch ein Hot Topic der K 2019, The World\u00b4s No. 1 Trade Fair for Plastics and Rubber, vom 16. bis 23. Oktober 2019 in D\u00fcsseldorf sein wird.<\/p>\n<p>Die Idee der Kreislaufwirtschaft ist an sich einfach. Wertvolles Grundmaterial, das einmal f\u00fcr ein Produkt verwendet wurde, wird nach Ende seiner Lebensdauer so aufbereitet, dass es wiederverwendet werden kann. Immer und immer wieder. Das geht nicht mit jedem Material. Aber es funktioniert hervorragend mit sehr vielen Kunststoffen. Eine Kreislaufwirtschaft f\u00fchrt dazu, dass die Abfallmenge drastisch kleiner wird. \u00dcberdies schont sie die Ressource Roh\u00f6l, denn wo neue Produkte aus recyceltem Kunststoff hergestellt werden, braucht man keine Neuware einzusetzen.<\/p>\n<p>Vor rund 70 Jahren wurde Kunststoff zum Massenprodukt. Nach Berechnungen der University of California wurden seither 8,3 Milliarden Tonnen produziert. Vor allem im Zuge des kr\u00e4ftigen Bev\u00f6lkerungswachstums in vielen Teilen der Welt nimmt die Menge des produzierten Kunststoffes in der letzten Zeit kr\u00e4ftig zu. 1950 wurden nach der Erhebung gerade einmal 2 Millionen Tonnen Kunststoff produziert, 2017 waren es aber schon 348 Millionen Tonnen. Entsprechend steigt auch die Menge des Kunststoffabfalls und macht die Frage nach dem vern\u00fcnftigen Umgang hiermit immer dringender. Denn die Verm\u00fcllung und ungehemmte Ressourcennutzung schadet nicht nur der Umwelt, sondern bremst auch das wirtschaftliche Wachstum.<\/p>\n<p><strong>Das Problem anpacken<br \/>\n<\/strong><br \/>\nViele L\u00e4nder der Welt haben inzwischen erkannt: Will man den unbestreitbaren Nutzen der Kunststoffprodukte beibehalten, kann man nicht so weitermachen wie bisher. Die EU stellt daher in ihrer 2018 vorgestellten Kunststoffstrategie die Kreislaufwirtschaft in den Fokus. In Chinas aktuellem F\u00fcnf-Jahres-Plan wird die Kreislaufwirtschaft als Ziel postuliert. L\u00e4nder wie Indien und Indonesien haben der Verschmutzung durch Kunststoffabf\u00e4lle den Kampf angesagt.\u00a0 Ans\u00e4tze f\u00fcr einen Kreislauf gibt es auch in Afrika, beispielsweise in Nigeria. Weil vielerorts \u00fcberdies auch unter Verbrauchern die Kritik an Kunststoff w\u00e4chst, haben sich schon eine ganze Reihe internationaler Markenhersteller zum Recycling bekannt. Firmen wie Coca-Cola, Ikea, Kraft Heinz oder Adidas versprechen, bei der Herstellung ihrer Produkte oder bei deren Verpackung k\u00fcnftig mehr Kunststoff aus Rezyklaten einzusetzen oder, wie die chinesische Gree Electric Appliances, einer der gr\u00f6\u00dften Hersteller von elektronischen Heimger\u00e4ten, ihre Produkte gleich ganz recyclingf\u00e4hig zu machen.<\/p>\n<p><strong>Viele Faktoren kommen zusammen<br \/>\n<\/strong><br \/>\nNoch ist der Kreislauf nirgends in gro\u00dfem Stil im Gang. Damit er funktioniert, m\u00fcssen viele Voraussetzungen erf\u00fcllt sein. Zun\u00e4chst einmal braucht es Sammelsysteme. Wenn gebrauchte Kunststoffe wiederverwertet werden sollen, muss man eine hinreichende Menge davon zur Verf\u00fcgung haben. Es gibt derzeit auf der Welt unterschiedliche Systeme. Pfandsysteme, die sich zum Beispiel in Deutschland f\u00fcr PET-Flaschen etabliert haben oder Modelle, die eine finanzielle Beteiligung von Industrie und Handel am Einsammeln von Verpackungen vorsehen. Allen liegt die \u00dcberlegung zugrunde, dass Kunststoffm\u00fcll einen Wert hat und dass es sich daher lohnt, ihn zu sammeln. Wichtig ist auch das Produktdesign. Bislang wird dabei vor allem auf die Funktionalit\u00e4t und, bei Konsumg\u00fctern, auf das Aussehen geachtet. K\u00fcnftig sollte die Recyclingf\u00e4higkeit schon bei der Entwicklung eines Produkts ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n<p>Eine weitere Kernkomponente jeder Kreislaufwirtschaft ist das Recycling. Man braucht Technologien, die es erm\u00f6glichen, gebrauchte Kunststoffe zu reinigen, zu sortieren, zu schreddern und wieder in Kunststoffgranulat zu verwandeln, das als Material in einer Produktion von Kunststoffteilen eingesetzt werden kann. Viele dieser Technologien gibt es bereits. Ein Problem stellt dagegen vielfach noch die Qualit\u00e4t des Rezyklats dar. Nur einwandfreies Rezyklat kann zur Herstellung von hochwertigen Kunststoffteilen verwendet werden. Noch ist in der Praxis aber kaum vorhersehbar, wie rein ein Sekund\u00e4rkunststoff aus Rezyklat ist.\u00a0 Thorsten K\u00fchmann, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Fachverbands Kunststoff- und Gummimaschinen im VDMA schl\u00e4gt daher vor, Standards f\u00fcr die Rezyklate zu schaffen. \u201eBislang wei\u00df niemand, der Rezyklate einsetzt, welche Qualit\u00e4t er bekommt. Dadurch werden die Prozesse unsicherer, denn man kann die Produktion nicht so beeinflussen, wie mit standardisierter Neuware. Rezyklate w\u00e4ren viel leichter zu akzeptieren, wenn sie standardisiert w\u00fcrden.\u201c Auf jeden Fall gilt: Je sauberer Kunststoffabfall ist, desto leichter l\u00e4sst er sich wieder zu hochwertigem Kunststoffgranulat verarbeiten.\u00a0 Viele Experten pl\u00e4dieren daher f\u00fcr getrennte Sammelsysteme, damit die unterschiedlichen Kunststoffe nicht erst beim Recycling-Unternehmen mit viel Wasser- und Energieaufwand getrennt werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p><strong>Vernetzung n\u00f6tig<br \/>\n<\/strong><br \/>\nIm Kern geht es in der Kreislaufwirtschaft darum, die Bereiche Abfallwirtschaft und Recycling mit der Produktion zu vernetzen. Da steht man heute erst am Anfang. \u201eDas Haupthindernis f\u00fcr eine Funktionierende Kreislaufwirtschaft sind die unterschiedlichen Akteursgruppen\u201c, sagt denn auch Henning Wilts, Experte f\u00fcr Kreislaufwirtschaft beim Wuppertal Institut f\u00fcr Klima, Umwelt, Energie. Es fehle an der Verkn\u00fcpfung der Prozesse von Sammeln, Recyceln und Produzieren \u00fcber Unternehmensgrenzen hinweg. Der Datenaustausch finde noch nicht statt. So kann ein Produzent zum Beispiel noch nicht wissen, welchen Kunststoff der Recycler gerade erarbeitet und er wei\u00df damit auch nicht, welche Mengen er bekommen kann. Auch unterliegen die einzelnen Bereiche des Kreislaufs meistens ganz unterschiedlichen gesetzlichen Regeln. \u201eDie Systeme haben sich \u00fcber Jahrzehnte getrennt entwickelt. Sie zusammenzuf\u00fchren ist eine gro\u00dfe Aufgabe\u201c, sagt Wilts.<\/p>\n<p>Dennoch lohnt sich die Anstrengung, die Hindernisse zu beseitigen, nicht nur aus Gr\u00fcnden des Umwelt- und Ressourcenschutzes. Die EU-Kommission sieht in einer Kreislaufwirtschaft f\u00fcr Kunststoffe auch einen Beitrag zur Erh\u00f6hung der Wettbewerbsf\u00e4higkeit und damit einen konkreten wirtschaftlichen Nutzen. Dem stimmt Experte Wilts zu: \u201eWenn es gelingt, zu einer Kreislaufwirtschaft zu kommen, dann w\u00e4re sie so kostensparend und effizient, dass andere L\u00e4nder das gerne \u00fcbernehmen w\u00fcrden\u201c, ist er \u00fcberzeugt. Wer mit der Kreislaufwirtschaft anf\u00e4ngt, hat also eine Vorbildfunktion. Die werterhaltende Nutzung der Ressource Kunststoff wird zu einem \u00fcberzeugenden Argument auch f\u00fcr jene L\u00e4nder und Regionen, in denen die L\u00f6sung des Problems Kunststoffm\u00fcll erst am Anfang steht.<\/p>\n<p>Nicht alle Kunststoffe k\u00f6nnen wirtschaftlich sinnvoll recycelt werden und nicht alle gebrauchten Kunststoffe finden zur\u00fcck in den Kreislauf. Doch auch sie k\u00f6nnen n\u00fctzlich sein. Durch die thermische Verwertung, also das Verbrennen, helfen sie, den notwendigen Brennstoff beispielsweise f\u00fcr Zementanlagen, einzusparen. Der Grundstoff Kunststoff wird also wenigstens noch ein zweites Mal verwendet.<\/p>\n<p>In einem sind sich alle Fachleute einig: Will man nachhaltig und global etwas \u00e4ndern und eine funktionierende Kreislaufwirtschaft dauerhaft implementieren, dann ist die Unterst\u00fctzung und Zusammenarbeit der gesamten Wertsch\u00f6pfungskette, vom Materialhersteller bis zum Endverbraucher notwendig. Nachhaltiges Verhalten beginnt zu Hause und in der Schule.<\/p>\n<p>Die Menschen m\u00fcssen auf den Wert von Kunststoff aufmerksam gemacht werden und zwar \u00fcber alle Nationalit\u00e4ten, alle Altersgruppen und gesellschaftlichen Gruppen hinweg. Aber unerl\u00e4sslich ist auch ein hohes Ma\u00df an Engagement von der Politik und der Gesetzgebung. Protektionismus, der nur die eigenen nationalen Interessen und eine Reihe von Einfl\u00fcssen im Zusammenhang mit der Handelspolitik ber\u00fccksichtigt, wird nicht hilfreich sein, um geeignete Ma\u00dfnahmen umzusetzen und ein allgemeines Umdenken zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Einige positive Initiativen gibt es bereits: So sind die Mitgliedstaaten der Europ\u00e4ischen Union beispielsweise verpflichtet, bis 2025 eine Sammelquote von 90% f\u00fcr Kunststoff-Einwegflaschen zu erreichen. Es werden jedoch noch viel mehr konkrete Ma\u00dfnahmen gebraucht, z.B. die Festlegung von Margen f\u00fcr den Einsatz von recyceltem Material in der Produktion oder den Anteil der Stromerzeugung, der durch die Verbrennung von Kunststoffabf\u00e4llen erreicht werden soll.<\/p>\n<p>Das Thema Kreislaufwirtschaft wird auf der K 2019 in D\u00fcsseldorf nicht nur an den St\u00e4nden der Aussteller breiten Raum einnehmen, sondern auch im Rahmenprogramm omnipr\u00e4sent sein. So steht Circular Economy z.B. in der Sonderschau \u201ePlastics Shape the Future\u201c unter Federf\u00fchrung von Plastics Europe im Fokus, ebenso wie beim \u201eVDMA Circular Economy Forum\u201c. Bereits in den Eingangsbereichen der K 2019 werden die \u201eTouch Points Circular Economy\u201c die Fachbesucher f\u00fcr das Thema sensibilisieren und auf passende Angebote in den Hallen hinweisen.<\/p>\n<p><strong>Informationen zur K 2019 unter:<\/strong><br \/>\n<a title=\"http:\/\/www.k-online.com\" href=\"http:\/\/www.k-online.com\" target=\"\" rel=\"noopener noreferrer\">www.k-online.com <\/a><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Produkte aus Kunststoff sind aus kaum einem Lebensbereich mehr wegzudenken. Aus gutem Grund. 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