{"id":15033,"date":"2019-08-05T08:56:55","date_gmt":"2019-08-05T06:56:55","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=15033"},"modified":"2019-08-02T12:59:22","modified_gmt":"2019-08-02T10:59:22","slug":"ein-laenderreport-im-vorfeld-der-k-2019-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=15033","title":{"rendered":"Ein L\u00e4nderreport im Vorfeld der K 2019"},"content":{"rendered":"<div class=\"media\">\n<div class=\"media__body\">\n<div class=\"media__body__txt media__body__txt--link-icons\">\n<p><em>Die Kunststoffindustrie in Nordamerika, an deren Spitze die USA stehen, hat dieses Jahr gute Gesch\u00e4ftsergebnisse vorzuweisen. Absatz-, Umsatz- und Wachstumsindikatoren weisen auf eine positive Entwicklung in absehbarer Zukunft hin. Zu den wachstumsf\u00f6rdernden Faktoren z\u00e4hlen die digitale Revolution in Sachen Steuerung und Maschinenkommunikation, die die Prozesse und die Automatisierung erheblich voranbringt und sich vorteilhaft auf die Produktivit\u00e4t, Wirtschaftlichkeit bei der Fertigung und Qualit\u00e4t auswirkt; neue und sich ver\u00e4ndernde M\u00e4rkte, die eine Nachfrage nach Kunststoffanwendungen schaffen; sowie ein wirtschaftsfreundliches Klima in den USA, das sich mit Donald Trump als Pr\u00e4sident seit 2017 durch niedrigere Bundessteuern, h\u00f6here Staatsausgaben und eine Lockerung vieler belastender Vorschriften auszeichnet.<\/em><em> Auf der K 2019 werden 100 US-amerikanische und 18 kanadische Unternehmen vertreten sein, rund 8.500 nordamerikanische Fachbesucher reisten beim letzten Mal zur \u00a0\u00a0<\/em><em>weltweiten Nr. 1 Messe f\u00fcr Kunststoff und Kautschuk nach D\u00fcsseldorf. Grund genug, um sich im Vorfeld der K 2019 die dortige wirtschaftliche Situation und die Marktbedingungen speziell f\u00fcr die Kunststoffindustrie einmal genauer anzusehen.<\/em><\/p>\n<p><strong>Vorsichtiger wirtschaftlicher Optimismus<\/strong><\/p>\n<p>Analysten zufolge stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der USA 2018 um 3\u00a0% gegen\u00fcber 2017 und soll im Jahr 2019 um weitere 2 bis 3 Prozent wachsen. Diese Spanne stellt ein gesundes Wachstum dar, ist aber gleichzeitig nicht gro\u00df genug, als dass sie eine Inflation, untragbare Zinsen oder eine \u201eirrationale \u00dcbertreibung\u201c seitens der Investoren, Kreditgeber und Verbraucher zur Folge haben k\u00f6nnte, welche wiederum zu einer wirtschaftlichen Talfahrt f\u00fchren k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Manche Experten rechnen dagegen damit, dass sich das BIP 2019 am unteren Ende dieser Skala bewegen wird. Der Online-Publikation \u201eThe Balance\u201c zufolge verlangsamt sich das Wachstum des US-amerikanischen BIP 2019 auf 2,1\u00a0% und geht 2020 auf 1,9\u00a0% sowie 2012\u00a0auf 1,8\u00a0% zur\u00fcck. Gr\u00fcnde daf\u00fcr sind zum einen ein vorhersehbarer R\u00fcckgang der Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen, der auf das gesunde Wachstum der vergangenen zwei Jahre folgt, und zum anderen die Nebenwirkungen dessen, was die Online-Publikation als \u201eTrumps Handelskrieg\u201c bezeichnet: Der US-Pr\u00e4sident verh\u00e4ngte Z\u00f6lle in H\u00f6he von 10\u00a0% auf Produkte aus China im Wert von 224\u00a0Mrd. Euro und erhob auch Z\u00f6lle gegen\u00fcber anderen L\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Trump erlie\u00df zudem Einfuhrz\u00f6lle auf Stahl und Aluminium und handelte ein neues Handelsabkommen mit Kanada und Mexiko aus. Dieses nennt sich USA-Mexiko-Kanada-Abkommen (USMCA) und wird das seit 25\u00a0Jahren bestehende Nordamerikanische Freihandelsabkommen, kurz NAFTA, ersetzen. Die Z\u00f6lle auf Stahl und Aluminium wirken sich im Allgemeinen gut auf die Bilanz von Herstellern dieser Metalle in den USA aus, sind aber f\u00fcr die meisten Verbraucher kostspielig. Wie erfolgreich USMCA sein wird, muss sich erst noch zeigen. Obwohl es bereits von den Staats- und Regierungschefs der USA, Kanada und Mexiko unterzeichnet wurde, muss das Abkommen noch von den Gesetzgebern aller drei L\u00e4nder beschlossen werden, bevor es in Kraft tritt. Bislang wurde es nur von Mexiko ratifiziert. Auf dem Spiel steht ein j\u00e4hrliches Handelsvolumen zwischen den Nachbarl\u00e4ndern in H\u00f6he von 1,12\u00a0Billionen Euro.<\/p>\n<p>Die gegen China und andere L\u00e4nder erhobenen Z\u00f6lle geben auch Grund zur Sorge, dass die Verbraucher in den USA die Rechnung f\u00fcr sie tragen m\u00fcssen: Auswirkungen sind eine geringere Produktverf\u00fcgbarkeit, h\u00f6here inl\u00e4ndische Produktpreise aufgrund des geringeren Wettbewerbs, das Umw\u00e4lzen der Strafz\u00f6lle auf die Verbraucher seitens der Importeure sowie Versorgungsunterbrechungen. Die New York Federal Reserve Bank sch\u00e4tzt beispielsweise, dass allein die Z\u00f6lle gegen China die US-Verbraucher zwischen Januar und November 2018 mindestens 7,7\u00a0Mrd. Euro und wom\u00f6glich bis zu 13,7\u00a0Mrd. Euro ihres Einkommens kosteten, je nachdem, wie man die Zahlen auslegt.<\/p>\n<p>\u201eWie wir herausfanden, wurden die von den USA verh\u00e4ngten Z\u00f6lle fast vollst\u00e4ndig auf die inl\u00e4ndischen Preise in den USA umgew\u00e4lzt, sodass die gesamten Ausma\u00dfe der Z\u00f6lle auf die Verbraucher und Importeure in den USA zur\u00fcckfielen (&#8230;) ohne dass es bisher Auswirkungen auf die Preise gab, die ausl\u00e4ndischen Exporteure erzielen\u201c, berichten Wirtschaftsforscher der New York Federal Reserve Bank. \u201eWir konnten auch feststellten, dass Hersteller in den USA als Reaktion auf den geringeren Importwettbewerb ihre Preise erh\u00f6hten.\u201c<\/p>\n<p>Trotz allem erwartet die Fertigungsbranche in den USA ein Wachstum. Die MAPI Foundation (Manufacturers Alliance for Productivity and Innovation) prognostizierte vergangenes Jahr, dass das gesamte verarbeitende Gewerbe in den USA zwischen 2018 und 2021 j\u00e4hrlich um durchschnittlich 2,8\u00a0% w\u00e4chst, die Ausr\u00fcstungsinvestitionen im selben Zeitraum j\u00e4hrlich durchschnittlich um 6,8 % zunehmen, und die Exporte j\u00e4hrlich 6\u00a0% steigen.<\/p>\n<p><strong>Positives Klima f\u00fcr die Kunststoffindustrie<\/strong><\/p>\n<p>Das alles sind gute Nachrichten f\u00fcr die Kunststoffindustrie, die die verarbeitende Industrie in den USA gemessen an einer Kennzahl \u00fcbertrifft, n\u00e4mlich den Besch\u00e4ftigtenzahlen im Zeitraum 2012 bis 2017: Zahlen der Plastics Industry Association (PLASTICS) und Probe Economics LLC zufolge stieg die Zahl der Besch\u00e4ftigten in der kunststoffverarbeitenden Industrie in diesem Zeitraum um 1,6\u00a0%, w\u00e4hrend die Gesamtbesch\u00e4ftigung im verarbeitenden Gewerbe in den USA um 0,9\u00a0% zunahm.<\/p>\n<p>In einem Bericht, der Ende letzten Jahres ver\u00f6ffentlicht wurde und Ergebnisse aus dem Jahr 2017 enth\u00e4lt, gab PLASTICS (fr\u00fcher Society of the Plastics Industry) an, dass die kunststoffverarbeitende Industrie 989.000 Arbeitspl\u00e4tze in den USA schuf. Das entspricht einem Zuwachs von 2,4\u00a0% im Vergleich zu 2016. Z\u00e4hlt man die Zulieferer mit, waren es 1,81\u00a0Millionen Arbeitspl\u00e4tze. Im \u201e2018 Size and Impact Report\u201c, einem j\u00e4hrlich erscheinenden Bericht von PIA, wurde der Wert der Warenlieferungen im Jahr 2017 mit 484,1\u00a0Mrd. Euro beziffert. Das entspricht einem Anstieg von 6,9\u00a0% gegen\u00fcber dem Vorjahr. Z\u00e4hlt man die Zulieferer mit, bel\u00e4uft sich der Wert der Warenlieferungen auf 661,4\u00a0Mrd. Euro \u2013 ein Anstieg von 7\u00a0% im Vergleich zu 2016.<\/p>\n<p>Zwar flaut das Branchenwachstum in den kommenden drei Jahren wahrscheinlich etwas ab, doch die Nachfrage nach Kunststoffprodukten in den USA und dem Rest Nordamerikas gepaart mit der Entwicklung wichtiger Endverbraucherm\u00e4rkte k\u00f6nnten die Auswirkungen einer Konjunkturabschw\u00e4chung f\u00fcr die Verarbeiter und Zulieferer abfedern. Da der US-Dollar im Vergleich zu anderen wichtigen W\u00e4hrungen relativ stabil, manchmal auch schw\u00e4cher, ist, werden in den USA hergestellte Produkte sowohl im inl\u00e4ndischen Markt als auch in Exportm\u00e4rkten wettbewerbsf\u00e4hig bleiben. Die kurzfristige Perspektive f\u00fcr die Kunststoffindustrie in den USA und Nord Amerika im Allgemeinen ist positiv.<\/p>\n<p><strong>Verbesserungen in der Automatisierung<\/strong><\/p>\n<p>Wie aus dem PLASTICS-Bericht hervorgeht, hat die US-amerikanische Kunststoffindustrie im Grunde die Vollbesch\u00e4ftigung erreicht. Einzelberichte von Gie\u00dfern, Strangpressern und anderen Verarbeitern zeigen, dass die meisten nur schwer Fachkr\u00e4fte finden. Dieser Umstand treibt Produkthersteller, Compoundeure und andere Branchenbeteiligte dazu an, Prozesse weiter zu automatisieren.<\/p>\n<p>Viele der Initiativen in diesem Bereich basieren auf Ans\u00e4tzen zur Automatisierung der Industrie\u00a04.0 (I4). Die deutsche Regierung investierte in den letzten zehn Jahren massiv in I4, mit dem Ziel die digitale Fertigung zu f\u00f6rdern und so die Produktivit\u00e4t, Produktqualit\u00e4t und schlie\u00dflich die Wettbewerbsf\u00e4higkeit zu steigern. In Nordamerika nutzen fortschrittliche Verarbeiter das Potenzial neuer und leistungsstarker Steuerungen und Softwarel\u00f6sungen von Unternehmen, die sich auf diesen Bereich spezialisiert haben, darunter Siemens, IQMS\/Dassault Syst\u00e9mes, Allen-Bradley, Omron und RJG, sowie von ausgew\u00e4hlten Anbietern von Ausr\u00fcstung und Robotern. So sollen vernetzte Prozesse geschaffen werden, in denen Maschinen nahtlos miteinander kommunizieren und genaue Betriebsdaten in Echtzeit liefern.<\/p>\n<p>Dadurch k\u00f6nnen Produkthersteller die Qualit\u00e4tskontrolle auf immer kleinere Losgr\u00f6\u00dfen \u2013 gegebenenfalls sogar auf einzelne Teile \u2013 ausweiten und so sicherstellen, dass bei der Produktion die Spezifikationen des Kunden g\u00e4nzlich erf\u00fcllt werden.<\/p>\n<p>W\u00e4hrenddessen statten Anbieter von Automatisierungsl\u00f6sungen Roboter mit visuellen Inspektionssystemen und anderen Sensoren aus, um Qualit\u00e4tsprobleme zu erkennen. Diese reichen von der Gratbildung an Teilen \u00fcber Oberfl\u00e4chenfehler bis hin zur unvollst\u00e4ndigen Formf\u00fcllung, sogenannten \u201eShort Shots\u201c. Anhand dieser Daten k\u00f6nnen Verarbeitungsmaschinen oder Formwerkzeuge manuell oder automatisch angepasst und Qualit\u00e4tsprobleme behoben werden.<\/p>\n<p>Die Vernetzung, die I4 mit sich bringt, ist auch n\u00fctzlich f\u00fcr die vorausschauende Instandhaltung von Maschinen, Formwerkzeugen, Werkzeugen und anderer Ausr\u00fcstung. Verarbeiter k\u00f6nnen durch das Anbringen und \u00dcberwachen von Sensoren an wichtigen Stellen erkennen, wann eine Komponente ausgetauscht werden muss. So beugen sie unerwarteten und kostspieligen Ausfallzeiten und der nicht spezifikationsgerechten Produktion vor.<\/p>\n<p>Softwaresysteme und Maschinensteuerungen verf\u00fcgen immer h\u00e4ufiger \u00fcber solche Funktionen. So bergen sie das Potential, vollautomatisierte Produktionsst\u00e4tten zu schaffen, in denen es entweder gar keine Menschen mehr gibt, die die Maschinen bedienen, oder nur noch eine Handvoll Mitarbeiter zur \u00dcberwachung der Vorg\u00e4nge.<\/p>\n<p>Die Investitionsausgaben f\u00fcr die Umsetzung von I4 und \u00e4hnlichen Automatisierungsl\u00f6sungen m\u00f6gen f\u00fcr Endverbraucher zwar abschreckend wirken, doch Anbieter halten dagegen, dass sich die Kosten bereits nach einem Jahr oder sogar noch fr\u00fcher amortisieren und die Vorteile f\u00fcr die Produktivit\u00e4t, Qualit\u00e4t, Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsf\u00e4higkeit die Kosten aufwiegen. Zu den Anwendern digitaler Technologien in den USA z\u00e4hlen aus diesem Grund sowohl mittlere und sogar kleinere Unternehmen als auch gro\u00dfe Hersteller. F\u00fcr wen die I4-Automatisierung attraktiv ist, ist gr\u00f6\u00dftenteils nicht abh\u00e4ngig von der Unternehmensgr\u00f6\u00dfe, sondern von der Art der Produktion. Bei medizinischen, elektronischen und Fahrzeugteilen beispielsweise herrschen hohe Qualit\u00e4tsanforderungen und eine fortschrittliche Automatisierung ist der Preis f\u00fcr den Markteintritt.<\/p>\n<p>Die Automatisierung hat auch Schattenseiten, zumindest wenn es nach den Kritikern geht. Sie behaupten, die Automatisierung koste Menschen Arbeitspl\u00e4tze und Regierungen Steuereinnahmen durch freigesetzte Arbeitskr\u00e4fte. Zeitweise kommen Initiativen zur Besteuerung von Robotern auf. In den USA stammt der aktuellste Vorschlag aus Chicago, Illinois. Dort will ein Stadtbeamter auf jeden Roboter eine j\u00e4hrliche Steuer erheben, die dem Jahresgehalts aller durch den Roboter ersetzten Arbeitskr\u00e4fte entspricht.<\/p>\n<p>Bisher hat noch keine Stadt und kein Bundesstaat in den USA ein Gesetz zur Besteuerung von Robotern verabschiedet. Auch das EU-Parlament lehnte eine solche Ma\u00dfnahme ab. S\u00fcdkorea ist das einzige Land, in dem ein \u00e4hnlicher Gesetzesentwurf verabschiedet wurde. Dort hat die Regierung allerdings f\u00fcr Unternehmen den Steuerabzug f\u00fcr Roboter, die menschliche Arbeitskr\u00e4fte ersetzen, aufgehoben, statt Steuern auf deren Verwendung zu erheben.<\/p>\n<p>Aktuell ist es jedoch eher unwahrscheinlich, dass Menschen massenweise durch Roboter ersetzt werden. Roboterhersteller sagen, dass betroffene Arbeitskr\u00e4fte in der Regel in h\u00f6here Positionen versetzt werden, wenn Hersteller bei sich Roboter einsetzen. Da die Industrie in den USA die Vollbesch\u00e4ftigung erreicht hat, wollen Unternehmen auch keine Arbeitskr\u00e4fte verlieren.<\/p>\n<p><strong>Blick in die Zukunft<\/strong><\/p>\n<p>In den n\u00e4chsten Jahren werden neue und sich ver\u00e4ndernde M\u00e4rkte eine Reihe innovativer Anwendungen mit sich bringen. Dabei ergeben sich besonders in zwei Bereichen gro\u00dfe Gesch\u00e4ftschancen f\u00fcr die nordamerikanische Kunststoffindustrie: Elektro- und autonome Fahrzeuge.<\/p>\n<p>Elektrofahrzeuge (EVs) sind in Nordamerika weit verbreitet, auch wenn sie im Vergleich zur Zahl der Autos und Lastwagen mit Verbrennungsmotor schw\u00e4cher vertreten sind. Doch EVs sind abh\u00e4ngiger von Kunststoffen: Sie m\u00fcssen ein bestimmtes Gewicht erreichen, um mit einer angemessen gro\u00dfen Batterie eine optimale Reichweite zu erzielen. Ist das Gewicht des Fahrzeugs zu gro\u00df, muss eine unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig gro\u00dfe Batterie eingesetzt werden, die \u00fcberm\u00e4\u00dfig viel Platz des Innenraums beansprucht. Dadurch wiederum m\u00fcssen Abstriche beim Fahrzeugdesign und Fahrgastkomfort gemacht werden.<\/p>\n<p>Auch in autonomen Fahrzeugen (AVs), die entweder \u00fcber einen elektrischen Antrieb oder manchmal auch \u00fcber einen Wasserstoffantrieb verf\u00fcgen, werden viele Kunststoffe und Verbundwerkstoffe zum Einsatz kommen. Unabh\u00e4ngig von der Antriebsart spielt auch hier das Gewicht eine gro\u00dfe Rolle, um eine maximale Reichweite zu erreichen.<\/p>\n<p>Alle traditionellen Automobilhersteller in den USA entwickeln autonome Fahrzeuge. Auch Wettbewerber aus anderen L\u00e4ndern mit Produktionsst\u00e4tten in Amerika, wie Daimler, Volkswagen Group und BMW, sowie junge Unternehmen wie Tesla und Waymo sind in diesem Bereich t\u00e4tig.<\/p>\n<p>OEMs im Automobilbereich rechnen damit, bereits 2022 mit dem Verkauf von begrenzt selbstst\u00e4ndig fahrenden AVs zu beginnen und sp\u00e4testens 2030 vollst\u00e4ndig autonome Fahrzeuge auf den Markt zu bringen. Neben dem elektrischen Antrieb sind autonome Fahrzeuge auch sonst mit viel Elektronik ausgestattet: Sie sind verbunden mit Kommunikationsger\u00e4ten wie Smartphones, dem Internet und nat\u00fcrlich Hightech-Sensoren und Lidar-Systemen (Light Detection and Ranging), die das autonome Fahren erm\u00f6glichen. Laut Aptiv (fr\u00fcher Delphi Automotive Systems), einem Unternehmen, das auf Elektronik f\u00fcr autonome Fahrzeuge spezialisiert ist, wird bis 2020 jedes Auto mit einigen autonomen Funktionen 100.000 Daten pro Mikrosekunde \u00fcbertragen. Aktuell liegt die Daten\u00fcbertragungsrate autonomer Fahrzeuge bei 15.000 Daten pro Mikrosekunde.<\/p>\n<p>Aufgrund dieser und anderer Anforderungen werden Kunst- und Verbundstoffe eine gro\u00dfe Rolle spielen in Sachen Gewichtsreduzierung, Teilekonsolidierung, W\u00e4rmeabfuhr, Hightech-Beleuchtungsl\u00f6sungen wie OLEDs (organische Leuchtdioden) und flexiblen Touchscreens f\u00fcr Steuerungen sowie verformbaren Armaturenbrettern.<\/p>\n<p>Der Umstieg auf autonome Fahrzeuge scheint unaufhaltsam. Zwar werden sie herk\u00f6mmliche Fahrzeuge mit Benzin- oder Dieselmotor vielleicht nie g\u00e4nzlich ersetzen, doch die Automobilindustrie stellt sich darauf ein, dass die Zahl der Verk\u00e4ufe und der Umsatz erheblich anders ausfallen werden. Die Unternehmensberatung Roland Berger gibt an, dass der Anteil von OEMs an den Verk\u00e4ufen herk\u00f6mmlicher Autos weltweit von 34,7\u00a0% im Jahr 2015 auf 29,9\u00a0% im Jahr 2030 sinken wird. Au\u00dferdem soll ihr Gewinnanteil in der gleichen Zeit von 38,1\u00a0% auf 22,3\u00a0% zur\u00fcckgehen. Autonome Fahrzeuge dagegen werden 2030 19,6\u00a0% des weltweiten Umsatzes auf sich konzentrieren k\u00f6nnen, verglichen mit 1,2\u00a0% im Jahr 2025, sowie 40,3\u00a0% der Gewinne, gegen\u00fcber 2,8\u00a0% in demselben F\u00fcnfjahreszeitraum.<\/p>\n<p>Doch autonome Fahrzeuge werden sich nicht nur auf den Stra\u00dfen bewegen. Einige Unternehmen in den USA arbeiten an der Entwicklung autonomer Flugtaxis f\u00fcr den Stadtverkehr, die Fahrg\u00e4ste \u00fcber verstopfte Stra\u00dfen hinweg bef\u00f6rdern und Flugh\u00e4fen anfahren sollen.<\/p>\n<p>Das wohl bekannteste dieser Unternehmen ist Uber. Der allgegenw\u00e4rtige Vermittler von Mitfahrgelegenheiten will mit Uber Elevate nun Flugtaxis in der Stadt Realit\u00e4t werden lassen. Das Unternehmen plant, bis 2020 in mindestens zwei St\u00e4dten, Los Angeles und Dallas, \u201eSkyports\u201c zu er\u00f6ffnen und will 2023 kommerzielle Fl\u00fcge als vollwertigen Service anbieten. Am Boden bef\u00f6rdern Uber-Fahrzeuge \u2013 ob autonom oder von einem Fahrer gesteuert \u2013 Fahrg\u00e4ste zu einem Skyport. Dort steigen die Fahrg\u00e4ste in ein kleines autonomes Flugtaxi, das sie selbstst\u00e4ndig an ihr gew\u00fcnschtes Ziel fliegt. Die senkrecht startenden und landenden Fahrzeuge, kurz \u201eVTOL\u201c, besitzen einen Elektroantrieb. Sie erfordern Polymertechnologien von geringem Gewicht, damit die Flugreichweite und Batterieleistung optimiert werden kann und die erforderliche Elektronik f\u00fcr das Fliegen, die Flugsicherheit und den Fahrgastkomfort Platz findet. Uber arbeitet zusammen mit f\u00fcnf Luftfahrtunternehmen an Flugtaxidesigns.<\/p>\n<p>Einer der gro\u00dfen Flugzeugbauer, der sich an der Entwicklung eines solchen Fahrzeugs beteiligt, ist Boeing: Die Boeing-Tochter Aurora Flight Sciences entwickelt als eines der f\u00fcnf Unternehmen Flugtaxidesigns in Zusammenarbeit mit Uber. Anfang des Jahres machte Boeing Flugtests mit einem VTOL-Prototyp. Wie sich die Idee von autonomen Flugtaxis entwickeln wird, steht noch in den Sternen. Doch es investieren gen\u00fcgend Unternehmen gro\u00dfe Summen in diese Idee und die Technologie, sodass kommerzielle Fl\u00fcge mit VTOLs in rund f\u00fcnf Jahren durchaus Realit\u00e4t sein k\u00f6nnten.<\/p>\n<p><strong>Umdenken beim Recycling<\/strong><\/p>\n<p>Derzeit erfreut sich das Thema Recycling, das nur phasenweise in der amerikanischen \u00d6ffentlichkeit pr\u00e4sent zu sein scheint, einem hohen Interesse durch Verbraucher und Aufsichtsbeh\u00f6rden. Im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen dabei Einwegplastikt\u00fcten, deren Nutzung auf lokaler und bundesstaatlicher Ebene eingeschr\u00e4nkt wird. So wurden sie in Kalifornien g\u00e4nzlich abgeschafft und auch in New York wurde dieses Jahr ein \u00e4hnliches Gesetz verabschiedet. Etwa 350\u00a0weitere St\u00e4dte und Bezirke in den USA schr\u00e4nken die Nutzung von Einwegplastikt\u00fcten ein oder verbieten sie ganz.<\/p>\n<p>Doch diese Vorschriften wirken sich wahrscheinlich kaum auf das Recycling oder die Umwelt aus. Recyclingprogramme, die sich an Verbraucher richten, sind in den USA generell nicht erfolgreich.<\/p>\n<p>Gro\u00dfe Anbieter von Harzen f\u00f6rdern jetzt \u00f6rtliche Ma\u00dfnahmen zur Wiederverwertung von Weichabfall, in erster Linie Verpackungen. Beg\u00fcnstigt werden dabei Einstoffverpackungen statt Mischabf\u00e4lle. Die Verwendung flexibler Lebensmittelverpackungen kann zwar nicht eingeschr\u00e4nkt werden, da sie zu wichtig sind, aber man arbeitet daran, die Verpackungen mit Blick auf die Wiederverwertung neu zu gestalten.<\/p>\n<p>Dow bietet beispielsweise einen rein aus Polyethylen bestehenden Standbeutel f\u00fcr Lebensmittel, der sich leichter recyceln l\u00e4sst, sowie Technologien f\u00fcr Kompatibilisatoren, mit denen PE-Verpackungen mit EVOH-Sperrschichten im selben Arbeitsgang recycelt werden k\u00f6nnen. Das Unternehmen hat sich auch eine L\u00f6sung f\u00fcr Plastikt\u00fcten \u00fcberlegt: Es mischt die Kunststoffabf\u00e4lle mit dem Asphaltmodifiziermittel Elvaloy RET.<\/p>\n<p>Im Februar stellte der Harzhersteller die Machbarkeit unter Beweis und pflasterte zwei Privatwege auf seinem Fabrikgel\u00e4nde in Freeport, Texas, mit einer L\u00e4nge von zusammen fast einem Kilometer mit einem Gemisch aus Elvaloy und 765\u00a0kg Abf\u00e4llen aus linearem Polyethylen mit niedriger Dichte (LLDPE) \u2013 so viel wie 120.000\u00a0Einwegplastikt\u00fcten. Optisch unterscheidet sich der Stra\u00dfenbelag nicht von herk\u00f6mmlichem Asphalt.<\/p>\n<p>Eastman entwickelte seine Methanolyse-Technologie f\u00fcr thermoplastische Polyester weiter. Mit ihr werden Abf\u00e4lle f\u00fcr die Repolymerisation in ihre chemischen Bestandteile zerlegt.<\/p>\n<p>BASF und 30 weitere Unternehmen gaben dieses Jahr die Gr\u00fcndung der \u201eAlliance to End Plastic Waste\u201c bekannt. Diese weltweite Initiative will Kunststoffabf\u00e4lle in der Umwelt, insbesondere den Meeren, beseitigen.<\/p>\n<p>Damit zeigt die Industrie, dass sie den Willen und die Mittel zur F\u00f6rderung des Recyclings besitzt. Vielen Experten zufolge stellt sich nun die Frage, ob die \u00d6ffentlichkeit und die Aufsichtsbeh\u00f6rden zuh\u00f6ren und vor allem dazu bereit sind, ihre eigenen Gewohnheiten zu \u00e4ndern, um wirksame Recyclingprogramme voranzubringen.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Kunststoffindustrie in Nordamerika, an deren Spitze die USA stehen, hat dieses Jahr gute Gesch\u00e4ftsergebnisse vorzuweisen&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":9722,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24,16],"tags":[],"series":[],"class_list":["post-15033","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-plas-tv-meldungen-auf-der-startseite-unterhalb-slider","category-plast-tv-textmeldungen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15033","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=15033"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15033\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15034,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15033\/revisions\/15034"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/9722"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=15033"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=15033"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=15033"},{"taxonomy":"series","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fseries&post=15033"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}