{"id":16159,"date":"2019-09-23T10:45:51","date_gmt":"2019-09-23T08:45:51","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=16159"},"modified":"2019-09-23T10:45:51","modified_gmt":"2019-09-23T08:45:51","slug":"maschinenbau-rechnet-2020-mit-produktionsrueckgang-von2-prozent","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=16159","title":{"rendered":"Maschinenbau rechnet 2020 mit Produktionsr\u00fcckgang von2 Prozent"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li><strong>Globale Konjunkturschw\u00e4che, Handelsstreitigkeiten und industrieller Strukturwandel belasten das Gesch\u00e4ft<\/strong><\/li>\n<li><strong>Keine expansiven Impulse aus wichtigen Absatzregionen<\/strong><\/li>\n<li><strong>Auftragsbest\u00e4nde erm\u00f6glichen Kapazit\u00e4tsauslastung noch knapp \u00fcber dem langj\u00e4hrigen Durchschnitt<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Maschinenbauindustrie in Deutschland muss sich weiterhin auf erhebliche Belastungen einstellen. Der Handelsstreit zwischen den USA und China und ein wachsender Protektionismus rund um den Globus gehen nicht folgenlos am Exportweltmeister Maschinenbau vorbei. Hinzu kommen die weltweite Konjunkturschw\u00e4che, der Brexit sowie der Strukturwandel in wichtigen Kundengruppen. \u201eAll diese Faktoren f\u00fchren bereits zu konkreten Belastungen zahlreicher Abnehmer unserer Maschinen und Anlagen weltweit und verunsichern generell Investoren, die sich deshalb mit Investitionen zur\u00fcckhalten. Eine baldige, nachhaltige \u00c4nderung zum Positiven ist nicht absehbar. Daher rechnen wir f\u00fcr das Jahr 2020 mit einem realen Produktionsr\u00fcckgang von 2 Prozent im Maschinenbau\u201c, erl\u00e4utert VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers. Die Produktionsprognose f\u00fcr das laufende Jahr \u2013 ebenfalls minus 2 Prozent zum Vorjahr \u2013 wird von den VDMA-Volkswirten best\u00e4tigt.<\/p>\n<p><strong>Zollkrieg wirkt sich nicht nur in China und den USA aus<\/strong><br \/>\nIm Inland haben sich Lage und Aussicht in der Industrie zuletzt weiter eingetr\u00fcbt, das Investitionsklima \u2013 vor allem in der Automobilindustrie &#8211; hat sp\u00fcrbar gelitten. Und auch im Ausland gibt es auf wichtigen Absatzm\u00e4rkten des Maschinenbaus keine expansiven Impulse. Selbst in den USA hat die Investitionsdynamik deutlich nachgelassen, und es mehren sich die Zeichen, dass auch die amerikanische Industrie unter dem Handelsstreit mit China leidet. In der Volksrepublik wiederum sind die Auswirkungen des Zollkriegs immer deutlicher sp\u00fcrbar, was neben einem sich ohnehin abschw\u00e4chenden Wachstum zu stagnierenden, teilweise sogar r\u00fcckl\u00e4ufigen Ums\u00e4tzen der nennenswerten Industriesektoren f\u00fchrt. F\u00fcr die Maschinenlieferungen in die EU, dem gr\u00f6\u00dften Absatzmarkt, sind die Aussichten ebenfalls durchwachsen. Viele L\u00e4nder sind aufgrund ihrer engen Handelsbeziehungen Leidtragende des Handelsstreits zwischen den USA und China. Hinzu kommt die anhaltende Verunsicherung, wann und wie der EU-Austritt Gro\u00dfbritanniens \u00fcber die B\u00fchne gehen soll. \u201eDamit nicht genug, muss die Branche Einbu\u00dfen in wichtigen Schwellenl\u00e4ndern verkraften. Ob in Russland, der T\u00fcrkei, im Iran, in Mexiko oder Argentinien \u2013 das Gesch\u00e4ft in diesen ergiebigen M\u00e4rkten wird uns immer \u00f6fter politisch erschwert\u201c, sagt Wiechers.<\/p>\n<p><strong>Auftr\u00e4ge reichen f\u00fcr 8,4 Monate<\/strong><br \/>\nGed\u00e4mpft wird der Abschwung f\u00fcr die Maschinenbauunternehmen durch eine nach wie vor gute Auftragsreichweite von 8,4 Monate (Juli 2019). Die Kapazit\u00e4tsauslastung (86,6 Prozent) konnte so bisher wenn auch knapp \u00fcber dem langj\u00e4hrigen Durchschnitt gehalten werden. Der Besch\u00e4ftigtenstand ist mit 1,064 Millionen Menschen im Inland (Betriebe mit mehr als 50 Mitarbeitern) weiterhin hoch. Die reale Produktion bewegt sich inzwischen leicht im Minus; in den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres sank sie um 0,9 Prozent zum Vorjahr. \u201eW\u00e4hrend das erste Quartal 2019 ein Plus von 0,3 Prozent aufwies, ging die Produktion im zweiten Quartal um 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zur\u00fcck\u201c, erl\u00e4utert Wiechers.<\/p>\n<p>\u201eBei allen Risiken sollten jedoch die Chancen nicht aus dem Blick geraten. Das weltweite Industriewachstum bewegt sich mittlerweile auf einem Niveau, das vorbehaltlich massiver St\u00f6rungen kaum noch unterschritten werden d\u00fcrfte. Und eine L\u00f6sung des einen oder anderen politischen Konflikts ist zwar schwer vorstellbar, aber nicht auszuschlie\u00dfen\u201c, erg\u00e4nzt der VDMA-Chefvolkswirt. Dar\u00fcber hinaus bietet der Strukturwandel &#8211; Digitalisierung, neue Formen der Mobilit\u00e4t, CO2-neutrale Produktion &#8211; vielf\u00e4ltige Chancen f\u00fcr innovative, gut aufgestellte Unternehmen. Das muss aber durch vern\u00fcnftige politische Rahmenbedingungen flankiert werden.\u00a0\u201eGenerell kann Innovation in Zeiten konjunktureller Schw\u00e4che und politischer Verirrungen und Verwirrungen einen Ausgleich der hierdurch verursachten Einbu\u00dfen erm\u00f6glichen\u201c, res\u00fcmiert Wiechers.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Maschinenbauindustrie in Deutschland muss sich weiterhin auf erhebliche Belastungen einstellen. 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