{"id":16899,"date":"2019-10-21T13:01:10","date_gmt":"2019-10-21T11:01:10","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=16899"},"modified":"2019-10-21T13:01:10","modified_gmt":"2019-10-21T11:01:10","slug":"recycling-wird-immer-besser","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=16899","title":{"rendered":"Recycling wird immer besser"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u2022 Neue Technologien erh\u00f6hen Qualit\u00e4t der Rezyklate<\/strong><br \/>\n<strong>\u2022 Erste technische L\u00f6sungen f\u00fcr schwarze Kunststoffe auf dem Markt<\/strong><br \/>\n<strong>\u2022 Kooperationen sind entscheidend f\u00fcr die Kreislaufwirtschaft<\/strong><\/p>\n<p>Die EU hat sich ehrgeizige Ziele bei der Einf\u00fchrung der Kreislaufwirtschaft f\u00fcr Kunststoffe gesetzt. Eines davon: Bis 2025 sollen zehn Millionen Tonnen recyceltes Material in neuen Produkten eingesetzt werden. Aktuell sind es aber erst zwei Millionen Tonnen. Damit dieses Ziel erreicht werden kann, muss sich die Qualit\u00e4t des rezyklierten Kunststoffes verbessern. Sie sollte der von Neuware m\u00f6glichst nahekommen. \u201eDas ist eine gro\u00dfe Herausforderung. Unsere Aufgabe ist es, die Technologien hierf\u00fcr zur Verf\u00fcgung zu stellen\u201c, sagte Dr. Gerold Breuer, Head of Marketing &amp; Business Development des Recyclingspezialisten Erema am Samstag im VDMA-Pavillon auf der K. Am vierten Messetag stand das Thema Recycling im Zentrum der Diskussionen und Vortr\u00e4ge im VDMA-Pavillon.<br \/>\nIn den letzten 60 Jahren wurden weltweit neun Milliarden Tonnen Kunststoff produziert. Daraus resultierten bisher 6,3 Milliarden Tonnen Abfall. \u201eVon diesen wurden aber nur 600 Millionen Tonnen recycelt\u201c, sagte Breuer. Die Zeit dr\u00e4nge, mehr zu tun, auch weil sich mit der wachsenden Weltbev\u00f6lkerung der Kunststoffverbrauch bis 2050 um eine Milliarde Tonnen vergr\u00f6\u00dfern werde. Die Generation der Millennials, die sp\u00e4testens dann das Sagen haben werde, wolle einen nachhaltigen Umgang mit Kunststoff. \u201eWenn die Firmen unserer Industrie nicht darauf eingehen, verlieren sie Gesch\u00e4ft. Wir m\u00fcssen uns also anpassen\u201c, zeigte sich Breuer \u00fcberzeugt.<\/p>\n<p>Lichtblick f\u00fcr schwarze Kunststoffe<br \/>\nTats\u00e4chlich stellt die Forderung nach h\u00f6chstm\u00f6glicher Qualit\u00e4t von Rezyklat technologisch eine gro\u00dfe Herausforderung dar \u2013 die aber nach Einsch\u00e4tzung vieler Experten von der Industrie sukzessive gel\u00f6st werden wird. Zum Beispiel das Problem der schwarzen Kunststoffe. Lange Zeit war es nicht m\u00f6glich, dieses Material in automatischen Sortieranlagen aus den Abfallstr\u00f6men herauszufiltern. Ihre dunkle Farbe absorbierte zu viel Licht. Sie konnten von den meist auf Kameras basierenden Systemen nicht erkannt werden. Inzwischen ist es aber doch m\u00f6glich.<br \/>\nDie Firma Steinert hat eine L\u00f6sung auf den Markt gebracht, mit der man schwarzes Material aussortieren kann. Es basiert auf der Idee, dass schwarzes Material am Ende eines komplexen Sortierprozesses im Abfallstrom \u00fcbrig bleibt und von dort entfernt wird. \u201eDas Aussortieren schwarzer Kunststoffe ist aus wirtschaftlicher Sicht sinnvoll. Denn ohne die Extraktion bliebe das Material in den R\u00fcckst\u00e4nden, die schlie\u00dflich in die M\u00fcllverbrennungsanlage oder auf die Deponie gehen, wo f\u00fcr jede Tonne bezahlt werden muss\u201c, sagte Hendrik Beel, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der auf Sortieranlagen spezialisierten Steinert-Gruppe.<\/p>\n<p>Andere Werkstoffe haben einen zeitlichen Vorsprung<br \/>\nIn Deutschland finden aktuell nur etwa sieben Prozent der Rezyklate Eingang in neue Produkte. Zu wenig f\u00fcr einen attraktiven Markt mit guten Preisen, finden viele Experten. Prof. Thomas Probst vom Bundesverband Sekund\u00e4rrohstoffe und Entsorgung (BVSE) wollte sich den Kritikern im VDMA-Gespr\u00e4ch nicht anschlie\u00dfen. \u201eDie 1,2 Millionen Tonnen Rezyklate, die in Deutschland verarbeitet werden, sind kein schlechtes Ergebnis, wenn man bedenkt, dass sich der Kreislauf noch in den Anf\u00e4ngen befindet\u201c, sagte er. Andere Werkstoffe wie Holz oder Metall h\u00e4tten hier zeitlich einen gro\u00dfen Vorsprung, den es erst einmal einzuholen gelte. Wohl aber schloss sich Probst der Einsch\u00e4tzung an, dass eine auch wirtschaftlich funktionierende Kreislaufwirtschaft Rezyklate brauche, die es mit Virgin-Material aufnehmen k\u00f6nnen. Wichtigste Voraussetzung sei hierf\u00fcr eine gute Sortierung.<br \/>\n\u00dcberall im Kunststoffmaschinenbau wird an Technologien gefeilt, die die Rezyklatqualit\u00e4t verbessern werden. Neben der Sortierung am Anfang der Aufbereitung spielen auch Zerkleinerung und Reinigung eine gro\u00dfe Rolle, wenn am Ende die Qualit\u00e4t stimmen soll. Ein neuer Trend ist zum Beispiel das Hei\u00dfwaschen, wie es die Firma Herbold Meckesheim anbietet. \u201eWir erzielen durch eine Kombination von kaltem und hei\u00dfem Waschen sehr gute Reinheitsgrade\u201c, sagte Vice-President Daniel Zeiler. Durch das hei\u00dfe Wasser lie\u00dfen sich auch so hartn\u00e4ckige Verunreinigungen wie Leim oder Fette beseitigen. Au\u00dferdem k\u00f6nne man damit den schlechten Geruch des Materials teilweise eliminieren.<\/p>\n<p>Kooperationen sind das A und O<br \/>\nRecycling ist heute in aller Munde. Das war nicht immer der Fall. \u201eAls Erema vor 36 Jahren anfing, waren wir Pioniere auf diesem Gebiet\u201c, sagte CEO Manfred Hackl. \u201eUnser Ziel ist es seither, Produkte, Technologien und Gesch\u00e4ftsmodelle f\u00fcr die Kunststoffindustrie zu entwickeln.\u201c Erema ist deshalb auch Partner des kalifonischen Start-ups Bureo, das in Chile ausgediente Fischernetze sammelt, sie recycelt und daraus neue Produkte wie Skateboards machen l\u00e4sst. \u201eKooperationen haben in der Kreislaufwirtschaft eine gro\u00dfe Bedeutung\u201c, sagte Mitgr\u00fcnder David Stover. \u201eEs gibt viele Dinge, die wir nicht k\u00f6nnen. Da verlassen wir uns auf Partner, wie eben auch Erema.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die EU hat sich ehrgeizige Ziele bei der Einf\u00fchrung der Kreislaufwirtschaft f\u00fcr Kunststoffe gesetzt. 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