{"id":17228,"date":"2019-10-30T08:08:30","date_gmt":"2019-10-30T07:08:30","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=17228"},"modified":"2019-10-29T12:09:21","modified_gmt":"2019-10-29T11:09:21","slug":"deloitte-zieht-brexit-zwischenbilanz-exporte-auto-und-pharmabranche-besonders-betroffen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=17228","title":{"rendered":"Deloitte zieht Brexit-Zwischenbilanz: Exporte, Auto- und Pharmabranche besonders betroffen"},"content":{"rendered":"<p><strong>&#8211; Deloitte analysiert in seinem neuen Brexit-Briefing die bereits realen Auswirkungen des Brexit-Prozesses auf die deutsche Wirtschaft<\/strong><\/p>\n<p><strong>&#8211; Handel zwischen Deutschland und dem Vereinigten K\u00f6nigreich ist deutlich gesunken, betroffen sind vor allem die Automobil- und die Pharmabranche<\/strong><\/p>\n<p><strong>&#8211; Bayern, Baden-W\u00fcrttemberg und Saarland haben bisher am meisten unter den Exportr\u00fcckg\u00e4ngen gelitten<\/strong><\/p>\n<p><strong>Seit 40 Monaten taumelt der Brexit seiner ungewissen Bestimmung entgegen. Das elfte Deloitte Brexit-Briefing analysiert die wirtschaftlichen Folgen, die sich bisher aus dem Brexit-Prozess f\u00fcr Deutschland ergeben, auch ohne dass dieser bisher vollzogen wurde. \u00a0<\/strong><\/p>\n<p>\u201eDer Brexit ist kein einmaliges Ereignis, vielmehr ein langwieriger Prozess, der jetzt schon konkrete wirtschaftliche Auswirkungen hat, vor allem auf die Exporte. Zwei Brexit-Effekte sind hier ma\u00dfgeblich verantwortlich: der Wechselkurs und das hohe Niveau der Unsicherheit f\u00fcr Unternehmen\u201c, sagt Dr. Alexander B\u00f6rsch, bei Deloitte als Chef\u00f6konom zugleich Leiter der Brexit-Task Force.<\/p>\n<p><strong>Klare Ver\u00e4nderungen beim Handelsvolumen und den Einwanderungszahlen\u00a0<\/strong><br \/>\nDas Brexit-Briefing #11 \u2013 \u201eBrexit so far \u2013 die bisherigen Effekte auf den Standort Deutschland\u201c \u2013 analysiert die \u00f6konomischen Trends der Beziehungen zwischen Deutschland und dem Vereinigten K\u00f6nigreich in den Bereichen Handel, ausl\u00e4ndische Direktinvestitionen und Einb\u00fcrgerungen. In letzterem Bereich wird die Ver\u00e4nderung durch den drohenden Brexit besonders deutlich: Stellten in den 15 Jahren bis 2016 gerade mal 4800 Briten einen Antrag auf eine deutsche Staatsangeh\u00f6rigkeit, so stieg diese Zahl zwischen 2016 und 2018 auf insgesamt 17.000 Einb\u00fcrgerungen britischer Staatsangeh\u00f6riger.<\/p>\n<p>Deutliche Effekte auch beim Handelsvolumen: W\u00e4hrend der deutsche Handel mit den dessen Top-10-Exportl\u00e4ndern seit 2016 um 13 Prozent gestiegen ist, sank das Volumen mit dem Vereinigten K\u00f6nigreich im selben Zeitraum um mehr als acht Milliarden Euro (minus 7 Prozent) \u2013 das ist mehr als der gesamte j\u00e4hrliche Handel Deutschlands mit Griechenland. Besonders die deutsche Automobil- und Pharmaindustrie sind betroffen &#8211; die Exporte des deutschen Automobilsektors nach Gro\u00dfbritannien sind in den letzten drei Jahren um mehr als sechs Milliarden Euro zur\u00fcckgegangen (minus 23 Prozent) \u2013 das ist mehr als das j\u00e4hrliche Volumen der gesamten deutschen Autoexporte nach Japan.<\/p>\n<p><strong>UK f\u00e4llt auf Platz 5 der wichtigsten Handelspartner zur\u00fcck<\/strong><br \/>\nInsgesamt ging der Anteil des Vereinigten K\u00f6nigreichs an den deutschen Exporten seit 2016 deutlich zur\u00fcck und liegt mittlerweile auf demselben Niveau wie zu Zeiten der Finanzkrise 2008. Bedenklicher dabei: Rangierte Gro\u00dfbritannien noch 2016 nach USA und Frankreich auf Platz drei der wichtigsten deutschen Handelspartner, so wurde UK in den letzten drei Jahren von China und den Niederlanden auf Platz f\u00fcnf der gr\u00f6\u00dften deutschen Exportpartner verdr\u00e4ngt.<\/p>\n<p>Zwei der Top-3-Exporteure nach UK sind Bayern und Baden-W\u00fcrttemberg, die wie auch das Saarland durch die dort beheimatete Automobilindustrie unter dem negativen Handelstrend leidet. Da f\u00e4llt es kaum ins Gewicht, dass Hamburg und Berlin von steigenden Exporten im Bereich der Luftfahrt bzw. bei Nahrungsmitteln und Tabakerzeugnissen profitieren konnte \u2013 diese Zunahme tr\u00e4gt im Vergleich zu den anderen Exportr\u00fcckg\u00e4ngen relativ wenig zur Bilanz bei. Seit dem Referendum sanken die deutschen Exporte nach UK, w\u00e4hrend die Importe leicht anstiegen \u2013 dank des gesunkenen Pfundkurses.<\/p>\n<p><strong>Das Wachstum der Direktinvestitionen aus UK \u2013 wie gehabt &#8211; positiv\u00a0<\/strong><br \/>\nKaum Ver\u00e4nderungen bei den Direktinvestitionen: Die Wachstumsrate der britischen Direktinvestitionen von Unternehmen mit britischer Muttergesellschaft nach Deutschland seit 2016 stieg um 14 Prozent und liegt damit \u00e4hnlich den vorangegangenen Drei-Jahres-Zeitr\u00e4umen im Trend bei den wichtigsten Herkunftsl\u00e4ndern. Damit ist ein au\u00dferordentlicher Brexit Effekt bisher noch nicht erkennbar. Aber auch ohne diesen Effekt haben besonders Frankfurt und D\u00fcsseldorf haben von den gestiegenen Direktinvestitionen aus dem Vereinigten K\u00f6nigreich profitiert, dem drittwichtigsten Herkunftsland f\u00fcr ausl\u00e4ndische Direktinvestitionen in Deutschland.<\/p>\n<p>\u201eBereits jetzt ist der volkswirtschaftliche Schaden durch den Brexit diesseits des \u00c4rmelkanals messbar \u2013 und das nur durch die Unsicherheit rund um das Thema\u201c, sagt B\u00f6rsch. \u201eDie Sehnsucht nach einem Ende des Brexit-Dramas mag enorm sein, aber die wahrscheinliche Verschiebung des Austrittsdatums macht sehr deutlich, dass ein Ende der Unsicherheit nicht in Sicht ist und Unternehmen entsprechend weiterhin mit allen Optionen planen m\u00fcssen.\u201c<\/p>\n<p><strong>ENDE<\/strong><\/p>\n<p><em>Inhaltlich verantwortlich f\u00fcr die Brexit-Briefings ist Dr. Alexander B\u00f6rsch, Director bei Deloitte, Chef\u00f6konom und Leiter der Brexit-Task-Force.\u00a0<\/em><\/p>\n<p><em>Das aktuelle Brexit-Briefing und die bisherigen zehn Ausgaben der Briefings sowie weiteres Material wie Experten-Podcasts und Videomaterial, den Brexit-Navigator und in K\u00fcrze auch die Brexit-Szenario-Analyse finden Sie auf der frisch \u00fcberarbeiteten Themen-Website von Deloitte:\u00a0<\/em><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www2.deloitte.com\/de\/de\/pages\/strategy\/articles\/brexit-briefings.html\"><em>https:\/\/www2.deloitte.com\/de\/de\/pages\/strategy\/articles\/brexit-briefings.html<\/em><\/a><em>\u00a0\u00a0<\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www2.deloitte.com\/de\/de\/pages\/strategy\/articles\/brexit-briefings.html%20%20\">Hier geht&#8217;s zum Brexit Briefing #11 <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit 40 Monaten taumelt der Brexit seiner ungewissen Bestimmung entgegen. 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