{"id":18781,"date":"2020-01-28T08:25:51","date_gmt":"2020-01-28T07:25:51","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=18781"},"modified":"2020-01-27T15:13:17","modified_gmt":"2020-01-27T14:13:17","slug":"der-globale-markt-fuer-bio-basierte-polymere-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=18781","title":{"rendered":"Der globale Markt f\u00fcr bio-basierte Polymere 2019"},"content":{"rendered":"<h3>Ein aktueller Blick auf einen turbulenten und wachsenden Markt<\/h3>\n<p><strong>Turbulente Zeiten f\u00fcr bio-basierte Polymere im Jahr 2019: PLA ist trotz Expansion ausverkauft, genauso wie PHA. Bio-basiertes PP steht nun erstmals zur Verf\u00fcgung, die Produktion von PBAT, PBS, bio-basiertem PE, st\u00e4rkehaltigen Polymerverbindungen und Epoxidharzen wurde ausgebaut. Ein R\u00fcckgang in der Produktion ist vor allem bei bio-basiertem PET zu verzeichnen. Au\u00dferdem fehlt die Unterst\u00fctzung der Politik, die im Rahmen der \u201ePlastic Policy\u201c bio-basierte und biologisch abbaubare Kunststoffe zusammen mit fossilen Kunststoffen in Sippenhaft nimmt. <a href=\"http:\/\/www.bio-based.eu\/reports\">www.bio-based.eu\/reports<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Der neue Markt- und Trendbericht \u201eBio-based Building Blocks and Polymers \u2013 Global Capacities, Production and Trends 2019-2024\u201c des deutschen nova-Instituts zeigt Kapazit\u00e4ten und Produktionsdaten f\u00fcr alle bio-basierten Polymere im Jahr 2019 und gibt eine Prognose f\u00fcr 2024. Im Jahr 2019 betrug die gesamte Produktionsmenge der bio-basierten Polymere 3,8 Mio. Tonnen, was 1 % der Produktionsmenge der fossil-basierten Polymere entspricht. Dies ist etwa 3 % mehr als noch im Jahr 2018 \u2013 dieses j\u00e4hrliche Wachstum wird sich voraussichtlich bis 2024 fortsetzen. Die wichtigsten biogenen Rohstoffe, die f\u00fcr die Produktion von bio-basierten Polymeren genutzt werden, sind Nebenprodukte (46 %). Dabei wird vor allem Glycerin genutzt, ein Nebenprodukt der Biodieselproduktion, das f\u00fcr die Herstellung von Epoxidharzen verwendet wird.<\/p>\n<p>Die Produktion von bio-basierten Polymeren hat sich in den letzten Jahren deutlich professionalisiert und differenziert. Eine gro\u00dfe Anzahl verschiedener Hersteller und Anbieter haben sich auf dem Markt etabliert, um bio-basierte Alternativen f\u00fcr praktisch jede Anwendung zu schaffen. Die ohnehin schon gro\u00dfe Anzahl von Akteuren im Bereich der bio-basierten Polymere, viele davon aus Asien, macht es schwierig, jede einzelne der Produktionskapazit\u00e4ten und ihre tats\u00e4chliche Produktion zu \u00fcberpr\u00fcfen. Detaillierte Recherchen, einschlie\u00dflich Interviews mit internationalen Experten und Akteuren im Bereich der bio-basierten Polymere, erm\u00f6glichen nun eine verifizierte und realistische Sicht auf den Markt.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse zeigen einen noch kleineren Markt f\u00fcr bio-basierte Polymere als bisher angenommen: Der Marktanteil der bio-basierten Polymere betr\u00e4gt nur etwa 1 % des gesamten Polymer- und Kunststoffmarktes (3,8 Millionen Tonnen im Jahr 2019). Die Kapazit\u00e4ten und die Produktionsmengen von bio-basierten Polymeren werden mit einer erwarteten j\u00e4hrlichen Wachstum von ca. 3 % bis 2024 weiter steigen, was nahezu der prognostizierten Wachstumsrate von Polymeren und Kunststoffen auf fossiler Basis entspricht.<\/p>\n<p>Der Anstieg der Produktionskapazit\u00e4t von 2018 bis 2019 basiert im Wesentlichen auf dem Ausbau der Polybutylenadipat-terephthalat-Produktion (PBAT) in Europa, der weltweiten Epoxidharzproduktion und der europ\u00e4ischen Produktion von st\u00e4rkehaltigen Kunststoffen. Au\u00dferdem wurden 2019 erh\u00f6hte und neue Kapazit\u00e4ten von Polybutylensuccinat und Copolymeren (PBS(X)), bio-basiertem Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP) \u2013 erstmals kommerziell verf\u00fcgbar \u2013 gemeldet. Insbesondere Epoxidharze und PP werden bis 2024 weiter deutlich wachsen. Zudem werden Polyhydroxyalkanoate (PHA) voraussichtlich bis 2024 ihre Kapazit\u00e4ten ausbauen k\u00f6nnen. Im Jahr 2019 haben detaillierte Untersuchungen des Marktes f\u00fcr bio-basierte Strukturpolymere signifikante Ver\u00e4nderungen und eine fr\u00fchere Fehlinterpretation der verf\u00fcgbaren, aber nicht transparenten Marktzahlen ergeben. Daher ist das tats\u00e4chliche weltweite Produktionsvolumen f\u00fcr bio-basierte Polymere im Jahr 2018 deutlich geringer als im vorangegangenen Bericht publiziert.<\/p>\n<p>In Anbetracht der zuk\u00fcnftigen stetigen Zunahme von bio-basierten Polymeren ist der Bedarf an Biomasse ein wichtiger Faktor, der ber\u00fccksichtigt werden muss. Dies gilt insbesondere f\u00fcr die immer wiederkehrende Diskussion \u00fcber die Nutzung von sog. \u201efood crops\u201c f\u00fcr die bio-basierte Polymerproduktion. Abbildung 2 zeigt die prozentuale Verteilung der 5 Millionen Tonnen Biomasse, die f\u00fcr die weltweite Produktion von 3,6 Millionen Tonnen bio-basierter Polymere ben\u00f6tigt werden.<\/p>\n<p>Der wichtigste Biomasse-Rohstoff f\u00fcr die bio-basierte Polymerproduktion sind biogene Nebenprodukte (46 %), insbesondere Glycerin als Nebenprodukt der Biodieselerzeugung, das \u00fcber Epichlorhydrin als Zwischenprodukt haupts\u00e4chlich f\u00fcr die Epoxidharzproduktion verwendet wird. Die verwendete Biomasse besteht zu 37 % aus St\u00e4rke und Zucker, zu 8 % aus Cellulose (haupts\u00e4chlich f\u00fcr Celluloseacetat) und zu 9 % aus Pflanzen\u00f6len, sowohl Speise\u00f6le wie auch nicht verzehrbare Industrie\u00f6le, wie z. B. Rizinus\u00f6l. Von den 3,6 Millionen Tonnen produzierter bio-basierter Polymere (vollst\u00e4ndig und teilweise bio-basiert, ohne biologisch abbaubare PBAT und PBS auf fossiler Basis) sind nur 1,6 Millionen Tonnen tats\u00e4chliche bio-basierte Komponenten der Polymere (43 %). In Anbetracht dieser Tatsache wird dreimal mehr Rohmaterial ben\u00f6tigt als in den Polymeren endet. Diese Menge von \u00fcber 3,4 Millionen Tonnen (68\u00a0%) an Rohstoffen, die nicht in das Produkt gelangen, ist auf die hohe Anzahl an Konversionsschritten und die damit verbundenen Rohstoff- und Zwischenproduktverlusten zur\u00fcckzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Insgesamt bleibt das Marktumfeld mit niedrigen Roh\u00f6lpreisen und wenig politischer Unterst\u00fctzung weiterhin eine Herausforderung.<\/p>\n<ul>\n<li>Die beiden gro\u00dfen St\u00e4rken der bio-basierten Polymere sind bisher politisch nicht honoriert worden. Der erste Vorteil besteht darin, dass bio-basierte Polymere im Produktionsprozess fossilen Kohlenstoff durch erneuerbaren Kohlenstoff aus Biomasse ersetzen. Dies ist f\u00fcr eine nachhaltige, klimafreundliche Kunststoffindustrie unabdingbar und wird politisch bisher nicht honoriert.<\/li>\n<li>Den zweiten Vorteil bieten mehr als die H\u00e4lfte der bio-basierten Polymere: Sie sind biologisch abbaubar (abh\u00e4ngig von den Umweltbedingungen) und k\u00f6nnen daher eine Alternative f\u00fcr Kunststoffe sein, die nicht gesammelt werden und in die Umwelt gelangen k\u00f6nnen. Hier k\u00f6nnten sie biologisch abgebaut werden, ohne Mikrokunststoffe zu hinterlassen. Nur wenige L\u00e4nder wie Italien, Frankreich und voraussichtlich Spanien werden diesen zus\u00e4tzlichen Entsorgungsweg politisch unterst\u00fctzen.<\/li>\n<li>Im Jahr 2019 wurde das Einweg-Kunststoffverbot (\u201esingle-use plastic ban\u201c) der Europ\u00e4ischen Union verabschiedet. Es wird im Sommer 2020 in Kraft treten. Biologische Abbaubarkeit und ein bio-basierter Ursprung werden nicht als Gr\u00fcnde f\u00fcr eine Ausnahme von dem Verbot anerkannt. Fast alle bio-basierten und biologisch abbaubaren Polymere werden zusammen mit fossilen Kunststoffen in Sippenhaft mit petrochemischen Kunststoffen genommen und ebenfalls verboten. Nur sogenannte \u201enat\u00fcrliche Polymere\u201c, die von der Natur polymerisiert werden, sind davon ausgenommen.<\/li>\n<li>Im Rahmen der derzeit in der REACH-Verordnung erarbeiteten Mikroplastikbeschr\u00e4nkung werden PHBs voraussichtlich von einem Mikroplastikverbot ausgenommen sein. Im Sommer 2020 wird die endg\u00fcltige Verordnung erwartet.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die wichtigsten Markttreiber in den Jahren 2018 und 2019 waren Marken, die ihren Kunden umweltfreundliche L\u00f6sungen anbieten wollen und kritische Verbraucher, die nach Alternativen zur Petrochemie suchen. W\u00fcrden bio-basierte Polymere als L\u00f6sung akzeptiert und \u00e4hnlich wie Biokraftstoffe gef\u00f6rdert, k\u00f6nnten j\u00e4hrliche Wachstumsraten von 10 bis 20 % und mehr erreicht werden. Gleiches gilt, wenn der \u00d6lpreis deutlich steigen sollte. Aufgrund der bereits vorhandenen technischen Reife der bio-basierten Polymere k\u00f6nnten in diesen F\u00e4llen erhebliche Marktanteile gewonnen werden.<\/p>\n<p>F\u00fcr 2019 enth\u00e4lt die j\u00e4hrlich aktualisierte Marktstudie signifikante \u00c4nderungen und einige neue Aspekte: Er bietet umfassende \u00fcberarbeitete Informationen zur Kapazit\u00e4tsentwicklung von 2019 bis 2024, f\u00fcr alle bio-basierten Building-Blocks und Polymere, sowie Produktionsdaten f\u00fcr das Jahr 2019, f\u00fcr jedes bio-basierte Polymer.<\/p>\n<p>Auch der so genannte \u201ecalculated bio-based content\u201c ist in dieser Ausgabe enthalten. Dies ist der bio-basierte Anteil in Abh\u00e4ngigkeit vom durchschnittlichen bio-basierten Anteil des jeweiligen Polymers.<\/p>\n<p>Insgesamt 18 bio-basierte Building-Blocks und 17 Polymere werden im Bericht 2019 behandelt. Bio-basiertes Naphtha und Casein-Polymere sind als neuer Building-Block bzw. Polymergruppe hinzugekommen. Dar\u00fcber hinaus enth\u00e4lt die neue Ausgabe Analysen zu Marktentwicklungen und Produzenten pro Building-Block und Polymer, so dass sich die Leser schnell einen \u00dcberblick \u00fcber Entwicklungen verschaffen k\u00f6nnen, die weit \u00fcber die Kapazit\u00e4ts- und Produktionszahlen hinausgehen.<\/p>\n<p>Als zus\u00e4tzlichen Bonus bietet der Bericht eine detaillierte und umfassende Expertensicht auf den aktuellen Stand und die zuk\u00fcnftige Entwicklung des \u201eBiomass Balance Approach\u201c.<\/p>\n<p>Seit der Ausgabe 2018 enth\u00e4lt jede Aktualisierung des Berichts eine detaillierte Recherche zur Marktentwicklung bestimmter bio-basierter Polymere. Der Marktbericht f\u00fcr 2019 enth\u00e4lt umfangreiche Berechnungen und Erl\u00e4uterungen zu bio-basiertem Polyethylenterephthalat (PET) und bio-basierten Polyurethanen (PUR). Diese intensive Analyse war m\u00f6glich durch eine direkte Zusammenarbeit mit den wichtigsten Experten auf diesem Gebiet. Die im Jahr 2018 eingef\u00fchrte umfassende Aktualisierung der Liste produzierender Unternehmen wurde zudem weiter aktualisiert und zeigt nun 170 Firmenprofile \u2013 von Start-ups bis hin zu multinationalen Unternehmen.<\/p>\n<p>Die j\u00e4hrlich von European Bioplastics (<a href=\"http:\/\/www.european-bioplastics.org\/market\">www.european-bioplastics.org\/market<\/a>) ver\u00f6ffentlichten Daten stammen aus dem Marktbericht des nova-Instituts, jedoch mit einer reduzierten Auswahl an bio-basierten Polymeren.<\/p>\n<p>Der Markt- und Trendreport wird von der internationalen Biopolymer-Expertengruppe unter der Leitung des nova-Instituts erstellt. Die entsprechenden Autoren kommen aus Asien, Europa und Nordamerika. Der Bericht 2019 ist ab sofort f\u00fcr 3.000 \u20ac unter <a href=\"http:\/\/www.bio-based.eu\/reports\">www.bio-based.eu\/reports<\/a> erh\u00e4ltlich \u2013 neben weiteren Marktstudien zu verschiedenen Themen der bio- und CO<sub>2<\/sub>-basierten Wirtschaft. Dort ist auch eine Kurzfassung der Studie verf\u00fcgbar.<\/p>\n<p>Wenn Sie die Autoren kennenlernen und die Marktdaten pers\u00f6nlich diskutieren m\u00f6chten, dann verpassen Sie nicht die <strong>nova-Session \u201eBio-based Building Blocks and Polymers \u2013 Global Capacities, Production and Trends 2019-2024\u201c am 9. M\u00e4rz 2020 am Flughafen K\u00f6ln\/Bonn. Wenn Sie den neuen Marktbericht &#8220;Bio-based Building Blocks and Polymers \u2013 Global Capacities, Production and Trends 2019-2024\u201c<\/strong> erwerben, erhalten Sie <strong>70\u00a0% Rabatt auf die Anmeldegeb\u00fchr f\u00fcr die nova-Session<\/strong>. Melden Sie sich jetzt an und sichern Sie sich einen der limitierten Pl\u00e4tze: <a href=\"http:\/\/bio-based.eu\/biopolymer-session\/\">www.bio-based.eu\/biopolymer-session\/<\/a><\/p>\n<p><em>N\u00e4here Informationen in der englischen Langfassung dieser Pressemitteilung <\/em><a href=\"http:\/\/news.bio-based.eu\/the-global-bio-based-polymer-market-2019-a-revised-view-on-a-turbulent-and-growing-market\/\"><em>www.news.bio-based.eu\/the-global-bio-based-polymer-market-2019-a-revised-view-on-a-turbulent-and-growing-market\/<\/em><\/a><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><em>Der vollst\u00e4ndige Report nebst Inhaltsverzeichnis und Kurzfassung ist erh\u00e4ltlich unter <\/em><a href=\"http:\/\/www.bio-based.eu\/reports\"><em>www.bio-based.eu\/reports<\/em><\/a><em>.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Turbulente Zeiten f\u00fcr bio-basierte Polymere im Jahr 2019: PLA ist trotz Expansion ausverkauft, genauso wie PHA. 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