{"id":18823,"date":"2020-01-29T13:30:02","date_gmt":"2020-01-29T12:30:02","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=18823"},"modified":"2020-01-29T13:30:02","modified_gmt":"2020-01-29T12:30:02","slug":"mit-zirkulaerer-wertschoepfung-gegen-wachsende-muellberge","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=18823","title":{"rendered":"Mit zirkul\u00e4rer Wertsch\u00f6pfung gegen wachsende M\u00fcllberge"},"content":{"rendered":"<p>Weltweit herrscht inzwischen das Bewusstsein, dass Werkstoffe nicht endlos aus Prim\u00e4rrohstoffen gewonnen werden k\u00f6nnen. Trotzdem steigt der globale Verbrauch von Materialien weiter an, w\u00e4hrend die Weiterverwertung nur zu einem verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig kleinen Teil stattfindet. Beispielsweise liegt sie bei den wichtigen seltenen Erden unter einem Prozent. Daher sieht der VDI in einer zirkul\u00e4ren Wertsch\u00f6pfung enormes \u00f6kologisches und wirtschaftliches Potenzial. In einer neuen Publikation stellt der Verein die wichtigsten Handlungsfelder vor, um das Konzept einer breit angelegten zirkul\u00e4ren Wertsch\u00f6pfung zu realisieren.<\/p>\n<p><strong>VDI gibt Handlungsempfehlungen, wie sich der Rohstoffverbrauch senken und wirtschaftliche Wachstumseffekte erzielen lassen<\/strong><\/p>\n<p>Der VDI sieht es als eine Aufgabe der Ingenieur*innen, zirkul\u00e4re Wertsch\u00f6pfungsprozesse zu entwickeln, um den Wert von Materialien zu erhalten. Verwendete Stoffe sollen nach der Gebrauchsphase dem Wertsch\u00f6pfungskreislauf erneut zugef\u00fchrt werden. \u201eUm dieses Ziel zu erreichen, ben\u00f6tigen wir nicht nur ein Umdenken im Umgang mit gebrauchten Produkten, sondern auch in der Produktentwicklung und in der Art der Produktnutzung. Produkte m\u00fcssen so konzipiert werden, dass sie sich nach ihrer Verwendung wieder \u00f6konomisch und \u00f6kologisch vorteilhaft in ihre Stoffkomponenten separieren lassen\u201c, sagt Prof. Dr.-Ing. Heinz F. Voggenreiter, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats im VDI. \u201eZudem werden geeignete Infrastrukturen und Gesch\u00e4ftsmodelle ben\u00f6tigt, mittels derer diese Stoffe gesammelt, sortenrein oder nach Fraktionen getrennt und den produzierenden Unternehmen wieder als Rohstoff zur Verf\u00fcgung gestellt werden.\u201c<\/p>\n<p>Industrie, Wissenschaft, Politik und Verbraucher sind aufgefordert, ihre Verhaltensweisen anzupassen. F\u00fcr Deutschland lassen sich laut einer Kienbaum-Studie allein in den Sektoren Mobilit\u00e4t, Lebensmittel und Wohnraum durch die Etablierung einer zirkul\u00e4ren Wertsch\u00f6pfung die Kosten des Rohstoffverbrauchs um bis zu 25 Prozent senken und bis zum Jahr 2050 ein zus\u00e4tzlicher Wachstumseffekt von bis zu 12 Prozent generieren.<\/p>\n<p>Dr.-Ing. Hans-J\u00fcrgen Sch\u00e4fer, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der VDI-Gesellschaft Materials Engineering und einer der Autoren der VDI-Publikation zur zirkul\u00e4ren Wertsch\u00f6pfung: \u201eNeben einer intensiven Aufkl\u00e4rung \u00fcber den Anteil des Verbraucherverhaltens am Anwachsen von M\u00fcllbergen und die M\u00f6glichkeiten des Verbrauchers, an einer zirkul\u00e4ren Wertsch\u00f6pfung teilzunehmen, ist aus Sicht des VDI eine leicht erkennbare Kennzeichnung von Produkten hilfreich. Damit l\u00e4sst sich Verbrauchern einfach kenntlich machen, in welche R\u00fccknahmesysteme sie eingebracht werden k\u00f6nnen.\u201c Die Autoren der Publikation empfehlen dazu eine zus\u00e4tzliche Abfalltonne, mit denen sich Batterien und Elektroger\u00e4te sammeln lassen. So kann die Entsorgung von Elektroschrott in der schwarzen Tonne wirksam verhindert werden.<\/p>\n<p>Mit Blick auf die Politik sehen die Autoren die Festlegung konkreter Substitutionsquoten als ein wirksames Instrument zur F\u00f6rderung der zirkul\u00e4ren Wertsch\u00f6pfung. Definiert wird die Substitutionsquote als Verh\u00e4ltnis der eingesetzten Recyclingrohstoffe zu den insgesamt eingesetzten Rohstoffen. Diese Quote k\u00f6nnte national, sektoral oder auch der Produktebene implementiert werden. Die Politik sollte durch die Ausarbeitung von Roadmaps verbindliche wirtschaftliche Zielvorgaben aufstellen, Netzwerke f\u00f6rdern, F\u00f6rderprogramme aufsetzen und gezielte finanzielle Erleichterungen f\u00fcr nachhaltiges Wirtschaften schaffen.<\/p>\n<p>Die VDI-Publikation \u201eZirkul\u00e4re Wertsch\u00f6pfung\u201c ist kostenfrei abrufbar unter <a href=\"http:\/\/www.vdi.de\/publikationen\">www.vdi.de\/publikationen<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Der VDI \u2013 Sprecher, Gestalter, Netzwerker<\/strong><br \/>\nDie Faszination f\u00fcr Technik treibt uns voran: Seit 160 Jahren gibt der VDI Verein Deutscher Ingenieure wichtige Impulse f\u00fcr neue Technologien und technische L\u00f6sungen f\u00fcr mehr Lebensqualit\u00e4t, eine bessere Umwelt und mehr Wohlstand. Mit rund 145.000 pers\u00f6nlichen Mitgliedern ist der VDI der gr\u00f6\u00dfte technisch-wissenschaftliche Verein Deutschlands. Als Sprecher der Ingenieure und der Technik gestalten wir die Zukunft aktiv mit. Mehr als 12.000 ehrenamtliche Experten bearbeiten jedes Jahr neueste Erkenntnisse zur F\u00f6rderung unseres Technikstandorts. Als drittgr\u00f6\u00dfter technischer Regelsetzer ist der VDI Partner f\u00fcr die deutsche Wirtschaft und Wissenschaft.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vdi.de\/themen\/zirkulaere-wertschoepfung\">Download VDI-Handlungsempfehlungen<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weltweit herrscht inzwischen das Bewusstsein, dass Werkstoffe nicht endlos aus Prim\u00e4rrohstoffen gewonnen werden k\u00f6nnen. 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