{"id":18830,"date":"2020-01-30T11:12:20","date_gmt":"2020-01-30T10:12:20","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=18830"},"modified":"2020-01-30T11:12:20","modified_gmt":"2020-01-30T10:12:20","slug":"dlr-jahrespressekonferenz-dlr-2020-forschen-fuer-klima-mobilitaet-und-energiewende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=18830","title":{"rendered":"DLR-Jahrespressekonferenz: DLR 2020 \u2013 Forschen f\u00fcr Klima, Mobilit\u00e4t und Energiewende"},"content":{"rendered":"<p>Synthetische Kraftstoffe, ein Testfeld f\u00fcr autonomes Fahren und ein neues Forschungsflugzeug \u2013 das Deutsche Zentrum f\u00fcr Luft- und Raumfahrt (DLR) setzt auf interdisziplin\u00e4re Forschungsprojekte f\u00fcr den Hochtechnologiestandort Deutschland. Die DLR-Strategie &#8220;Zukunftstechnologien f\u00fcr die Gesellschaft 2030&#8221; stellt die interdisziplin\u00e4re Arbeitsweise aller Forschungsbereiche und die enge Verzahnung von Wissenschaft und Wirtschaft in den Mittelpunkt. F\u00fcr Deutschland als Hochtechnologie- und Exportnation ist Spitzenforschung ein unverzichtbarer Standortfaktor.<\/p>\n<p>&#8220;Die gesellschaftliche Diskussion \u00fcber die \u00f6kologischen Konsequenzen unseres t\u00e4glichen Handelns ist l\u00e4ngst auf den Stra\u00dfen, Pl\u00e4tzen und Schulh\u00f6fen angekommen&#8221;, betont Prof. Pascale Ehrenfreund, Vorstandsvorsitzende des DLR. &#8220;Im DLR forschen wir vom Weltraum bis unter die Wasseroberfl\u00e4che an den Ursachen und Auswirkungen des Klimawandels. Mit ausgefeilten Methoden der k\u00fcnstlichen Intelligenz k\u00f6nnen wir enorme Datenmengen auswerten. Gleichzeitig entwickeln wir in 47 DLR-Instituten innovative Technologien f\u00fcr die aktuellen Herausforderungen unserer Gesellschaft. Das sind insbesondere nachhaltige Mobilit\u00e4t und Energieversorgung, Digitalisierung sowie die Sicherheit kritischer Infrastrukturen. Forschung ist die Grundlage f\u00fcr wirksame L\u00f6sungen und die Wettbewerbsf\u00e4higkeit unserer Wirtschaft.&#8221;<\/p>\n<p><strong>Nachhaltig mobil \u2013 am Boden, auf See und in der Luft<\/strong><\/p>\n<p>Um Mobilit\u00e4t klimavertr\u00e4glich zu gestalten, intensiviert das DLR im Jahr 2020 die Forschung an synthetischen Treibstoffen und alternativen Antrieben \u2013 f\u00fcr die Luftfahrt, den bodengebundenen Verkehr und die Seefahrt. Synthetische Brennstoffe auf Basis regenerativer Ressourcen lassen sich so &#8220;designen&#8221;, dass sie optimal verbrennen und dabei zu weniger Schadstoffen in der Atmosph\u00e4re f\u00fchren. In einer Studie wurden batterie-elektrische und eine hybridelektrische Antriebskonfiguration f\u00fcr Luftfahrzeuge untersucht. Beide Konfigurationen sind technisch realisierbar und flugf\u00e4hig. Die Konzeptstudie belegt die technische Machbarkeit von elektrischen Flugantrieben im 500-Kilowatt-Bereich.<\/p>\n<p>Das DLR empf\u00e4ngt sein neues Forschungsflugzeug ISTAR (In-flight Systems and Technology Airborne Research). Dieser &#8220;fliegende Simulator&#8221; wird die DLR-Flotte um einen leistungsstarken Versuchstr\u00e4ger erweitern. Er erlaubt, neue umweltfreundliche Flugzeug\u00adkonfigurationen unter realistischen Bedingungen zu testen. Zudem wird f\u00fcr den ISTAR ein digitaler Zwilling geschaffen, der ihn sein gesamtes Flugzeugleben begleiten wird.<\/p>\n<p>Im Bereich unbemanntes Fliegen nimmt das DLR eine Architektenrolle ein. Durch seine zahlreichen Institute verf\u00fcgt es \u00fcber die notwendigen und europaweit einzigartigen Forschungskompetenzen, um Herausforder\u00adungen wie Antriebe, Energiespeicher, Flugf\u00fchrung, Zulassung und Akzeptanzforschung bis zur erfolgreichen Einf\u00fchrung von unbemannten Flugsystemen zu bew\u00e4ltigen. Im Nationalen Erprobungszentrum in Cochstedt wird diese Forschung zusammengef\u00fchrt und neue Technologien getestet.<\/p>\n<p>Mit dem im Januar 2020 er\u00f6ffneten Testfeld Niedersachsen stellt das DLR eine einmalige Infrastruktur zur Erforschung des automatisierten Fahrens im realen Stra\u00dfenverkehr bereit. Ein Netz von Kommunikations- und Messtechnik beobachtet das gesamte Verkehrsgeschehen und erfasst die Position aller Fahrzeuge hochgenau. Auf diese Weise k\u00f6nnen sogenannte Car2X-Konzepte, automatische Fahrfunktionen und Sicherheitsmechanismen in einer realen Umgebung simuliert und getestet werden. Das Ziel: der elektrische, energieeffiziente, automatisierte und vernetzte Verkehr der Zukunft.<\/p>\n<p>Mit dem futuristischen Fahrzeugkonzept U-Shift er\u00f6ffnen die DLR-Verkehrsforscherinnen und -forscher neue Wege f\u00fcr die urbane Mobilit\u00e4t und Logistik \u2013 elektrisch, fahrerlos und bedarfsgerecht. Zentrales Merkmal dieses modularen Konzepts ist die Kombination eines standardisierten Fahrzeugrahmens mit Kapseln f\u00fcr vielf\u00e4ltige Aufgaben im Personen- oder G\u00fctertransport.<\/p>\n<p>Neben batterie-elektrischen Antrieben geht auch die Forschung an Brennstoffzellen f\u00fcr mobile Anwendungen weiter \u2013 nicht nur f\u00fcr den Stra\u00dfenverkehr: Im Projekt HySeas III beteiligt sich das DLR zum Beispiel an der Entwicklung der weltweit ersten mit Brennstoffzellen betriebenen Hochseef\u00e4hre.<\/p>\n<p><strong>Forschen f\u00fcr die Energiewende: Wasserstoff und W\u00e4rmespeicher<\/strong><\/p>\n<p>Wie l\u00e4sst sich Wasserstoff m\u00f6glichst nachhaltig erzeugen und in Brennstoffzellen effizient einsetzen? Diese Fragen bilden einen Schwerpunkt der DLR-Energieforschung. Das Potenzial von Wasserstoff f\u00fcr die Sektoren Mobilit\u00e4t und Energie ist enorm: Wasserstoff kann mittels Brennstoffzellen direkt in Strom umgewandelt werden. Au\u00dferdem kann er als Ausgangsprodukt dienen, um synthetische Brennstoffe wie Methan, Methanol, Diesel oder Kerosin herzustellen.<\/p>\n<p>Am Standort J\u00fclich testen DLR-Forschende mit den Hochleistungsstrahlern der DLR-Gro\u00dfforschungsanlage Synlight einen speziell entwickelten Reaktor, mit dem Wasser unter hoher Temperatur gespalten und so Wasserstoff gewonnen wird. Synlight, die &#8220;gr\u00f6\u00dfte k\u00fcnstliche Sonne der Welt&#8221;, erm\u00f6glicht es, die konzentrierte Solarstrahlung eines Heliostatenfelds zu simulieren \u2013 und bietet damit ideale Bedingungen, um wichtige Betriebserfahrungen zu sammeln und den Prozess\u00adwirkungsgrad zu erh\u00f6hen.<\/p>\n<p>Mit weiteren Projekten geht auch die Forschung am &#8220;Third Life&#8221;, dem &#8220;dritten Leben&#8221;, f\u00fcr konventionelle Kohlekraftwerke weiter. In Form eines Reallabors plant das DLR gemeinsam mit Partnern aus der Energiewirtschaft, das Konzept zur Umr\u00fcstung von Kohlekraftwerken zu gro\u00dfen thermischen Energiespeichern auf seine Machbarkeit hin zu \u00fcberpr\u00fcfen. 2020 wird auch zudem das neue DLR-Institut f\u00fcr CO2-arme Industrieprozesse er\u00f6ffnet. In dessen Fokus stehen Forschungsarbeiten zur Dekarbonisierung energie\u00adintensiver Verfahren; zum Beispiel in der Stahl-, Chemie- oder Zementindustrie. Gleichzeitig st\u00e4rkt das neue Institut die vorhandenen DLR-Kompetenzen in den Bereichen nachhaltige Erzeugung und Speicherung von Strom.<\/p>\n<p><strong>Eine neue \u00c4ra der Weltraumbeobachtung, Exoplaneten und ein Rover auf dem Mars<\/strong><\/p>\n<p>2020 beginnt die Umsetzung der Ergebnisse der letzten ESA-Ministerratskonferenz. Deutschland ist international f\u00fchrend in der Erdbeobachtung \u2013 sowohl wissenschaftlich, technologisch als auch in der Nutzung und Verarbeitung von Daten zur Analyse des Systems Erde. Mit rund 520 Millionen Euro st\u00e4rkt die Bundesrepublik ihre F\u00fchrungsrolle im operationellen europ\u00e4ischen Erdbeobachtungsprogramm Copernicus. Zudem beteiligt sich Deutschland mit etwa 170 Millionen Euro am wissenschaftlichen Programm FutureEO. F\u00fcr das neue Programm &#8220;Globale Entwicklungshilfe&#8221; (GDA) wurden zehn Millionen Euro gezeichnet. Dar\u00fcber hinaus unterst\u00fctzt Deutschland unter anderem eine Arktis-Kleinsatellitenmission zur Verbesserung der kurz- und mittelfristigen Wettervorhersage in der Arktisregion mit 7,5 Millionen Euro.<\/p>\n<p>Ab Ende 2020 soll die Ariane 6 als neue europ\u00e4ische Tr\u00e4ger\u00adrakete Nutzlasten ins All bringen. Deutschland beteiligt sich mit insgesamt etwa 90 Millionen Euro an den Entwicklungs\u00adkosten. Zudem sollen im Dezember weitere Satelliten der Galileo-Familie starten, die ESA-Sonde Solar Orbiter bricht am 7. Februar 2020 mit wesentlichen deutschen Beitr\u00e4gen Richtung Sonne auf und auch die Sentinel-Satellitenfamilie erh\u00e4lt Zuwachs: Der Erdbeobachtungssatellit Sentinel-6 soll nach seinem Start am 15. November hochpr\u00e4zise die Topografie der Meeresoberfl\u00e4chen vermessen.<\/p>\n<p>Bereits Ende November 2019 empfing das weltweit einzigartige Radarsystem GESTRA (German Experimental Space Surveillance and Tracking Radar) erste Signale von Weltraumobjekten. Das in Deutschland mit Mitteln des Bundesministeriums f\u00fcr Wirtschaft und Energie (BMWi) entwickelte und gebaute Radar kann Weltraumschrott und aktive Raumfahrtsysteme im erdnahen Orbit beobachten. Ab Herbst 2020 soll GESTRA seinen operationellen Betrieb starten und einen signifikanten Beitrag zur Sicherheit im Weltraum auf nationaler, europ\u00e4ischer und internationaler Ebene liefern.<\/p>\n<p>Im Dezember 2019 startete das ESA-Weltraumteleskop CHEOPS (CHaracterising ExOPlanets Satellite) in seine Erdumlaufbahn. Dort wird es Planeten au\u00dferhalb des Sonnensystems, sogenannte Exoplaneten, auf ihre Gr\u00f6\u00dfe, Dichte und m\u00f6gliche Atmosph\u00e4re hin untersuchen. Das DLR ist mit Hardware, Aufnahmesensor und Sensorsteuerelektronik sowie in der Datenauswertung beteiligt.<\/p>\n<p>Auf die Suche nach Spuren von Leben wird sich der europ\u00e4ische Mars-Rover im ESA-Programm ExoMars 2020 begeben. Mobil und mit Mess- und Analyseinstrumenten der neusten Generation ausgestattet, nimmt der Rover Boden- und Bohrproben und analysiert sie direkt in seinem Labor. Die DLR-Planetenforschung ist mit der PanCam, einer Stereo-Panoramakamera, sowie der High-Resolution Camera (HRC), einer hochaufl\u00f6senden Kamera mit Teleobjektiv, an der Marsmission beteiligt.<\/p>\n<p><strong>Mit dem Orion-Raumschiff und Technik &#8220;Made in Germany&#8221; zum Mond<\/strong><\/p>\n<p>Mit dem wesentlich in Deutschland entwickelten Europ\u00e4ischen Servicemodul (ESM) soll das US-amerikanische Orion-Raumschiff Ende 2020\/Anfang 2021 ins All starten, zum Mond fliegen und wieder zur\u00fcck zur Erde kommen. F\u00fcr zuk\u00fcnftige astronautische Langzeitmissionen zum Mond und zum Mars bedarf es spezieller Ma\u00dfnahmen, um den menschlichen K\u00f6rper vor Strahlenbelastung im All zu sch\u00fctzen. Auf dem ersten Mondflug der Orion-Kapsel der NASA werden zwei Messk\u00f6rper, die DLR- und ISA-Phantome Helga und Zohar, als &#8220;Passagiere&#8221; an Bord sein. Mit ihnen messen die DLR-Forschenden die Weltraumstrahlung und testen die Wirksamkeit der im Projekt MARE entworfenen Strahlenschutzweste AstroRad.<\/p>\n<p><strong>Digitalisierung f\u00fcr die intelligente Mobilit\u00e4t und die Sicherheit von Infrastrukturen<\/strong><\/p>\n<p>Ein Meilenstein in der Digitalisierungsforschung im Querschnittsprojekt &#8220;Big Data Plattform&#8221; ist die erfolgreiche Demonstration der selbst entwickelten Analyseplattform f\u00fcr die Verkehrsforschung. Mit der erfolgreichen Anwendung auf verkehrswissenschaftliche Daten schafft das DLR eine wichtige Grundlage f\u00fcr die intelligente und vernetzte Mobilit\u00e4t der Zukunft.<\/p>\n<p>Das DLR b\u00fcndelt au\u00dferdem die Kompetenzen aus der Sicherheitsforschung an verschiedenen Stellen mit den Entwicklungen der Digitalisierung. Neben maritimen und terrestrischen L\u00f6sungen f\u00fcr die \u00f6ffentliche Sicherheit r\u00fccken die Themen Cyber-Sicherheit und der Schutz digitaler Infrastrukturen in den Fokus der Forschungsarbeit. So leistet das DLR seinen Beitrag im Cloud-Plattformkonzept GAIA-X, das das BMWi im Oktober 2019 vorgestellt hat sowie zum LOEWE-Zentrum emergenCity der hessischen Exzellenzinitiative. Das neu gegr\u00fcndete DLR-Institut f\u00fcr den Schutz terrestrischer Infrastrukturen geht hier eine Kooperation mit der TU Darmstadt ein, bei der die Kernthemen Urbanisierung, Digitalisierung und Sicherheit der Digitalstadt der Zukunft im Mittelpunkt stehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Synthetische Kraftstoffe, ein Testfeld f\u00fcr autonomes Fahren und ein neues Forschungsflugzeug \u2013 das Deutsche Zentrum f\u00fcr Luft- und&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":18831,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24,16],"tags":[],"series":[],"class_list":["post-18830","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-plas-tv-meldungen-auf-der-startseite-unterhalb-slider","category-plast-tv-textmeldungen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/18830","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=18830"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/18830\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":18832,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/18830\/revisions\/18832"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/18831"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=18830"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=18830"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=18830"},{"taxonomy":"series","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fseries&post=18830"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}