{"id":19595,"date":"2020-03-05T10:01:21","date_gmt":"2020-03-05T09:01:21","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=19595"},"modified":"2020-03-05T10:01:21","modified_gmt":"2020-03-05T09:01:21","slug":"geschaeftsjahr-2019-konzernergebnis-belastet-durch-operative-verluste-und-hohe-wertberichtigungen-in-nordamerika","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=19595","title":{"rendered":"Gesch\u00e4ftsjahr 2019: Konzernergebnis belastet durch operative Verluste und hohe Wertberichtigungen in Nordamerika"},"content":{"rendered":"<p>Autoneum ist 2019 organisch um 2.5% gewachsen und hat damit den r\u00fcckl\u00e4ufigen Markt deutlich \u00fcbertroffen. In Schweizer Franken stieg der Umsatz leicht auf 2 297.4 Mio. CHF. Wie bereits kommuniziert haben jedoch vor allem operative Ineffizienzen in Nordamerika und Wertberichtigungen auf Anlagen in dieser Region die Profitabilit\u00e4t stark belastet und zu einem Konzernverlust von \u201377.7 Mio. CHF gef\u00fchrt. Der Verwaltungsrat beantragt daher, f\u00fcr das Gesch\u00e4ftsjahr 2019 auf eine Dividende zu verzichten. F\u00fcr 2020 werden basierend auf dem Anfang des Jahres neu lancierten Turnaroundprogramm in Nordamerika deutliche<br \/>\nProfitabilit\u00e4tssteigerungen erwartet.<\/p>\n<p>2019 war ein f\u00fcr die Automobilindustrie extrem herausforderndes Jahr. Die anhaltend schwache Weltkonjunktur, weiterhin bestehende Handelsstreitigkeiten und die zunehmende Regulierung der Mobilit\u00e4t haben sich negativ auf die Fahrzeugnachfrage ausgewirkt. Doch auch intern war 2019 f\u00fcr Autoneum ein Jahr des Wandels. So hat eine durch die neue Konzernleitung im Herbst durchgef\u00fchrte Situationsanalyse ergeben, dass die kurz- und mittelfristige Gesch\u00e4ftsentwicklung des Konzerns neu bewertet werden muss. In der Business Group North America haben sich die operativen und kommerziellen Probleme als weiter reichend erwiesen als urspr\u00fcnglich angenommen. Dementsprechend ist das im Fr\u00fchjahr 2019 lancierte Turnaroundprogramm Anfang 2020 durch ein dezidiertes, weit umfassenderes Programm f\u00fcr die nordamerikanischen Standorte ersetzt worden.<\/p>\n<p><strong>Umsatzwachstum trotz r\u00fcckl\u00e4ufigen Weltmarkts<\/strong><br \/>\nInfolge der Nachfrageschw\u00e4che ist die Zahl der weltweit produzierten Fahrzeuge 2019 gegen\u00fcber dem Vorjahr erneut und deutlich gesunken, wobei das Produktionsminus mit knapp \u20136% wesentlich ausgepr\u00e4gter war als 2018. Dank zahlreicher Neuanlaufe und des vorteilhaften Modellportfolios konnte Autoneum trotz der globalen Marktabk\u00fchlung ein organisches Umsatzwachstum1 von 2.5% erzielen. Der in Schweizer Franken konsolidierte Umsatz stieg von 2 281.5 Mio. CHF um 0.7% auf 2 297.4 Mio. CHF.<\/p>\n<p><strong>Profitabilit\u00e4t leidet unter operativen Ineffizienzen und Wertberichtigungen<\/strong><br \/>\nOperative Ineffizienzen in Nordamerika und Wertberichtigungen auf Anlagen in dieser Region sind der Hauptgrund f\u00fcr das 2019 erstmalig negative Konzernergebnis. Zus\u00e4tzlich wirkten sich die stark gesunkene Automobilproduktion in Europa und China sowie die damit verbundene schw\u00e4chere Auslastung der Fertigungskapazit\u00e4ten in den betroffenen Business Groups negativ auf die Profitabilit\u00e4t des Konzerns aus. Dementsprechend sank das EBITDA vor IFRS-16-Effekten auf 126.0 Mio. CHF (2018: 197.2 Mio. CHF), was einer EBITDA-Marge von 5.5% entspricht (2018: 8.6%). Der Einmaleffekt aus Wertberichtigungen in H\u00f6he von \u201368.0 Mio. CHF hat das EBIT belastet, wodurch 1 Umsatzver\u00e4nderung in Lokalw\u00e4hrungen, bereinigt um Hyperinflation.<\/p>\n<p><strong>Niedrigere Eigenkapitalquote durch gestiegene Nettoverschuldung<\/strong><br \/>\nDie im Jahresverlauf anhaltend hohen operativen Verluste und Wertberichtigungen auf Anlagen haben im Gesch\u00e4ftsjahr 2019 zu einem Konzernverlust in H\u00f6he von \u201377.7 Mio. CHF gef\u00fchrt (2018: Konzerngewinn von 74.7 Mio. CHF). Die operativen Verluste der Business Group North America und Investitionen ins Anlageverm\u00f6gen resultierten in einem negativen Free Cashflow von \u20139.9 Mio. CHF (2018: \u201340.7 Mio. CHF). Trotz des schlechteren Ergebnisses konnte der Free Cashflow 2019 jedoch gegen\u00fcber dem Vorjahr verbessert werden. IFRS 16 erforderte zudem eine Neubilanzierung von geleasten Sachanlagen und damit einhergehenden Verbindlichkeiten im Umfang von je 301.6 Mio. CHF. Dadurch reduzierte sich die Eigenkapitalquote per 31. Dezember 2019 auf 27.1%.<br \/>\nAuf vergleichbarer Basis, ohne IFRS-16-Effekte, lag die Eigenkapitalquote bei 32.7%. Die Nettoverschuldung exklusive IFRS-16-Effekte stieg auf 355.2 Mio. CHF (31. Dezember 2018: 283.7 Mio. CHF). Autoneum ist mit den beiden 2016 und 2017 ausgegebenen Anleihen, der langfristigen Kreditvereinbarung mit einem Bankensyndikat und zwei Aktion\u00e4rsdarlehen weiterhin solide finanziert.<\/p>\n<p><strong>Im Einsatz f\u00fcr die Mobilit\u00e4t der Zukunft<\/strong><br \/>\n2019 hat Autoneum erneut verschiedene innovative Komponenten lanciert, die Fahrzeughersteller in der Produktion leiser, leichter und umweltfreundlicher Fahrzeuge unterst\u00fctzen. Die multifunktionalen Leichtbaukomponenten sind f\u00fcr Fahrzeuge aller Antriebsarten gleicherma\u00dfen geeignet. Dies bedeutet f\u00fcr Fahrzeughersteller sowohl in der Vorentwicklung wie auch der Serienproduktion von Modellen einen gro\u00dfen Vorteil und macht Autoneum zu einem gefragten Zulieferer f\u00fcr automobiles L\u00e4rm- und W\u00e4rmemanagement. Mit Batterieunterschildern aus Ultra-Silent hat das Unternehmen<br \/>\nerstmals diese textile Unterbodentechnologie f\u00fcr den Einsatz in Elektrofahrzeugen adaptiert.<br \/>\nDiese Batterieunterschilder wirken ger\u00e4uschisolierend und reduzieren sowohl den L\u00e4rm, der in die Passagierkabine dringt, wie auch den Vorbeifahrl\u00e4rm. Ger\u00e4uschreduzierende Komponenten sind auch f\u00fcr Elektromodelle unverzichtbar. Externe und interne L\u00e4rmquellen wie elektrische Antriebselemente, L\u00fcfter oder Pumpen sind bei dieser Fahrzeugkategorie verst\u00e4rkt wahrnehmbar und beeinflussen entsprechend den Fahrkomfort. Gleichzeitig tragen Batterieunterschilder aus Ultra-Silent durch ihr Leichtgewicht zu mehr Fahrreichweite bei. Angesichts der weltweit zunehmenden Regulierung des Vorbeifahrl\u00e4rms bietet Autoneum Kunden neu die multifunktionale Radhausverkleidung Alpha-Liner an, die Abrollger\u00e4usche hocheffizient d\u00e4mmt und bei der die Ger\u00e4uschabsorption an die spezifischen Anforderungen des Fahrzeugmodells angepasst werden kann.<br \/>\nAlpha-Liner-Radhausverkleidungen sind dank ihres hohen Anteils an rezyklierten PET-Fasern und ihrer Wiederverwertbarkeit besonders umweltfreundlich.<br \/>\nF\u00fchrend in der Digitalisierung des Akustikmanagements Autoneum setzt nicht nur mit seinen innovativen Komponenten und Technologien Standards im automobilen L\u00e4rm- und Hitzeschutz, sondern auch digital als erster Zulieferer weltweit mit einem Konfigurator f\u00fcr das Akustikmanagement von Fahrzeugen. Das Online-Portal \u00abAcoustic Garage\u00bb (acoustics.autoneum.com) basiert auf der einzigartigen Simulationsexpertise von Autoneum und bietet ein umfassendes Informations- und Produkterlebnis rund um den L\u00e4rmschutz im Auto. Nutzer \u2013 ob Kunden oder Endverbraucher \u2013 k\u00f6nnen dabei ein Produktpaket nach individuellen Anforderungen anhand ausgew\u00e4hlter Kriterien wie Leichtbau, Nachhaltigkeit oder \u00c4sthetik konfigurieren.<\/p>\n<p>Auf diese Weise unterst\u00fctzt Autoneum Fahrzeughersteller dabei, in zuk\u00fcnftigen Modellen eine optimale Akustik sicherzustellen.<\/p>\n<p><strong>Neue Konzernleitung mit starker operativer Expertise<\/strong><br \/>\nMit Matthias Holzammer und Bernhard Wiehl hat der Verwaltungsrat im Oktober 2019 zwei neue Mitglieder der Konzernleitung ernannt. Matthias Holzammer hat als CEO die F\u00fchrung des Unternehmens von Martin Hirzel \u00fcbernommen, unter dem Autoneum zum international anerkannten Markt- und Technologief\u00fchrer f\u00fcr Akustik- und W\u00e4rmemanagement avanciert ist. Matthias Holzammer hat seine operative Expertise unter anderem als langj\u00e4hriger Leiter der Business<br \/>\nGroup Europe unter Beweis gestellt, die er ab 2012 erfolgreich restrukturierte und bis zu seinem Austritt Anfang 2019 zu einer hochprofitablen Business Group transformierte. Mit dazu beigetragen hat Bernhard Wiehl, der als Nachfolger von Dr. Martin Zwyssig Ende Oktober 2019 zum CFO des Konzerns ernannt worden ist. Bernhard Wiehl verantwortete von 2013 bis 2019 den Bereich Finance &amp; Controlling der Business Group Europe.<br \/>\nBereits Anfang 2019 hat Dr. Alexandra Bendler die Nachfolge von Matthias Holzammer in der F\u00fchrung der Business Group Europe angetreten. Sie hatte seit ihrem Eintritt in das Unternehmen 2008 verschiedene F\u00fchrungspositionen inne, unter anderem war sie Leiterin Konzernstrategie &amp; Marketing und f\u00fcr den Vertrieb und das Projektmanagement der Business Group Europe verantwortlich.<\/p>\n<p>In Nordamerika hat Greg Sibley die Leitung der entsprechenden Business Group nach einer \u00dcbergangsphase am 1. Juli 2019 von Fausto Bigi \u00fcbernommen, der diese seit Anfang 2019 interimistisch gef\u00fchrt hatte. Insbesondere seine umfassende Expertise in den Bereichen Produktion, Entwicklung und Vertrieb bei f\u00fchrenden Automobilzulieferern pr\u00e4destiniert Greg Sibley f\u00fcr die Bew\u00e4ltigung der bestehenden Herausforderungen in Nordamerika.<\/p>\n<p><strong>Verwaltungsrat beantragt Verzicht auf Dividendenaussch\u00fcttung<\/strong><br \/>\nAngesichts des deutlichen Konzernverlustes beantragt der Verwaltungsrat anl\u00e4sslich der Generalversammlung am 25. Marz 2020, auf eine Dividendenaussch\u00fcttung f\u00fcr das Gesch\u00e4ftsjahr 2019 zu verzichten.<\/p>\n<p><strong>Business Groups<\/strong><br \/>\nDie im Vergleich zum Vorjahr gesunkene Automobilproduktion f\u00fchrte bei der Business Group Europe 2019 zu einem Umsatzr\u00fcckgang von \u20135.6% in Lokalw\u00e4hrungen. In Schweizer Franken sank der Umsatz um \u20138.5% auf 900.9 Mio. CHF (2018: 984.5 Mio. CHF). Zus\u00e4tzlich zu den volumenbedingten Profitabilit\u00e4tseinbussen wirkten sich die weiterhin herausfordernde Arbeitsmarktlage und der Fachkr\u00e4ftemangel insbesondere in Osteuropa belastend auf das Ergebnis aus. Getrieben durch eine deutlich schw\u00e4chere Kapazit\u00e4tsauslastung und trotz eines fr\u00fchzeitig implementierten Kostensparprogramms zur Reduktion der Fixkosten sank das EBIT im Berichtszeitraum auf 51.0 Mio. CHF (2018: 82.0 Mio. CHF), was einer EBIT-Marge von 5.7% entspricht (2018: 8.3%).<br \/>\nDie Business Group North America hat ihren Umsatz 2019 in einem ebenfalls r\u00fcckl\u00e4ufigen Markt hauptsachlich aufgrund diverser Neuanl\u00e4ufe deutscher und japanischer Fahrzeughersteller w\u00e4hrungsbereinigt um 7.2% gesteigert. In Schweizer Franken stieg der Umsatz auf 1 001.8 Mio. CHF (2018: 921.8 Mio. CHF). Im Gesch\u00e4ftsjahr 2019 verzeichnete die Business Group North America ein EBIT von \u2013134.8 Mio. CHF (2018: \u20138.2 Mio. CHF), das einmalige Wertberichtigungen in H\u00f6he von \u201362.0 Mio. CHF auf Anlagen beinhaltet. Da sich die unzureichende Profitabilit\u00e4t in Nordamerika nicht nur auf zwei defizit\u00e4re US-Werke beschr\u00e4nkt, ersetzt ein umfassendes, Anfang 2020 an den nordamerikanischen Standorten implementiertes Turnaroundprogramm das bereits im Fr\u00fchjahr 2019 lancierte Vorl\u00e4uferprogramm. Es fokussiert auf die L\u00f6sung der operativen und kommerziellen Probleme sowie die Verbesserung der Kostenstruktur.<br \/>\nAuch in Asien ist es der entsprechenden Business Group gelungen, den Umsatz in einem r\u00fcckl\u00e4ufigen Markt zu steigern. So legte die Business Group in Lokalw\u00e4hrungen um 8.1% zu, getrieben durch volumenstarke und neue Programme europ\u00e4ischer und asiatischer Automobilbauer. Der Umsatz in Schweizer Franken erh\u00f6hte sich auf 275.7 Mio. CHF (2018: 260.3 Mio. CHF). Merklich belastet wurde die Profitabilit\u00e4t durch die Kapazit\u00e4tserweiterung der letzten Jahre, die auf das urspr\u00fcnglich prognostizierte Wachstum des chinesischen Marktes ausgerichtet war. Dies und daraus resultierende einmalige Wertberichtigungen von Anlageverm\u00f6gen in H\u00f6he von \u20136.0 Mio. CHF f\u00fchrten zu einem EBIT von 11.9 Mio. CHF (2018: 18.9 Mio. CHF). Vor Wertberichtigungen erreichte die<br \/>\nEBIT-Marge 6.5% (2018: 7.3%).<\/p>\n<p>Ihren Wachstumskurs hat die Business Group SAMEA (S\u00fcdamerika, Mittlerer Osten und Afrika) im Berichtsjahr weiter fortgesetzt. Trotz eines Markteinbruchs in dieser Region steigerte sie den Umsatz in Lokalw\u00e4hrungen inflationsgest\u00fctzt um 32.7%. Ausschlaggebend daf\u00fcr waren volumenstarke Exportprogramme in der T\u00fcrkei und in S\u00fcdafrika sowie im Vorjahresvergleich deutlich h\u00f6here Produktionsvolumen im SAMEA-Hauptmarkt Brasilien. Aufgrund der starken Abwertung verschiedener relevanter W\u00e4hrungen stieg der in Schweizer Franken konsolidierte Umsatz weniger deutlich um 12.8% auf 125.8 Mio. CHF (2018: 111.5 Mio. CHF). Dank der vorteilhaften Kapazit\u00e4tsauslastung erwirtschaftete die Business Group ein EBIT von 10.7 Mio. CHF (2018: 10.8 Mio. CHF); die EBITMarge<br \/>\nlag bei 8.5% (2018: 9.7%).<\/p>\n<p><strong>Ausblick<\/strong><br \/>\nF\u00fcr das Jahr 2020 erwartet Autoneum eine Umsatzentwicklung auf Marktniveau. Mit dem kompromisslosen Fokus auf den Turnaround und die Umsetzung der entsprechenden Massnahmen in Nordamerika strebt das Unternehmen deutliche Profitabilit\u00e4tssteigerungen und ein leicht positives Konzernresultat an. Zudem ist von einem Free Cashflow im mittleren zweistelligen Millionenbereich auszugehen, was sich positiv auf die Nettoverschuldung auswirken wird. Auf Basis weiterer operativer und finanzieller Verbesserungen im Jahr 2021 (\u00abJahr des \u00dcbergangs\u00bb) sollte Autoneum 2022 wieder ein gesundes Profitabilit\u00e4tsniveau erreichen.<\/p>\n<p>Weitere Informationen zum Jahresabschluss und zum Gesch\u00e4ftsbericht 2019 finden Sie unter<br \/>\nwww.autoneum.com\/de\/2020\/03\/04\/jahresergebnis-2019.<br \/>\nUnter www.autoneum.com\/de\/medien\/abonnement\/ k\u00f6nnen Sie sich f\u00fcr den E-Mail-Versand<br \/>\nder Medienmitteilungen einschreiben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Autoneum ist 2019 organisch um 2.5% gewachsen und hat damit den r\u00fcckl\u00e4ufigen Markt deutlich \u00fcbertroffen. 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