{"id":20530,"date":"2020-04-27T10:49:05","date_gmt":"2020-04-27T08:49:05","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=20530"},"modified":"2020-04-24T10:52:53","modified_gmt":"2020-04-24T08:52:53","slug":"dank-nachhaltiger-loesungen-khs-foerdert-geschlossenen-kunststoffkreislauf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=20530","title":{"rendered":"Dank nachhaltiger L\u00f6sungen: KHS f\u00f6rdert geschlossenen Kunststoffkreislauf"},"content":{"rendered":"<p><strong>Komplettanbieter forscht seit 2012 an recyceltem PET<\/strong><\/p>\n<p><strong>Die Kunststoffdebatte stellt die Getr\u00e4nke- und Lebensmittelindustrie vor gro\u00dfe Herausforderungen. F\u00fcr die KHS Gruppe steht fest: Der verst\u00e4rkte Einsatz von recyceltem PET ist eine bedeutende Teill\u00f6sung. Deshalb setzt der Dortmunder Systemanbieter auf nachhaltige Produkte und Services, die zu einem geschlossenen Wertstoffkreislauf beitragen.<\/strong><\/p>\n<p>Laut dem Wirtschaftsmagazin Forbes kommen in Europa pro Kopf j\u00e4hrlich etwa 140 PET-Flaschen in Umlauf, in den USA sogar 290 St\u00fcck. Aller Kritik zum Trotz &#8211; der Plastikbeh\u00e4lter erfreut sich sogar wachsender Beliebtheit: Global gerechnet werden es j\u00e4hrlich rund vier Prozent mehr. Allerdings w\u00e4chst auch das Bewusstsein f\u00fcr die Notwendigkeit von Recycling: Weltweit \u2013 so Forbes \u2013 wurden 2019 sch\u00e4tzungsweise 57 Prozent aller PET-Flaschen wieder eingesammelt. F\u00fcr 2029 prognostiziert das Magazin einen Anstieg dieser Rate auf 68 Prozent \u2013 allerdings mit starken regionalen Unterschieden: W\u00e4hrend in Europa 57 Prozent aller Flaschen gesammelt w\u00fcrden, seien es in den USA nur 30 Prozent. China hingegen mausere sich zum Musterknaben und komme in zehn Jahren auf eine Sammelquote von stattlichen 82 Prozent. Sammeln ist jedoch nicht gleichbedeutend mit Recyceln: In den USA landen 70 Prozent der gesammelten Kunststoffe auf Deponien, in der EU immerhin noch 30.<\/p>\n<p><strong>Wie f\u00fcr Recycling gemacht: Kunststoff<\/strong><\/p>\n<p>Dabei l\u00e4sst sich Plastik sehr gut recyceln, vor allem PET. Es ist der einzige Kunststoff, der wiederaufbereitet den gesetzlichen Anforderungen an Lebensmitteltauglichkeit entspricht. Und w\u00e4hrend bei anderen Werkstoffen wie Polypropylen, Polyethylen oder Polystyrol der mit den \u00fcblichen Recyclingverfahren einhergehende Qualit\u00e4tsverlust unumkehrbar ist, kann recyceltes PET immer wieder auf den Standard von Neumaterial gebracht werden.<br \/>\nEs ist daher keine \u00dcberraschung, dass von den rund 477.000 Tonnen PET, die allein in Deutschland j\u00e4hrlich in die Produktion von Flaschen flie\u00dfen, rund 93 Prozent stofflich verwertet werden. Allerdings wird nur etwa ein Drittel davon erneut f\u00fcr Flaschen genutzt \u2013 der Rest wird f\u00fcr die Herstellung von Folien und vor allem Textilfasern verwendet.1 Das f\u00fchrt dazu, dass ein erheblicher Teil der Rohstoffe dem geschlossenen Flasche-zu-Flasche-Wertstoffkreislauf entzogen wird.<\/p>\n<p>Hinzu kommt die Preisentwicklung: W\u00e4hrend sich der Preis f\u00fcr sogenanntes virgines PET an den Kosten von Roh\u00f6l orientiert und von dessen derzeit niedrigem Marktpreis profitiert, sind die Kosten f\u00fcr recyceltes PET in den vergangenen drei Jahren kontinuierlich gestiegen: F\u00fcr rPET muss heute rund 20 Prozent mehr gezahlt werden als f\u00fcr das Ursprungsmaterial \u2013 auch, weil das Angebot die wachsende Nachfrage nicht deckt.<\/p>\n<p><strong>Hohe Qualit\u00e4tsstandards<\/strong><\/p>\n<p>H\u00fcrden gibt es jedoch nicht nur auf der Rohstoffseite, sondern auch seitens einiger Getr\u00e4nkehersteller. Ihre Zur\u00fcckhaltung gegen\u00fcber dem Einsatz von rPET beruht h\u00e4ufig auf der Bef\u00fcrchtung, dass sich der Werkstoff verf\u00e4rbt oder es zu einem R\u00fcckgang der intrinsischen Viskosit\u00e4t 2 kommt. Ein weiterer Punkt sind Sicherheitsstandards und damit einhergehend die Unbedenklichkeit des Materials. Und immer wieder taucht die Frage auf, ob das Mehrfachrecycling m\u00f6glicherweise mit Qualit\u00e4tseinbu\u00dfen verbunden sei. Obwohl das in der Praxis noch nicht v\u00f6llig erforscht wurde \u2013 eines ist klar: Dank des Wiederaufbaus der Polymerketten m\u00fcssen keine Abstriche bei der Materialqualit\u00e4t gemacht werden, sofern Additive vollst\u00e4ndig abgetrennt werden k\u00f6nnen. F\u00fcr hohe Qualit\u00e4tsstandards sorgt hier unter anderem die European PET Bottle Platform (EPBP) mit ihren klaren Vorgaben und Zertifizierungen. W\u00e4hrend bis vor wenigen Jahren noch viel experimentiert wurde und die Getr\u00e4nke- und Lebensmittelindustrie ihre Erfahrungen mit recyceltem PET nach dem Trial-and-Error-Prinzip sammelte, steht heute einem fl\u00e4chendeckenden Einsatz hoher Anteile von wiederverwertetem PET (aus technischer Sicht) nichts mehr im Wege. Eine immer gr\u00f6\u00dfere Anzahl an Getr\u00e4nkeherstellern und Marken setzt sogar auf Flaschen aus 100 Prozent Rezyklat. Wo das noch nicht der Fall ist, werden Selbstverpflichtungen ver\u00f6ffentlicht: Poland Spring, eine der gr\u00f6\u00dften Wassermarken in den USA, sowie Evian wollen bis 2025 100 Prozent rPET verwenden. Die \u00fcbrigen Marken von Danone Waters, Pepsi und Coca-Cola planen bis zu diesem Zeitpunkt die Einf\u00fchrung einer weltweiten Quote von 50 Prozent. Ihr Ziel: Sie m\u00f6chten, dass der leichte Grauschleier, der beim Mehrfachrecycling von PET-Flaschen auftreten kann, vom Konsumenten als Qualit\u00e4tsmerkmal f\u00fcr eine nachhaltige Verpackung erkannt wird.<\/p>\n<p><strong>Fundiertes Fachwissen: KHS-Spezialisten besch\u00e4ftigen sich seit 2012 mit rPET<\/strong><\/p>\n<p>Auch die KHS Gruppe besch\u00e4ftigt sich mit dem Einsatz von Rezyklat \u2013 und das bereits seit 2012. Im Fokus des Serviceprogramms Bottles &amp; Shapes\u2122 steht dabei die praktische Anwendung auf den Streckblasmaschinen sowie auf allen Abf\u00fcll- und Verpackungslinien des Dortmunder Systemanbieters. \u201eWir f\u00fchren Untersuchungen durch, um recyceltes PET zu qualifizieren, damit wir den Kunden vorab sagen k\u00f6nnen, welchen Einfluss das Material auf die Blasmaschine und die Flaschenqualit\u00e4t hat\u201c, erkl\u00e4rt Arne Wiese, Product Manager Bottles &amp; Shapes\u2122 bei KHS Corpoplast. Ziel sei es, die unterschiedlichen Qualit\u00e4ten quantifizieren zu k\u00f6nnen.<br \/>\nDazu bedarf es einer engen Zusammenarbeit mit den Preformherstellern. Schlie\u00dflich sind sie h\u00e4ufig zugleich diejenigen, die die gewaschenen PET-Flakes oder rPET-Granulate thermomechanisch weiterverarbeiten und f\u00fcr den Spritzguss aufbereiten. \u201eIn Europa stehen wir diesbez\u00fcglich mit allen gro\u00dfen Kunststoffverarbeitern im Dialog\u201c, betont Wiese. Und nicht nur das: Auch mit den Maschinenbauern f\u00fcr die Preformherstellung kooperiert KHS. Dank der engen Zusammenarbeit k\u00f6nnen Daten vom Spritzgussprozess just-in-time verwendet werden, um den Streckblasvorgang anzupassen. Das macht die Flaschenproduktion effizienter, schneller und verbessert die Qualit\u00e4t der fertigen Beh\u00e4lter.<\/p>\n<p><strong>Anpassungen erforderlich \u2013 KHS bietet L\u00f6sungen<\/strong><\/p>\n<p>\u201eBei Rezyklat kann es von Charge zu Charge zum Beispiel zu Schwankungen in der F\u00e4rbung kommen\u201c, beschreibt Wiese eine der Herausforderungen. \u201eDunkleres Material nimmt W\u00e4rme besser auf. F\u00fcr die geringere Heizleistung wird weniger Energie aufgewendet. Das macht zwar die Produktion effizienter, erfordert aber auch Anpassungen im Blasprogramm der Streckblasmaschine.\u201c Daf\u00fcr sei eine Quantifizierung der Effekte unerl\u00e4sslich, meint Wiese. Ein weiteres Beispiel ist die intrinsische Viskosit\u00e4t: \u201eJe l\u00e4nger das Rezyklat unter Vakuum gekocht wird, desto l\u00e4nger werden die Polymerketten. Das hei\u00dft, dass die intrinsische Viskosit\u00e4t ansteigt und die Qualit\u00e4t sich verbessert. Dadurch entstehen Mehrkosten, die nicht jeder bereit ist auszugeben\u201c, sagt Wiese. \u201eIn diesem Fall m\u00fcssen wir L\u00f6sungen finden, das Material von unkritischen Stellen \u2013 wie im Fall von stillem Wasser dem Flaschenboden \u2013 zu kritischeren Zonen umzuverteilen.\u201c Erfahrungsgem\u00e4\u00df haben Hersteller von Premiummarken angesichts dickerer Wandst\u00e4rken ihrer Beh\u00e4lter weniger Anpassungsbedarf als Discounter, bei denen die M\u00f6glichkeiten des Lightweighting h\u00e4ufig ausgereizt sind \u2013 hier kann Rezyklat an seine Grenzen sto\u00dfen.<\/p>\n<p>In diesem Kontext punktet eine von KHS in Zusammenarbeit mit dem Inspektionstechnikhersteller Agr International entwickelte Technologie: Die Unit Mold Control, ein digitales und automatisiertes Regelungssystem, das die Blasstationen der InnoPET Blomax einzeln ansteuert. Es hilft, die Materialverteilung pr\u00e4ziser zu kontrollieren, reduziert Variationen der Wandst\u00e4rke um bis zu 30 Prozent und verringert Qualit\u00e4tsschwankungen im Streckblasprozess. \u201eDas ist gerade f\u00fcr den Einsatz von recyceltem PET relevant\u201c, erkl\u00e4rt Frank Haesendonckx, Head of Technology bei KHS Corpoplast. \u201eHier kann die Materialqualit\u00e4t schwanken, was dazu f\u00fchrt, dass die Flasche bei abnehmendem Preformgewicht immer st\u00e4rkere Materialschwankungen aufweist und instabiler wird.\u201c Das neue System decke im Rahmen einer kontinuierlichen Wanddickenmessung unerw\u00fcnschte Materialverschiebungen auf und steuere automatisch dagegen, stellt Haesendonckx fest. \u201eUnit Mold Control vereint Gewichtsreduzierung und Flaschenstabilit\u00e4t und ist eine der vielen ebenso nachhaltigen wie effektiven Antworten, die KHS auf die Herausforderungen der aktuellen Verpackungsdiskussion findet.\u201c<\/p>\n<p>Laut Bottles &amp; Shapes\u2122-Experte Arne Wiese gibt es keine \u00fcberzeugenden Argumente, die gegen eine Verwendung von recyceltem PET f\u00fcr Getr\u00e4nkeflaschen sprechen. Als einzig relevanten Unterschied zwischen virginem und wiederverwertetem Material l\u00e4sst er die etwas dunklere Farbe gelten. Aber auch das sei eine Frage der Sortierung \u2013 und nur bei Wasserflaschen wirklich sichtbar. Bei anderen Getr\u00e4nken \u2013 wie bei der von KHS entwickelten \u201eBeyond Juice\u201c-Saftflasche aus 100 Prozent Rezyklat \u2013 w\u00fcrde der Verbraucher den Unterschied bei gef\u00fcllter Flasche nicht einmal wahrnehmen. In mechanischer Hinsicht jedenfalls steht einem Umsteigen auf rPET nichts im Wege \u2013 beste Voraussetzungen auf dem Weg zu einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft.<br \/>\nWeitere Informationen unter: www.khs.com\/presse<\/p>\n<p>1 Aufkommen und Verwertung von PET-Flaschen in Deutschland 2017\u201c, Gesellschaft f\u00fcr Verpackungsmarktforschung (im Auftrag des \u201eForum PET\u201c)<br \/>\n2 intrinsische Viskosit\u00e4t = ein Ma\u00df f\u00fcr das Molekulargewicht eines Polymers, das den Schmelzpunkt, die Kristallinit\u00e4t und die Zugfestigkeit widerspiegelt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Kunststoffdebatte stellt die Getr\u00e4nke- und Lebensmittelindustrie vor gro\u00dfe Herausforderungen. 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