{"id":21292,"date":"2020-06-17T12:04:44","date_gmt":"2020-06-17T10:04:44","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=21292"},"modified":"2020-06-17T12:04:44","modified_gmt":"2020-06-17T10:04:44","slug":"automobilindustrie-profitables-wachstum-auch-nach-corona-nur-ueber-neue-geschaeftsmodelle-und-china","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=21292","title":{"rendered":"Automobilindustrie: Profitables Wachstum auch nach Corona nur \u00fcber neue Gesch\u00e4ftsmodelle und China"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li><strong>Ohne Transformation der Gesch\u00e4ftsmodelle werden Autohersteller ihre Profitabilit\u00e4t langfristig nicht halten k\u00f6nnen.<\/strong><\/li>\n<li><strong>Das Aftersales-Gesch\u00e4ft sinkt um mindestens 10 Prozent \u2013 trotz global um 50 Prozent wachsender Fuhrparks.<\/strong><\/li>\n<li><strong>Corona-Krise beschleunigt Handlungsdruck auf digitalen Vertrieb, neue Mobilit\u00e4tsangebote und Finanzdienstleistungen.<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Corona-Krise hat erhebliche Auswirkungen auf das Automobilgesch\u00e4ft. Bereits vor der Krise stand die Industrie vor weitreichenden Herausforderungen mit tiefgreifenden Auswirkungen auf die Gesch\u00e4ftsmodelle. Diese werden durch die aktuelle Lage keine anderen \u2013 aber sie werden die Hersteller viel fr\u00fcher und h\u00e4rter treffen. \u201eDie sich abzeichnenden Profitabilit\u00e4tsr\u00fcckg\u00e4nge, die wir in unserer neuesten Studie sehen, werden die Hersteller durch die Corona-Pandemie fr\u00fcher und insbesondere st\u00e4rker sp\u00fcren, wenn die Ums\u00e4tze massiv einbrechen, wie wir es aktuell bereits in den von uns betrachteten M\u00e4rkten sehen\u201c, sagt Dr. Thomas Schiller, Managing Partner Clients &amp; Industries bei Deloitte.<\/p>\n<p>Die aktuelle Deloitte-Studie \u201eFuture of Automotive Sales and Aftersales\u201c untersucht in verschiedenen Szenarien die Auswirkungen der Megatrends Konnektivit\u00e4t, alternative Antriebe, Carsharing und autonomes Fahren bis 2035 auf Umsatz und Profit im Fahrzeugabsatz und Aftersales-Gesch\u00e4ft der Autobranche. Fokus der Studie sind dabei die M\u00e4rkte China, USA, Japan sowie der Markt der f\u00fcnf gr\u00f6\u00dften EU-Staaten (Euro5) Deutschland, Frankreich, Gro\u00dfbritannien (\u00dcbergangsregelung), Italien und Spanien. Es zeigt sich: Der aktuell wichtigste Absatzmarkt, China, wird weiter an Bedeutung gewinnen, w\u00e4hrend die gr\u00f6\u00dften M\u00e4rkte in Europa stagnieren. \u201eIn China erwarten wir als Erstes Nachholeffekte beim Autokauf. Daher gehen wir in der aktuellen Lage weiterhin von einer gro\u00dfen Bedeutung des Markts f\u00fcr die Hersteller aus. Sie sind deshalb gut beraten, ihre Investitionen an die Wachstumsambitionen dort anzupassen\u201c, so Thomas Schiller. Wachstumschancen ergeben sich f\u00fcr Autohersteller jedoch nur, wenn sie es schaffen, Ver\u00e4nderungen durch technologische Trends und Kundenw\u00fcnsche mitzugestalten. \u201eDigitale Kauf- und Serviceprozesse werden mittelfristig extrem an Relevanz gewinnen. OEMs brauchen also dringend eine Strategie, wie sie diesen Kundenanforderungen k\u00fcnftig mit ihrem Online- und Offline-Angebot gerecht werden.\u201c<\/p>\n<p><strong>Akzeptanz f\u00fcr alternative Antriebe in China deutlich h\u00f6her<\/strong><br \/>\nSchon bei den Mobilit\u00e4tstrends zeigen sich enorme Unterschiede zwischen den reifen M\u00e4rkten und China. Im Reich der Mitte ist die Akzeptanz f\u00fcr alternative Antriebe wesentlich gr\u00f6\u00dfer als in Europa oder den USA. 80 Prozent der Neufahrzeuge werden dort im Jahr 2035 voll elektrisch, als Hybrid oder per Brennstoffzelle unterwegs sein. In Europa und den USA werden es gerademal 31 bis 35 Prozent sein.<\/p>\n<p>Gleichzeitig w\u00e4chst der Gesamtabsatz in China deutlich, w\u00e4hrend die M\u00e4rkte in den Euro5-Staaten stagnieren. \u201e83 Prozent des k\u00fcnftigen Umsatzwachstums werden aus dem China-Gesch\u00e4ft resultieren\u201c, sagt Schiller. Als Grundlage f\u00fcr die Prognose dient ein fiktiver Autohersteller mit 2,5 Millionen verkauften Neuwagen und starker Marktposition in Europa, den USA und China. Weil Kunden in China f\u00fcr neue Mobilit\u00e4tsl\u00f6sungen und die Vernetzung ihres Autos offener sind als in anderen M\u00e4rkten, wird sich der Umsatz dort f\u00fcr den fiktiven Hersteller in der Studie von 33,1 auf 74,6 Mrd. Dollar mehr als verdoppeln. Der Anteil des Neuwagengesch\u00e4fts am Gesamtumsatz geht hingegen von 76 auf 58 Prozent zur\u00fcck. In den vier untersuchten Kernm\u00e4rkten sinkt dieser Umsatzanteil insgesamt von 78 auf 64 Prozent. Der Rest entf\u00e4llt auf Mobilit\u00e4ts-Services und datengetriebene Gesch\u00e4ftsmodelle.<\/p>\n<p><strong>Aftersales-Ums\u00e4tze brechen ein<\/strong><br \/>\n7 Prozent des Umsatzes und rund ein Viertel des Gewinns macht ein Autohersteller im Bereich Aftersales, vor allem durch das Werkstattgesch\u00e4ft der H\u00e4ndler und den Ersatzteilhandel. Besonders in diesem Sektor muss mit einem deutlichen Umsatzr\u00fcckgang gerechnet werden. Elektroautos ben\u00f6tigen weniger Wartung, \u00d6lwechsel entfallen ganz, Bremsen werden kaum beansprucht. Zudem vermeiden moderne Fahrerassistenzsysteme Unf\u00e4lle, was zu weniger Reparaturen f\u00fchrt. Hier kann selbst der Anstieg des Fahrzeugbestands in China die Einbu\u00dfen nicht wettmachen: Trotz eines Fuhrparkwachstums von rund 50 Prozent geht die Untersuchung im Aftersales von einem Umsatzeinbruch in H\u00f6he von 10 Prozent bis 2035 aus. \u201eInsbesondere H\u00e4ndler in Europa, die bereits vor der Corona-Krise mit Profitabilit\u00e4tsproblemen zu k\u00e4mpfen hatten, werden maximal geschw\u00e4cht aus der Krise hervorgehen. Sie werden nur schwierig zu \u201aretten\u2018 sein\u201c, prognostiziert Schiller.<\/p>\n<p><strong>Ums\u00e4tze in Leasing und Finanzierung verdreifachen sich in China<\/strong><br \/>\nDie teils drastische Entwicklung im Aftersales-Bereich macht deutlich, wie wichtig es f\u00fcr Autohersteller ist, neue Gesch\u00e4ftsmodelle voranzutreiben. Mobilit\u00e4tsdienste k\u00f6nnen um 11 Prozent zulegen und 2035 18,8 Mrd. Dollar zum Umsatz des fiktiven Autoherstellers beitragen. Das Gesch\u00e4ft mit dem Auto als Kommunikationsplattform, etwa indem die Mobilit\u00e4tsdaten f\u00fcr Versicherer oder Werbung nutzbar gemacht werden, w\u00e4chst zwar um j\u00e4hrlich 20 Prozent auf dann 6,5 Mrd. Dollar. Allerdings startet der Trend von einem sehr geringen Niveau und d\u00fcrfte sich weitgehend auf den chinesischen Markt beschr\u00e4nken. In den meisten Regionen lassen sich die Verluste in traditionellen Gesch\u00e4ftsfeldern dadurch nicht kompensieren. \u201eFahrzeugkonnektivit\u00e4t wird weniger ein Wachstumsf\u00f6rderer als vielmehr die Basis f\u00fcr diverse andere Angebote sein\u201c, erkl\u00e4rt Schiller. Eindeutige Wachstumstreiber sind laut Studie hingegen Finanzdienstleistungen: In China, wo Leasing und Finanzierung von Neuwagen noch stark zunehmen, werden sich die Ums\u00e4tze fast verdreifachen. Aber auch in Europa, wo ein wachsender Teil der Neu- und Gebrauchtwagen geleast wird, steigt der Umsatz. Ein Hauptgrund: die Restwertgarantie, die Leasingvertr\u00e4ge bieten.<\/p>\n<p>\u201eUnsere Studie zeigt den allgemeinen Handlungsdruck der Autohersteller auf. Dieser war bereits vor der Corona-Krise gro\u00df \u2013 sie wird den Transformationsbedarf in der Branche noch weiter verst\u00e4rken\u201c, fasst Schiller zusammen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.deloitte-mail.de\/custloads\/141631293\/md_1752297.pdf?id=de:2el:3pr:eng_Sales:jomu\">Zur Studie<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Corona-Krise hat erhebliche Auswirkungen auf das Automobilgesch\u00e4ft. 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