{"id":22156,"date":"2020-08-14T08:47:19","date_gmt":"2020-08-14T06:47:19","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=22156"},"modified":"2020-08-14T08:47:19","modified_gmt":"2020-08-14T06:47:19","slug":"freihandelsabkommen-sind-das-mittel-der-wahl","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=22156","title":{"rendered":"Freihandelsabkommen sind das Mittel der Wahl"},"content":{"rendered":"<p><strong>Studie zu weltweiten Handelshemmnissen f\u00fcr den Maschinenbau\u00a0<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Zunehmende Exportf\u00f6rderung verzerrt in vielen Exportm\u00e4rkten den Wettbewerb<\/strong><\/li>\n<li><strong>EU-Kommission muss handelspolitische Ma\u00dfnahmen ganz oben auf die politische Agenda nehmen<\/strong><\/li>\n<li><strong>Studie im Auftrag des VDMA erm\u00f6glicht erstmals umfassendes Bild der Handelshemmnisse f\u00fcr den Maschinen- und Anlagenbau<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Erstmals erm\u00f6glicht eine Studie ein umfassendes Bild der Handelshemmnisse, mit denen der Maschinen- und Anlagenbau auf den Exportm\u00e4rkten umzugehen hat. Im Auftrag des VDMA untersuchte hierzu das \u201eGlobal Trade Alert Team\u201c der Universit\u00e4t St. Gallen, Schweiz, die internationale Situation, die weit \u00fcber klassischen Exporthemmnisse wie Z\u00f6lle und nicht-tarif\u00e4re Handelshemmnisse hinausgeht.<\/p>\n<p>Die Studie zeigt auf, dass die Maschinenbauer aus Deutschland verst\u00e4rkt im Wettbewerb mit Unternehmen stehen, die in ihren Heimatl\u00e4ndern eine umfassende Exportf\u00f6rderung erfahren. Das gilt insbesondere f\u00fcr die wichtigsten Exportm\u00e4rkten des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus: \u00a0China, USA, Russland und die EU-Staaten. Teils stehen in diesen L\u00e4ndern zwischen 70 und 100 Prozent der Maschinenexporte im Wettbewerb mit gef\u00f6rderten Produkten. Exportf\u00f6rderung ist daher ein gewichtiger Faktor im Handelskontext und bekommt in vielen Wettbewerbsl\u00e4ndern zunehmende Bedeutung.<\/p>\n<p>\u201eIm Ergebnis wird der Wettbewerb durch die Exportf\u00f6rderung zulasten des Maschinenbaus in vielen G20-L\u00e4ndern verzerrt. Die stark zunehmende Bedeutung der wettbewerbsverzerrenden Exportf\u00f6rderungen durch Drittstaaten in Form von steuerlichen Anreizen und ungebundenen Exportfinanzierungen hat uns \u00fcberrascht und sollte dringend politisch angegangen werden\u201c, sagt Ulrich Ackermann, Abteilungsleiter VDMA Au\u00dfenwirtschaft.<\/p>\n<p><strong>Deutschland und EU sind auch keine Musterknaben<\/strong><br \/>\nDie Studie der Universit\u00e4t St. Gallen zeigt zudem auf, dass technische Regulierungen in wichtigen M\u00e4rkten wie Brasilien, China und den USA den Marktzugang erschweren und die Kosten f\u00fcr ausl\u00e4ndische Lieferanten in die H\u00f6he treiben. Hinzu kommt die Unsicherheit, wie diese Regelungen umgesetzt werden. Explizit hohe Einfuhrz\u00f6lle von \u00fcber 8 Prozent gibt es im Maschinenbau noch in Brasilien, China und Indien.<\/p>\n<p>\u201eAuch Deutschland und die EU sind keine Musterknaben mit Blick auf den Freihandel. Haupthemmnisse f\u00fcr ausl\u00e4ndische Maschinenlieferanten sind die technischen Regulierungen und die Exportf\u00f6rderung. Diese Werkzeuge sind international leider weitverbreitet im Einsatz\u201c, erl\u00e4utert Prof. Dr. Simon Evenett, Direktor des Schweizerischen Instituts f\u00fcr Au\u00dfenwirtschaft und Angewandte Wirtschaftsforschung sowie Leiter des \u201eGlobal Trade Alert Team\u201c.<\/p>\n<p><strong>Freihandelsabkommen sind wichtig und brauchen Engagement<\/strong><br \/>\nWas bedeuten die Studienergebnisse konkret f\u00fcr die deutsche und europ\u00e4ische Politik? Handelshemmnisse aller Art gibt es vor allem mit L\u00e4ndern, mit denen die EU keine Freihandelsabkommen abgeschlossen hat, das zeigen die Studienergebnisse deutlich. In diesen F\u00e4llen besteht zudem die Gefahr, dass die Handelshemmnisse beibehalten werden oder sogar neue hinzukommen, wenn kein Dialog \u00fcber Erleichterungen gef\u00fchrt wird. Der VDMA fordert daher, dass die EU-Politik aktiv den Kontakt zu L\u00e4ndern mit hohen Importz\u00f6llen und anderen handelspolitischen Gegenma\u00dfnahmen sucht und sich f\u00fcr L\u00f6sungen einsetzt.<\/p>\n<p>\u201eInsbesondere f\u00fcr den stark mittelst\u00e4ndisch strukturierten und gleichzeitig exportorientierten Maschinenbau in Deutschland sind offene Absatzm\u00e4rkte essenziell. In einem zunehmend protektionistischen Marktumfeld sind EU-Freihandelsabkommen mit unseren wichtigen Handelspartnern das Mittel der Wahl\u201c, bekr\u00e4ftigt Ulrich Ackermann.<\/p>\n<p>Die Studie hat aber auch ein Vers\u00e4umnis der EU deutlich zutage gebracht: die \u00dcberwachung der handelspolitischen Ma\u00dfnahmen von Drittstaaten. Die EU-Kommission sollte die handelspolitischen Ma\u00dfnahmen der wichtigsten Handelspartner grunds\u00e4tzlich st\u00e4rker \u00fcberwachen und zwar insbesondere dann, wenn bereits Freihandelsabkommen bestehen. So hat beispielsweise S\u00fcdkorea nach Inkrafttreten des Freihandelsabkommens mit der EU neue Handelshemmnisse in Form von technischen Regularien f\u00fcr Maschinen aufgebaut \u2013 ein Schritt in die falsche Richtung. \u201eEine freie Welt braucht einen freien Handel. Nur diese Grundformel macht im internationalen Miteinander Sinn\u201c, res\u00fcmiert Ulrich Ackermann.<\/p>\n<p>Die Studie \u201eGerman Mechanical Engineering Exports At Risk From Foreign Protectionism\u201c finden Sie auf unserer <a href=\"https:\/\/www.vdma.org\/v2viewer\/-\/v2article\/render\/50216532\">Homepage<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erstmals erm\u00f6glicht eine Studie ein umfassendes Bild der Handelshemmnisse, mit denen der Maschinen- und Anlagenbau auf den Exportm\u00e4rkten umzugehen&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":6409,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24,16],"tags":[],"series":[],"class_list":["post-22156","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-plas-tv-meldungen-auf-der-startseite-unterhalb-slider","category-plast-tv-textmeldungen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/22156","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=22156"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/22156\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":22157,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/22156\/revisions\/22157"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/6409"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=22156"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=22156"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=22156"},{"taxonomy":"series","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fseries&post=22156"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}