{"id":22198,"date":"2020-08-18T08:24:12","date_gmt":"2020-08-18T06:24:12","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=22198"},"modified":"2020-08-17T11:25:42","modified_gmt":"2020-08-17T09:25:42","slug":"zweites-quartal-der-sgl-carbon-erwartungsgemaess-von-den-auswirkungen-der-corona-pandemie-gepraegt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=22198","title":{"rendered":"Zweites Quartal der SGL Carbon erwartungsgem\u00e4\u00df von den Auswirkungen der Corona-Pandemie gepr\u00e4gt"},"content":{"rendered":"<p><strong>Umsatz und EBIT vor Sondereinfl\u00fcssen im ersten Halbjahr 2020 deutlich gesunken<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Umsatz im zweiten Quartal rund 23 Prozent unter dem Vorjahresquartal; EBIT vor Sondereinfl\u00fcssen mit rund 2 Millionen Euro etwas besser als bei Vorlage der Ergebnisse des ersten Quartals 2020 avisiert<\/li>\n<li>Konzernumsatz im ersten Halbjahr 2020 mit knapp 457 Millionen Euro rund 19 Prozent unter Vorjahr; Umsatzr\u00fcckgang aufgrund einer pandemiebedingt insgesamt schw\u00e4cheren Gesch\u00e4ftsentwicklung sowie aufgrund erwarteter r\u00fcckl\u00e4ufiger Entwicklungen in den Marktsegmenten Batterie und sonstige Energie (GMS) sowie Textile Fasern (CFM)<\/li>\n<li>Konzern-EBIT vor Sondereinfl\u00fcssen mit 11 Millionen Euro rund 71 Prozent unter Vorjahr<\/li>\n<li>Aufgrund fr\u00fchzeitig ergriffener Ma\u00dfnahmen und entgegen des normalen saisonalen Verlaufs entwickelten sich die liquiden Mittel mit nahezu 154 Millionen Euro zum 30. Juni 2020 sehr positiv gegen\u00fcber dem Jahresende 2019<\/li>\n<li>Entsprechend der Prognose vom 28. Juli 2020 wird im Gesamtjahr ein Konzern-Umsatzr\u00fcckgang um 15 Prozent bis 20 Prozent und ein leicht positives operatives Konzern-EBIT vor Sondereinfl\u00fcssen erwartet<\/li>\n<li>Dr. Torsten Derr, Vorstandsvorsitzender der SGL Carbon: \u201eMein Ziel ist es, mit der SGL Carbon nachhaltig erfolgreich zu sein. Seit zwei Monaten f\u00fchren wir eine umfassende Analyse unserer Prozesse, Strukturen und M\u00e4rkte durch. Daraus werden wir die Optionen ableiten, mit denen wir unsere Profitabilit\u00e4t nachhaltig steigern k\u00f6nnen. Die Corona-Pandemie zwingt uns, noch schneller zu handeln.\u201c<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben sich im zweiten Quartal wie erwartet in den Zahlen der SGL Carbon niedergeschlagen, jedoch nicht in dem Ausma\u00df wie im Mai bei Vorlage der Quartalsmitteilung zum 31. M\u00e4rz 2020 avisiert. W\u00e4hrend der Umsatz in den drei Monaten per Ende Juni im Vergleich zum Vorjahresquartal um rund 23 Prozent zur\u00fcckging, lag das EBIT vor Sondereinfl\u00fcssen bei rund 2 Millionen Euro und damit h\u00f6her als erwartet. Insgesamt erzielte die SGL Carbon im ersten Halbjahr einen Umsatz in H\u00f6he von 457 Millionen Euro. Das entspricht einem R\u00fcckgang von rund 19 Prozent gegen\u00fcber dem Vorjahr. Dieser R\u00fcckgang setzt sich zusammen aus einer pandemiebedingt insgesamt schw\u00e4cheren Gesch\u00e4fts-entwicklung sowie aus erwarteten r\u00fcckl\u00e4ufigen Entwicklungen in den Marktsegmenten Batterie &amp; sonstige Energie (GMS) sowie Textile Fasern (CFM) aufgrund von Kapazit\u00e4tsanpassungen. Das Konzern-EBIT vor Sondereinfl\u00fcssen lag mit 11 Millionen Euro rund 71 Prozent unter dem Vorjahr.<\/p>\n<p>Am 28. Juli 2020 hat das Unternehmen unter gewissen Annahmen wieder eine Prognose f\u00fcr das Gesch\u00e4ftsjahr 2020 ver\u00f6ffentlicht. Demnach erwartet das Unternehmen einen Konzern-Umsatz, der rund 15 bis 20 Prozent unter dem Vorjahr liegen soll. Das operative Konzern-EBIT vor Sondereinfl\u00fcssen soll leicht positiv ausfallen. Insbesondere eine zweite Corona-Welle und ein hiermit eingehender weiterer rezessionsbedingter Nachfrager\u00fcckgang sind in der aktuellen Prognose nicht ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<p>Aufgrund der fr\u00fch ergriffenen Ma\u00dfnahmen und entgegen des saisonalen Verlaufs lagen die liquiden Mittel mit nahezu 154 Millionen Euro zur Jahresmitte deutlich \u00fcber dem Wert von 137 Millionen Euro zum Jahresende 2019.<\/p>\n<p><strong>\u201eMein Ziel ist es, mit der SGL Carbon nachhaltig erfolgreich zu sein. Seit zwei Monaten f\u00fchren wir eine umfassende Analyse unserer Prozesse, Strukturen und M\u00e4rkte durch\u201c, sagt Dr. Torsten Derr, Vorstandsvorsitzender der SGL Carbon. \u201eDaraus werden wir die Optionen ableiten, mit denen wir unsere Profitabilit\u00e4t nachhaltig steigern k\u00f6nnen. Die Corona-Pandemie zwingt uns, noch schneller zu handeln.\u201c\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Im ersten Halbjahr 2020 sank der Umsatz der SGL Carbon deutlich um nahezu 19 Prozent auf 456,5 (Vorjahr: 561,5) Millionen Euro. Das EBIT vor Sondereinfl\u00fcssen sank um 71 Prozent auf 10,8 (Vorjahr: 37,8) Millionen Euro. Die Kapitalrendite (ROCE) auf Basis des EBIT vor Sondereinfl\u00fcssen betrug im ersten Halbjahr 1,7 (Vorjahr: 4,6) Prozent. Nach Sondereinfl\u00fcssen sank das Ergebnis aus Betriebst\u00e4tigkeit (EBIT) im ersten Halbjahr 2020 auf 5,7 (Vorjahr: 33,5) Millionen Euro. Das Finanzergebnis verbesserte sich auf minus 15,8 (Vorjahr: minus 18,7) Millionen Euro. Insgesamt verringerte sich das Ergebnis vor Steuern jedoch wegen des EBIT-R\u00fcckgangs auf minus 10,1 (Vorjahr: plus 14,8) Millionen Euro. Nach Steuern und Minderheiten lag das Konzernergebnis bei minus 13,8 (Vorjahr: plus 10,1) Millionen Euro.<\/p>\n<p><strong>Composites \u2013 Fibers &amp; Materials (CFM): Umsatz im zweiten Quartal von Corona-Auswirkungen gekennzeichnet; EBIT vor Sondereinfl\u00fcssen sinkt im ersten Halbjahr 2020 um eine Million auf 1,8 Millionen Euro<\/strong><\/p>\n<p>Erst im zweiten Quartal wurden die Folgen der Corona-Pandemie im Gesch\u00e4ftsbereich CFM deutlich sp\u00fcrbar. In den drei Monaten von April bis Juni 2020 sanken die Ums\u00e4tze im Jahresvergleich um rund 22 Prozent, das EBIT vor Sondereinfl\u00fcssen drehte sich ins leicht Negative. Auf das Halbjahr bezogen gingen die Ums\u00e4tze von CFM um rund 15 Prozent (w\u00e4hrungsbereinigt minus 16 Prozent) auf 185,7 (Vorjahr: 219,4) Millionen Euro zur\u00fcck. Den prozentual gr\u00f6\u00dften R\u00fcckgang verzeichnete das Marktsegment Textile Fasern, in dem seit Ende 2019 als Teil der Ergebnisverbesserungsma\u00dfnahmen eine Acrylfaserlinie auf Precursor umgestellt und zwei Acrylfaserlinien stillgelegt wurden.<\/p>\n<p>Die Marktsegmente Automobil und Luftfahrt verzeichneten coronabedingte Umsatzr\u00fcckg\u00e4nge. Dagegen verdoppelte sich das Gesch\u00e4ft mit der Windenergie-Industrie und \u00fcbertraf damit die Erwartungen. Die Industriellen Anwendungen verblieben in etwa stabil nahe des Vorjahresniveaus. Das EBIT vor Sondereinfl\u00fcssen im ersten Halbjahr 2020 verschlechterte sich von 2,8 Millionen Euro in der Vorjahresperiode auf 1,8 Millionen Euro im Berichtszeitraum aufgrund des coronabedingt leichten Verlustes im zweiten Quartal 2020. Dabei konnten die deutlich verbesserten Ergebnisse im Gesch\u00e4ft mit der Windenergie-Industrie das um rund 4 Millionen Euro verschlechterte Ergebnis aus At-Equity bilanzierten Beteiligungen nicht kompensieren. Hintergrund f\u00fcr das geringere At-Equity-Ergebnis sind tempor\u00e4re Schlie\u00dfungen der beiden Standorte der Brembo SGL zwischen Ende M\u00e4rz und Ende April 2020. Die EBIT-Marge im Gesch\u00e4ftsbereich CFM sank auf 1,0 Prozent (Vorjahr: 1,3 Prozent). Die Kapitalrendite (ROCE) des Gesch\u00e4ftsbereichs CFM auf Basis des EBIT vor Sondereinfl\u00fcssen lag bei minus 1,5 Prozent (Vorjahr: plus 0,9 Prozent).<\/p>\n<p>Der negative ROCE resultiert aus der Berechnungsmethode, da das EBIT vor Sondereinfl\u00fcssen bezogen auf die letzten zw\u00f6lf Monate zugrunde gelegt wird.<\/p>\n<p><strong>Graphite Materials &amp; Systems (GMS): Umsatzr\u00fcckgang in allen Marktsegmenten bis auf Halbleiter; EBIT-R\u00fcckgang um etwa 51 Prozent auf 24,3 Millionen Euro<\/strong><\/p>\n<p>Auch im Gesch\u00e4ftsbereich GMS zeigten sich sp\u00fcrbare Folgen der Corona-Pandemie erst im zweiten Quartal 2020. Hier gingen im Vergleich zum Vorjahresquartal der Umsatz um knapp 23 Prozent und das EBIT um rund 47 Prozent zur\u00fcck. \u00dcber das Halbjahr betrachtet sank der Umsatz der GMS um rund 21 Prozent (ohne nennenswerte W\u00e4hrungseffekte) auf 258,0 (Vorjahr: 325,8) Millionen Euro. Dabei gingen die Ums\u00e4tze in allen Marktsegmenten zur\u00fcck bis auf Halbleiter, in dem die Ums\u00e4tze leicht zweistellig wuchsen. Gegen\u00fcber dem Rekordergebnis im Vorjahreszeitraum von 50,0 Millionen Euro ist das EBIT um rund 51 Prozent auf 24,3 Millionen Euro zur\u00fcckgegangen. Allein aus dem IFRS 15-Effekt ergab sich im Jahresvergleich eine Ergebnisverschlechterung von rund 9 Millionen Euro. Die EBIT-Marge ging auf 9,4 Prozent (Vorjahr: 15,3 Prozent) zur\u00fcck. Analog zum Umsatz verzeichneten fast alle Marktsegmente einen Ergebnisr\u00fcckgang. Das Ergebnis im Marktsegment Automobil &amp; Transport konnte trotz eines r\u00fcckl\u00e4ufigen Umsatzes aufgrund Produktivit\u00e4tsverbesserungen stabilisiert werden. Die Kapitalrendite (ROCE) des Gesch\u00e4ftsbereichs GMS auf Basis des EBIT vor Sondereinfl\u00fcssen lag bei 11,2 (Vorjahr: 17,0) Prozent.<\/p>\n<p><strong>Corporate: Umsatz unter Vorjahr, stabiles EBIT<\/strong><\/p>\n<p>Der Umsatz im Berichtssegment Corporate lag im ersten Halbjahr 2020 rund 21 Prozent unter dem Vorjahresniveau (kein W\u00e4hrungseffekt), weil weniger Serviceleistungen an ver\u00e4u\u00dferte Gesch\u00e4ftseinheiten \u2013 dem ehemaligen Gesch\u00e4ftsbereich Performance Products \u2013 anfielen. Das EBIT verblieb mit minus 15,3 Prozent auf Niveau des Vorjahres.<\/p>\n<p><strong>Free Cashflow aus fortgef\u00fchrten Aktivit\u00e4ten deutlich verbessert\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Der Cashflow aus betrieblicher T\u00e4tigkeit verbesserte sich im ersten Halbjahr 2020 deutlich um 25,4 Millionen Euro auf 40,8 Millionen Euro, vor allem da im Gegensatz zu den Vorjahren kein wesentlicher Aufbau des Nettoumlaufverm\u00f6gens erfolgte. Zudem sank der Cashflow aus Investitionst\u00e4tigkeit von minus 24,6 Millionen Euro im Vorjahr auf minus 14,2 Millionen Euro, vor allem wegen geringerer Investitionen in immaterielle Verm\u00f6genswerte und Sachanlagen. Hinzu kamen Mittelzufl\u00fcsse aus einer Dividende des Joint Ventures mit Brembo in H\u00f6he von 5,0 (Vorjahr: 6,0) Millionen Euro. Als Folge der genannten Effekte verbesserte sich der Free Cashflow aus fortgef\u00fchrten Aktivit\u00e4ten deutlich auf 26,6 (Vorjahr: minus 9,2) Millionen Euro.<\/p>\n<p>Die Bilanzsumme der SGL Carbon lag per 30. Juni 2020 bei 1.460,5 Millionen Euro und damit leicht unter dem Vorjahreswert (31. Dezember 2019: 1.504,8 Millionen Euro). Das Eigenkapital der Anteilseigner sank um 4,9 Prozent auf 398,0 Millionen Euro (31. Dezember 2019: 418,6 Millionen Euro) vor allem aufgrund des Konzernergebnisses von minus 13,8 Millionen Euro. Insgesamt lag die Eigenkapitalquote fast unver\u00e4ndert bei 27,3 Prozent (31. Dezember 2019: 27,8 Prozent).<\/p>\n<p><strong>Ausblick 2020: Konzern-Umsatz voraussichtlich 15 bis 20 Prozent unter Vorjahr; leicht positives operatives Konzern-EBIT vor Sondereinfl\u00fcssen erwartet<\/strong><\/p>\n<p>Angesichts der Unsicherheit im Hinblick auf den weiteren Verlauf, die Dauer sowie die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die weltweite wirtschaftliche Entwicklung hat der Vorstand der SGL Carbon am 1. April 2020 beschlossen, die im Gesch\u00e4ftsbericht 2019 ver\u00f6ffentlichte Prognose f\u00fcr das Gesch\u00e4ftsjahr 2020 zur\u00fcckzuziehen.<\/p>\n<p>Die gesamtwirtschaftliche Situation bleibt weiterhin fragil und von Covid-19 dominiert, doch sind die Aussichten f\u00fcr das zweite Halbjahr konsistenter geworden. Unter gewissen, mit Unsicherheiten behafteten Annahmen hat die SGL Carbon am 28. Juli 2020 wieder eine Konzernprognose f\u00fcr das Gesch\u00e4ftsjahr 2020 ver\u00f6ffentlicht. Insbesondere eine zweite Pandemiewelle und ein hiermit einhergehender weiterer rezessionsbedingter Nachfrager\u00fcckgang sind in der aktuellen Jahresprognose nicht ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Gesch\u00e4ftsbereich CFM erwartet die SGL Carbon nun einen Umsatzr\u00fcckgang von etwa 10 Prozent. Der R\u00fcckgang im Marktsegment Textile Fasern, der vor allem auf die Kapazit\u00e4tsanpassung zur\u00fcckzuf\u00fchren ist, sowie der Covid-19 bedingte Nachfrageeinbruch in der Automobilindustrie werden voraussichtlich nicht durch das starke Wachstum im Windgesch\u00e4ft und das Wachstum im Marktsegment Luftfahrt kompensiert werden k\u00f6nnen. Die Verschlechterung gegen\u00fcber den Erwartungen vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie, als die SGL Carbon einen stabilen Umsatz in Aussicht gestellt hatte, ergibt sich aus allen Marktsegmenten mit Ausnahme der Windenergie, in der deutlich h\u00f6here Ums\u00e4tze erzielt werden als urspr\u00fcnglich antizipiert. F\u00fcr das operative EBIT vor Sondereinfl\u00fcssen erwartet die SGL Carbon nun ein ann\u00e4hernd ausgeglichenes Ergebnis. Damit liegt die Prognose nahe jener aus M\u00e4rz 2020 (Turnaround und leicht positives EBIT), da die SGL Carbon personelle Ma\u00dfnahmen wie beispielsweise Kurzarbeit und diverse Ausgabenreduzierungen beziehungsweise -verschiebungen durchf\u00fchren und den negativen Ergebniseffekt aus dem pandemiebedingt geringeren Umsatz einschr\u00e4nken konnte. Dar\u00fcber hinaus tragen die bereits im zweiten Halbjahr 2019 eingeleiteten Ergebnisverbesserungsma\u00dfnahmen im Gesch\u00e4ft mit Textile Fasern sowie die Anfang 2020 durchgesetzten Preiserh\u00f6hungen im Windenergiesegment zur Verbesserung des Ergebnisses gegen\u00fcber dem Vorjahr bei.<\/p>\n<p>Im Gesch\u00e4ftsbereich GMS antizipiert die SGL Carbon nun einen Umsatzr\u00fcckgang um rund 20 Prozent aufgrund des gesunkenen Gesch\u00e4ftsvolumens in allen Marktsegmenten bis auf das Halbleitergesch\u00e4ft, das sich in etwa auf dem Vorjahresniveau halten d\u00fcrfte. Die Verschlechterung gegen\u00fcber der Einsch\u00e4tzung im M\u00e4rz 2020 (R\u00fcckgang im hohen einstelligen Prozentbereich) ergibt sich vor allem aus der schw\u00e4cheren Entwicklung in den konjunktursensitiveren Gesch\u00e4ften mit der Chemieindustrie und den Industriellen Anwendungen. Einen geringeren Umsatz erwartet die SGL Carbon auch in den anderen Marktsegmenten mit Ausnahme von Batterie &amp; sonstige Energie. Das operative EBIT vor Sondereinfl\u00fcssen d\u00fcrfte aufgrund der gesunkenen Umsatzerwartung und der damit verbundenen deutlich niedrigeren Kapazit\u00e4tsauslastung um mindestens 50 Prozent zur\u00fcckgehen und damit deutlich st\u00e4rker als noch im M\u00e4rz antizipiert (R\u00fcckgang um 20 Prozent).<\/p>\n<p>Im Berichtssegment Corporate erwartet die SGL Carbon weiterhin eine deutliche Verschlechterung des operativen EBIT vor Sondereinfl\u00fcssen, zum einen aufgrund von h\u00f6heren Beraterkosten, zum anderen weil das Vorjahresergebnis durch Einmalertr\u00e4ge f\u00fcr Serviceleistungen an den K\u00e4ufer des ehemaligen Gesch\u00e4ftsbereichs Performance Products beg\u00fcnstigt wurde.<\/p>\n<p>Auf Basis der oben aufgef\u00fchrten erwarteten Entwicklungen in den Berichtssegmenten rechnet die SGL Carbon f\u00fcr das Gesamtjahr 2020 mit einem um 15 bis 20 Prozent r\u00fcckl\u00e4ufigen Konzernumsatz. F\u00fcr das operative Konzern-EBIT vor Sondereinfl\u00fcssen erwartet die SGL Carbon ein leicht positives Ergebnis.<\/p>\n<p>Wie seit Jahresbeginn kommuniziert hat die SGL Carbon an verschiedenen zus\u00e4tzlichen, nicht kapitalmarktbezogenen Ma\u00dfnahmen zur Generierung von Finanzmitteln gearbeitet. Einige dieser Ma\u00dfnahmen wurden nach dem Bilanzstichtag erfolgreich abgeschlossen beziehungsweise hat das Unternehmen hierbei deutliche Fortschritte erzielt. Diese werden das Konzern-EBIT vor Sondereinfl\u00fcssen im Rahmen von Einmaleffekten in niedriger zweistelliger Millionen-Euro-H\u00f6he erh\u00f6hen, voraussichtlich prim\u00e4r im dritten Quartal. Daher erwartet die SGL Carbon trotz des R\u00fcckgangs im operativen Konzern-EBIT vor Sondereinfl\u00fcssen ein Konzernjahresergebnis aus fortgef\u00fchrten Aktivit\u00e4ten in einer \u00e4hnlichen Gr\u00f6\u00dfenordnung wie vor dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie avisiert (niedriger zweistelliger negativer Millionen-Euro-Betrag).<\/p>\n<p>Um den reduzierten operativen Ergebniserwartungen Rechnung zu tragen und im Sinne eines konservativen Free-Cashflow-Managements begrenzt die SGL Carbon ihre Investitionsausgaben im laufenden Jahr weiter auf rund 60 Millionen Euro (Prognose im M\u00e4rz 2020: 70 Millionen bis 80 Millionen Euro) und damit unter dem Abschreibungsniveau. Der Fokus der Investitionen im Gesch\u00e4ftsbereich CFM liegt auf dem Marktsegment Automobil, vor allem zur Ausf\u00fchrung der neuen Auftr\u00e4ge f\u00fcr Batteriek\u00e4sten. Dar\u00fcber hinaus hat die SGL Carbon in die Umstellung einer weiteren textilen Acrylfaserlinie auf PAN-Precursor zur Versorgung der eigenen Carbonfaser-Produktion investiert. Bei GMS liegt der Investitionsschwerpunkt auf dem Marktsegment Batterie &amp; sonstige Energie (Brennstoffzellenkomponenten).<\/p>\n<p>Aufgrund der oben erw\u00e4hnten erfolgreichen Umsetzung von zus\u00e4tzlichen, nicht-kapitalmarktbezogenen Ma\u00dfnahmen kann die SGL Carbon die im M\u00e4rz 2020 avisierte Erh\u00f6hung der Nettofinanzschulden zum Jahresende 2020 um einen mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Betrag im Vergleich zum Jahresende 2019 trotz einer deutlich niedrigeren operativen Ergebniserwartung weitgehend best\u00e4tigen. Die Erh\u00f6hung der Nettofinanzschulden ist im Wesentlichen zur\u00fcckzuf\u00fchren auf die bis Jahresende f\u00e4llige Zahlung des Kaufpreises f\u00fcr SGL Composites US (Carbonfaserwerk des ehemaligen Gemeinschaftsunternehmens mit BMW in Moses Lake, Washington, USA) in H\u00f6he von 62 Millionen US-Dollar.<\/p>\n<p>Entsprechend erwartet die SGL Carbon trotz der im vierten Quartal 2020 geplanten Kaufpreiszahlung eine komfortable Liquidit\u00e4tssituation zum Jahresende 2020. Dar\u00fcber hinaus hat das Unternehmen unver\u00e4ndert Zugang zum syndizierten Kredit in H\u00f6he von 175 Millionen Euro, der nach wie vor nicht gezogen ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben sich im zweiten Quartal wie erwartet in den Zahlen der SGL Carbon niedergeschlagen&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":7084,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24,16],"tags":[],"series":[],"class_list":["post-22198","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-plas-tv-meldungen-auf-der-startseite-unterhalb-slider","category-plast-tv-textmeldungen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/22198","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=22198"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/22198\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":22199,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/22198\/revisions\/22199"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/7084"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=22198"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=22198"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=22198"},{"taxonomy":"series","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fseries&post=22198"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}