{"id":22543,"date":"2020-09-09T07:27:48","date_gmt":"2020-09-09T05:27:48","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=22543"},"modified":"2020-09-08T16:30:10","modified_gmt":"2020-09-08T14:30:10","slug":"75-jahre-buss-ko-knetertechnologie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=22543","title":{"rendered":"75 Jahre Buss Ko-Knetertechnologie"},"content":{"rendered":"<p><strong><br \/>\nEin Dreiviertel Jahrhundert schonende Aufbereitung bei hoher Mischeffizienz und guter Skalierbarkeit <\/strong><\/p>\n<p>Der 20. August 1945, der Tag, an dem der Diplomingenieur Heinz List das Prinzip des Ko-Kneters zum Patent angemeldet hat, gilt als die Geburtsstunde dieser Aufbereitungstechnologie. Von der Idee \u00fcberzeugt, er\u00f6ffnete Buss AG 1948 das erste Testzentrum f\u00fcr den Ko-Kneter und lieferte 1950 \u2013 List war dort inzwischen technischer Direktor \u2013 die ersten Compoundieranlagen f\u00fcr PVC bzw. Polystyrol aus. In der Folge gelang es dem Unternehmen, diese Technologie weltweit als System der Wahl zu etablieren, wenn es darum ging, Compounds effizient und dabei zugleich besonders schonend herzustellen.<\/p>\n<p>Bis heute hat Buss \u00fcber 3.500 dieser Compoundiersysteme in Form kunden- und anwendungsspezifischer L\u00f6sungen produziert und in mehr als 80 L\u00e4nder exportiert. Dabei reicht das Spektrum der Anwendungen von der Aufbereitung technischer Hochleistungskunststoffe mit hitze- oder scherempfindlichen Bestandteilen wie elektrisch leitf\u00e4hige Ru\u00dfe \u2013 bei F\u00fcllstoffbeladungen bis \u00fcber 90% \u2013 bis zur Herstellung von Rezepturen f\u00fcr die Aluminium-, Chemie- und Nahrungsmittelindustrie. Das aktuelle Portfolio der Ko-Kneter von Buss f\u00fcr die Kunststoff- und Elastomerindustrie umfasst die COMPEO Baureihe, die in sechs Baugr\u00f6\u00dfen verf\u00fcgbar ist und bei der Verarbeitung von Thermoplasten Durchs\u00e4tze bis zu 12.800\u00a0kg\/h erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p><strong>Ein besonderes Funktionsprinzip als Schl\u00fcssel<\/strong><\/p>\n<p>Die hoch effiziente und zugleich schonende Mischwirkung ist ein Ergebnis der besonderen Funktionsweise des Ko-Kneters. Zum einen ist seine Schneckenwendel durch zwei bis vier L\u00fccken pro Umgang unterbrochen. Dadurch entstehen die charakteristischen Knetfl\u00fcgel, die mit station\u00e4ren, im Knetergeh\u00e4use befestigten Knetbolzen k\u00e4mmen. Zum anderen f\u00fchrt die Schneckenwelle eine rotierende und zugleich eine axiale oszillierende Bewegung aus und vollzieht dabei pro Umdrehung einen vollst\u00e4ndigen Hub vor und zur\u00fcck in die Ausgangslage.<\/p>\n<p>Die f\u00fcr das Aufschmelzen und Dispergieren erforderliche Scherung entsteht im Scherspalt zwischen Knetfl\u00fcgel und Knetbolzen. Bauartbedingt ist die Schergeschwindigkeit unabh\u00e4ngig von der Maschinengr\u00f6\u00dfe und direkt proportional zur Drehzahl der Schneckenwelle. Daraus resultiert als weiterer Vorteil der Ko-Kneter-Technologie eine problemlose Skalierbarkeit vom Labor- zum Produktionsma\u00dfstab.<\/p>\n<p><strong>Wachsende Anwendungsvielfalt<\/strong><\/p>\n<p>Bei vielen Anwendern, die sich mit einer breiten Palette von Produkten befassen, gilt der Ko-Kneter aufgrund seiner Allrounder-Eigenschaften als System der Wahl. Zudem hat er sich in spezifischen Nischen als Technologief\u00fchrer etabliert. So profitieren Hersteller von Isolationen f\u00fcr Mittel- bis H\u00f6chstspannungskabel von der exakten Temperaturf\u00fchrung bei der reaktiven Extrusion. In halbleitenden Compounds ist die schonende Verteilung von hochstrukturierten Zuschlagstoffen der Schl\u00fcssel, und bei weiteren Thermoplasten spielt das Aufbereiten in engen Verfahrensfenstern eine entscheidende Rolle.<\/p>\n<p>Zu den Anwendungen in der Medizintechnik geh\u00f6rt die Produktion von Compounds f\u00fcr die Handhabung von Fl\u00fcssigkeiten und f\u00fcr sterile Verpackungen von Medikamenten, von antibakteriell und antiviral-ausger\u00fcsteten Compounds sowie von Klebstoffen, z.\u00a0B. f\u00fcr Verbandsmaterial. Dank der moderaten Schergeschwindigkeiten bei sehr guten Mischeigenschaften erm\u00f6glicht der Ko-Kneter hier das homogene Einarbeiten sehr kleiner Mengen an Additiven.<\/p>\n<p>Wo Temperatur- und\/oder scherempfindliche Rezepturbestandteile eine Rolle spielen, beispielsweise bei Compounds auf der Basis von PBT (Polybutylenterephthalat) oder hochtemperaturbest\u00e4ndigem Polyamid (PA), bei Duroplasten, bei denen unterhalb des Vernetzungsbereichs compoundiert werden muss, oder bei naturfaserverst\u00e4rkten Materialen erm\u00f6glichen die moderaten Schergeschwindigkeiten das Aufbereiten in engen Operationsfenstern. Die Anwendungen reichen hier von Elektronikbauteilen \u00fcber Komponenten f\u00fcr den Motorenraum bis zu gewichtsoptimieren Flugzeug- oder Fahrzeugteilen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der 20. 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