{"id":22735,"date":"2020-09-21T09:00:46","date_gmt":"2020-09-21T07:00:46","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=22735"},"modified":"2020-09-21T09:00:46","modified_gmt":"2020-09-21T07:00:46","slug":"mit-startups-kooperieren-chance-fuer-den-maschinenbau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=22735","title":{"rendered":"Mit Startups kooperieren: Chance f\u00fcr den Maschinenbau"},"content":{"rendered":"<p><strong>Maschinenbau und Startups arbeiten immer h\u00e4ufiger zusammen \u2013 und dies mit Erfolg: Drei von f\u00fcnf Startup-Kooperationen im Maschinenbau sind nachhaltig gelungen. Doch damit sind l\u00e4ngst nicht alle Potenziale ausgesch\u00f6pft. Die neue Studie \u201eGemeinsam stark\u201c von VDMA und UnternehmerTUM deckt H\u00fcrden in der Zusammenarbeit auf und identifiziert, mit welchen Strategien Maschinenbauunternehmen die Chancen auf eine erfolgreiche Kooperation mit Startups erh\u00f6hen k\u00f6nnen.<\/strong><\/p>\n<p>Der Maschinen- und Anlagenbau ist der gr\u00f6\u00dfte Ingenieurarbeitgeber und der Innovationsmotor der deutschen Wirtschaft. Um diese Stellung zu behaupten, gilt es neueste Technologien schnellstm\u00f6glich aufzusaugen und umzusetzen. Startups spielen hierbei eine entscheidende Rolle. Sie helfen dabei, Innovationsfelder z\u00fcgig zu besetzen und neue Gesch\u00e4ftsfelder zu erschlie\u00dfen: Denn junge Tech-Unternehmen besitzen oft innovative Technologien und flexible Strukturen, mit denen Maschinenbauunternehmen neue Innovationspfade z\u00fcgig und mit einem geringen unternehmerischen Risiko beschreiten k\u00f6nnen. Kein Wunder daher, dass immer mehr Unternehmen im Maschinenbau auf Startups zugehen. Dies belegt eine Untersuchung, die VDMA Startup-Machine \u2013 die europ\u00e4ische Netzwerkorganisation f\u00fcr Startups und Maschinenbau \u2013 gemeinsam mit UnternehmerTUM \u2013 dem f\u00fchrendem Zentrum f\u00fcr Innovation und Gr\u00fcndung in\u00a0Europa an der TU M\u00fcnchen \u2013 durchgef\u00fchrt hat. F\u00fcr die Studie wurde eine Online-Umfrage unter 110 Maschinenbauunternehmen und 96 Startups durchgef\u00fchrt und mit Experteninterviews von Vertretern aus beiden Seiten angereichert. Die Studie zeigt: Bereits mehr als die H\u00e4lfte der Maschinenbauer hat schon mit Startups zusammengearbeitet \u2013 im Durchschnitt sind sie zwei bis vier Kooperationen eingegangen. Ihr Kernmotiv dabei: Die Entwicklung neuer oder die Verbesserung bestehender Produkte. 84 Prozent der befragten Maschinenbauunternehmen wollen auf diese Weise neue Produkte und Services im Kerngesch\u00e4ft anbieten. Zwei Drittel der Befragten (67 Prozent) versuchen zudem, durch die Zusammenarbeit mit Startups neue Gesch\u00e4ftsfelder abseits des Kerngesch\u00e4fts zu erschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>F\u00fcr Startups wiederum steht die Kundengewinnung an erster Stelle, wie 93 Prozent der befragten Jungfirmen best\u00e4tigen. Wesentlich ist f\u00fcr die jungen Unternehmen zudem, durch die Kooperation die Machbarkeit ihrer L\u00f6sungen im Rahmen eines PoC (Proof-of-Concept) zu testen (66 Prozent), Referenzkunden zu gewinnen (63 Prozent) und das bestehende Kunden- oder Vertriebsnetzwerk des Partners zu nutzen (62 Prozent). Maschinenbauunternehmen sind dabei ideale Partner f\u00fcr Startups. 74 Prozent von ihnen best\u00e4tigen, dass der Maschinenbau eine \u201ehungrige Abnehmerbranche\u201c f\u00fcr die meist digitalen Produkte der jungen Technologieunternehmen ist. Zudem w\u00fcrdigt knapp die H\u00e4lfte der Unternehmen den Maschinenbau als \u201ekompetenten Partner\u201c, der Zugang zu Hidden Champions bietet, leistungsf\u00e4hig und innovativ ist, viel Technologiewissen besitzt und ein loyaler Partner ist.<\/p>\n<p><strong>Maschinenbauer loben Zusammenarbeit mit Startups<\/strong><br \/>\nDie Partnerschaft tr\u00e4gt auf beiden Seiten Fr\u00fcchte: Mehr als zwei Drittel (71 Prozent) der befragten Unternehmen im Maschinenbau sind zufrieden oder sogar sehr zufrieden mit der bisherigen Zusammenarbeit. Von den Startups sind es immerhin 61 Prozent. Insgesamt f\u00fchren drei von f\u00fcnf Kooperationen zum Erfolg \u2013 darin sind sich etablierte Unternehmen und Jungunternehmen einig. Das Gute daran: \u00dcbung macht den Meister. Von den Maschinenbauunternehmen, die mit mehr als f\u00fcnf Startups kooperiert haben, sind alle zufrieden. Und auch bei den Startups, die bereits mehr als f\u00fcnf Kooperationen mit Maschinenbauunternehmen eingegangen sind, ist der Anteil der Unzufriedenen sehr gering (9 Prozent).<\/p>\n<p>\u201eDie Kooperation mit Startups im Maschinenbau ist kein Hype, sondern ein wichtiger Treiber f\u00fcr Innovation und Zukunftsf\u00e4higkeit im Maschinenbau. Mit der Startup-Machine geben wir unseren Mitgliedsunternehmen Hilfestellungen an die Hand, um H\u00fcrden bei der Zusammenarbeit zu meistern und Mehrwerte aus der Kooperation zu sch\u00f6pfen\u201c, sagt Hartmut Rauen, stellvertretender VDMA-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer.<\/p>\n<p><strong>Startup-Strategie und Systematik fehlen noch zu oft<\/strong><br \/>\nAls wichtigsten Erfolgsfaktor f\u00fcr die Startup-Kollaboration f\u00fchren die befragten Maschinenbauunternehmen eine klare Zielvorgabe und Strategie bei der Startup-Kollaboration an. Hier besteht Optimierungspotenzial, denn aktuell verf\u00fcgen gerade einmal 22 Prozent der befragten Maschinenbauer \u00fcber eine pr\u00e4zise formulierte Strategie f\u00fcr die Zusammenarbeit mit Startups.<\/p>\n<p>In der Praxis werden Kooperationen h\u00e4ufig ohne Systematik eingegangen. Lediglich bei 25 Prozent der kooperierenden Unternehmen ist die Identifikation von Startups ein definierter Prozess mit Verantwortlichkeiten und nur 14 Prozent verf\u00fcgen \u00fcber einen systematischen Auswahlprozess von Startups. Die Vorteile einer systematischen Herangehensweise liegen dabei auf der Hand. Sie f\u00f6rdert nachweislich den Erfolg der Zusammenarbeit, wie die Untersuchung belegt: So geben 88 Prozent der Maschinenbauer mit einem systematischen Prozess bei der Startup-Identifikation an, damit die richtigen Partner zu finden, und 89 Prozent der befragten Maschinenbauer mit einem systematischen Auswahlprozess sind (sehr) zufrieden mit dem Kooperationserfolg.<\/p>\n<p><strong>Top-Management muss Kooperationen unterst\u00fctzen<\/strong><br \/>\nDer zweitmeist genannte Erfolgsfaktor der befragten Maschinenbauunternehmen ist die Unterst\u00fctzung durch das Topmanagement. Sie ist die Grundvoraussetzung, um eine innovations- sowie kooperationsfreundliche Kultur im Unternehmen zu etablieren und die finanziellen und strukturellen Voraussetzungen daf\u00fcr zu schaffen. Unternehmen, die Ma\u00dfnahmen durchf\u00fchren, um Startups fr\u00fchzeitig und schrittweise in die organisationseigenen Strukturen und Prozesse einzubinden, Mitarbeiter im Unternehmen als Unterst\u00fctzer zu gewinnen sowie die jungen Teams mit Promotoren zu vernetzen, sind \u00fcberdurchschnittlich (80 Prozent) zufrieden.<\/p>\n<p><strong>Startups brauchen schlanke Prozesse<\/strong><br \/>\nF\u00fcr Startups hei\u00dft der wichtigste Erfolgsfaktor: schlanke und b\u00fcrokratiearme Prozesse im Partnerunternehmen. Danach folgen feste Budgetzusagen f\u00fcr die Startup-Kollaboration an zweiter und klare Verantwortlichkeiten\/Ansprechpartner im Unternehmen an dritter Stelle. Und dies zahlt sich aus: So sind Startups, bei denen Partnerunternehmen einen verk\u00fcrzten Einkaufsprozess f\u00fcr die Startup-Dienstleistungen anbieten, mit 77 Prozent \u00fcberdurchschnittlich zufrieden. Ebenso sind Startups, denen ein fester Ansprechpartner bereitgestellt wird, mit 74 Prozent \u00fcberdurchschnittlich zufrieden.<\/p>\n<p><strong>Erfolg braucht klare Leitplanken<\/strong><br \/>\nAus der Untersuchung lassen sich zahlreiche Ans\u00e4tze entlang des Kollaborationsprozesses ableiten, mit denen die Erfolgschancen erh\u00f6ht werden k\u00f6nnen. \u201eDamit Potenziale noch besser genutzt werden k\u00f6nnen, braucht es Leitplanken. Die vorliegende Studie hat klare Erfolgskriterien f\u00fcr die\u00a0Zusammenarbeit identifiziert. In Zukunft wird es unserer Meinung nach immer wichtiger, dass sich der Maschinen- und Anlagebau gezielt in Innovations\u00f6kosysteme einbringt und beide Seiten &#8211; Maschinenbauer und Startups &#8211; lernen, noch mehr und besser miteinander zu kooperieren\u201c, sagt Christian Mohr, Managing Partner bei UnternehmerTUM Business Creators, dem Beratungszweig von UnternehmerTUM. Wesentlich sind die Implementierung einer Startup-Strategie sowie die Schaffung einer innovations- und kooperationsfreundlichen Atmosph\u00e4re. Hinzu kommen Ma\u00dfnahmen zum systematischen, planvollen und partnergerechten Management des Kollaborationsprozess und nicht zuletzt der Austausch mit anderen kooperationsaktiven Unternehmen der eigenen Branche.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Maschinen- und Anlagenbau ist der gr\u00f6\u00dfte Ingenieurarbeitgeber und der Innovationsmotor der deutschen Wirtschaft. 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