{"id":23255,"date":"2020-10-27T08:33:39","date_gmt":"2020-10-27T07:33:39","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=23255"},"modified":"2020-10-26T10:35:03","modified_gmt":"2020-10-26T09:35:03","slug":"fernwaerme-fuer-das-skz-wie-man-waerme-in-kaelte-verwandelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=23255","title":{"rendered":"Fernw\u00e4rme f\u00fcr das SKZ: Wie man W\u00e4rme in K\u00e4lte verwandelt"},"content":{"rendered":"<p>Das SKZ setzt ein Zeichen f\u00fcr Ressourcenschonung und zum Klimaschutz und verkleinert seinen CO2-Fu\u00dfabdruck deutlich. Dies gelingt durch die Anbindung der SKZ-Geb\u00e4ude in W\u00fcrzburg-Lengfeld an die Fernw\u00e4rmeversorgung. Dabei kommt innovative Technik zum Einsatz, mit der aus Restw\u00e4rme auch der K\u00e4ltebedarf des SKZ gedeckt wird.<\/p>\n<p>Als zukunftsorientiertes Unternehmen ist es f\u00fcr das Kunststoff-Zentrum SKZ selbstverst\u00e4ndlich, eine sowohl zuverl\u00e4ssige als auch \u00f6kologisch sinnvolle Energiel\u00f6sung einzusetzen. Deshalb setzt das SKZ, ein Institut der Zuse-Gemeinschaft, bei neu geplanter Infrastruktur, wie der Modellfabrik und dem Trainingszentrum Qualit\u00e4tswesen, als auch bei Bestandsgeb\u00e4uden zuk\u00fcnftig auf Fernw\u00e4rme. Die notwendige Erweiterung der Fernw\u00e4rmeleitung wird durch den Neubau der Modellfabrik des SKZ erm\u00f6glicht und bringt somit den Ausbau des Fernw\u00e4rmenetzes in der Region voran.<\/p>\n<p>Die Grundsteinlegung f\u00fcr die neue Modellfabrik des SKZ in W\u00fcrzburg erfolgte im Juli 2020. Die Bauarbeiten schreiten gut voran und die Rohbauarbeiten des Kellers werden bald planm\u00e4\u00dfig abgeschlossen. Auch mit den Bauarbeiten f\u00fcr das neue Trainingszentrum Qualit\u00e4tswesen in unmittelbarer N\u00e4he zur Modellfabrik, soll in K\u00fcrze begonnen werden. In direkter Nachbarschaft befinden sich bereits seit vielen Jahren die Verarbeitungstechnika sowie das Technologie-Zentrum des SKZ. Der Standort im Industriegebiet Ost W\u00fcrzburg-Lengfeld ist somit der mit Abstand gr\u00f6\u00dfte SKZ-Sitz neben der Zweigstelle in der W\u00fcrzburger Zellerau und f\u00fcnf weiteren Standorten in Deutschland.<\/p>\n<p>Die Neubauten wurden auf Wunsch des SKZ so geplant, dass eine bestm\u00f6gliche Effizienz hinsichtlich Kosten\/Nutzen-Verh\u00e4ltnis sowohl in der Bauphase als auch im laufenden Betrieb erzielt werden kann. Dies gilt nicht nur hinsichtlich der Baukosten. In der Modellfabrik werden im Vergleich zu anderen k\u00fcrzlich entstandenen Forschungsbauten in W\u00fcrzburg rund 4-mal mehr Mitarbeiter pro verbautem Euro einen Arbeitsplatz finden. Auch hinsichtlich der Emissionen und des Energieverbrauchs wird Wert auf Effizienz gelegt. Hierbei liegt die Nutzung von Fernw\u00e4rme sehr nahe. Sie kommt aus dem nahe gelegenen M\u00fcllheizkraftwerk, ist umwelt- und ressourcenschonend und sichert somit die Lebensqualit\u00e4t. Der biogene Anteil des zur W\u00e4rmeerzeugung verwendeten Abfalls betr\u00e4gt rund 50 % und z\u00e4hlt zu den erneuerbaren Energiequellen, dessen Anteil CO2-neutral ist.<\/p>\n<p>Am SKZ in Lengfeld f\u00fchrt bislang keine Fernw\u00e4rmeleitung vorbei, an die ein Anschluss m\u00f6glich w\u00e4re. In der ersten Planungsphase der Modellfabrik schien eine Verl\u00e4ngerung der Fernw\u00e4rmeleitung von der Justizvollzugsanstalt bis zum SKZ um rund 1 km nicht realisierbar. Im Zuge notwendiger Umplanungen wendete sich das Blatt jedoch. \u201eIch bin sehr froh, dass w\u00e4hrend der Antragsberatungen mit der Regierung von Unterfranken nochmals vom dortigen Sachgebietsleiter Hochbau, Roman Zirngibl, der Hinweis kam, dass die Fernw\u00e4rmenutzung f\u00fcr das SKZ doch die ideale L\u00f6sung im Hinblick auf geringe Investitions- und auch Betriebskosten sei. Das verlieh den Beratungen mit dem \u00f6rtlichen Energieversorger WVV, dem Netzbetreiber MFN sowie dem Zweckverband Abfallwirtschaft als Betreiber des M\u00fcllheizkraftwerks nochmals neuen Anschub. Die anschlie\u00dfenden Beratungen waren aufgrund der vielen Akteure recht komplex und es gab auch den einen oder anderen R\u00fcckschlag\u201c, so Dr. Thomas Hochrein, Bauherr und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer am SKZ, und erg\u00e4nzt: \u201eDoch am Ende zahlte sich Durchhalteverm\u00f6gen aus und das Ergebnis gibt dem recht. Alle Beteiligten waren immer guten Mutes und zeigten dabei volles Engagement bei der L\u00f6sungssuche\u201c.<\/p>\n<p>So konnte nun k\u00fcrzlich ein Kooperationsvertrag unterzeichnet werden, das dem SKZ \u00fcber lange Zeit die Versorgung mit Fernw\u00e4rme sichert und auch den Ausbau der Fernw\u00e4rmeleitung im Industriegebiet Lengfeld Ost vorantreibt. Damit ist auch verbunden, dass der Gro\u00dfteil der SKZ-Bestandsliegenschaften ebenfalls an die Fernw\u00e4rme angeschlossen werden und auch Anrainer der neuen Fernw\u00e4rmeleitung am Friedrich-Bergius-Ring die neue Energiequelle zuk\u00fcnftig nutzen k\u00f6nnen. Die gesamte Transportleistung der neuen Leitung ist zur Deckung eines W\u00e4rmebedarfs bis rund 4,0 Mio. Kilowattstunden geeignet. Gegen\u00fcber der Nutzung der W\u00e4rme im bundesdeutschen Mix ergibt dies eine Einsparung von mehr als 800 Tonnen CO2 j\u00e4hrlich. Dies entspricht einer Einsparung j\u00e4hrlicher CO2-Emissionen von etwa 370 PKW bei einer Fahrleistung von je 15.000 km pro Jahr. Die WVV-T\u00f6chter Mainfranken Netze GmbH und Stadtwerke W\u00fcrzburg AG werden im Auftrag des Zweckverbands Abfallwirtschaft dieses Vorhaben realisieren.<\/p>\n<p>Die erreichte L\u00f6sung ist f\u00fcr alle Beteiligten eine Win-Win-Situation. Denn neben der Nutzung der W\u00e4rme, die quasi als Abfallprodukt im Kraftwerk anf\u00e4llt, geht das SKZ noch einen Schritt weiter. Das SKZ hat durch seine Pr\u00fcf- und Produktionstechnik ebenso einen immensen K\u00e4ltebedarf. Zudem sollen die neuen Geb\u00e4ude im Sommer gek\u00fchlt werden, um trotz steigender Durchschnittstemperaturen ein angenehmes Arbeiten f\u00fcr die Mitarbeiter zu erm\u00f6glichen. Damit entsteht in den Sommermonaten der h\u00f6chste Energiebedarf f\u00fcr K\u00e4lte, w\u00e4hrend das Kraftwerk in dieser Zeit die wenigsten Abnehmer f\u00fcr Fernw\u00e4rme hat. Wenn die \u00fcbersch\u00fcssige W\u00e4rme in K\u00e4lte umgewandelt werden k\u00f6nnte, w\u00e4re das eine ideale L\u00f6sung zugunsten eines stark verbesserten Wirkungsgrads im Sommer.<\/p>\n<p>\u201eUnd daf\u00fcr gibt es eine L\u00f6sung\u201c, so Patrick Langen, Facility Manager des SKZ, der sich als Energiemanager auch um die effiziente Versorgung der SKZ-Infrastruktur k\u00fcmmert. \u201eDas Zauberwort lautet \u201aAbsorptionsk\u00e4ltemaschine\u2018. \u00dcblicherweise wird die K\u00e4lte recht teuer und energieintensiv aus elektrischer Energie hergestellt. Durch die Installation einer solchen Absorptionsk\u00e4ltemaschine kann \u201aganz einfach\u2018 die W\u00e4rmeenergie in K\u00e4lte umgewandelt werden. Das ist bislang kaum bekannt und etabliert. Damit kann jedoch eine ressourcenschonende und klimaschonende Energieversorgung realisiert werden. Das ist eine Blaupause f\u00fcr die Kunststoffindustrie, aber auch weit dar\u00fcber hinaus. Wir sind stolz, dass wir dies im Zuge der Modellfabrik umsetzen k\u00f6nnen.\u201c, erkl\u00e4rt Langen. Die notwendige Haustechnikplanung soll f\u00fcr alle Geb\u00e4ude aus einer Hand des regionalen Haustechnikspezialisten abi Technische Geb\u00e4udeausr\u00fcstung GmbH &amp; Co.KG erfolgen. F\u00fcr die Versorgung der SKZ-Neu und -Bestandsgeb\u00e4ude werden zwei Absorptionsk\u00e4lteanlagen mit einer Leistung von jeweils 200 kW installiert.<\/p>\n<p>Prof. Martin Bastian, Institutsleiter des SKZ, begr\u00fc\u00dft diese Errungenschaft sehr: \u201eWir haben uns k\u00fcrzlich im Gesch\u00e4ftsf\u00fchrungskreis dazu verpflichtet, dass wir das SKZ zum ersten klimaneutralen Institut entwickeln wollen. Neben dem Ausbau der Fotovoltaik ist die zuk\u00fcnftige Nutzung der Fernw\u00e4rme und die damit verbundene Verl\u00e4ngerung der Fernw\u00e4rmeleitung bis ans SKZ ein wichtiger Baustein. Wir k\u00f6nnen damit unseren Kunden zuk\u00fcnftig CO2-neutrale Dienstleistungen anbieten \u2013 bis hin zur kompletten Klimaneutralit\u00e4t des SKZ\u201c.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das SKZ setzt ein Zeichen f\u00fcr Ressourcenschonung und zum Klimaschutz und verkleinert seinen CO2-Fu\u00dfabdruck deutlich. 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