{"id":23704,"date":"2020-12-02T09:49:39","date_gmt":"2020-12-02T08:49:39","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=23704"},"modified":"2020-12-02T09:49:39","modified_gmt":"2020-12-02T08:49:39","slug":"fraunhofer-lbf-ruft-kompetenzteam-zur-schadensanalytik-fuer-kunststoffbauteile-ins-leben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=23704","title":{"rendered":"Fraunhofer LBF ruft Kompetenzteam zur Schadensanalytik f\u00fcr Kunststoffbauteile ins Leben"},"content":{"rendered":"<p><strong>Fachkundige Unterst\u00fctzung im Schadensfall<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kommt es bei Kunststoffbauteilen in der Produktion oder im Betrieb zu Schadensf\u00e4llen, ist schnelle Hilfe gefragt. Im schlimmsten Fall f\u00fchren Sch\u00e4den zu Produktionsstillstand in Unternehmen oder Regressforderungen. Daher m\u00fcssen Ursachen f\u00fcr auftretende Sch\u00e4den kurzfristig identifiziert und L\u00f6sungskonzepte in k\u00fcrzester Zeit bereitgestellt werden. Hier bietet das Fraunhofer-Institut f\u00fcr Betriebsfestigkeit und Systemzuverl\u00e4ssigkeit LBF umfangreiche Unterst\u00fctzung an. In der \u00bbTaskforce Troubleshooting\u00ab wird ab sofort die Kompetenz in der Schadensanalytik f\u00fcr Kunststoffbauteile am Fraunhofer LBF geb\u00fcndelt. Interessenten aus allen Bereichen der Kunststoff-Analytik k\u00f6nnen sich zum praxisbezogenen Austausch mit den Fraunhofer-Experten f\u00fcr Veranstaltungen Anfang 2021 anmelden.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Schadensursachen identifizieren &#8211; schnell und zuverl\u00e4ssig<\/strong><\/p>\n<p>Mit ihrem umfassenden Verst\u00e4ndnis vom Kunststoff als Werkstoff \u2013 von den Eigenschaften der Rohmaterialien \u00fcber den Verarbeitungsprozess bis zum fertigen Bauteil und den resultierenden Struktur-Eigenschafts-Beziehungen &#8211; unterst\u00fctzen die Wissenschaftlerinnern und Wissenschaftler Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen. Aufbauend auf der am Fraunhofer LBF geb\u00fcndelten interdisziplin\u00e4ren Expertise aus Material-, Natur- und Ingenieurswissenschaften werden individuelle L\u00f6sungen f\u00fcr verschiedenste Problemstellungen und Produkte erarbeitet. Individuelle Beratung und flexible experimentelle M\u00f6glichkeiten stehen dabei im Fokus: Von der Materialanalytik \u00fcber thermophysikalische und rheologische Charakterisierung bis zum mechanisch-statischen, Crash-, und Kriechverhalten oder der witterungsbedingten Alterung von Kunststoff-Produkten. Ma\u00dfgeschneiderte analytische, physikalische und mechanische Mess- und Pr\u00fcfmethoden f\u00fcr (faserverst\u00e4rkte) Thermoplaste, Elastomere, Sch\u00e4ume und Verbundwerkstoffe sind das Ziel.<\/p>\n<p>Das Darmst\u00e4dter Forschungsinstitut gilt bei der Beurteilung von Schadteilen entlang der Wertsch\u00f6pfungskette unter Beteiligung unterschiedlichster Partner und Zulieferer als neutrale Instanz mit einem ganzheitlichen Blick und langj\u00e4hriger Expertise.<\/p>\n<p><strong>Innovative Methoden decken chemische Defekte auf<\/strong><\/p>\n<p>M\u00e4ngel bei den chemischen Eigenschaften, bedingt beispielsweise durch fehlerhafte Synthese, Chargenschwankungen, Verschlei\u00df oder mechanische Einwirkungen, f\u00fchren h\u00e4ufig zu fr\u00fchzeitigem Versagen von Kunststoffteilen. Chromatografische und spektroskopische Methoden werden hier zur Identifizierung von strukturellen Defekten auf molekularer Ebene genutzt, w\u00e4hrend bildgebende Verfahren, wie z.B. Polarisations- und Elektronenmikroskopie die r\u00e4umliche Struktur des Defektes (Morphologie) erschlie\u00dfen. Beide Methoden liefern jedoch keine chemischen Informationen, so dass eine Identifizierung und Ursachenkl\u00e4rung h\u00e4ufig schwer m\u00f6glich ist. Diese L\u00fccke wird durch Infrarot- und Raman-Mikroskopie gef\u00fcllt. Aktuelle Methodenentwicklungen in diesen Bereichen erm\u00f6glichen dabei die chemische Abbildung hochkomplexer Mischmaterialien \u2013 z.B. Blends, Schichtstrukturen, Partikel und Beschichtungen \u2013 mit einer Aufl\u00f6sung von einem Tausendstel Millimeter.<\/p>\n<p><strong>Grenzfl\u00e4chendefekte bei Folien sichtbar machen<\/strong><\/p>\n<p>Die hohe r\u00e4umliche Aufl\u00f6sung bietet die M\u00f6glichkeit, Grenzfl\u00e4chendefekte in mikrostrukturierten Proben wie beispielsweise Mehrschichtfolien zu untersuchen. Dabei k\u00f6nnen die Defekte dreidimensional profiliert und die Defekt-verursachende Komponente identifiziert werden. \u00dcber die so zug\u00e4nglichen Informationen k\u00f6nnen beispielsweise Schwankungen in den Verarbeitungsbedingungen oder der Rohstoffqualit\u00e4t bei Blendsystemen als Schadensursache identifiziert werden.<\/p>\n<p><strong>Defekte an glasfaserverst\u00e4rkten Verbundwerkstoffen im Visier<\/strong><\/p>\n<p>Die Orientierung von Fasern und die Grenzfl\u00e4che Faser\/Polymermatrix F\u00fcllstofforientierungen sind entscheidend f\u00fcr die mechanischen Eigenschaften und das Langzeitverhalten von Leichtbauwerkstoffen. So k\u00f6nnen Schwankungen hinsichtlich Haftvermittlern\/Faserbeschichtungen und der Faserorientierung im Bauteileinsatz zu Defekten f\u00fchren. Lokale Heterogenit\u00e4ten der Faserorientierungen k\u00f6nnen mit der Raman-Mikroskopie schnell und einfach analysiert und identifiziert werden. Zudem erm\u00f6glicht die hohe spektrale Aufl\u00f6sung eine akkurate Abrasterung der Faseroberfl\u00e4che im Bauteil im Mikrometer-Ma\u00dfstab, so dass das Vorhandensein eines Grenzfl\u00e4chenversagens um die Glasfaser herum aufgezeigt werden kann.<br \/>\n<strong><br \/>\nPraxisbezogener Austausch mit Experten m\u00f6glich<\/strong><\/p>\n<p>Diese Techniken werden im Rahmen der 15. Tagung des Arbeitskreises Polymeranalytik am 22.1.2021 vorgestellt. Die Veranstaltung richtet sich an Interessenten aus allen Bereichen der Analytik von Kunststoffen: <a href=\"https:\/\/www.lbf.fraunhofer.de\/de\/veranstaltungen\/tagung-arbeitskreis-polymeranalytik-2021.html\">https:\/\/www.lbf.fraunhofer.de\/de\/veranstaltungen\/tagung-arbeitskreis-polymeranalytik-2021.html <\/a><\/p>\n<p>Mit spezifischem Fokus auf Schadensanalytik bietet das Fraunhofer LBF am 3. M\u00e4rz 2021 einen Workshop \u00bbSchadensanalyse\u00ab an. Die Inhalte und vorgestellten Anwendungsf\u00e4lle richten sich speziell an Ingenieurb\u00fcros, Gutachter, Anwendungstechniker und Interessenten aus der gesamten Branche der Kunststoffanalytik.Das <strong>Fraunhofer LBF<\/strong> in Darmstadt steht seit \u00fcber 80 Jahren f\u00fcr <strong>Sicherheit und Zuverl\u00e4ssigkeit von Leichtbaustrukturen<\/strong>. Mit seinen Kompetenzen auf den Gebieten Betriebsfestigkeit, Systemzuverl\u00e4ssigkeit, Schwingungstechnik und Polymertechnik bietet das Institut heute L\u00f6sungen f\u00fcr drei der wichtigsten Querschnittsthemen der Zukunft: Systemleichtbau, Funktionsintegration und cyberphysische maschinenbauliche Systeme. Im Fokus stehen dabei L\u00f6sungen f\u00fcr gesellschaftliche Herausforderungen wie Ressourceneffizienz und Emissionsreduktion sowie Future Mobility, wie die Elektromobilit\u00e4t und das autonome, vernetzte Fahren. Umfassende Kompetenzen von der Datenerfassung realen betrieblichen Feldeinsatz \u00fcber die Datenanalyse und die Dateninterpretation bis hin zur Ableitung von konkreten Ma\u00dfnahmen zur Auslegung und Verbesserung von Material-, Bauteil- und Systemeigenschaften bilden daf\u00fcr die Grundlage. Die Auftraggeber kommen u.a. aus dem Automobil- und Nutzfahrzeugbau, der Schienenverkehrstechnik, dem Schiffbau, der Luftfahrt, dem Maschinen- und Anlagenbau, der Energietechnik, der Elektrotechnik, der Medizintechnik sowie der chemischen Industrie. Sie profitieren von ausgewiesener Expertise der gut 400 Mitarbeiter und modernster Technologie auf mehr als 17 900 Quadratmetern Labor- und Versuchsfl\u00e4che.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kommt es bei Kunststoffbauteilen in der Produktion oder im Betrieb zu Schadensf\u00e4llen, ist schnelle Hilfe gefragt. 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