{"id":23815,"date":"2020-12-09T07:08:06","date_gmt":"2020-12-09T06:08:06","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=23815"},"modified":"2020-12-08T11:08:55","modified_gmt":"2020-12-08T10:08:55","slug":"maschinen-und-anlagenbau-schoepft-neuen-mut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=23815","title":{"rendered":"Maschinen- und Anlagenbau sch\u00f6pft neuen Mut"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li><strong>Produktionsprognose 2021 erh\u00f6ht auf plus 4 Prozent<\/strong><\/li>\n<li><strong>R\u00fcckgang von Stellen bleibt moderat<\/strong><\/li>\n<li><strong>VDMA: Lockdown der Industrie muss trotz Corona weiterhin verhindert werden!<\/strong><\/li>\n<li><strong>Hoffnung auf bessere transatlantische Beziehungen<\/strong><\/li>\n<li><strong>Klimaschutz in der EU er\u00f6ffnet neue Gesch\u00e4ftschancen<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau werden das Krisenjahr 2020 mit deutlichen Minusraten abschlie\u00dfen, die aber nicht so heftig ausfallen, wie erwartet. \u201eF\u00fcr nicht wenige Betriebe d\u00fcrfte dieses Jahr im Schatten der Corona-Pandemie das schwierigste seit Jahrzehnten werden. Umso bemerkenswerter ist es, dass die Betriebe ihre Produktion und ihren Service aufrechterhalten und den Personalabbau in engen Grenzen halten konnten\u201c, res\u00fcmierte VDMA-Pr\u00e4sident Karl Haeusgen auf der virtuellen Jahrespressekonferenz des Verbands. \u201eKreativit\u00e4t, Loyalit\u00e4t und Zusammenhalt in den Unternehmen waren intensive positive Erfahrungen. Damit hat der Maschinen- und Anlagenbau einen wichtigen Part gespielt, die Wirtschaft am Laufen zu halten und so in Deutschland und Europa weiterhin f\u00fcr ein stabiles wirtschaftliches Fundament zu sorgen\u201c, betonte er.<\/p>\n<p>Angesichts eines besser als erwartet verlaufenen dritten Quartals korrigiert der VDMA seine <strong>Produktionsprognose 2020<\/strong> leicht nach oben. Statt eines R\u00fcckgangs der realen Produktion von 17 Prozent rechnen die VDMA-Volkswirte nur mit einem Minus von 14 Prozent. Laut Angaben des Statistischen Bundesamts sank die Produktion im Maschinen- und Anlagenbau in den ersten zehn Monaten des laufenden Jahres um 13,1 Prozent<strong>.<\/strong> Die sich leicht aufhellende Konjunktur wirkt sich auch auf die <strong>Prognose f\u00fcr 2021<\/strong> aus. \u201eWir rechnen jetzt mit einem realen Produktionszuwachs von 4 Prozent, statt der bisher erwarteten plus 2 Prozent\u201c, sagte Haeusgen.<\/p>\n<p>Allerdings sei diese Prognose mehr als sonst unsicher, warnte er. Das hohe Ma\u00df an Unsicherheit in der globalen Wirtschaft treffe den Maschinen- und Anlagenbau in besonderer Weise, \u201ees ist Gift f\u00fcr die Investitionsg\u00fcterkon-junktur\u201c. Hinzu komme der weiterhin vorhandene Protektionismus, sowie der rasante Strukturwandel in der wichtigen Abnehmerbranche Fahrzeugbau. Und: \u201eLiquidit\u00e4tsengp\u00e4sse im Aufschwung werden 2021 die eigentliche Herausforderung\u201c, erl\u00e4uterte Haeusgen. Denn mit besserer Konjunktur und Auftragslage m\u00fcssen die Maschinenbauer in Vorleistungen gehen.<\/p>\n<p>Allerdings bietet die weitere Entwicklung auch Chancen: \u201eWir sehen die konjunkturelle Beschleunigung aus dem Corona-Tal einerseits und eine Beschleunigung des technologischen Wandels andererseits. In dieser doppelten Beschleunigung liegen im europ\u00e4ischen Maschinenbau spannende Potenziale, f\u00fcr all diejenigen, die die richtigen Antworten auf die Herausforderungen finden\u201c, sagte Haeusgen.<\/p>\n<p><strong>Maschinen- und Anlagenbau bleibt gr\u00f6\u00dfter industrieller Arbeitgeber<\/strong><br \/>\nAuch w\u00e4hrend der Corona-Krise halten die mittelst\u00e4ndischen Betriebe im Maschinen- und Anlagenbau so lange wie m\u00f6glich an ihren Fachkr\u00e4ften fest. Im September besch\u00e4ftigte der Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland 1,029 Millionen Menschen (Betriebe mit mehr als 50 Besch\u00e4ftigten). Der R\u00fcckgang von 34.000 Stellen im Vergleich zu Dezember 2019 ist vergleichsweise moderat. Bis Jahresende wird die <strong>Besch\u00e4ftigtenzahl<\/strong> nach Sch\u00e4tzungen der VDMA-Volkwirte auf rund 1,025 Millionen sinken, ein R\u00fcckgang von 38.000 Stellen zum Vorjahr. Damit bleibt der Maschinen- und Anlagenbau weiterhin gr\u00f6\u00dfter industrieller Arbeitgeber in Deutschland.<\/p>\n<p>In der Krise habe sich das Kurzarbeitergeld \u2013 neben den anderen staatlichen Hilfsprogrammen \u2013 wieder als sehr erfolgreiches Instrument bew\u00e4hrt, betonte Haeusgen. \u201eAber der Zwang zur Ver\u00e4nderung wird dr\u00e4ngender und verlangt nach Antworten, schon um die Verschleppung struktureller Anpassungen zu verhindern\u201c, mahnte er. Umso wichtiger sei es daher, dass die Unternehmen so schnell wie m\u00f6glich eine perspektivische Exit-Strategie aus der aktuellen Sondersituation erhalten. \u201eEs darf weiterhin zu keinem Lockdown der Industrie kommen! Kitas und Schulen m\u00fcssen so weit wie m\u00f6glich offen bleiben, berufliche Reisen m\u00fcssen wieder mit wenig b\u00fcrokratischem Aufwand m\u00f6glich sein\u201c, betonte der VDMA-Pr\u00e4sident.<\/p>\n<p>Wichtig sei zudem, dass staatliche Mittel auch in der Krise effizient eingesetzt werden f\u00fcr Innovationen und Zukunftsinvestitionen; Technologieoffenheit m\u00fcsse die Leitschnur sein. \u201eEs gilt, das richtige Ma\u00df an staatlicher Intervention und Regulierung einerseits und unternehmerischer Freiheit und Schwarmintelligenz andererseits zu finden. Notwendige und richtige Krisenintervention durch den Staat und die EU darf nicht zu kleinteiliger, \u00fcberregulierter Industriepolitik degenerieren\u201c, forderte der VDMA-Pr\u00e4sident. Um den Unternehmen wirklich zu helfen, seien strukturelle \u00c4nderungen notwendig. Dazu z\u00e4hle die dauerhafte Ausweitung des Verlustr\u00fccktrags. \u201eDas R\u00fccktragvolumen sollte deutlich auf mindestens 10 Millionen Euro angehoben werden. Der Zeitraum f\u00fcr die Anwendung des Verlustr\u00fccktrags sollte auf f\u00fcnf Jahre ausgedehnt werden, wie es auch in anderen Staaten m\u00f6glich ist\u201c, erl\u00e4uterte der VDMA-Pr\u00e4sident. Zudem m\u00fcsse die degressive Abschreibung von 25 Prozent allgemein und unbefristet eingef\u00fchrt werden &#8211; nicht nur auf 2020 und 2021 befristet, wie aktuell im Konjunkturpaket vorgesehen. \u201eDar\u00fcber hinaus lehnen wir die Erh\u00f6hung oder Einf\u00fchrung von Substanzsteuern oder vergleichbaren Abgaben in aller Klarheit ab\u201c, betonte Haeusgen. \u201eSubstanzverzehr durch Substanzsteuern erodiert die Leistungsf\u00e4higkeit der mittelst\u00e4ndischen Industrie und damit auch ihre gesellschaftliche Aufgabe, gute Arbeitspl\u00e4tze zu sichern und zu schaffen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Es braucht neue Freihandelsabkommen<\/strong><br \/>\nAktuell betr\u00e4gt der Exportanteil des Maschinenbaus aus Deutschland rund 80 Prozent. Dieses Erfolgsmodell sei durch den weltweit zunehmenden Protektionismus akut gef\u00e4hrdet, warnte der VDMA-Pr\u00e4sident. Laut einer Sch\u00e4tzung des VDMA sind inzwischen rund 35 Prozent der Exporte aus Deutschland in Drittstaaten von Handelshemmnissen betroffen. Die Maschinen- und Anlagenbauer fordern daher grunds\u00e4tzlich einen freien Zugang f\u00fcr Maschinen und Anlagen, f\u00fcr Kapital und auch f\u00fcr Personen auf allen M\u00e4rkten. \u201eWer freie M\u00e4rkte will, kann nicht Wasser predigen und Wein trinken\u201c, mahnte Haeusgen. Der VDMA lehnt deshalb die von der Bundesregierung geplante Versch\u00e4rfung des Au\u00dfenwirtschaftsrechts und der Au\u00dfenwirtschaftsverordnung f\u00fcr Investitionen aus Drittstaaten ab. Vielmehr gelte es, auf neue Freihandelsabkommen der EU mit den wichtigsten Handelspartnern zu setzen \u2013 insbesondere mit den USA.<\/p>\n<p><strong>Mercosur-Abkommen rasch ratifizieren<\/strong><br \/>\nDie Mercosur-Staaten sind attraktive Absatzm\u00e4rkte f\u00fcr Maschinenproduzenten aus aller Welt; hinter den USA und China sind europ\u00e4ische Firmen aber nur drittwichtigster Maschinenlieferant der Region. Der VDMA setzt sich f\u00fcr eine rasche Ratifizierung des Mercosur-EU-Abkommens ein, weil es nicht nur ein Wirtschaftsabkommen ist, sondern auch eine erhebliche politische Dimension hat. \u201eDieses Abkommen bietet einen eigenst\u00e4ndigen Handlungsspielraum f\u00fcr den Mercosur und verhindert damit Abh\u00e4ngigkeit. Es baut auf ehrliche Partnerschaft und Zugang zu moderner Industrietechnologie\u201c, erl\u00e4uterte der VDMA-Pr\u00e4sident.<\/p>\n<p><strong>Die neue US-Administration steht vor gewaltigen Herausforderungen<\/strong><br \/>\nMit Blick auf die neue US-Administration sagte Haeusgen: \u201eMit Joe Biden und Kamala Harris kehren wieder Ehrlichkeit und Verl\u00e4sslichkeit ins Wei\u00dfe Haus zur\u00fcck. Der neue US-Pr\u00e4sident bekennt sich eindeutig zu multilateralen Vereinbarungen, wie dem Pariser Klimaabkommen oder der WTO. Das ist gut f\u00fcrs Klima \u2013 in vielf\u00e4ltigem Sinne.\u201c Positiv sei auch, dass Bidens Agenda wesentlich durch einen \u201eGreen New Deal\u201c gepr\u00e4gt werde, der sich fundamental von der Trump-Agenda unterscheidet. Der anvisierte Umbau der US-Industrie hin zu einer deutlich sozialpolitischeren und klimaorientierten Wirtschaft verspreche auch neue Chancen f\u00fcr den europ\u00e4ischen Maschinenbau. \u201eZudem sollte die inflation\u00e4re Androhung von Strafz\u00f6llen zum angeblichen Schutz der nationalen Sicherheit jetzt aufh\u00f6ren\u201c, sagte der VDMA-Pr\u00e4sident. Die EU m\u00fcsse daher wieder den Schulterschluss mit den USA suchen. \u201eEine eigenverantwortliche und handlungsf\u00e4hige EU einerseits und eine klare transatlantische Bindung und Partnerschaft andererseits sind kein Widerspruch &#8211; im Gegenteil\u201c, betonte er.<\/p>\n<p><strong>Starkes Europa \u2013 European Green Deal und Recovery Plan<\/strong><br \/>\nEuropa ist und bleibt der wichtigste Markt f\u00fcr den Maschinen- und Anlagenbau, rund 43 Prozent aller Ausfuhren gingen im ersten Halbjahr 2020 in die EU-27 Staaten. In den vergangenen Monaten hat die EU gezeigt, dass sie gerade in Krisenzeiten handlungsf\u00e4hig und unersetzlich ist. Umso wichtiger ist es, dass die Blockade der beiden Mitgliedsstaaten Ungarn und Polen nun schnell beendet und der EU-Aufbauplan beschlossen wird. \u201eAllerdings darf man sich vom Recovery Plan keine Wunder erwarten. Er ist kein schnell wirkendes Konjunkturpaket, sondern eher ein prozyklisches Paket zur F\u00f6rderung von Strukturwandel und Koh\u00e4sion\u201c, erl\u00e4uterte Haeusgen.<\/p>\n<p>Im kommenden Jahr werde der Klimaschutz weiter das zentrale europ\u00e4ische Thema bleiben. \u201eDer Maschinen- und Anlagenbau ist der Erm\u00f6glicher einer positiven Klima- und Energiezukunft schlechthin\u201c, betonte Haeusgen. Die gro\u00dfen Ambitionen der EU, im Klimaschutz Vorreiter zu sein, seien richtig und f\u00fcr den Maschinen- und Anlagenbau ergeben sich daraus gro\u00dfe Chancen. Die Politik m\u00fcsse aber auch die Planungshorizonte in der Industrie ber\u00fccksichtigen, forderte der VDMA-Pr\u00e4sident. In dieser Hinsicht sei die geplante kurzfristige Erh\u00f6hung der Ziele f\u00fcr 2030, die noch in konkrete Ma\u00dfnahmen gefasst werden m\u00fcssen, problematisch. \u201eEine zentrale Steuerung durch den Staat wird uns auch im Klimaschutz hier nicht weiterbringen. Stattdessen sollte die Politik marktwirtschaftliche Instrumente einsetzen und Treibhausgase mit einem wirksamen und kalkulierbaren Preis versehen\u201c, forderte Haeusgen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau werden das Krisenjahr 2020 mit deutlichen Minusraten abschlie\u00dfen, die aber nicht&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":6409,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24,16],"tags":[],"series":[],"class_list":["post-23815","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-plas-tv-meldungen-auf-der-startseite-unterhalb-slider","category-plast-tv-textmeldungen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/23815","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=23815"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/23815\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":23816,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/23815\/revisions\/23816"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/6409"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=23815"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=23815"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=23815"},{"taxonomy":"series","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fseries&post=23815"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}