{"id":24174,"date":"2021-01-25T08:39:55","date_gmt":"2021-01-25T07:39:55","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=24174"},"modified":"2021-01-22T12:42:41","modified_gmt":"2021-01-22T11:42:41","slug":"selbstdesinfizierende-maske-ermoeglicht-aktiven-virenschutz-auf-knopfdruck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=24174","title":{"rendered":"Selbstdesinfizierende Maske erm\u00f6glicht aktiven Virenschutz auf Knopfdruck"},"content":{"rendered":"<p>Ob aus Zellulose oder Stoff: Schutzmasken sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Ihre Schutzwirkung basiert bei den heutigen Modellen auf der Filterung der Aerosole oder zus\u00e4tzlich auf der passiven Inaktivierung der Viren mittels geladener Oberfl\u00e4chen, zum Beispiel durch Silberkationen. Damit die Masken zuverl\u00e4ssig sch\u00fctzen, m\u00fcssen sie richtig getragen und rechtzeitig ersetzt oder fachgerecht gewaschen werden. Eine Schutzmaske, die sich jederzeit auf Knopfdruck sterilisieren l\u00e4sst, h\u00e4tte entscheidende Vorteile. Hier setzten die ZHAW und die Firma <a href=\"https:\/\/osmotex.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Osmotex<\/a> aus Thalwil an: Mit einer neuartigen elektrochemischen Technologie k\u00f6nnen Viren und andere Krankheitserreger nicht nur passiv, sondern zus\u00e4tzlich auch aktiv unsch\u00e4dlich gemacht werden. Aktuell wird ein Prototyp dieser Maske von drei Forschungsgruppen des <a href=\"https:\/\/www.zhaw.ch\/de\/lsfm\/institute-zentren\/icbt\/\">ZHAW-Instituts f\u00fcr Chemie und Biotechnologie<\/a> in W\u00e4denswil optimiert. Die Forschenden konnten nachweisen, dass die neuartige Maske sicher und gesundheitlich unbedenklich ist. Sie soll sp\u00e4testens im Fr\u00fchling 2021 marktreif sein.<\/p>\n<h2 class=\"\">Erste Maske mit elektrochemischer Technologie<\/h2>\n<p>Laut Osmotex-Cheftechnologe Trond Heldal sind die bisherigen Resultate vielversprechend. \u00abUnsere Sterilizer Mask w\u00e4re die erste Maske weltweit, die sich elektrochemisch sterilisieren l\u00e4sst \u2013 und zwar rasch und zuverl\u00e4ssig. Das entsprechende Verfahren haben wir bereits patentieren lassen\u00bb, erkl\u00e4rt Heldal. \u00abDank dem wissenschaftlichen Knowhow der ZHAW konnten wir die Maske optimieren und innert kurzer Zeit zur Marktreife bringen.\u00bb Das gemeinsam von ZHAW-Chemiker <a href=\"https:\/\/www.zhaw.ch\/de\/ueber-uns\/person\/yere\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">Chahan Yeretzian<\/a> und Osmotex initiierte Projekt wird von der F\u00f6rderagentur des Bundes <a href=\"https:\/\/www.innosuisse.ch\/inno\/de\/home.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Innosuisse<\/a> mit 902&#8217;000 Franken unterst\u00fctzt und verf\u00fcgt \u00fcber ein Budget von 1.7 Millionen Franken. W\u00e4hrend sich Chahan Yeretzians Team der Sicherheit der Maske widmet, ist das Team von ZHAW-Mikrobiologe <a href=\"https:\/\/www.zhaw.ch\/de\/ueber-uns\/person\/sima\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">Martin Sievers<\/a> f\u00fcr die Effizienz und jenes von ZHAW-Chemiker <a href=\"https:\/\/www.zhaw.ch\/de\/ueber-uns\/person\/adas\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">Christian Adlhart<\/a> f\u00fcr das Material zust\u00e4ndig. \u00abNachdem wir die Wirksamkeit der elektrochemischen Technologie mit einer Studie im Sommer 2020 dokumentiert haben, arbeiten wir nun daran, diese Technologie f\u00fcr sterile Schutzmasken zu optimieren und alltagstauglich zu machen\u00bb, so Yeretzian.<\/p>\n<h2 class=\"\">Sterilisierung auf Knopfdruck<\/h2>\n<p>Die neuartige Maske besteht aus einem mehrlagigen Spezialstoff sowie Elektroden und einer Spannungsquelle. Zwischen zwei leitenden Schichten liegt eine isolierende Membran. Dank einer integrierten und \u00fcber einen USB-Anschluss aufladbaren Batterie wird auf Knopfdruck eine elektrische Spannung von wenigen Volt angelegt. Diese erzeugt reaktive Sauerstoffmolek\u00fcle, die Viren und auch Bakterien zuverl\u00e4ssig inaktivieren. Auf diese Weise l\u00e4sst sich die Oberfl\u00e4che der Maske in wenigen Minuten \u2013 und sogar w\u00e4hrend des Tragens \u2013 sterilisieren. Die angelegte Spannung und die erzeugten reaktiven Sauerstoffmolek\u00fcle sind dabei minimal und f\u00fcr Menschen absolut unbedenklich.<\/p>\n<p>Welche reaktiven Sauerstoffmolek\u00fcle produziert werden und wie effizient diese die Krankheitserreger inaktivieren, h\u00e4ngt von der eingesetzten Spannung und von den verwendeten Materialien ab. Im Labor suchen die ZHAW-Forschenden aktuell nach der optimalen Mischung. \u00abJe nach Spannung und Aufbau des Textils erreichen wir eine Vireninaktivierung von \u00fcber 99 Prozent, und zwar unter weit h\u00f6heren Anforderungen und in k\u00fcrzerer Zeit als f\u00fcr antivirale Textilien empfohlen\u00bb, so ZHAW-Projektleiter <a href=\"https:\/\/www.zhaw.ch\/de\/ueber-uns\/person\/opit\/\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">Sebastian Opitz<\/a>. Die Sterilisierungseffizienz k\u00f6nnte also je nach Einsatzbereich spezifisch angepasst werden.<\/p>\n<p>Das grosse Potenzial des elektrochemischen Verfahrens von Osmotex zeigte sich schon fr\u00fcher bei der Entwicklung von \u00abintelligenten\u00bb Sporttextilien, die den Schweiss aktiv nach aussen transportieren. Im Rahmen des Innosuisse-Projekts wollen Osmotex und die ZHAW-Forschenden diese Technologie deshalb auch auf weitere Anwendungen ausdehnen, so etwa auf Sitzbez\u00fcge und andere Textilien im \u00f6ffentlichen Bereich. Die Liste der potenziellen Anwendungsbereiche ist lang: Spit\u00e4ler, Rettungsteams, Hotels, \u00f6ffentliche Verkehrsmittel, B\u00fcros oder Arbeitspl\u00e4tze. So k\u00f6nnten teure sowie potenziell gef\u00e4hrliche chemische Stoffe oder UV-Systeme ersetzt werden. \u00abDie elektrochemische Sterilisation k\u00f6nnte sogar eine Antwort auf die wachsende Problematik multiresistenter Krankenhauskeime sein\u00bb, sagt Chahan Yeretzian. Denkbar sind aber auch ganz allt\u00e4gliche Anwendungen. Beispielsweise k\u00f6nnte eine Handtasche der einfachen Sterilisierung von Gegenst\u00e4nden wie Schl\u00fcssel, Handy oder M\u00fcnzen dienen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ob aus Zellulose oder Stoff: Schutzmasken sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. 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