{"id":25012,"date":"2021-03-15T13:03:22","date_gmt":"2021-03-15T12:03:22","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=25012"},"modified":"2021-03-15T13:03:22","modified_gmt":"2021-03-15T12:03:22","slug":"closed-loop-design-keine-angst-vor-rezyklaten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=25012","title":{"rendered":"\u201eClosed Loop Design \u2013 Keine Angst vor Rezyklaten\u201c"},"content":{"rendered":"<p><strong>Online-Seminar des Gr\u00fcnen Punkts informierte \u00fcber Einsatzm\u00f6glichkeiten von Kunststoffrezyklaten \/ \u00dcber 130 Teilnehmer diskutierten mit<\/strong><\/p>\n<p>J\u00f6rg Deppmeyer, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Gr\u00fcnen Punkts, forderte zum Auftakt, den gesamten Lebenszyklus von Verpackungen zu betrachten, um das Kunststoffrecycling von Verpackungen voranzutreiben: \u201eDie Komplexit\u00e4t der Verpackungen muss sich verringern, um besseres Inputmaterial zu bekommen\u201c, so Deppmeyer.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich sah das Dr. Joachim Christiani vom Institut cyclos-HTP. L\u00e4ngst sei bewiesen, dass Verpackungsabfall in erster Linie hochwertig verwertbaren Rohstoff darstelle. Unter anderem erl\u00e4uterte Christiani in seinem Vortrag, dass sich dieser \u201eanthropogene Rohstoff mithilfe von Design4Recycling entscheidend verbessern \u00a0l\u00e4sst\u201c. Anders als bei nat\u00fcrlich vorkommenden Rohstoffen k\u00f6nne man hier gestaltend eingreifen. Wenn u. a. die Verwendung von Monomaterial bei der Verpackungsherstellung priorisiert w\u00fcrde, w\u00fcrde dies das Verpackungsrecycling sehr erleichtern, da im Recyclingprozess Verpackungen aus unterschiedlichen Kunststoffen nur bedingt sortiert und in der Regel nicht hochwertig verwertet werden k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Varinia Ruano von der W. M\u00fcller GmbH schilderte in ihrem Vortrag die technischen M\u00f6glichkeiten in der Verarbeitung von Kunststoffrezyklaten in der Praxis der Blasformextrusion. Ruano zeigte, wie sich Kunststoffrezyklate in Flaschenk\u00f6rpern durch das Mehrschichtverfahren von zwei bis drei Schichten nutzen lassen \u2013 ohne nennenswerte Qualit\u00e4tsnachteile f\u00fcr die erzeugte Verpackung. Bei dieser Sandwich-Technik w\u00fcrden Rezyklate in einer Mittelschicht verwendet, zum Produkt und nach au\u00dfen eine d\u00fcnne Schicht aus Virgin-Material. Das sei au\u00dferdem kosteng\u00fcnstig, denn nur die d\u00fcnnen Neuwareschichten m\u00fcssten mit teuren Pigment gef\u00e4rbt werden. Au\u00dferdem seien die Flaschen zu 100 Prozent recyclingf\u00e4hig, da alle Schichten aus dem gleichen Material (hier PE) best\u00fcnden.<\/p>\n<p>Sven Sassin, Leiter des Qualit\u00e4tsmanagements beim Gr\u00fcnen Punkt, forderte vor allem im Lebensmittelbereich Regulierungen, die den Einsatz von Kunststoffrezyklaten vereinfachen. \u201eEs m\u00fcssen Lebensmittelmanagementsysteme eingef\u00fchrt werden, die den Rezyklateinsatz bei Lebensmittelverpackungen verst\u00e4rken\u201c, erg\u00e4nzte Sassin. Die Kunststoffrezyklate eigneten sich bereits sehr gut f\u00fcr die Herstellung von Kosmetikverpackungen. \u201eSowohl f\u00fcr Rinse-off- als auch f\u00fcr Leave-on-Produkte werden die Anforderungen der REACH-Verordnung erf\u00fcllt und Kunststoffrezyklat kann eingesetzt werden\u201c, erkl\u00e4rte Sassin.<\/p>\n<p>Dipl. Ing. Helmut Spaeter von BARRIOPAC\u00ae erl\u00e4uterte, wie mit einer funktionellen Barriere im Bereich der Food- und Kosmetikverpackungen der Kreislauf geschlossen werden kann. Auch er halte es f\u00fcr notwendig, den kompletten Lebenszyklus von Kunststoffverpackungen zu betrachten, um das Verpackungsrecycling voranzutreiben. Zu kritisieren sei die verbreitete Auslobung vieler Hersteller, die Post-Industrial-Rezyklate (PIR) in der Herstellung ihrer Verpackungen verwenden. \u201eDies ist nicht fair, denn man muss <strong><em>auch<\/em><\/strong> Post-Consumer-Rezyklate (PCR) verarbeiten, um den Kreislauf zu schlie\u00dfen\u201c, forderte Spaeter.<\/p>\n<p>Thorsten Weber, Leiter Anwendungs- und Produktionstechnik beim Gr\u00fcnen Punkt, befasste sich zun\u00e4chst mit der Frage, wer f\u00fcr die Umsetzung der gelebten Kreislaufwirtschaft verantwortlich ist. Neben dem Gesetzgeber tr\u00fcgen alle Akteure entlang der Wertsch\u00f6pfungskette eine Verantwortung. Weber zeigte zahlreiche Anwendungen sowohl \u00a0in Produkten als auch in Verpackungen, in denen Rezyklate bereits zum Einsatz k\u00e4men. Aber: Im Anlagen- und Maschinenbau gebe es kaum Know-how, was Produktion und Einsatz von Rezyklaten angehe, sondern erst einen Schritt weiter bei den Verpackungsherstellern. Ein intensivierter Austausch entlang der Verpackungs-Wertsch\u00f6pfungskette sei dringend notwendig.<\/p>\n<p>Zum Schluss forderte J\u00f6rg Deppmeyer, den Einsatz von Kunststoffrezyklaten wirtschaftlich attraktiver zu machen. \u201eH\u00f6herwertiges Recycling von Kunststoffverpackungen ist zwar m\u00f6glich, jedoch wirtschaftlich nicht immer rentabel\u201c, meinte Deppmeyer. Ein funktionierender Markt f\u00fcr Kunststoffrezyklate m\u00fcsse etabliert werden, denn nur durch eine h\u00f6here Nachfrage entstehe f\u00fcr Recyclingunternehmen Investitionssicherheit, und Verwertungsanlagen k\u00f6nnten ausgebaut werden. \u201eDurch solche Skaleneffekte w\u00fcrde Kunststoffrezyklat gegen\u00fcber dem Virgin-Material wettbewerbsf\u00e4higer werden und es w\u00fcrde zu weiteren Innovationsspr\u00fcngen kommen\u201c, erg\u00e4nzte Deppmeyer.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>J\u00f6rg Deppmeyer, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Gr\u00fcnen Punkts, forderte zum Auftakt, den gesamten Lebenszyklus von Verpackungen zu betrachten&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":18290,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24,16],"tags":[],"series":[],"class_list":["post-25012","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-plas-tv-meldungen-auf-der-startseite-unterhalb-slider","category-plast-tv-textmeldungen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/25012","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=25012"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/25012\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":25013,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/25012\/revisions\/25013"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/18290"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=25012"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=25012"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=25012"},{"taxonomy":"series","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fseries&post=25012"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}