{"id":25037,"date":"2021-03-16T12:04:30","date_gmt":"2021-03-16T11:04:30","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=25037"},"modified":"2021-03-18T11:19:04","modified_gmt":"2021-03-18T10:19:04","slug":"pcr-in-kosmetikverpackungen-alles-eine-frage-der-technologie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=25037","title":{"rendered":"PCR in Kosmetikverpackungen? Alles eine Frage der Technologie."},"content":{"rendered":"<p><strong>Der Blasformspezialist W. M\u00dcLLER hat zwei Methoden zur Verwendung von Post-Consumer-Rezyklaten (PCR) in Verpackungen getestet. Bei der ersten untersuchten Variante ist die PCR-Schicht von zwei Schichten aus Neuware umgeben, bei der zweiten Variante mit einer innen\u00a0 aufgebrachten Plasma-Beschichtung abgeschirmt. Beide Varianten wiesen im Ergebnis erheblich niedrigere Migrationswerte auf als Hohlk\u00f6rper aus reinem PCR.<\/strong><\/p>\n<p>M\u00dcLLER verf\u00fcgt \u00fcber jahrelange Erfahrung mit dem Einsatz von PCR zur Herstellung von Hohlk\u00f6rpern im Blasformverfahren. Mit dem hauseigenen ReCo3 genannten 3-Schicht-Co-Extrusionssystem k\u00f6nnen Flaschen hergestellt werden, die aus einer PCR-Schicht bestehen, die innen und au\u00dfen von einer Neuware-Schicht umgeben ist. Auf diese Weise kann in der Verarbeitung Neuware durch PCR ersetzt, und trotzdem unerw\u00fcnschte Migration aus dem PCR reduziert werden.<\/p>\n<p>Das Unternehmen hat testen lassen, wie sich das Migrationsverhalten von Rundflaschen mit einem Volumen von 1l aus 100% Rezyklat von solchen unterscheidet, die mit dem ReCo3-Verfahren hergestellt wurden. Daf\u00fcr wurden zwei zertifizierte PCR-Typen ausgew\u00e4hlt (eines davon Recylen BM 948-30, gesponsert von OPG Holding, Teningen) und daraus jeweils eine Flasche aus dem reinen Material und eine mit Neuware\u00fcberzug produziert. Am SGS INSTITUT FRESENIUS, Taunusstein, wurden unterschiedliche Migrationspr\u00fcfungen, wie Globalmigration und Screening auf potenziell migrierf\u00e4hige Verunreinigungen, Reaktions- und Abbauprodukte (engl.: non-intentionally added substances, NIAS) durchgef\u00fchrt. Die Globalmigration wurde nach DIN EN 1186 2002-07 getestet und die Ergebnisse lagen in allen F\u00e4llen unter der gesetzlichen Anforderung der Verordnung (EU) Nr. 10\/2011 von 10 mg\/dm\u00b2.<\/p>\n<p>Jedoch konnte W. M\u00dcLLER an Hand der Pr\u00fcfungen zeigen, dass die ReCo3-Flaschen im Vergleich zu den Flaschen aus reinem Rezyklat eine geringere Globalmigration aufweisen. Dies best\u00e4tigt sich auch in einer deutlichen Reduktion der Anzahl und Konzentrationen der migrationsf\u00e4higen NIAS.<\/p>\n<p>Um den Rezyklatanteil in solchen Drei-Schicht-Systemen zu erh\u00f6hen, m\u00fcssen die umgebenden Schichten m\u00f6glichst d\u00fcnn und dennoch stabil sein. Neben Schichten aus Kunststoff kommen daher auch Plasmabeschichtungen f\u00fcr den Zweck der Abschirmung in Frage. In einer zweiten Versuchsreihe wurde bei der FABES Forschungs-GmbH, M\u00fcnchen, untersucht, wie sich eine von dem belgischen Unternehmen Delta Engineering auf der Innenseite aufgebrachte CHF-Schicht (CHF steht dabei f\u00fcr Kohlenstoff \u2013 C, Wasserstoff \u2013 H und Fluor \u2013 F) auf das Migrationsverhalten auswirkt. Mit Hilfe von Plasma wird bei diesem Verfahren eine Barriere erzeugt. Die verwendeten Flaschen wurden aus Systalen 70000 na 002 HDPE hergestellt, welches vom Gr\u00fcnen Punkt zur Verf\u00fcgung gestellt wurde.<\/p>\n<p>Die Versuche ergaben, dass die Beschichtung die Migration drastisch reduziert. W\u00e4hrend an der unbeschichteten Flasche 76 Substanzen festgestellt wurden, waren es bei der mit CHF-Beschichtung nur noch 5. Da f\u00fcr die CHF-Beschichtung Fluor verwendet wird, wurden zus\u00e4tzliche Tests mit der beschichteten Flasche durchgef\u00fchrt, um sicherzustellen, dass sich keine R\u00fcckst\u00e4nde gebildet haben.<\/p>\n<p>Im Ergebnis waren dabei keine Stoffe feststellbar. Die Flaschen sind somit ebenfalls konform f\u00fcr den direkten Kontakt mit \u201eRinse-Off\u201c Produkten wie Duschgel. Die beteiligten Forschungsinstitute weisen darauf hin, dass Anwender jeweils eigene Risikobewertungen vornehmen m\u00fcssen, denn die Ergebnisse sind beispielsweise von der Flaschengr\u00f6\u00dfe und dem Verwendungszweck abh\u00e4ngig, und die Ausgangstoffe k\u00f6nnten sich von Batch zu Batch \u00e4ndern.<\/p>\n<p>Dazu Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Christian M\u00fcller: \u201eWir konnten mit den Versuchen zeigen, dass der Einsatz von Kunststoff-Rezyklaten f\u00fcr Verpackungen von sensiblen Produkten m\u00f6glich ist. Mit der richtigen Technologie besteht kein nachweisbares Risiko einer Migration aus dem Rezyklat ins F\u00fcllgut. Die Untersuchungsergebnisse best\u00e4tigen, dass unser bew\u00e4hrtes ReCo3-Verfahren diese Anforderungen voll erf\u00fcllt. Mit der Plasmabeschichtung haben wir eine weitere M\u00f6glichkeit der Abschirmung gepr\u00fcft. Die Ergebnisse haben uns darin best\u00e4rkt, diese Technologie in Zukunft bei Interesse als Erg\u00e4nzung anzubieten. Gemeinsam mit unserem Partner Delta Engineering wollen wir unseren Kunden so den Rezyklateinsatz erleichtern.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Blasformspezialist W. M\u00dcLLER hat zwei Methoden zur Verwendung von Post-Consumer-Rezyklaten in Verpackungen getestet. 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