{"id":25166,"date":"2021-03-23T10:41:54","date_gmt":"2021-03-23T09:41:54","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=25166"},"modified":"2021-03-23T10:41:54","modified_gmt":"2021-03-23T09:41:54","slug":"ungenutztes-potenzial-im-gelben-sack-fraunhofer-lbf-spuert-qualitaetsverbesserungen-fuer-kunststoffe-auf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=25166","title":{"rendered":"Ungenutztes Potenzial im Gelben Sack: Fraunhofer LBF sp\u00fcrt Qualit\u00e4tsverbesserungen f\u00fcr Kunststoffe auf"},"content":{"rendered":"<p><strong>Am Ende ihrer Nutzungsphase werden Kunststoffe in Deutschland in der Mehrzahl immer noch verbrannt. Obgleich der Bedarf an gesteigerter stofflicher Verwertung inzwischen von Industrie und Gesellschaft gleicherma\u00dfen formuliert wird, ist ihr Anteil als wertsch\u00f6pfende Alternative zur thermischen Verwertung nach wie vor zu gering. Forschende im Fraunhofer-Institut f\u00fcr Betriebsfestigkeit und Systemzuverl\u00e4ssigkeit untersuchen, wie das Potenzial, das insbesondere Kunststoffe aus dem Gelben Sack bieten, besser ausgenutzt werden kann. Ein virtuelles Seminar findet am 22. April 2021 statt. Ziel ist: Mehr Abf\u00e4lle recyceln, CO2 einsparen, Rohstoffe schonen.<\/strong><\/p>\n<p>Das Potenzial stofflicher Kreislauff\u00fchrung ist in der Theorie erheblich, in der Praxis verh\u00e4lt es sich jedoch noch so, dass aus \u00fcber sechs Millionen Tonnen Kunststoffabf\u00e4llen in Deutschland (Post-Consumer- und Post-Industrial-Abf\u00e4lle) weniger als zwei Millionen Tonnen Rezyklat entstehen. Laut Conversio Studie liegt bei der Verarbeitung von Kunststoffen der Anteil der Rezyklate derzeit noch unter 15 Prozent der Gesamtmenge.<\/p>\n<p>Da Kunststoffe aus Roh\u00f6l raffinert werden und Roh\u00f6l nur in begrenzter Menge zur Verf\u00fcgung steht, m\u00fcssen Kunststoffe solange wie technisch m\u00f6glich in einem Kreislauf gehalten werden. Durch Deponieren oder Verbrennen gehen die im Kunststoff enthaltenen monomeren oder molekularen Information verloren. F\u00fcr die Herstellung von Rezyklaten m\u00fcssen, je nach Anforderung an die Aufbereitung und den Kunststofftyp, zwischen 20 bis 50 Prozent mehr an Energie aufgewendet werden, als f\u00fcr Neuware. Gleichzeitig w\u00e4chst das Interesse und Bewusstsein des Endverbrauchers um Recyclingkunststoffe. Eine Erh\u00f6hung des Rezyklatanteils leistet zudem einen Beitrag zu mehreren Zielen f\u00fcr nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (United Nations\u2018 Sustainable Development Goals, SDG).<\/p>\n<p><strong>Auf dem Weg zu mehr Zirkularit\u00e4t<\/strong><\/p>\n<p>Die Kreislauff\u00fchrung von Kunststoffen, die sich bereits in der Nutzungsphase finden, geht in ihrer Komplexit\u00e4t jedoch erheblich \u00fcber das reine Sammeln, Sortieren und Wiederverarbeiten hinaus. Auf dem Weg zu echter stofflicher Zirkularit\u00e4t gibt es in vielen F\u00e4llen noch wesentliche Hindernisse und Fragestellungen, die einer h\u00f6heren Rezyklatquote entgegenstehen. Die Feststellung, um welchen Anteil an Rezyklat es sich handelt, ob es sich \u00fcberhaupt um ein Rezyklat handelt oder doch Neuware vorliegt, ist f\u00fcr den Anwender von zentraler Bedeutung und bedarf h\u00e4ufig gezielter Fach- und Methodenkenntnisse. Auch die Frage, ob Rezyklate in ihrer Performance der Neuware gegen\u00fcber ebenb\u00fcrtig sind, ist von gro\u00dfer Wichtigkeit: Was wird in Bezug auf Parameter wie Festigkeit, Langzeitstabilit\u00e4t und Verarbeitbarkeit erwartet? Welche Unterschiede in der Lebens- und Gebrauchsdauer bestehen f\u00fcr Rezyklate gegen\u00fcber Neuware? Wo im Verarbeitungsprozess k\u00f6nnen Qualit\u00e4tsverbesserungen gezielt eingebracht werden, sodass Rezyklate hinter der Neuware nicht zur\u00fcckstehen?<\/p>\n<p><strong>Praxisbezogener Austausch mit Experten <\/strong><\/p>\n<p>Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Fraunhofer LBF forschen seit Langem an diesen Fragestellungen, damit das Potenzial von Recyclingkunststoffen bald wirtschaftlich und umfassend ausgesch\u00f6pft werden kann. Das virtuelle Seminar \u00abRezyklate aus dem gelben Sack: Potenzial f\u00fcr hochwertige Kunststoffanwendungen?\u00bb am 22. April 2021, 9.30 bis 12.00 Uhr, richtet sich an Interessierte aus allen Bereichen der Entwicklung, Berechnung und Pr\u00fcfung von Kunststoffen. Die Teilnahme ist kostenfrei.<\/p>\n<p>Mehr Information und Anmeldung: <a href=\"https:\/\/www.lbf.fraunhofer.de\/de\/veranstaltungen\/rezyklate-aus-dem-gelben-sack.html\">https:\/\/www.lbf.fraunhofer.de\/de\/veranstaltungen\/rezyklate-aus-dem-gelben-sack.html<\/a>Das <strong>Fraunhofer LBF<\/strong> in Darmstadt steht seit \u00fcber 80 Jahren f\u00fcr <strong>Sicherheit und Zuverl\u00e4ssigkeit von Leichtbaustrukturen<\/strong>. Mit seinen Kompetenzen auf den Gebieten Betriebsfestigkeit, Systemzuverl\u00e4ssigkeit, Schwingungstechnik und Polymertechnik bietet das Institut heute L\u00f6sungen f\u00fcr drei der wichtigsten Querschnittsthemen der Zukunft: Systemleichtbau, Funktionsintegration und cyberphysische maschinenbauliche Systeme. Im Fokus stehen dabei L\u00f6sungen f\u00fcr gesellschaftliche Herausforderungen wie Ressourceneffizienz und Emissionsreduktion sowie Future Mobility, wie die Elektromobilit\u00e4t und das autonome, vernetzte Fahren. Umfassende Kompetenzen von der Datenerfassung im realen betrieblichen Feldeinsatz \u00fcber die Datenanalyse und die Dateninterpretation bis hin zur Ableitung von konkreten Ma\u00dfnahmen zur Auslegung und Verbesserung von Material-, Bauteil- und Systemeigenschaften bilden daf\u00fcr die Grundlage. Die Auftraggeber kommen u.a. aus dem Automobil- und Nutzfahrzeugbau, der Schienenverkehrstechnik, dem Schiffbau, der Luftfahrt, dem Maschinen- und Anlagenbau, der Energietechnik, der Elektrotechnik, der Medizintechnik sowie der chemischen Industrie. Sie profitieren von ausgewiesener Expertise der gut 400 Mitarbeiter und modernster Technologie auf mehr als 17 900 Quadratmetern Labor- und Versuchsfl\u00e4che.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Ende ihrer Nutzungsphase werden Kunststoffe in Deutschland in der Mehrzahl immer noch verbrannt. 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