{"id":25204,"date":"2021-03-25T11:34:14","date_gmt":"2021-03-25T10:34:14","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=25204"},"modified":"2021-03-26T08:55:21","modified_gmt":"2021-03-26T07:55:21","slug":"25204","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=25204","title":{"rendered":"SGL Carbon reagiert mit konsequenten Gegenma\u00dfnahmen auf die Krise"},"content":{"rendered":"<p><strong>SGL Carbon reagiert mit konsequenten Gegenma\u00dfnahmen auf die Krise und st\u00f6\u00dft umfangreiche Transformation an \u2013 stabiles EBIT vor Sondereinfl\u00fcssen und deutlich positiver Free Cashflow im schwierigen Coronajahr 2020<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Konzernumsatz 2020 bei 919,4 Mio. \u20ac und damit um 15 % unter dem Vorjahresniveau<\/li>\n<li>Nettoergebnis wegen Wertminderung bei CFM und Restrukturierungsaufwendungen bei minus 132,2 Mio. \u20ac (Vorjahr: -90,0 Mio. \u20ac)<\/li>\n<li>EBIT vor Sondereinfl\u00fcssen mit 50,2 Mio. \u20ac leicht \u00fcber Vorjahr (48,4 Mio. \u20ac)<\/li>\n<li>Operatives EBIT vor Sondereinfl\u00fcssen und Einmaleffekten mit 19,5 Mio. \u20ac leicht \u00fcber den Erwartungen<\/li>\n<li>Free Cashflow mithilfe von strengen Investitions- und Ausgabenbegrenzungen sowie Einmaleffekten deutlich gesteigert um 91,0 Mio. \u20ac auf 73,7 Mio. \u20ac<\/li>\n<li>Nettofinanzschulden trotz Kaufpreiszahlung f\u00fcr Carbonfaserwerk in Moses Lake geringf\u00fcgig reduziert auf 286,6 Mio. \u20ac<\/li>\n<li>Restrukturierungs- und Transformationsprogramm: bis 2023 j\u00e4hrlich wiederkehrende Einsparungen in H\u00f6he von mehr als 100 Mio. \u20ac avisiert, davon bereits 40 Mio. \u20ac im Gesch\u00e4ftsjahr 2020 erzielt<\/li>\n<li>Prognose f\u00fcr 2021: Umsatzerl\u00f6se zwischen 920 und 970 Mio. \u20ac, bereinigtes EBITDA bei 100 bis 120 Mio. \u20ac (2020: 92,8 Mio. \u20ac)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Corona-Pandemie hatte im Gesch\u00e4ftsjahr 2020 einen wesentlichen Einfluss auf die Gesch\u00e4ftsentwicklung der SGL Carbon. Auch wenn die Produktion bei der SGL Carbon dank effektiver Hygiene- und Schutzma\u00dfnahmen zu keinem Zeitpunkt heruntergefahren werden musste, war das Unternehmen mit einer deutlich reduzierten Nachfrage konfrontiert. W\u00e4hrend f\u00fcr das Berichtssegment Composites \u2013 Fibers &amp; Materials (CFM) eine Nachfrageerholung zum Jahresende festzustellen war, hat sich die Nachfrage im Berichtssegment Graphite Materials &amp; Systems (GMS) bis zum Jahresende nur wenig belebt. Der Konzernumsatz lag 2020 bei 919,4 Mio. \u20ac und damit um 15 % unter dem Vorjahresniveau (2019: 1.086,7 Mio. \u20ac). Wegen einer Wertminderung bei CFM sowie durch Restrukturierungsaufwendungen betrug zudem das Nettoergebnis minus 132,2 Mio. \u20ac nach minus 90,0 Mio. \u20ac im Vorjahr.<\/p>\n<p>Das EBIT vor Sondereinfl\u00fcssen konnte die SGL Carbon jedoch unter anderem durch Einmaleffekte aus Grundst\u00fccksverk\u00e4ufen und einer Ausgleichszahlung von Showa Denko, dem K\u00e4ufer des ehemaligen Graphitelektrodengesch\u00e4fts, stabilisieren. Es verbesserte sich im Jahr 2020 leicht um 3,7 % auf 50,2 Mio. \u20ac (Vorjahr: 48,4 Mio. \u20ac).<\/p>\n<p>Auch operativ konnte das Unternehmen negative Auswirkungen der Corona-Pandemie teilweise ausgleichen, beispielsweise durch die Gewinnung von neuen Kunden im Windsektor oder auch durch eine Vielzahl bereits wirksamer Kosteneinsparungen. Das operative EBIT vor Sondereinfl\u00fcssen und Einmaleffekten war dadurch mit 19,5 Mio. \u20ac zwar erwartungsgem\u00e4\u00df r\u00fcckl\u00e4ufig (Vorjahr: 46,6 Mio. \u20ac), lag aber dennoch leicht \u00fcber den Erwartungen.<\/p>\n<p>Der Free Cashflow der fortgef\u00fchrten Aktivit\u00e4ten konnte dagegen mithilfe von strengen Investitions- und Ausgabenbegrenzungen sowie Einmaleffekten sogar auf 73,7 Mio. \u20ac deutlich gesteigert werden (Vorjahr: -17,3 Mio. \u20ac). Zudem konnten die Nettofinanzschulden trotz der geleisteten Kaufpreiszahlung von 62 Mio. USD bzw. 51,4 Mio. \u20ac f\u00fcr den 49 %-Anteil an der SGL Composites US (Carbonfaserwerk des ehemaligen Gemeinschaftsunternehmens mit BMW in Moses Lake) geringf\u00fcgig reduziert werden auf 286,6. Mio. \u20ac (Vorjahr: 288,5 Mio. \u20ac).<\/p>\n<p><strong>Umfangreiches Restrukturierungs- und Transformationsprogramm \u00fcber Plan<\/strong><\/p>\n<p>SGL Carbon hat im Jahr 2020 eine grunds\u00e4tzliche Transformation des Unternehmens angesto\u00dfen. Um die Rentabilit\u00e4t deutlich zu steigern, verabschiedete der neue Vorstand der SGL Carbon bereits am 30. Oktober 2020 ein umfassendes Restrukturierungs- und Transformationsprogramm, das sowohl administrative Bereiche als auch die Gesch\u00e4ftseinheiten betrifft. Letztere sind seit Beginn des Jahres 2021 in vier homogen zugeschnittene Bereiche aufgeteilt. Die Zentralforschung und die zentrale Analytik wurden auf die vier neuen Gesch\u00e4ftsbereiche verteilt und die Produktionsstandorte den Gesch\u00e4ftsbereichen eindeutig zugeordnet. Diese neue Struktur erlaubt nun die \u00dcbertragung der vollen Gewinn- und Verlustverantwortung auf die Gesch\u00e4ftsbereichsleiter und damit eine bessere Steuerung der Einheiten mit Fokussierung auf Profitabilit\u00e4t. Das Programm beinhaltet dar\u00fcber hinaus umfangreiche Einsparma\u00dfnahmen sowie eine Vielzahl von Verbesserungsinitiativen f\u00fcr Produktion, Einkauf, Vertrieb und Verwaltung inklusive Ma\u00dfnahmen zur Weiterentwicklung der Unternehmenskultur. In Summe wurden mehr als 700 Einzelma\u00dfnahmen definiert, die von ca. 300 Mitarbeitern weltweit vorangetrieben und verantwortet werden.<\/p>\n<p>Damit sollen im Zuge der Umsetzung des Programms j\u00e4hrlich wiederkehrende Einsparungen in H\u00f6he von mehr als 100 Mio. \u20ac bis zum Jahr 2023 (gegen\u00fcber dem Basisjahr 2019) realisiert werden. Neben umfangreichen Sachkosteneinsparungen ist auch ein m\u00f6glichst sozialvertr\u00e4glicher Personalabbau von \u00fcber 500 Mitarbeitern weltweit angesto\u00dfen worden. F\u00fcr die Umsetzung der Einsparma\u00dfnahmen werden insgesamt Kosten in H\u00f6he von etwa 40 Mio. \u20ac erwartet. Im Gesch\u00e4ftsjahr 2020 wurden bereits 40 Mio. \u20ac der geplanten Einsparungen erzielt. Zudem waren schon Ende Dezember 2020 mehr als 50 % des geplanten Stellenabbaus durch getroffene Vereinbarungen angesto\u00dfen.<\/p>\n<p><strong>Einordnungen des Vorstands<\/strong><\/p>\n<p>\u201eDas Jahr 2020 wird in der \u00d6ffentlichkeit h\u00e4ufig als \u201averlorenes\u2018 Jahr bezeichnet. Auch wir haben durch eine geringere Nachfrage unserer Kunden Umsatzverluste hinnehmen m\u00fcssen. Anstatt diese Situation zu akzeptieren, haben wir jedoch die \u00c4rmel hochgekrempelt und unsere Firma von Grund auf erneuert. Auf unsere Teams und das Erreichte sind wir sehr stolz. Wir bedanken uns daher bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern f\u00fcr ihren enormen Einsatz in dieser herausfordernden Zeit. Allen Aktion\u00e4rinnen und Aktion\u00e4ren danken wir f\u00fcr Ihre Geduld und ihr fortgesetztes Interesse an der SGL Carbon.\u201c, sagt Dr. Torsten Derr, Vorsitzender des Vorstands der SGL Carbon.<\/p>\n<p>\u201eWir haben uns im Krisenmodus bew\u00e4hrt und gleichzeitig eine Struktur geschaffen, in der wir profitable und besonders aussichtsreiche Gesch\u00e4fte gezielter f\u00f6rdern k\u00f6nnen. Insgesamt ist die SGL Carbon durch die verbesserte Kostenstruktur stabiler. Hinzu kommt, dass wir bis 2023 keine wesentlichen F\u00e4lligkeiten aus bestehenden Finanzinstrumenten haben. Wenn sich die globale Wirtschaft wieder normalisiert, wird die SGL Carbon doppelt profitieren: unser Gesch\u00e4ft kommt zur\u00fcck und das bei deutlich niedrigeren Kosten.\u201c, erg\u00e4nzt Thomas Dippold, Finanzvorstand der SGL Carbon.<\/p>\n<p><strong>Weitere Finanzkennzahlen<\/strong><\/p>\n<p>Das Zinsergebnis verbesserte sich um 15,3 % auf minus 27,1 Mio. \u20ac gegen\u00fcber dem Vorjahreswert von minus 32,0 Mio. \u20ac, vor allem aufgrund von geringeren Zinsaufwendungen f\u00fcr Pensionen. Des Weiteren hat sich das sonstige finanzielle Ergebnis von minus 6,9 Mio. \u20ac auf minus 2,3 Mio. \u20ac verbessert, vor allem, weil im Jahr 2019 Aufwendungen f\u00fcr den R\u00fcckkauf der Wandelanleihe das sonstige finanzielle Ergebnis belasteten. Damit lag das Finanzergebnis erwartungsgem\u00e4\u00df deutlich besser als im Vorjahr, und zwar um 24,4 % bei minus 29,4 Mio. \u20ac (Vorjahr: minus 38,9 Mio. \u20ac).<\/p>\n<p>Die Investitionen in immaterielle Verm\u00f6genswerte und Sachanlagen wurden im Berichtsjahr mit 55,8 Mio. \u20ac deutlich unterhalb der Prognose von rund 70 bis 80 Mio. \u20ac begrenzt (Vorjahresinvestition von 95,1 Mio.\u20ac).<\/p>\n<p>Die frei verf\u00fcgbaren liquiden Mittel erh\u00f6hten sich im Wesentlichen durch den positiven Free Cashflow abz\u00fcglich der Kaufpreiszahlung f\u00fcr den Erwerb der 49 %-Anteils an der SGL Composites US an BMW auf 141,8 Mio. \u20ac zum Ende des Gesch\u00e4ftsjahres 2020 (Vorjahr: 137,1 Mio. \u20ac).<\/p>\n<p>Die Renditekennziffer ROCE<sub>EBIT<\/sub> der fortgef\u00fchrten Aktivit\u00e4ten der SGL Carbon hat sich von 3,9 % auf 4,5 % verbessert, insbesondere wegen des niedrigeren gebundenen Kapitals.<\/p>\n<p><strong>Gesch\u00e4ftsentwicklung nach Segmenten<\/strong><\/p>\n<p><strong>Composites \u2013 Fibers &amp; Materials (CFM): Deutliche Ergebnisverbesserung<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Umsatz im ersten Quartal 2020 im Berichtssegment Composites \u2013 Fibers &amp; Materials (CFM) von der Corona-Krise noch weitgehend unbelastet war, wurden die negativen Effekte im zweiten Quartal 2020 deutlich sp\u00fcrbar. Erfreulicherweise schw\u00e4chte sich der negative Einfluss im weiteren Verlauf des Gesch\u00e4ftsjahres sukzessive ab, sodass die Entwicklung im zweiten Halbjahr besser verlaufen ist als noch zum Halbjahr erwartet. Auch das Ergebnis wurde durch Verbesserungsma\u00dfnahmen am Produktionsprozess aber auch durch niedrigere Rohstoff- und Energiekosten positiv beeinflusst. Insgesamt ist der Umsatz im Berichtsjahr um rund 9 % (kein nennenswerter W\u00e4hrungseinfluss) zur\u00fcckgegangen auf 391,3 Mio. \u20ac von 431,6 Mio. \u20ac im Vorjahr.<\/p>\n<p>Den prozentual gr\u00f6\u00dften R\u00fcckgang verzeichnete das Marktsegment Textile Fasern. Dies lag daran, dass SGL Carbon Ende 2019 als Teil der Ergebnisverbesserungsma\u00dfnahmen begonnen hat, zwei Acrylfaserlinien stillzulegen und eine weitere Linie auf Precursor umzustellen. Coronabedingte R\u00fcckg\u00e4nge wurden in den Marktsegmenten Automobil und Industrielle Anwendungen verzeichnet. Das Luftfahrtgesch\u00e4ft blieb in etwa stabil im Vergleich zum Vorjahr. Dagegen wuchs das Gesch\u00e4ft mit der Windenergieindustrie im Jahresvergleich um etwa 45 % und entwickelte sich damit besser als urspr\u00fcnglich geplant.<\/p>\n<p>Das EBIT vor Sondereinfl\u00fcssen des Berichtssegments CFM verbesserte sich auf 19,1 Mio. \u20ac gegen\u00fcber minus 8,3 Mio. \u20ac im Vorjahr. Dies entsprach einer Umsatzrendite von 4,9 % gegen\u00fcber minus 1,9 % im Vorjahr. Die deutlich verbesserten Ergebnisse im Gesch\u00e4ft mit der Windenergieindustrie und im Marktsegment Textile Fasern sowie die positiven Effekte aus den eingeleiteten Ergebnisverbesserungsma\u00dfnahmen wurden nur teilweise aufgezehrt durch das schw\u00e4chere Automobilgesch\u00e4ft und durch das um rund 4 Mio. \u20ac verschlechterte Ergebnis aus At-Equity bilanzierten Beteiligungen. Im operativen Ergebnis vor Sondereinfl\u00fcssen von 14,2 Mio. \u20ac wurden Einmaleffekte aus personalbedingten Gutschriften und einem Ertrag aus dem Verkauf von Verm\u00f6genswerten von insgesamt 4,9 Mio. \u20ac bereinigt.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus zeichneten sich im Gesch\u00e4ftsbereich CFM im Berichtsjahr 2020 am 30. Oktober 2020 vor allem aufgrund der anhaltenden Schw\u00e4che in den Marktsegmenten Automobil und Luftfahrt im Berichtssegment CFM signifikante Abweichungen zum letzten F\u00fcnfjahresplan ab. Die SGL Carbon hat daraufhin Wertminderungspr\u00fcfungen in allen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (ZGEs) von CFM durchgef\u00fchrt und einen Wertminderungsaufwand auf den Gesch\u00e4ftswert und die Sachanlagen von insgesamt 106,5 Mio. \u20ac bei CFM im vierten Quartal 2020 erfasst. Die Wertminderung betraf ausschlie\u00dflich die neue ZGE CF (Carbon Fibers).<\/p>\n<p><strong>Graphite Materials &amp; Systems (GMS): Pandemiebedingter Nachfrager\u00fcckgang<\/strong><\/p>\n<p>Im Berichtssegment Graphite Materials &amp; Systems (GMS) haben sich die Folgen der Corona-Pandemie im zweiten Halbjahr 2020 weiter verst\u00e4rkt. Dies l\u00e4sst sich im Wesentlichen auf die sp\u00e4tzyklische Natur des GMS-Gesch\u00e4fts zur\u00fcckf\u00fchren. Insgesamt sank der Umsatz im Berichtssegment GMS in dem Berichtsjahr um rund 20 % auf 495,4 Mio. \u20ac im Vergleich zum Rekordniveau des Vorjahres von 622,5 Mio. \u20ac (kein wesentlicher W\u00e4hrungseffekt).<\/p>\n<p>Dazu beigetragen haben erwartete Ver\u00e4nderungen in der Lieferkette im Lithium-Ionen-Batteriegesch\u00e4ft sowie pandemiebedingte niedrigere Ums\u00e4tze in allen Marktsegmenten mit Ausnahme des Marktsegments Halbleiter, in dem der Umsatz zweistellig gewachsen ist.<\/p>\n<p>Gegen\u00fcber dem Rekordergebnis im Vorjahreszeitraum von 85,5 Mio. \u20ac ist das EBIT vor Sondereinfl\u00fcssen im Berichtsjahr mit 42,4 Mio. \u20ac um rund 50 % zur\u00fcckgegangen. Die EBIT-Marge verschlechterte sich auf 8,6 % (Vorjahr: 13,7 %). Im operativen Ergebnis vor Sondereinfl\u00fcssen von 33,1 Mio. \u20ac wurden Einmaleffekte aus Versicherungsertr\u00e4gen und aus personalbedingten Gutschriften von insgesamt 9,3 Mio. \u20ac bereinigt. Analog zum Umsatz verzeichneten fast alle Marktsegmente einen deutlichen Ergebnisr\u00fcckgang gegen\u00fcber dem Vorjahr. Dies resultiert aus der deutlich gesunkenen Auslastung f\u00fcr industrielle und chemische Anwendungen und der reduzierten Fixkostenabsorption insbesondere im zweiten Halbjahr, was nur zum Teil durch Kosteneinsparungen kompensiert werden konnte. Lediglich im Automobil-Bereich konnte das Ergebnisniveau stabil gehalten werden.<\/p>\n<p><strong>Corporate: Signifikante Einmalertr\u00e4ge\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Die Umsatzerl\u00f6se im Berichtssegment Corporate im Gesch\u00e4ftsjahr 2020 lagen auf Vorjahresniveau (kein W\u00e4hrungseffekt). Der positive Umsatzeffekt aus der im Juli 2020 zwischen SGL Carbon und Showa Denko geschlossenen Vereinbarung in H\u00f6he von 8,5 Mio. \u20ac wurde im zweiten Halbjahr durch geringere Serviceleistungen an die ver\u00e4u\u00dferten Gesch\u00e4ftseinheiten (ehemaliger Gesch\u00e4ftsbereich Performance Products bzw. PP) ausgeglichen.<\/p>\n<p>Mit minus 11,3 Mio. \u20ac verbesserte sich das EBIT vor Sondereinfl\u00fcssen im Berichtssegment Corporate gegen\u00fcber dem Vorjahreswert (Vorjahr: minus 28,8 Mio. \u20ac). Hauptursachen f\u00fcr diese starke Ergebnisverbesserung waren der positive Effekt aus der Vereinbarung mit Showa Denko von 8,5 Mio. \u20ac und Ertr\u00e4ge aus Grundst\u00fccksverk\u00e4ufen von 7,9 Mio. \u20ac, die im operativen EBIT vor Sondereinfl\u00fcssen von minus 27,8 Mio. \u20ac bereinigt wurden. Zudem trugen niedrigere Aufwendungen f\u00fcr Management-Incentivepl\u00e4ne aufgrund der r\u00fcckl\u00e4ufigen Ergebnisentwicklung im Konzern zur EBIT-Verbesserung bei. Die Aufwendungen f\u00fcr unsere zentralen Forschungsaktivit\u00e4ten lagen aufgrund von Kosteneinsparma\u00dfnahmen erwartungsgem\u00e4\u00df mit 9,4 Mio. \u20ac unter dem Vorjahreswert von 11,4 Mio. \u20ac. <strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Prognose<\/strong><\/p>\n<p><strong>Entwicklung des Konzerns<\/strong><\/p>\n<p>Nach dem starken wirtschaftlichen Einbruch im Jahr 2020 gehen wir davon aus, dass das Gesch\u00e4ftsjahr 2021 von einer moderaten Erholung gepr\u00e4gt sein wird. Die Umsatzerl\u00f6se sollten \u00fcber dem Vorjahresniveau (2020: 919,4 Mio. \u20ac) in der Spanne zwischen 920 und 970 Mio. \u20ac liegen. F\u00fcr das bereinigte EBITDA erwarten wir eine Verbesserung auf 100 bis 120 Mio. \u20ac (2020: 92,8 Mio. \u20ac). Hier werden sich insbesondere Einsparungen aus den eingeleiteten Restrukturierungsma\u00dfnahmen positiv widerspiegeln. Nach einem Konzern-Jahresfehlbetrag der fortgef\u00fchrten Aktivit\u00e4ten von 132,9 Mio. \u20ac im Gesch\u00e4ftsjahr 2020, der prim\u00e4r auf Wertminderungen bei CFM und die Restrukturierungsaufwendungen zur\u00fcckzuf\u00fchren ist, d\u00fcrfte sich das Nettoergebnis (fortgef\u00fchrte Aktivit\u00e4ten) im Jahr 2021 deutlich verbessern und im Bereich zwischen minus 20 Mio. \u20ac und einem ausgeglichenen Ergebnis liegen.<\/p>\n<p><strong>Entwicklung der Berichtssegmente<\/strong><\/p>\n<p>Mit Beginn des Berichtsjahres 2021 werden wir entlang der vier neuen Gesch\u00e4ftsbereiche der SGL Carbon berichten. Diese sind: Graphite Solutions (GS) und Process Technology (PT), beide zusammen vormals GMS, sowie Carbon Fibers (CF) und Composite Solutions (CS), bislang zusammen CFM.<\/p>\n<p>F\u00fcr das Berichtssegment GS erwarten wir eine sukzessive Erholung der Nachfrage im Jahr 2021 und infolgedessen in allen Marktsegmenten leicht verbesserte oder mindestens konstante Umsatzerl\u00f6se. Insbesondere durch Einsparungen aus der Restrukturierung erwarten wir eine deutliche Verbesserung des bereinigten EBITDA. Im Berichtssegment PT sehen wir noch keine wesentliche Belebung, da die Chemieindustrie bei Neuinvestitionen weiter sehr zur\u00fcckhaltend ist. Wir gehen daher von einem Umsatz und bereinigtem EBITDA auf dem Niveau des Vorjahres aus. Im Berichtssegment CF erwarten wir den Umsatz auf dem Niveau des Jahres 2020, w\u00e4hrend sich das bereinigte EBITDA durch die eingeleiteten Restrukturierungsma\u00dfnahmen leicht verbessern wird. Der Umsatz im Berichtssegment CS wird 2021 deutlich steigen, da neue Automobilprojekte wie die Fertigung von Batteriek\u00e4sten auf Basis von Verbundwerkstoffen anlaufen. Insbesondere das deutlich gesteigerte Umsatzvolumen wird zu einem positiven bereinigten EBITDA beitragen. Die deutliche Verschlechterung im bereinigten EBITDA im Berichtssegment Corporate ist haupts\u00e4chlich darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass der Vergleichswert des Jahres 2020 beg\u00fcnstigt war von niedrigeren Aufwendungen f\u00fcr Management-Incentive-Pl\u00e4ne.<\/p>\n<p><strong>Entwicklung der Investitionen und des Free Cashflows<\/strong><\/p>\n<p>Nachdem wir im Berichtsjahr die Investitionen auf rund 55 Mio. \u20ac begrenzt hatten, erwarten wir f\u00fcr das laufende Gesch\u00e4ftsjahr Investitionsausgaben auf dem Niveau der Abschreibungen. Auf-grund der Wertberichtigung im Jahr 2020 verringern sich diese 2021 auf rund 60 Mio. \u20ac. Der Schwerpunkt der Investitionen liegt im weiteren Ausbau unserer Fertigung f\u00fcr Brennstoffzellenkomponenten und im projektbezogenen Ausbau unserer Fertigung f\u00fcr Verbundwerkstoffe (z. B. Batteriek\u00e4sten) f\u00fcr Kunden aus der Automobilindustrie.<\/p>\n<p>Die strategischen Gesch\u00e4ftspl\u00e4ne der operativen Gesch\u00e4ftseinheiten bestimmen den Finanzierungsbedarf des Konzerns. Dieser wird j\u00e4hrlich anhand der neuen Planungen \u00fcberpr\u00fcft und angepasst. Mit konsequentem Cash Management, dem Verkauf von nicht betriebsnotwendigen Grundst\u00fccken und einer deutlichen Reduzierung des Nettoumlaufverm\u00f6gens haben wir im Jahr 2020 einen positiven Free Cashflow erreicht. Die vorhandenen liquiden Mittel und der zur Verf\u00fcgung stehende Finanzierungsrahmen gew\u00e4hrleisten die Abdeckung des f\u00fcr 2021 erwarteten Liquidit\u00e4tsbedarfs. F\u00fcr 2021 erwarten wir aufgrund des sich im Jahresverlauf wiederbelebenden Gesch\u00e4fts einen Anstieg im Nettoumlaufverm\u00f6gen. Diesen werden wir aus eigenen Mitteln finanzieren, sodass wir insgesamt einen ausgeglichen Free Cashflow anstreben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Corona-Pandemie hatte im Gesch\u00e4ftsjahr 2020 einen wesentlichen Einfluss auf die Gesch\u00e4ftsentwicklung der SGL Carbon. 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