{"id":25296,"date":"2021-03-30T08:03:57","date_gmt":"2021-03-30T06:03:57","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=25296"},"modified":"2021-03-29T13:17:38","modified_gmt":"2021-03-29T11:17:38","slug":"wertstoffe-aus-dem-schornstein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=25296","title":{"rendered":"Wertstoffe aus dem Schornstein"},"content":{"rendered":"<h2>EU-Forschungsprojekt Carbon4PUR erfolgreich abgeschlossen<\/h2>\n<ul>\n<li><strong>Hochofengas aus der Stahlherstellung als Kohlenstoffquelle\u00a0f\u00fcr Kunststoffe<\/strong><\/li>\n<li><strong>Neuartige Polyole hergestellt<\/strong><\/li>\n<li><strong>Einsatz in D\u00e4mmplatten und Holzbeschichtungen demonstriert<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Wie lassen sich Gasgemische aus der Industrieproduktion sinnvoll nutzen, um chemische Bausteine herzustellen und gleichzeitig Erd\u00f6l einzusparen? Das Forschungskonsortium des Projekts Carbon4PUR hat darauf Antworten gefunden. Nach rund dreieinhalb Jahren Forschungsarbeit wurden nun die finalen Ergebnisse vorgestellt.<\/p>\n<p>In dem von der Europ\u00e4ischen Union gef\u00f6rderten, branchen\u00fcbergreifenden Projekt (F\u00f6rdervereinbarungs-Nr. 768919) haben 14 industrielle und akademische Partner aus sieben L\u00e4ndern eine neue Technologie erforscht. Diese soll es erm\u00f6glichen, Gasstr\u00f6me aus Stahlwerken in der Polyurethanproduktion einzusetzen. Das vom Werkstoffhersteller Covestro gef\u00fchrte Konsortium untersuchte dabei, wie kohlenstoffmonoxid (CO) &#8211; und -dioxid (CO\u2082) -haltiges Hochofengas aus der Stahlherstellung als Kohlenstoffquelle f\u00fcr Polyole genutzt werden kann. Polyole sind Vorprodukte und Schl\u00fcsselkomponenten von D\u00e4mmstoffen und Beschichtungen auf Polyurethanbasis und werden \u00fcblicherweise aus Erd\u00f6l gewonnen.<\/p>\n<p>Das Fazit: \u00d6kologisch wie \u00f6konomisch wurde die neue Technologie als vorteilhaft bewertet. \u201eVermeintliches Abgas l\u00e4sst sich ein weiteres Mal als Wertstoff effizient nutzen und in den Kreislauf zur\u00fcckf\u00fchren: Die Ergebnisse des Forschungsprojekts haben das Potenzial, Produktionsprozesse zu revolutionieren. Das ist eine gro\u00dfartige Erkenntnis und ein bedeutender Meilenstein hin zur Kreislaufwirtschaft. Alternative Rohstoffe werden Realit\u00e4t&#8221;, sagt Dr. Markus Steilemann, Vorstandsvorsitzender von Covestro.<\/p>\n<p>Ein zentraler Erfolg von Carbon4PUR ist die Identifizierung neuartiger Katalysatoren, die die Herstellung neuer Polyole erm\u00f6glichen. Mit Hilfe dieser Katalysatoren ist es den Forschungspartnern gelungen, Polyole unter Einsatz von kohlenstoffmonoxid (CO) -haltigen Gasgemischen im Laborma\u00dfstab herzustellen. In dem neuartigen Vorprodukt konnten 27 Prozent CO gebunden werden.<\/p>\n<p>Die aus Carbon4PUR gewonnenen Erkenntnisse k\u00f6nnten auch die von Covestro entwickelte CO\u2082-Technologie erweitern. Das mit Hilfe der derzeitigen CO\u2082-Technologie entwickelte nachhaltige Polyol cardyon<sup>\u00ae<\/sup> enth\u00e4lt bis zu 20 Prozent Kohlenstoffdioxid statt Erd\u00f6l. Es wird beispielsweise f\u00fcr die Herstellung von Polyurethan-Weichschaum in Matratzen, von Bindemitteln f\u00fcr Sportb\u00f6den oder von elastischen Fasern eingesetzt. Mit dem neuen Wissen k\u00f6nnte die Technologie m\u00f6glicherweise auf die Nutzung CO\u2082-haltiger Gasgemische wie Hochofengas aus der Stahlherstellung erweitert werden.<\/p>\n<h2>Erkenntnisse als Basis f\u00fcr zuk\u00fcnftige Forschung &amp; Entwicklung<\/h2>\n<p>Im Rahmen des Forschungsprojekts wurde die Carbon4PUR-Techologie erfolgreich im semi-industriellen Ma\u00dfstab umgesetzt. Erste Anwendungsbeispiele konnten bereits von der Gesch\u00e4ftseinheit D\u00e4mmung des Unternehmens Recticel (Belgien) und vom Chemiekonzerm Megara Resins (Griechenland) demonstriert werden. Beide Unternehmen haben Produkttests auf Basis der Forschungsergebnisse durchgef\u00fchrt. \u201eWir haben gezeigt, dass Polyole, die auf der neuen Carbon4PUR-Technologie basieren, erfolgreich in Hartschaumstoffe eingearbeitet werden k\u00f6nnen, um D\u00e4mmplatten mit technischen Spezifikationen herzustellen, die mit dem aktuellen Marktstandard vergleichbar sind&#8221;, sagt Dr. Geert Snellings, Innovation Manager bei Recticel. Megara Resins ist es gelungen, die neuen Polyole in w\u00e4ssrigen Polyurethan-Dispersionen f\u00fcr Holzbeschichtungen zu verarbeiten.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus hat die RWTH Aachen im Rahmen von Carbon4PUR die Akzeptanz von Carbon-Capture-and-Utilisation (CCU) am Beispiel von D\u00e4mmplatten in einer wissenschaftlichen Studie untersucht. Der Begriff steht f\u00fcr die Abscheidung von Kohlenstoffdioxid und die Verwendung f\u00fcr weitere chemische Prozesse. \u201eWir haben festgestellt, dass die \u00d6ffentlichkeit noch viel zu wenig \u00fcber die CCU-Technologie wei\u00df. Wenn die Endverbraucher jedoch ausreichend informiert werden, zeigt sich eine generell positive Einstellung&#8221;, erkl\u00e4rt Prof. Dr. Martina Ziefle vom Lehrstuhl f\u00fcr Communications Science an der RWTH Aachen. \u201eDennoch besteht weiterhin die Notwendigkeit, den Bekanntheitsgrad von CCU zu erh\u00f6hen, um die Akzeptanz der Technologie und des Produkts zu st\u00e4rken.&#8221;<\/p>\n<h2>Forschungs-Schulterschluss kann Arbeitspl\u00e4tze schaffen<\/h2>\n<p>Carbon4PUR ist ein einzigartiges Beispiel f\u00fcr die Kooperation von Partnern aus der gesamten Wertsch\u00f6pfungskette. So konnte etwa die neuartige Zusammenarbeit zwischen Stahl- und Chemieindustrie am franz\u00f6sischen Standort Marseille-Fos evaluiert werden. Dort liegen ein Stahlwerk von ArcelorMittal und eine Produktionsanlage von Covestro in unmittelbarer Nachbarschaft. \u201eDas branchen\u00fcbergreifende Projekt hat den Verbundgedanken in der europ\u00e4ischen Industrie nochmal gest\u00e4rkt&#8221;, so Dr. Alexis Bazzanella von der DECHEMA. \u201eGleichzeitig zeigen Projekte wie Carbon4PUR, dass europ\u00e4isches Engagement f\u00fcr Klimaschutz und Ressourceneffizienz Arbeitspl\u00e4tze schaffen und sichern kann.&#8221;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie lassen sich Gasgemische aus der Industrieproduktion sinnvoll nutzen, um chemische Bausteine herzustellen und gleichzeitig Erd\u00f6l&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":25297,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24,16],"tags":[],"series":[],"class_list":["post-25296","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-plas-tv-meldungen-auf-der-startseite-unterhalb-slider","category-plast-tv-textmeldungen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/25296","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=25296"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/25296\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":25298,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/25296\/revisions\/25298"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/25297"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=25296"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=25296"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=25296"},{"taxonomy":"series","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fseries&post=25296"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}