{"id":25465,"date":"2021-04-09T08:25:30","date_gmt":"2021-04-09T06:25:30","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=25465"},"modified":"2021-04-07T13:27:59","modified_gmt":"2021-04-07T11:27:59","slug":"schneller-und-einfacher-zugriff-auf-maschinendaten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=25465","title":{"rendered":"Schneller und einfacher Zugriff auf Maschinendaten"},"content":{"rendered":"<p>Daten sind die W\u00e4hrung der Zukunft. Aber wie k\u00f6nnen Unternehmen auf die immensen Datenmengen aus ihrem Maschinenpark zugreifen, um die Produktion zu modernisieren? Forscher am Fraunhofer-Institut f\u00fcr Produktionstechnik und Automatisierung IPA haben mit StationConnector eine Software entwickelt, die die Daten ausliest und sie beliebigen Anwendungen zur Verf\u00fcgung stellt. Die IPA-Informatiker haben ein eigenes Unternehmen gestartet und gehen mit der Software auf den Markt. Data Coffee \u2013 so der Name der Ausgr\u00fcndung.<\/p>\n<p>Nicht nur das schiere Volumen, auch die Vielfalt der Daten steigt in Produktionsunternehmen exponentiell an. Richtig genutzt, k\u00f6nnen sie von gro\u00dfem Nutzen f\u00fcr die Planung und Optimierung von Gesch\u00e4ftsprozessen sein. Doch ein Maschinenpark ist in der Regel inhomogen, er umfasst Ger\u00e4te verschiedener Generationen und Hersteller mit nicht aufeinander abgestimmten Formaten und Protokollen \u2013 gerade in mittelst\u00e4ndischen Unternehmen ist dies h\u00e4ufig der Fall. Aufgrund der unterschiedlichen Steuerungen und Schnittstellen ist es problematisch und aufwendig, Maschinendaten abzugreifen und auszuwerten.<\/p>\n<h4><b>Bindeglied zwischen Steuerungstechnik und IT<\/b><\/h4>\n<p>Genau hier setzt die Software StationConnector an, indem sie eine einheitliche Schnittstelle \u00fcber alle Anlagen hinweg bietet. So kann sie Daten einfach und anwendungsspezifisch zwischen Industrieprotokollen, Steuerungen und beliebigen IT-Systemen vermitteln. Station Connector stellt Parameter wie etwa Stromverbrauch, Drehgeschwindigkeit, Temperatur und Winkelposition beliebigen Anwendungen einheitlich zur Verf\u00fcgung \u2013 unabh\u00e4ngig davon, welche Auslesegeschwindigkeit diese erfordern. \u00bbMaschinelles Lernen erfordert eine hohe Datenrate, Monitoring dagegen kommt mit einer geringen Rate aus. Mit StationConnector etablieren wir quasi eine unabh\u00e4ngige Softwareebene zwischen den Anlagen und den Systemen oder Datenbanken, die diese Daten sp\u00e4ter nutzen\u00ab, informiert Marcus Defranceski, Wissenschaftler am Fraunhofer IPA in Stuttgart. Gemeinsam mit seinen Kollegen Fabian B\u00f6ttinger und Fabian Schulz hat der Informatiker den Daten-Dolmetscher entwickelt. Das gro\u00dfe Plus: StationConnector bietet Unternehmen maximale Flexibilit\u00e4t, diese k\u00f6nnen ihre Maschinendaten nun eigenst\u00e4ndig und unabh\u00e4ngig verwalten und nach Bedarfslage anpassen. Denn oftmals wissen Firmen noch nicht, wie sie ihre Produktion modernisieren wollen und in welcher Form sie die Daten ben\u00f6tigen. \u00bbMit unserer Software m\u00fcssen sich Produktionsunternehmen nicht zu fr\u00fch und zu schnell festlegen\u00ab.<\/p>\n<p>Liegen die Daten dann im richtigen Format vor, kann beispielsweise die Anlageneffizienz ausgewertet, die Produktionskapazit\u00e4t erh\u00f6ht oder datenbasierte Gesch\u00e4ftsmodelle etabliert werden. Die Einsatzm\u00f6glichkeiten definiert der Kunde. \u00bbDurch die verf\u00fcgbaren Daten wird eine neue Transparenz geschaffen, die eine bessere Produktionssteuerung erlaubt und Potenziale in der Prozessoptimierung aufdeckt\u00ab, sagt der Informatiker.<\/p>\n<p>Informatikkenntnisse sind f\u00fcr die Bedienung der Software nicht erforderlich, die Konfiguration ist selbsterkl\u00e4rend. Die Maschinen k\u00f6nnen w\u00e4hrend der Installation weiterlaufen. Bei der Auswahl der ben\u00f6tigten Informationen und Variablen gibt es keine Beschr\u00e4nkung, der Kunde entscheidet, welche Daten er verarbeiten will. Ein automatisiertes Auslesen l\u00e4sst sich einrichten, um Produktionseinbu\u00dfen rechtzeitig zu erkennen und schnell auf Ausf\u00e4lle reagieren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>StationConnector interpretiert die unterschiedlichsten Protokolle, die modular erweiterbar sind. Die Software l\u00e4uft sowohl auf dem lokalen Einzel-PC als auch auf Produktionsservern und in der Cloud. Die ausgelesenen Daten lassen sich auf den meisten mobilen Ger\u00e4ten und Desktoprechnern graphisch darstellen, um einen ersten visuellen Eindruck zu vermitteln.<\/p>\n<h4><b>Ausgr\u00fcndung Data Coffee gestartet<\/b><\/h4>\n<p>Die Software hat sich im Praxiseinsatz bew\u00e4hrt, sie ist bereits in Produktionsbetrieben im Einsatz. Auf dem Teststand am Fraunhofer IPA l\u00e4uft sie im Dauereinsatz.<\/p>\n<p>Seit Februar dieses Jahres k\u00f6nnen interessierte Unternehmen die Software lizenzieren. Marcus Defranceski und seine beiden Kollegen vom Fraunhofer IPA haben mit Data Coffee ein eigenes Unternehmen gestartet. Die Ausgr\u00fcndung hat ihren Sitz in Horb. Zun\u00e4chst wird StationConnector weiter f\u00fcr produzierende Betriebe optimiert, n\u00e4chstes Jahr wird die Software dann auch Anlagenherstellern zur Verf\u00fcgung stehen, um diesen den Weg zu neuen, eigenen digitalen Gesch\u00e4ftsmodellen zu erleichtern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Daten sind die W\u00e4hrung der Zukunft. 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