{"id":26040,"date":"2021-05-07T10:00:07","date_gmt":"2021-05-07T08:00:07","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=26040"},"modified":"2021-05-07T10:00:07","modified_gmt":"2021-05-07T08:00:07","slug":"fraunhofer-forscher-entwickeln-recyclingfaehigen-faserverstaerkten-werkstoff-aus-100-biobasierter-polymilchsaeure","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=26040","title":{"rendered":"Fraunhofer-Forscher entwickeln recyclingf\u00e4higen, faserverst\u00e4rkten Werkstoff aus 100% biobasierter Polymilchs\u00e4ure"},"content":{"rendered":"<div class=\"news-text-wrap\">\n<p><strong>\u201eVerpackungen aus biobasierten Kunststoffen haben sich l\u00e4ngst etabliert. Wir unterst\u00fctzen jetzt die Weiterentwicklung dieser Materialien f\u00fcr neue Einsatzbereiche. Wenn der Markt k\u00fcnftig pflanzlich basierte Werkstoffe auch f\u00fcr technisch anspruchsvolle Aufgaben wie etwa den Fahrzeugbau anbietet, kommt die Bio\u00f6konomie einen entscheidenden Schritt voran,\u201c erkl\u00e4rte Uwe Feiler, Parlamentarischer Staatssekret\u00e4r bei der Bundesministerin f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft, heute in Potsdam. Anlass war die \u00dcbergabe eines Zuwendungsbescheides an das Fraunhofer-Institut f\u00fcr Angewandte Polymerforschung IAP. Das Fraunhofer IAP will ein Verbundmaterial entwickeln, das vollst\u00e4ndig aus biobasierter Polymilchs\u00e4ure (PLA) besteht und sich im Vergleich zu herk\u00f6mmlichen Faserverbundwerkstoffen deutlich besser recyceln l\u00e4sst.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Das Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft (BMEL) f\u00f6rdert die Entwicklung von Biowerkstoffen im Rahmen des F\u00f6rderprogramms Nachwachsende Rohstoffe intensiv. Aktuell laufen \u00fcber 100 Vorhaben, die eine gro\u00dfe Bandbreite an Themen abdecken: vom im Meer abbaubaren Kunststoff bis zu naturfaserverst\u00e4rkten Leichtbauteilen f\u00fcr den Automobilsektor. Die Vorhaben werden von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe, dem f\u00fcr das F\u00f6rderprogramm Nachwachsende Rohstoffe zust\u00e4ndigen Projekttr\u00e4ger des BMEL, betreut.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Einfacheres Recycling von Faserverbundkunststoffen <\/strong><br \/>\nPLA geh\u00f6rt zu den besonders vielversprechenden biobasierten Werkstoffen. Der weltweite Markt f\u00fcr dieses Polymer w\u00e4chst j\u00e4hrlich um rund 10 Prozent. PLA kommt u.\u00a0a. auch als Matrix in faserverst\u00e4rkten Kunststoffen zum Einsatz. Bei diesen mechanisch belastbaren Kunststoffen sind Verst\u00e4rkungsfasern in eine Kunststoffmatrix eingebettet.<\/p>\n<p>Im Projekt des Fraunhofer IAP stehen nun diese Verst\u00e4rkungsfasern im Fokus: \u201eWir entwickeln unsere PLA-Fasern weiter, um diese gemeinsam mit Partnern aus der Wirtschaft in den Industriema\u00dfstab zu \u00fcberf\u00fchren. Diese Fasern eignen sich hervorragend zur Verst\u00e4rkung von PLA-Kunststoffen. Der so entstehende, sich selbst verst\u00e4rkende Einkomponenten-Verbundwerkstoff verspricht gro\u00dfe Vorteile beim Recycling. Da die Faser und die Matrix aus PLA chemisch identisch sind, sind aufw\u00e4ndige Trennschritte nicht n\u00f6tig\u201c, erkl\u00e4rt Dr. Andr\u00e9 Lehmann, Experte f\u00fcr Fasertechnologie am Fraunhofer IAP.<\/p>\n<p><strong>Neuartige PLA-Fasern und -Folien sind thermisch stabiler<\/strong><br \/>\nBislang stand diesem Ansatz die relativ geringe Temperaturbest\u00e4ndigkeit von herk\u00f6mmlichem PLA im Wege. Technische Fasern lassen sich am wirtschaftlichsten im Schmelzspinnverfahren herstellen. Das Team des Fraunhofer IAP verwendet nun thermisch stabilere Stereokomplex-PLA (sc-PLA) f\u00fcr die Fasern. Der Begriff Stereokomplex bezeichnet dabei eine spezielle Kristallstruktur, die die PLA-Molek\u00fcle bilden k\u00f6nnen. Sc-PLA-Fasern besitzen einen um 40 \u2013 50 \u00b0C h\u00f6heren Schmelzpunkt und \u00fcberstehen damit den Einarbeitungsprozess in eine Matrix aus herk\u00f6mmlichem PLA. Im Projekt entwickeln und optimieren die Forscherinnen und Forscher einen Schmelzspinnprozess f\u00fcr sc-PLA-Filamentgarne. Partner in diesem Arbeitspaket ist die Trevira GmbH, Hersteller technischer und textiler Faser- und Filamentgarnspezialit\u00e4ten, die u.\u00a0a. von Automobilzulieferern und Objektausstattern nachgefragt werden. Als zweites ist die Entwicklung eines Herstellungsverfahrens f\u00fcr sc-PLA-verst\u00e4rkte Flachfolien geplant. An dieser Aufgabe beteiligt sich der internationale Klebeband-Hersteller tesa SE, der die Eignung der sc-PLA-Folien als Klebefolie pr\u00fcfen wird. In einem dritten Arbeitspaket wird das Fraunhofer IAP die Filamente schlie\u00dflich im Doppelpultrusionsverfahren zu einem Granulat verarbeiten, das sich zum Spritzguss eignet.<\/p>\n<p><strong>Biobasierte L\u00f6sungen f\u00fcr Automobil- und Textilindustrie<\/strong><br \/>\nDie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um Dr. Andr\u00e9 Lehmann sind sicher, dass der selbstverst\u00e4rkte PLA-Werkstoff viele neue Anwendungsgebiete erobern kann. Schon heute signalisieren die Automobil- und die Textilindustrie Interesse an biobasierten Materialien, die sich zudem auch besser recyceln lassen. Preislich w\u00e4re PLA hier schon jetzt wettbewerbsf\u00e4hig, nun soll das Material auch technisch fit f\u00fcr die neuen Aufgaben gemacht werden.<\/p>\n<p>Professor Alexander B\u00f6ker, Leiter des Fraunhofer IAP, sagt: \u00bbDie stetig wachsende Nachfrage der Industrie nach nachhaltigen L\u00f6sungen unterstreicht, wie wichtig die Entwicklung biobasierter und zugleich hoch leistungsf\u00e4higer Materialien ist. Mit unserer Forschung treiben wir zudem den Aufbau einer nachhaltigen und funktionierenden Kreislaufwirtschaft aktiv voran und begr\u00fc\u00dfen die Unterst\u00fctzung durch den Bund daher sehr.\u00ab<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verpackungen aus biobasierten Kunststoffen haben sich l\u00e4ngst etabliert. 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