{"id":26234,"date":"2021-05-20T11:38:16","date_gmt":"2021-05-20T09:38:16","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=26234"},"modified":"2021-05-20T11:38:16","modified_gmt":"2021-05-20T09:38:16","slug":"kunststoffindustrie-auf-dem-weg-in-die-kreislaufwirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=26234","title":{"rendered":"Kunststoffindustrie auf dem Weg in die Kreislaufwirtschaft"},"content":{"rendered":"<p><strong>Junge Leute mit Emotionen statt mit klassischer Karriere begeistern<\/strong><\/p>\n<p>\u2022\u00a0\u00a0 \u00a0Schlechtes Kunststoff-Image hat Auswirkungen auf die Nachwuchsgewinnung<br \/>\n\u2022\u00a0\u00a0 \u00a0Gro\u00dfer Bedarf an Information und Bewusstsein-Schaffung in den Unternehmen notwendig<br \/>\n\u2022\u00a0\u00a0 \u00a0Kunststoffmaschinenbauer Kurtz Ersa geht mit gutem Beispiel voran<\/p>\n<p>Die Kunststoffindustrie ist im Wandel begriffen in Richtung Kreislaufwirtschaft. Gemeinsame Ziele sind Ressourcenschonung durch Recycling, aber auch CO2-Reduktion bei Herstellung und Gebrauch von Kunststoffprodukten. Der Kunststoffmaschinenbau tr\u00e4gt mit seinen Technologieentwicklungen erheblich zur Umsetzung der \u201eCircular Economy\u201c bei. Doch das Kunststoff-Image ist noch immer schlecht.<\/p>\n<p>H\u00e4ufig liegt die schlechte Meinung \u00fcber Kunststoffprodukte an mangelnder Information.<br \/>\nDer VDMA Fachverband Kunststoff- und Gummimaschinen engagiert sich daher f\u00fcr den konstruktiven Dialog mit Industrievertretern, mit der Politik und auch mit der \u00d6ffentlichkeit. Denn die kritische Haltung zu Kunststoff hat auch negative Auswirkung auf die Nachwuchsgewinnung in den VDMA-Mitgliedsunternehmen. Junge Menschen fordern von ihren Arbeitgebern zunehmend nachhaltiges Handeln. Sie wollen sich mit ihrer Firma identifizieren und erleben, dass ihre Arbeit zu etwas Gutem beitr\u00e4gt. Beim Kunststoffmaschinenbauer Kurtz Ersa hat diese Erwartung zu einem Umdenken gef\u00fchrt \u2013 mit Erfolg.<\/p>\n<p><strong>Kurtz Ersa punktet bei Nachwuchskr\u00e4ften mit Nachhaltigkeit<\/strong><\/p>\n<p>Nachhaltigkeit hat beim Familienunternehmen Kurtz Ersa mit Sitz im Spessart heute einen hohen Stellenwert. Sukzessive hat die Firma in den letzten Jahren ihre Produkte, ihre Gesch\u00e4ftsprozesse und auch ihr soziales Verhalten \u00fcberpr\u00fcft und verbessert. Mittlerweile geh\u00f6rt \u201eSustainability\u201c zum Markenkern, die vielen verschiedenen Nachhaltigkeitsprojekte des Unternehmens werden zentral gemanagt und strategisch ausgerichtet.<br \/>\nZudem ist das klare Ziel formuliert bis zum 250. Geburtstag in 2029 klimaneutral zu sein. \u201eWir haben festgestellt, dass wir in Vielem zu kurzfristig gedacht und zu wenig getan haben, aber die jungen Menschen in unserem Unternehmen wie auch verschiedene Umweltbewegungen haben unseren Blick gesch\u00e4rft\u201c, sagt Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Uwe Rothaug.<\/p>\n<p>Kurtz Ersa dreht an vielen Stellschrauben gleichzeitig. Der Hersteller von Kunststoffmaschinen setzt bei seinen Produkten jetzt verst\u00e4rkt auf Technologien, die Ressourcen schonen, die Kreislaufwirtschaft f\u00f6rdern, aber auch darauf, Alternativen zum \u00f6l-basierten Kunststoff zu verarbeiten. \u201eWir suchen nach M\u00f6glichkeiten, wie wir unsere Maschinen mit Blick auf diese Nachhaltigkeitsziele optimieren k\u00f6nnen, aber wir gehen f\u00fcr Neuentwicklungen auch in v\u00f6llig neue Technologien\u201c, sagt Constantin Kemmer, Leiter Research &amp; Development, Kurtz GmbH. Ein Beispiel: Bei einer neuentwickelten Maschine wurde dank neuer Technologie eine Energieeinsparung von 90 Prozent errechnet. Ein gro\u00dfer Schritt Richtung Nachhaltigkeit, findet Kemmer.<\/p>\n<p>Nicht nur in Entwicklung und Produktion, auch im Vertrieb, in der Verwaltung, in den Geb\u00e4uden und im Lager, \u00fcberall sucht man bei Kurtz Ersa nach Wegen, Nachhaltigkeitsprozesse anzusto\u00dfen. \u201eWir drehen momentan jeden Stein um\u201c, erkl\u00e4rt Marketingleiter Marcus Loistl. Sobald ein Verbesserungspotenzial identifiziert ist, geht es in die Umsetzung. \u201eDie Geschwindigkeit ist wichtig. Man sieht schnell einen Effekt. Das macht die Anstrengungen glaubw\u00fcrdig und man nimmt andere mit\u201c, wei\u00df Loistl. Die Akzeptanz der Ma\u00dfnahmen ist vor allem in der j\u00fcngeren Belegschaft hoch. Dort ist auch das Engagement besonders gro\u00df.<\/p>\n<p><strong>Thema Nachhaltigkeit in Bewerbungsgespr\u00e4chen immer wichtiger<\/strong><\/p>\n<p>Bei manchem der J\u00fcngeren hat sich die Sensibilit\u00e4t f\u00fcr Nachhaltigkeit erst in den letzten Jahren herausgebildet. Der Facharbeiter Omid Asimi hat zum Beispiel seine Ausbildung bei der Kurtz GmbH gemacht. Er begann sie damals, weil er von den Maschinen beeindruckt war. Mit der Zeit stie\u00df er in seinem privaten Umfeld auch auf Kritik und wurde gefragt, warum er denn f\u00fcr eine Firma aus der Kunststoffindustrie arbeite. \u201eIch habe dann genauer hingesehen und erkannt, dass Kurtz Ersa Wege sucht, wie man Kunststoff m\u00f6glichst nachhaltig verarbeiten kann. Das finde ich richtig, denn Kunststoff selbst ist ja \u00fcberall auf der Welt ein sehr wichtiges Material\u201c, sagt er heute. Auch der Produktmanager Michael M\u00fcller war zun\u00e4chst von der Technik im Maschinenbau angezogen, als er zur Kurtz GmbH kam. Mittlerweile legt er ein hohes Augenmerk auf Nachhaltigkeit. \u201eMan hat eine Familie gegr\u00fcndet, ein Haus gebaut. Wir haben Nachwuchs bekommen, dann ver\u00e4ndert sich die Denkweise. Man m\u00f6chte etwas f\u00fcr die Kinder hinterlassen\u201c, sagt er.<\/p>\n<p>Nachhaltigkeit spielt auch in Bewerbungsgespr\u00e4chen bei Kurtz Ersa eine immer gr\u00f6\u00dfere Rolle. Gerade die jungen Bewerber interessieren sich weniger als fr\u00fcher f\u00fcr eine steile Karriere mit Firmen-Tablet und Dienstwagen. Stattdessen will man sich mit dem Unternehmen und seinen Werten identifizieren k\u00f6nnen. Entsprechend \u00e4ndern sich auch die Stellenausschreibungen. \u201eWir haben vor kurzem eine Stelle f\u00fcr eine Vertriebsingenieurin oder einen Vertriebsingenieur ausgeschrieben, in der wir bewusst vom \u00fcblichen Stellenbild abgewichen sind und den gr\u00fcnen Gedanken in den Vordergrund gestellt haben. Wir wollten damit auch Emotionen wecken\u201c, sagt HR-Managerin Tina Grummet.<\/p>\n<p>\u201eWenn wir so weitermachen, bin ich \u00fcberzeugt, dass wir viel erreichen\u201c, sagt Rothaug. Die Ver\u00e4nderungen kosten aber Geld. Bislang kommt Kurtz Ersa allein f\u00fcr die inzwischen erheblichen Kosten auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit auf. Die Kosten k\u00f6nnten ein Grund daf\u00fcr sein, dass viele Mittelst\u00e4ndler dem Vorbild des Familienunternehmens noch nicht in derselben Geschwindigkeit folgen. Rothaug w\u00fcnscht sich daher f\u00fcr eine gerechte Verteilung der Lasten einen Rahmen, der feststeckt, wer welchen Beitrag auf dem Weg zu mehr Umwelt- und Ressourcenschutz leisten muss \u2013 vom Produzenten bis zum Endverbraucher. Er ist aber optimistisch: \u201eIch glaube fest daran, dass sich die Welt in Sachen Nachhaltigkeit \u00e4ndern wird, und ich glaube auch fest daran, dass es die Kunststoffbranche schaffen wird, diesen Weg mitzugestalten.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Kunststoffindustrie ist im Wandel begriffen in Richtung Kreislaufwirtschaft. 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