{"id":26330,"date":"2021-06-07T12:05:34","date_gmt":"2021-06-07T10:05:34","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=26330"},"modified":"2021-06-07T12:05:34","modified_gmt":"2021-06-07T10:05:34","slug":"ausweitung-des-einsatzgebietes-von-schreddern-fuer-das-kunststoffrecycling-durch-flexibles-schnittsystem","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=26330","title":{"rendered":"Ausweitung des Einsatzgebietes von Schreddern f\u00fcr das Kunststoffrecycling durch flexibles Schnittsystem"},"content":{"rendered":"<p>Moderne Kunststoffe kommen auf Grund ihrer Vielf\u00e4ltigkeit in schier unz\u00e4hligen Anwendungen zum Einsatz. Die unterschiedlichen Werkstoffe m\u00fcssen beispielsweise f\u00fcr Seile oder Netze besonders rei\u00dffest sein, im Falle von Paletten oder \u00c4hnlichem gro\u00dfem Druck widerstehen oder f\u00fcr Verkleidungsteile eine hohe Formstabilit\u00e4t aufweisen. Bei den zugrunde liegenden Gr\u00f6\u00dfen spricht man von mechanischen Eigenschaften wie Bruchdehnung, Schlagz\u00e4higkeit oder Shore-H\u00e4rte. Diese Faktoren wirken sich allerdings nicht nur auf die Eignung des Polymers f\u00fcr das jeweilige Einsatzgebiet oder die Lebensdauer des Endprodukts aus, sondern erfordern auch unterschiedliche Herangehensweisen, um im Sinne der Circular Economy wieder f\u00fcr das Recycling zerkleinert und aufbereitet zu werden. Seit 2001 werden im nieder\u00f6sterreichischen Sollenau bei Candi Plastic Recycling Industrieabf\u00e4lle aus thermoplastischen Kunststoffen zu hochwertigen sortenreinen Rezyklaten verarbeitet. Um als Lohnfertiger dabei ideal auf die W\u00fcnsche der Kunden eingehen zu k\u00f6nnen, setzt man auf Schredder mit flexibler Schnitteinheit von Lindner.<\/p>\n<p>Auf Grund der unterschiedlichen mechanischen Eigenschaften von Kunststoffen werden Schnittsysteme von Schreddern meist gezielt f\u00fcr die Verarbeitung eines speziellen Materials ausger\u00fcstet. Beispielsweise wirkt sich die Schnittgeometrie von Spitzmessern positiv bei der Zerkleinerung von \u00e4u\u00dferst z\u00e4hen Materialien, wie BigBags, Seilen oder Netzen, die hohen Zugbelastungen widerstehen m\u00fcssen, aus. Hier wird die durch die Antriebseinheit zur Verf\u00fcgung gestellte Kraft ideal auf eine sehr kleine Fl\u00e4che fokussiert, wodurch solche sehr rei\u00dffesten Materialien wie mit einem Messer oder einer Schere zerschnitten werden. Im Gegensatz dazu haben sich Flachmesser in der Aufbereitung von formstabilen Kunststoffen wie Polypropylen bew\u00e4hrt. Die im Vergleich zu Fasern eher dickwandigen Materialien wie Platten, Kisten oder auch Produktionsr\u00fcckst\u00e4nde aus der kunststoff-verarbeitenden Industrie (Extrusion, Spritzguss etc.) lassen sich einfacher \u00fcber eine parallele Schnittkante brechen und das aggressive Einzugsverhalten der gro\u00dffl\u00e4chig einwirkenden Messer beeinflusst den Durchsatz positiv.<br \/>\nDie Wahl des richtigen Schnittsystems, beziehungsweise das Zusammenspiel von Rotor-, Statormessern und Drehzahl, beeinflusst auch ma\u00dfgeblich die Qualit\u00e4t des Korns. Hier gilt es vor allem den Anteil von feinen Partikeln im Materialstrom zu vermeiden, denn dieser Feinanteil wirkt sich negativ auf Folgeprozesse aus und kann unter anderem zu Verstopfungen in Reinigungskomponenten oder den feinen Sieben von Extrudern f\u00fchren.<\/p>\n<p>Anhand der oben genannten Beispiele l\u00e4sst sich erahnen, wie umfangreich diese Thematik ist. Speziell die wirtschaftliche Komponente spielt hier eine wesentliche Rolle. Oft kommt es vor, dass Auftragsfertiger neben einem Hauptmaterial wie beispielsweise Folien noch erg\u00e4nzend andere, in der Produktion anfallende Materialien wie Brocken abnehmen m\u00fcssen. Zus\u00e4tzlich m\u00fcssen h\u00e4ufig mehrere unterschiedliche Altkunststoffe zur Auslastung der Produktionskapazit\u00e4ten verarbeitet werden. Setzt man jetzt f\u00fcr jeden Stoffstrom einen eigenen Schredder ein, l\u00e4sst sich, abh\u00e4ngig von Unternehmensgr\u00f6\u00dfe und anfallenden Mengen, die Wirtschaftlichkeit nur schwer darstellen. Deshalb werden kleinere Chargen oftmals weiterverkauft, was wiederum die zu erzielende Produktivit\u00e4t senkt.<\/p>\n<p>Mit diesem Problem hat man sich bei Lindner besch\u00e4ftigt und die etablierte Mono-Fix-Technologie zu einem smarten System weiterentwickelt. Mono-Fix erlaubt das Wechseln von Messern und Messerhaltern durch nur eine einzige Schraube und wurde urspr\u00fcnglich entwickelt, um Stillstandzeiten bei Wartungen zu minimieren. Jetzt wurde das System um mehrere Module erweitert. Zur Verf\u00fcgung stehen unterschiedliche Spitz- und Flachmesser sowie Blindplatten und spezielle Gegenmesser, die am selben Rotork\u00f6rper einsetzbar sind. Durch diese Erweiterung ist es nun m\u00f6glich, nicht nur das Schnittsystem verschlei\u00dfbedingt komplett zu ersetzen, sondern auch unterschiedliche oder gemischte Rotorkonfigurationen einzusetzen. Besonders bei schwierigen Materialien wie massiven Brocken k\u00f6nnen durch gemischte Schnittsysteme bekannte Probleme vermieden werden, denn setzt man hier nur Spitzmesser ein, fr\u00e4sen sich die Messer in den Kunststoff und der Durchsatz sinkt stark ab. Kombiniert man die beiden Systeme, entsteht ein durch das Spitzmesser pr\u00e4zise geschnittenes Korn und die anfallenden Einfr\u00e4sungen werden von den Flachmessern freigeschnitten. Ebenso kann durch den Einsatz von speziellen F\u00fcllplatten die Aggressivit\u00e4t der Schnitteinheit angepasst werden, um auch mit geringen Antriebsleistungen schwere Materialien bei entsprechenden Durchs\u00e4tzen verarbeiten zu k\u00f6nnen. Zus\u00e4tzlich zu den flexiblen Rotorkonfigurationen werden ma\u00dfgeschneiderte Software-Set-Ups angeboten, mit denen relevante Parameter in Bezug auf die Maschinensteuerung und den Frequenzumformer an das jeweilige Einsatzgebiet angepasst werden.<\/p>\n<p>Das flexible Schnittsystem entstand in Zusammenarbeit mit dem \u00f6sterreichischen Kunststoffrecycler Candi Plastic Recycling GmbH, der jenes auch bereits erfolgreich im Einsatz hat. Beim Familienunternehmen Candi Plastic Recycling mit Stammsitz in Sollenau werden j\u00e4hrlich etwa 3.000 Tonnen thermoplastische Kunststoffe wie PE, PP, PS und ABS zu sortenreinen Regranulaten verarbeitet. Die Materialien, die s\u00fcdlich der \u00f6sterreichischen Metropole Wien, sowie beim Tochterunternehmen Calex im rum\u00e4nischen Baia Mare aufbereitet werden, stammen meist direkt von internationalen Gr\u00f6\u00dfen der Verpackungs- und Markenproduktherstellung.<\/p>\n<p>Eines der Geheimnisse des Betriebs auf seinem mittlerweile zwanzigj\u00e4hrigem Erfolgsweg ist es, sich st\u00e4ndig an unterschiedliche Materialien und neue Kundenw\u00fcnsche anpassen zu k\u00f6nnen. Dazu Andreas Campan, Leiter der Produktion und Cheftechniker bei Candi Plastic Recycling: \u201eWir verarbeiten Thermoplaste in beinahe jeder Form, angefangen von Folien \u00fcber Hohlk\u00f6rper bis hin zu Klumpen. Da immer mehr Produzenten Abf\u00e4lle so gut es geht vermeiden wollen, steigen die geforderten Abnahmemengen und damit auch die Vielf\u00e4ltigkeit der unterschiedlichen Materialien st\u00e4ndig. Um hier dem Kundenwunsch gerecht zu werden, aber auch unsere Kapazit\u00e4ten mit optimaler Produktivit\u00e4t auslasten zu k\u00f6nnen, setzen wir auf Technologien, die es uns erm\u00f6glichen, ein m\u00f6glichst breites Spektrum abzudecken.\u201c Im konkreten Fall der Zerkleinerung, der ersten Stufe im Aufbereitungsprozess, setzt man deshalb auf kompakte Schredder von Lindner. Auf Grund von Empfehlungen aus der Branche hatte man sich einst f\u00fcr den Hersteller entschieden.<br \/>\nHeute pr\u00e4gt die Zusammenarbeit von Candi Plastic Recycling und Lindner eine Partnerschaft, in der gemeinsam an smarten L\u00f6sungen f\u00fcr neue Herausforderungen gearbeitet wird. \u201eWir haben nach einer L\u00f6sung gesucht, um m\u00f6glichst viele unterschiedliche Materialien mit einer Maschine verarbeiten zu k\u00f6nnen. Das h\u00e4lt einerseits die Investitionskosten im Rahmen und sorgt daf\u00fcr, dass wir die uns zur Verf\u00fcgung stehenden Kapazit\u00e4ten ideal auslasten k\u00f6nnen. Sind diese Punkte erf\u00fcllt, k\u00f6nnen wir letztlich auch unsere Ums\u00e4tze steigern. Als wir uns damit an Lindner gewandt haben, war sofort die Bereitschaft da, dieses<br \/>\nThema gemeinsam anzugehen\u201c, erl\u00e4utert Campan. Das Resultat dieser Zusammenarbeit ist ein flexibles Schnittsystem aufbauend auf der bew\u00e4hrten Lindner Mono-Fix-Technologie. Dadurch ist es m\u00f6glich, den Zerkleinerer in kurzer Zeit an die unterschiedlichsten Materialien anzupassen und dabei mit verschiedenen Messergeometrien und Rotorkonfigurationen die Durchs\u00e4tze auf einem konstant hohen Niveau zu halten. Dazu konstatiert Stefan Scheiflinger-Ehrenwerth, Leiter des Produktmanagements bei Lindner Recyclingtech: \u201eWir legen immer gro\u00dfen Wert darauf, L\u00f6sungen gemeinsam und ganz nah am Kunden zu entwickeln. In der Zusammenarbeit mit dem gro\u00dfartigen Team von Candi hat sich dieser Ansatz wieder einmal mehr als bew\u00e4hrt.\u201c<\/p>\n<p>Die schl\u00fcsselfertigen Pakete k\u00f6nnen anwendungsbezogen und passend zum jeweiligen Schredder als materialspezifische Option bestellt werden. Bei der Entwicklung dieser L\u00f6sung setzte man bei Lindner vor allem auf das \u00fcber Jahrzehnte international erworbene Anwendungs-Know-how, denn schlie\u00dflich funktioniert die ideale Schredder-Konfiguration f\u00fcr PP-\/PA-Leinen in Chile auch wunderbar an den K\u00fcsten Norwegens.<br \/>\nMesser und Messerhalter des Lindner Mono-Fix-Systems lassen sich frei am Rotor positionieren und mit nur einer Schraube wechseln.<br \/>\nSchwierige Materialien wie massive Brocken k\u00f6nnen durch eine gemischte Rotorkonfiguration problemlos verarbeitet werden.<br \/>\nMit Hilfe des flexiblen Schnittsystems des Zerkleinerers k\u00f6nnen Andreas (links) und Gheorghe (rechts) Campan von Candi Plastic Recycling ideal auf Kundenw\u00fcnsche eingehen.<\/p>\n<p>Die Kombination unterschiedlicher Messergeometrien erm\u00f6glicht eine optimale Anpassung an die zu zerkleinernden Kunststoffe.<br \/>\nLindner, Spittal an der Drau\/\u00d6sterreich (www.lindner.com): Das Familienunternehmen Lindner bietet seit Jahrzehnten innovative und erfolgsbew\u00e4hrte Zerkleinerungsl\u00f6sungen. Von der Planung \u00fcber die Entwicklung, Konstruktion und Produktion bis zum Service kommt dabei alles aus einer Hand. An den Produktionsstandorten in Spittal\/Drau und Feistritz\/Drau fertigt Lindner Maschinen und Anlagenkomponenten, die in fast einhundert L\u00e4nder exportiert werden. Das Portfolio umfasst neben station\u00e4ren und mobilen Zerkleinerungsmaschinen f\u00fcr die Abfallverwertung auch komplette Systeme f\u00fcr das Kunststoffrecycling sowie f\u00fcr die Aufbereitung von Ersatzbrennstoffen und Altholz. Zu den Anwendungen geh\u00f6ren Hausm\u00fcll, Gewerbe- und Industrieabf\u00e4lle, Altholz, Kunststoffe, Verpackungsmaterial, Papier und Leichtschrott.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Moderne Kunststoffe kommen auf Grund ihrer Vielf\u00e4ltigkeit in schier unz\u00e4hligen Anwendungen zum Einsatz. Die unterschiedlichen&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":26331,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24,16],"tags":[],"series":[],"class_list":["post-26330","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-plas-tv-meldungen-auf-der-startseite-unterhalb-slider","category-plast-tv-textmeldungen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/26330","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=26330"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/26330\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":26332,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/26330\/revisions\/26332"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/26331"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=26330"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=26330"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=26330"},{"taxonomy":"series","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fseries&post=26330"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}