{"id":26470,"date":"2021-06-11T09:46:51","date_gmt":"2021-06-11T07:46:51","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=26470"},"modified":"2021-06-11T09:46:51","modified_gmt":"2021-06-11T07:46:51","slug":"fachkraeftemangel-im-maschinen-und-anlagenbau-verschaerft-sich-wieder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=26470","title":{"rendered":"Fachkr\u00e4ftemangel im Maschinen- und Anlagenbau versch\u00e4rft sich wieder"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Mehrheit der Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus plant, wieder Personal aufzubauen. F\u00fcr Nachwuchskr\u00e4fte hat sich die Situation verbessert, denn das Angebot f\u00fcr Ausbildung und duales Studium soll ausgebaut werden. \u00a0Unternehmen drohen dagegen Personalengp\u00e4sse, die sich zur Innovationsbremse entwickeln k\u00f6nnen.<\/strong><\/p>\n<p>Im Maschinen- und Anlagenbau gewinnt der konjunkturelle Aufschwung deutlich an Fahrt. Doch nun r\u00fccken wieder zunehmend Fachkr\u00e4fteengp\u00e4sse in den Fokus der Unternehmen. Laut einer aktuellen Umfrage des VDMA unter rund 570 Personalverantwortlichen in Mitgliedsfirmen sieht die Mehrheit der Befragten aktuell bei allen Besch\u00e4ftigtengruppen &#8211; mit Ausnahme der Hilfskr\u00e4fte &#8211; Engp\u00e4sse. Dies trifft insbesondere auf Expertinnen und Experten (AkademikerInnen wie IngenieurInnen; 78 Prozent) und Fachkr\u00e4fte (Besch\u00e4ftigte mit abgeschlossener Ausbildung; 82 Prozent) zu. In den kommenden sechs bis zw\u00f6lf Monaten ist mit einer weiteren Versch\u00e4rfung der Lage zu rechnen: \u00dcber 40 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass k\u00fcnftig weniger Fachkr\u00e4fte und Expertinnen und Experten zur Verf\u00fcgung stehen werden. Auch im Bereich der Spezialistinnen und Spezialisten (i. d. R. MeisterInnen und TechnikerInnen) gehen 34 Prozent von weniger verf\u00fcgbaren Arbeitskr\u00e4ften aus. Lediglich etwa jeder zehnte Befragte erwartet hingegen, dass in den genannten Gruppen mehr Arbeitskr\u00e4fte verf\u00fcgbar sein werden.<\/p>\n<p>\u201eZur L\u00f6sung der gro\u00dfen Aufgaben unserer Zeit \u2013 die Digitalisierung und die Entwicklung klimafreundlicher Technologien \u2013 ben\u00f6tigen die Unternehmen viele gut ausgebildete Menschen,\u201c betont Hartmut Rauen, stellvertretender Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer des VDMA. \u201eDer Maschinenbau wird diese sinnstiftenden und hochattraktiven Arbeitspl\u00e4tze bieten und seine Rolle als besch\u00e4ftigungsst\u00e4rkste Industriebranche in die Zukunft f\u00fchren. Aber es gehen viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Rente und m\u00fcssen ersetzt werden. Der Personalengpass darf sich nicht zur Fortschrittsbremse entwickeln,\u201c warnt Rauen. Dabei rechnen drei von vier Befragten bereits bis Ende dieses Jahrs mit einem Besch\u00e4ftigtenaufbau im eigenen Unternehmen. Die Besch\u00e4ftigtengruppen, bei denen bereits heute Engp\u00e4sse herrschen, stehen dabei im Fokus: Im Bereich der Fachkr\u00e4fte planen 60 Prozent eine geringe bis deutliche Personalaufstockung, bei den Expertinnen und Experten sind es 54 Prozent.<\/p>\n<p><strong>Deutlicher Ausbau des Angebots f\u00fcr Nachwuchskr\u00e4fte<\/strong><br \/>\nZur Sicherung des Fachkr\u00e4ftenachwuchses nahmen die Maschinenbauunternehmen auch in der Corona-Pandemie ihre Verantwortung wahr und setzten weiterhin auf Ausbildung und duales Studium. Dies zeigen die zwei vergangenen Mitgliederbefragungen von Mai und Dezember 2020. Nun planen die Personalverantwortlichen der Unternehmen, die sich in diesen Bereichen engagieren, mit einem Ausbau des Angebots von dualen Studienpl\u00e4tzen in den Ingenieurwissenschaften und der Informatik sowie von gewerblich-technischen Ausbildungspl\u00e4tzen. 30 Prozent der Personalverantwortlichen wollen k\u00fcnftig mehr duale Studienpl\u00e4tze im technischen Bereich anbieten, vor einem halben Jahr waren dies nur 19 Prozent. 21 Prozent der Befragten plant mit mehr technisch-gewerblichen Ausbildungspl\u00e4tzen; im Dezember 2020 waren dies nur 9 Prozent.<\/p>\n<p>Auch im Bereich der Praktika f\u00fcr Nachwuchskr\u00e4fte zeigt sich eine deutliche Entspannung der Lage im Vergleich zu Dezember 2020. Aufgrund der Kontaktbeschr\u00e4nkungen sind Praktika f\u00fcr Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler sowie f\u00fcr Studierende w\u00e4hrend einer Pandemie nur schwer durchf\u00fchrbar. Nun sollen aber wieder mehr Praktikumspl\u00e4tze angeboten werden. W\u00e4hrend vor einem halben Jahr nur einer von zwanzig Personalverantwortlichen von einer Zunahme der Praktikumspl\u00e4tze ausging, erwartet dies nun jeder f\u00fcnfte.<\/p>\n<p><strong>Mehr Stellenangebote f\u00fcr Hochschulabsolventinnen und -absolventen<\/strong><br \/>\nF\u00fcr Hochschulabsolventinnen und -absolventen hat sich die Lage weiter verbessert: W\u00e4hrend die Mehrheit (65 Prozent) der befragten Unternehmen davon ausgeht, dass die Angebotssituation stabil bleibt, gehen 16 Prozent von einer Zunahme der Stellen aus. Vor einem halben Jahr waren dies nur 11 Prozent. Damals gingen noch 30 Prozent der Befragten davon aus, dass das Stellenangebot abnimmt.<\/p>\n<p><strong>Auszubildende h\u00e4nderingend gesucht<\/strong><br \/>\nDie Unternehmen haben aktuell Schwierigkeiten, Kontakt zu potenziellen Bewerberinnen und Bewerbern aufzunehmen und Interesse f\u00fcr angebotene Stellen zu wecken. Insgesamt geben 44 Prozent der Befragten an, Schwierigkeiten bei der Rekrutierung aufgrund von Kontaktbeschr\u00e4nkungen zu haben. Dies hat unter anderem gravierende Auswirkungen auf die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber f\u00fcr Ausbildungspl\u00e4tze: 55 Prozent der Befragten geben an, aufgrund der Corona-Krise weniger Bewerbungen erhalten zu haben.<\/p>\n<p>\u201eF\u00fcr Bewerberinnen und Bewerber ist die Situation auf dem Ausbildungsmarkt im Maschinen- und Anlagenbau weiterhin sehr gut\u201c, sagt J\u00f6rg Friedrich, Leiter VDMA Bildung. \u201eGleichzeitig wird es f\u00fcr unsere Mitglieder deutlich schwieriger, geeigneten Nachwuchs zu rekrutieren.\u201c Dies zeigten auch die neuesten Zahlen der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit. Diese hatte f\u00fcr den Mai gemeldet, dass es in den maschinenbaurelevanten Berufen noch \u00fcber 37.800 unbesetzte Ausbildungsstellen gibt.<\/p>\n<p><strong>Die Ergebnisse der Blitzumfrage im \u00dcberblick:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Die Mehrheit der Befragten sieht <strong>mit Ausnahme der Hilfskr\u00e4fte aktuell bei allen Besch\u00e4ftigtengruppen Engp\u00e4sse<\/strong>, insbesondere bei den Fachkr\u00e4ften und Expertinnen und Experten. Bei den Expertinnen und Experten (i. d. R. Ingenieurinnen und Ingenieure) sehen aktuell 78 Prozent der Befragten leichte bis starke Engp\u00e4sse; bei den Fachkr\u00e4ften sind es gar 82 Prozent.<\/li>\n<li>In den <strong>kommenden 6 bis 12 Monaten ist mit einer Versch\u00e4rfung der Lage zu rechnen<\/strong>: 43 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass weniger Fachkr\u00e4fte zur Verf\u00fcgung stehen werden. 40 Prozent rechnen mit weniger Expertinnen und Experten und 34 Prozent mit weniger Spezialistinnen und Spezialisten. Lediglich etwa jeder zehnte Befragte erwartet hingegen, dass in den erw\u00e4hnten Gruppen mehr Arbeitskr\u00e4fte verf\u00fcgbar sein werden.<\/li>\n<li>Eine <strong>Mehrheit der Unternehmen plant, bis Ende des Jahres Personal aufzustocken<\/strong>. Rund drei von vier Befragten (77 Prozent) rechnet damit, dass es im laufenden Jahr zu einem Besch\u00e4ftigtenaufbau im eigenen Unternehmen kommen wird. Von diesen Unternehmen <strong>gehen 64 Prozent von einer moderaten Personalaufstockung von bis zu 5 Prozent aus<\/strong>.<\/li>\n<li><strong>Im Bereich der Nachwuchskr\u00e4fte hat sich das Angebot von dualen Studienpl\u00e4tzen in den Ingenieurwissenschaften und der Informatik und von gewerblich-technischen Ausbildungspl\u00e4tzen seit Dezember 2020 deutlich verbessert. <\/strong>30 Prozent der Personalverantwortlichen wollen k\u00fcnftig mehr technische duale Studienpl\u00e4tze in ihren Unternehmen anbieten, vor einem halben Jahr waren dies nur 19 Prozent. 21 Prozent der Befragten planen mit mehr technisch-gewerblichen Ausbildungspl\u00e4tzen; im Dezember 2020 waren dies nur 9 Prozent.<\/li>\n<li>Aufgrund der Kontaktbeschr\u00e4nkungen sind Praktika f\u00fcr Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler sowie f\u00fcr Studierende w\u00e4hrend der Pandemie nur schwer durchf\u00fchrbar. Nichtsdestotrotz zeigt sich auch hier eine deutliche Entspannung der Lage im Vergleich zu Dezember 2020: <strong>W\u00e4hrend vor einem halben Jahr nur einer von zwanzig Personalverantwortlichen von einer Zunahme der Praktikumspl\u00e4tze ausging, tut dies jetzt jeder f\u00fcnfte.<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Unternehmen haben aktuell Schwierigkeiten, Kontakt zu potenziellen Bewerberinnen und Bewerbern aufzunehmen und Interesse f\u00fcr angebotene Stellen zu wecken. 44 Prozent geben an, <strong>Schwierigkeiten bei der Rekrutierung<\/strong> durch Kontaktbeschr\u00e4nkungen zu haben. Dies hat unter anderem auch Auswirkungen auf die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber f\u00fcr Ausbildungspl\u00e4tze: 55 Prozent der Befragten geben an, aufgrund der Corona-Krise <strong>weniger Bewerbungen<\/strong> erhalten zu haben<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Mehrheit der Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus plant, wieder Personal aufzubauen. 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