{"id":26583,"date":"2021-06-18T14:14:40","date_gmt":"2021-06-18T12:14:40","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=26583"},"modified":"2021-06-18T14:14:40","modified_gmt":"2021-06-18T12:14:40","slug":"co%e2%82%82-technologie-im-finale-des-europaeischen-erfinderpreises","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=26583","title":{"rendered":"CO\u2082-Technologie im Finale des Europ\u00e4ischen Erfinderpreises"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li><strong>Christoph G\u00fcrtler und Walter Leitner geh\u00f6ren zur Spitzengruppe der europ\u00e4ischen Erfinder<\/strong><\/li>\n<li><strong>CO<\/strong><strong>\u2082<\/strong><strong>-Technologie ersetzt teilweise fossile Rohstoffe<\/strong><\/li>\n<li><strong>Breite Produktvielfalt erh\u00e4ltlich<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Wie l\u00e4sst sich das Klimagas Kohlenstoffdioxid (CO<sub>2<\/sub>) in einen wertvollen Rohstoff verwandeln und so Erd\u00f6l einsparen? Mit ihrer Rolle bei der Entwicklung der CO<sub>2<\/sub>-Technologie geh\u00f6ren Christoph G\u00fcrtler, Leiter der Katalyseforschung bei Covestro, und Prof. Walter Leitner, Direktor am Max-Planck-Institut f\u00fcr chemische Energiekonversion und Professor an der RWTH Aachen, zu den Finalisten des Europ\u00e4ischen Erfinderpreises. Der Preis wird j\u00e4hrlich vom Europ\u00e4ischen Patentamt ausgelobt. Die zwei Chemiker stehen stellvertretend f\u00fcr das Team hinter der CO<sub>2<\/sub>-Technologie von Covestro und wurden in der Kategorie Industrie nominiert.<\/p>\n<p>Die CO<sub>2<\/sub>-Technologie erm\u00f6glicht, das sch\u00e4dliche Kohlenstoffdioxid als wertvollen Rohstoff f\u00fcr nachhaltige Kunststoffe zu nutzen. Das Verfahren verwendet chemische Katalysatoren, um Reaktionen zwischen CO<sub>2<\/sub> und einem herk\u00f6mmlichen Rohstoff anzutreiben. Dabei entstehen so genannte Polymere auf nachhaltigere und wirtschaftlich tragf\u00e4hige Weise. Das CO<sub>2<\/sub> ist dabei fest eingebunden.<\/p>\n<h2>Auszeichnung \u201ef\u00fcr das gesamte Team&#8221;<\/h2>\n<p>\u201eWir sind \u00fcberw\u00e4ltigt und freuen uns riesig f\u00fcr das gesamte Team, das diese Finalteilnahme gemeinsam verdient hat. Die Teilnahme am Erfinderpreis ist f\u00fcr die CO2-Technologie ein wichtiges Zeichen f\u00fcr alle Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Verfahrensingenieure, Anwendungstechniker und Patentanw\u00e4lte, dass sich jahrelange Forschung und Entwicklung und eine professionelle Patentbetreuung auszahlt \u2013 f\u00fcr eine klimaschonendere Zukunft in diesem Fall&#8221;, sagt Christoph G\u00fcrtler.<\/p>\n<p>\u201eUnserer Bem\u00fchungen um eine nachhaltigere Chemie tragen einmal mehr Fr\u00fcchte. Dass die Beitr\u00e4ge der Grundlagenforschung als Teil der Entwicklung eines solchen Prozesses gew\u00fcrdigt werden, ist eine au\u00dfergew\u00f6hnliche Anerkennung, die ohne das interdisziplin\u00e4re Team dahinter nie zu realisieren gewesen w\u00e4re&#8221;, erg\u00e4nzt Walter Leitner.<\/p>\n<p>Mit der CO<sub>2<\/sub>-Technologie hat Covestro einen wichtigen Schritt in Richtung Kreislaufwirtschaft gemacht. Anteilig k\u00f6nnen nun bis zu 20 Prozent fossile Rohstoffe in den Produkten ersetzt werden. Der Kohlenstoff aus dem CO<sub>2<\/sub> wiederum bleibt im Kreislauf erhalten, ohne in die Atmosph\u00e4re zu gelangen. Zugleich lassen sich mit dieser Technologie, das legen erste Untersuchungen nahe, auch besser wiederverwertbare Kunststoffe erzeugen, deren Bestandteile leichter recycelt werden k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Markus Steilemann, CEO von Covestro, ist \u00fcberzeugt von dem zukunftsweisenden Verfahren: \u201eWir m\u00fcssen fossile Ressourcen einsparen und die Industrie klimaneutral gestalten. Mit der nachhaltigen CO<sub>2<\/sub>-Technologie haben wir ein Leuchtfeuer auf dem Weg zur zirkul\u00e4ren Wirtschaft entz\u00fcndet. Wir lassen die Zeit des Erd\u00f6ls hinter uns und treiben mit alternativen Rohstoffen die Kreislaufwirtschaft voran. Ich bin stolz auf das Team, das diese Entwicklung erm\u00f6glicht hat.&#8221;<\/p>\n<p>\u201eUm den Klimawandel zu bremsen, m\u00fcssen alle Bereiche der Gesellschaft und der Wirtschaft ihren CO<sub>2<\/sub>-Fu\u00dfabdruck reduzieren. Das geht nicht ohne weitreichende technische Neuerungen, die in vielen Bereichen fundamentale Erkenntnisse in der Chemie erfordern. Die CO<sub>2<\/sub>-Nutzung, die das Team um Walter Leitner und Christoph G\u00fcrtler erm\u00f6glicht hat, ist daf\u00fcr ein ausgezeichnetes Beispiel. Und auch daf\u00fcr, wie fruchtbar die Kooperation von Grundlagen- und angewandter Forschung sein kann&#8221;, sagt Martin Stratmann, Pr\u00e4sident der Max-Planck-Gesellschaft.<\/p>\n<h2>Gemeinsame L\u00f6sung von Industrie und Wissenschaft<\/h2>\n<p>Die f\u00fcr den Erfinderpreis wegweisenden Forschungs- und Entwicklungsarbeiten begannen ab 2007 in gemeinsamen vom BMBF gef\u00f6rderten Forschungsprojekten (\u201eDream Reaction \/ Dream Production&#8221;), an denen neben weiteren Partnern in erster Linie Covestro und das CAT Catalytic Center als gemeinsame Forschungseinrichtung von Covestro und der RWTH Aachen University beteiligt waren. Nachdem wesentliche neue Erkenntnisse zur Wirkung des Katalysators vorlagen, konnte das innovative Verfahren rasch weiterentwickelt werden: ein ausgezeichnetes Beispiel f\u00fcr das Potenzial von Partnerschaften zwischen Grundlagenforschung und forschungsorientierter Industrie. Diese Entwicklungen wurde in zwei weiteren vom BMBF gef\u00f6rderten Projekten (\u201eDream Resource\/ Dream Resource Conti&#8221;) auf weitere Anwendungsfelder ausgedehnt und bilden die Grundlage f\u00fcr die CO<sub>2<\/sub>-Technologie von Covestro.<\/p>\n<p>CO<sub>2<\/sub> geht allgemein nur mit hohem Aufwand und den richtigen Partnern unter daf\u00fcr optimierten Bedingungen chemische Verbindungen ein. \u201eDie Nutzung von CO<sub>2<\/sub> erfordert sozusagen einen &#8216;chemischen Heiratsvermittler&#8217;: den Katalysator&#8221;, erl\u00e4utert Leitner. Dieses Problem musste das Team l\u00f6sen. Die Kombination von industrieller und akademischer Kompetenz, Kreativit\u00e4t, Ausdauer und vielen Versuchen f\u00fchrten schlie\u00dflich zum Erfolg. Der Durchbruch gelang durch die exakte Kontrolle der Reaktion zwischen CO<sub>2<\/sub> und dem Erd\u00f6l-basierten Alkylenoxid in Gegenwart eines geeigneten Katalysatorsystems. \u201eGemeinsam haben wir den richtigen Weg gefunden, der sich jetzt gut f\u00fcr ein gro\u00dfes chemisches Verfahren verwenden l\u00e4sst&#8221;, sagt G\u00fcrtler.<\/p>\n<p>2016 erfolgte der n\u00e4chste Schritt: Im rheinischen Dormagen wurde eine industriellen Anlage installiert. Bei der Reaktion von CO<sub>2<\/sub> mit Alkylenoxid entstehen so genannte Polyole. Sie werden von Covestro unter dem Produktnamen cardyon\u00ae vertrieben. Die Polyole werden bereits zur Herstellung von weichem Schaumstoff f\u00fcr Matratzen, Kleber in Sportb\u00f6den, Polsterungen in Schuhen und in Autoinnenr\u00e4umen eingesetzt. An der Schwelle zur Marktreife stehen elastische Textilfasern. Weitere Forschungsprojekte haben erfolgreich gezeigt, dass sich CO<sub>2<\/sub> auch f\u00fcr D\u00e4mmstoffe aus Hartschaum und f\u00fcr Tenside, zum Beispiel in Waschmitteln, nutzen l\u00e4sst.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie l\u00e4sst sich das Klimagas Kohlenstoffdioxid (CO2) in einen wertvollen Rohstoff verwandeln und so Erd\u00f6l einsparen? 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