{"id":26852,"date":"2021-07-07T14:22:13","date_gmt":"2021-07-07T12:22:13","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=26852"},"modified":"2021-07-07T14:22:13","modified_gmt":"2021-07-07T12:22:13","slug":"corona-foerdert-chinas-aufstieg-zur-wirtschaftsmacht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=26852","title":{"rendered":"Corona f\u00f6rdert Chinas Aufstieg zur Wirtschaftsmacht"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li><strong>Zwischenbilanz von \u201eMade in China 2025\u201c: Licht und Schatten im Maschinen- und Anlagenbau<\/strong><\/li>\n<li><strong>China wird 2020 erstmals \u201eExportweltmeister\u201c<\/strong><\/li>\n<li><strong>Volksrepublik strebt technologische Autarkie an<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Mit der Strategie \u201eMade in China 2025\u201c und dem aktuellen F\u00fcnf-Jahres-Plan strebt die Volksrepublik bis zum Jahr 2035 eine technologische Vorherrschaft auf verschiedenen industriellen Feldern an, etwa bei intelligenter Fertigung und Robotik oder in der Landtechnik. Zudem will China diese Position nicht nur auf dem heimischen Markt erreichen, sondern sich auch als Exportmacht immer st\u00e4rker durchsetzen. Der VDMA hat zusammen mit dem Schweizer Maschinenbauverband Swissmem und dem China-Beratungsunternehmen Sinolytics eine Zwischenbilanz der \u201eMade in China 2025\u201c-Strategie erstellt, und sie f\u00e4llt aus Sicht des Maschinen- und Anlagenbaus gemischt aus.<\/p>\n<p>Einerseits steckt die Regierung in Peking umfangreiche Ressourcen in Forschung und Entwicklung, wovon nicht nur chinesische Unternehmen profitieren, sondern auch die exportorientierten Firmen aus Europa. Andererseits greift die chinesische Politik verst\u00e4rkt in den Markt ein, zum Beispiel durch vorteilhafte Finanzierungsangebote oder einen eingeengten Zugang zu staatlichen Ausschreibungen. \u201eDies f\u00fchrt eindeutig zu Wettbewerbsnachteilen f\u00fcr ausl\u00e4ndisch investierte Unternehmen. Au\u00dferdem hat China die Bedeutung der Standardisierung entdeckt und versucht, nicht nur in den internationalen Normungsgremien seinen Einfluss zu erh\u00f6hen, sondern setzt zunehmend auf lokale Industriestandards\u201c, erl\u00e4utert Ulrich Ackermann, Leiter VDMA Au\u00dfenwirtschaft.<\/p>\n<p><strong>Kopf-an-Kopf-Rennen im Export<\/strong><br \/>\nDer Aufstieg Chinas als globale Wirtschaftsmacht zeigt sich auch in den Zahlen: Das Au\u00dfenhandelsvolumen mit Maschinen und Anlagen belief sich im Jahr 2020 nach ersten Sch\u00e4tzungen des VDMA auf rund 1048 Milliarden Euro. Die Maschinenausfuhren aus China erreichten 165 Milliarden Euro und damit 15,8 Prozent des Gesamtexportvolumens. Das bedeutete einen Wechsel an der Spitze der gr\u00f6\u00dften Lieferl\u00e4nder: Deutschland exportierte im selben Jahr Maschinen- und Anlagen im Wert von 162 Milliarden Euro (Anteil: 15,5 Prozent). Im Jahr 2019 betrug der Vorsprung Deutschlands auf China noch 1,4 Prozentpunkte.<\/p>\n<p>\u201eGerade die Corona-Pandemie hat Chinas Aufstieg einen kr\u00e4ftigen Schub verliehen, weil das Land sehr fr\u00fch und nur sehr kurz betroffen war, w\u00e4hrend der europ\u00e4ische Absatzmarkt durch die Pandemie einen kr\u00e4ftigen D\u00e4mpfer erlitt. Eine starke wirtschaftliche Erholung in der EU k\u00f6nnte daf\u00fcr sorgen, dass die Maschinenexporte aus Deutschland und anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern 2021 wieder st\u00e4rker wachsen. Aber der langfristige Trend spricht klar f\u00fcr China\u201c, sagt Ackermann. \u201eDeutschland und die EU sollten aber nicht nach Protektionismus rufen, sondern dieser Herausforderung mit marktwirtschaftlichen Ma\u00dfnahmen begegnen. Dazu m\u00fcssen wir unsere eigene Wettbewerbsf\u00e4higkeit verbessern. Gleichzeitig sollte die EU die handelspolitischen Instrumente neu ausrichten und etwa den Binnenmarkt vor subventionieren Wettbewerbern aus China sch\u00fctzen sowie Ma\u00dfnahmen zur \u00d6ffnung der chinesischen M\u00e4rkte f\u00fcr \u00f6ffentliche Beschaffungen ergreifen\u201c, erg\u00e4nzt er.<\/p>\n<p><strong>Maschinenbau profitiert auch von Chinas Aufschwung<\/strong><br \/>\nDie Studie von VDMA und Swissmem zeigt andererseits auch, dass China in vielen Sektoren im Vergleich zu den internationalen Wettbewerbern noch immer zur\u00fcckliegt. So kommen in der Volksrepublik im Durchschnitt nur 187 Industrieroboter je 10.000 Besch\u00e4ftigte zum Einsatz. In den USA sind es 228 Industrieroboter, in Deutschland 346 und die Spitzenreiter S\u00fcdkorea (868) und Singapur (918) liegen auf diesem Gebiet noch deutlicher vorn. Hier gibt es sp\u00fcrbaren Nachholbedarf, der gute Exportchancen verspricht. Laut einer der Studie zugrunde liegenden Umfrage unter 222 Mitgliedsfirmen sch\u00e4tzen rund 36 Prozent der Maschinen- und Anlagenbauer aus Deutschland und der Schweiz die Strategie \u201eMade in China 2025\u201c positiv f\u00fcr das eigene Gesch\u00e4ft ein.<\/p>\n<p><strong>Technologische Autarkie schafft zus\u00e4tzliche Herausforderungen<\/strong><br \/>\nDementgegen steht allerdings, dass die Regierung in Peking eine technologische Autarkie im Maschinenbau anstrebt. Erhebliche Marktverzerrungen als Folge politischen Handelns sind ein strukturelles Element dieses Ansatzes. \u201eDas Interesse der Maschinenbauindustrie am Markt China ist zwar ungebrochen und wir rechnen auch in der n\u00e4heren Zukunft mit einem weiteren Ausbau der Aktivit\u00e4ten der Unternehmen vor Ort. Chinas Hunger nach zuverl\u00e4ssigen, energieeffizienten und st\u00e4rker vernetzten Maschinen und Anlagen ist gro\u00df, und der europ\u00e4ische Maschinenbau hat entsprechende L\u00f6sungen im Angebot\u201c, sagt Ackermann. \u201eGleichwohl sollte nicht vergessen werden, dass China in seinem Streben nach technologischer Autarkie immer st\u00e4rker Einfluss auf Rahmenbedingungen, technologische Entwicklungen und sogar einzelne Marktsegmente nimmt, die unsere mittelst\u00e4ndischen Firmen jetzt und in der Zukunft vor zus\u00e4tzliche Herausforderungen stellen\u201c, warnt der VDMA-Au\u00dfenwirtschaftsexperte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit der Strategie \u201eMade in China 2025\u201c und dem aktuellen F\u00fcnf-Jahres-Plan strebt die Volksrepublik bis zum Jahr 2035 eine&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":6409,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24,16],"tags":[],"series":[],"class_list":["post-26852","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-plas-tv-meldungen-auf-der-startseite-unterhalb-slider","category-plast-tv-textmeldungen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/26852","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=26852"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/26852\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":26853,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/26852\/revisions\/26853"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/6409"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=26852"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=26852"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=26852"},{"taxonomy":"series","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fseries&post=26852"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}