{"id":27185,"date":"2021-08-09T08:55:01","date_gmt":"2021-08-09T06:55:01","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=27185"},"modified":"2021-08-09T08:55:01","modified_gmt":"2021-08-09T06:55:01","slug":"kunststoffland-nrw-netzwerkmorgen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=27185","title":{"rendered":"kunststoffland NRW \u201eNetzwerkMorgen\u201c"},"content":{"rendered":"<p><strong>Chancen und Zukunftsaussichten der ver\u00e4nderten Mobilit\u00e4t mit der Ford-Werke GmbH<\/strong><\/p>\n<p>Wie schnell werden elektrifizierte Fahrzeuge die Normalit\u00e4t sein? Welche Entwicklungsschwerpunkte in der Automobilindustrie sind, getrieben vom Europ\u00e4ischen Green Deal, daf\u00fcr aktuell entscheidend? Und was bedeutet das f\u00fcr die Zuliefererindustrie? Diesen wichtigen Zukunftsfragen widmete sich am 28.07.2021 unter Beteiligung von interessierten Teilnehmern aus der Wertsch\u00f6pfungskette Kunststoff der virtuelle kunststoffland NRW-Netzwerkmorgen &#8220;Chancen der ver\u00e4nderten Mobilit\u00e4t&#8221;.<\/p>\n<p>Als Vertreter der Ford-Werke GmbH gab Referent Hans Bandilla, Advanced Powertrain &amp; Driver Assist Technology Portfolio Product Manager, Cross Vehicle Marketing, in seinem Impulsvortrag wertvolle Einblicke in den Status quo der Elektromobilit\u00e4t und skizzierte die Zukunftsaussichten dieser Technologie unter den Vorzeichen des tiefgreifenden Transformationsprozesses hin zu einer klimafreundlicheren Mobilit\u00e4t.<\/p>\n<p><strong>Die Verbrennerflotte ist aktuell CO2-Hauptemmitent in Europa \u2013 das soll sich \u00e4ndern<\/strong><\/p>\n<p>Insbesondere das Fit-for-55 Programm der Europ\u00e4ischen Union im Rahmen des Green Deals sowie die Euro 7 Abgasnorm w\u00fcrden, so Bandilla, sich ganzheitlich auf alle Lebens- und Arbeitsbereiche auswirken. F\u00fcr die Automobilindustrie bedeute dies konkret einen drastischen Wandel, da Verbrennerfahrzeuge als Verantwortliche f\u00fcr zwei Drittel des CO2 Aussto\u00dfes in der EU identifiziert worden sind. Als Konsequenz habe die Europ\u00e4ische Kommission das Aus f\u00fcr die Verbrennungsmotoren 2035 vorgeschlagen. Bandilla sieht ein Ende f\u00fcr den Verbrennungsmotor jedoch schon fr\u00fcher kommen, sollte sich an der geplanten Euro 7 Abgasnorm nichts \u00e4ndern. Denn diese w\u00fcrde ab 2025 den Emissionsspielraum der konventionellen Fahrzeugflotten weiter einschr\u00e4nken. Nach Einsch\u00e4tzung von Bandilla m\u00fcsste sich die EU dar\u00fcber hinaus noch fr\u00fcher vom Verbrennungsmotor abwenden, um die eigenen Emissionsziele zu erreichen.<br \/>\n\u201eRein elektrische Fahrzeuge sind kein Trend mehr \u2013 sie sind die Realit\u00e4t, auf die wir zusteuern\u201c<\/p>\n<p>Insofern seien Elektrofahrzeuge unbestritten die nachhaltigere Zukunft der Mobilit\u00e4t. Ford sei hier mit mehreren Modellen sowie bei Forschung und Entwicklung schon gut aufgestellt. Denn: \u201eRein elektrische Fahrzeuge sind kein Trend mehr \u2013 sie sind die Realit\u00e4t, auf die wir zusteuern\u201c, so Bandilla. Auf eine R\u00fcckfrage hin, ob sich Wasserstoff nicht ebenfalls f\u00fcr den Transformationsprozess eignen w\u00fcrde, entgegnete er, dass die Wasserstofftechnologie f\u00fcr den Privatgebrauch wenig sinnvoll sei, da sie in Bezug auf Kosten- und Energieeffizienz eine deutlich bessere Anwendung in schweren Fahrzeugen, wie Busse oder LKW, f\u00e4nde.<\/p>\n<p>In der regen Fragerunde unter der fachkundigen Leitung von Moderator Dr. Axel Tuchlenski, Head of Global Product &amp; Application Development, LANXESS Deutschland GmbH und Vorstandsmitglied bei kunststoffland NRW, wurden weiteren Detailaspekten einer zuk\u00fcnftig ver\u00e4nderten Mobilit\u00e4t nachgegangen. So g\u00e4be es bei der Umsetzung noch einige H\u00fcrden: Europa und vor allem Deutschland brauchen noch eine deutlich bessere Ladeinfrastruktur und die Versorgung mit nachhaltiger Energie.<\/p>\n<p><strong>\u201eAlles was recycelt ist, l\u00e4sst sich grunds\u00e4tzlich besser verkaufen\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Auf die Frage hin, wo OEM\u2018s Engp\u00e4sse bei Materialien und Werkstoffen f\u00fcr die Elektromobilit\u00e4t sehen, antwortete Bandilla, dass die gr\u00f6\u00dfte Versorgungsl\u00fccke bei Batteriematerialien, wie Kobalt und Lithium, vorliege. Er zeigte sich optimistisch, dass bestehende Engp\u00e4sse durch weitergehende Forschung und Entwicklung im Materialeinsatz reduziert werden k\u00f6nnten. \u201eNachdem wir rund 150 Jahre an Verbrennungsmotoren geforscht haben, m\u00fcssen jetzt auch Batterien kontinuierlich weiterentwickelt werden\u201c, so Bandilla. Auch hier w\u00fcrde sich Ford bereits wesentlich engagieren. Beim Stichwort Materialeinsatz folgte die Frage nach dem Stellenwert von Rezyklaten und Design for Recycling. Bandilla stellte fest, dass das Thema nachhaltige Kreislaufwirtschaft f\u00fcr OEMs immer wichtiger werde und sich bereits jetzt, bezogen auf Automobile, alles was recycelt ist, grunds\u00e4tzlich besser verkaufen l\u00e4sst. Ford habe im Modell Mustang Mach-E sehr innovative, rein k\u00fcnstliche Werkstoffe im Innenraum verwendet. Dabei wurde auch eine m\u00f6gliche Zertifizierung als \u201eveganes\u201c Fahrzeug diskutiert. Dennoch betonte Bandilla, dass Funktion und Haptik nachhaltiger und rezyklierter Bauteile niemals schlechter sein d\u00fcrfen als Virginware. Allerdings entst\u00fcnden den Autobauern beim Einsatz nachhaltiger Materialien h\u00f6here Kosten, die man nicht selbst tragen k\u00f6nne, sondern an die Kunden weitergibt.<br \/>\nE-Mobilit\u00e4t macht f\u00fcr Kunden das Autofahren teurer<\/p>\n<p>Daher bedeutet Elektromobilit\u00e4t f\u00fcr die Kunden zum einen steigende Anschaffungskosten, f\u00fcr die Autobauer hingegen geringere Nachfragen und damit sinkende Produktionsvolumina. Zudem werde sich die Produktion von E-Fahrzeugen zuk\u00fcnftig auf einige wenige Gigafactories verteilen, die zentral den Markt bedienen w\u00fcrden. F\u00fcr Europa sind die skizzierten Zukunftsszenarien relativ absehbar in der Umsetzung, jedoch m\u00fcsse man beim Elektromobilit\u00e4ts-Weltmarkt differenzieren. Europa, Nordamerika, China b\u00f6ten zwar gute Absatzm\u00f6glichkeiten f\u00fcr E-Autos, hingegen werden S\u00fcdamerika, Afrika, Australien oder der Mittlere Osten mindestens mittelfristig noch Regionen mit Verbrennerbedarf sein. Automobilbauer stellen sich daher die Frage: \u201eWie viele Elektroautos k\u00f6nnen wir schon anbieten bzw. wie viele Verbrenner m\u00fcssen wir noch anbieten um den Markt zu s\u00e4ttigen und die Kunden nicht zu verlieren?\u201c, skizzierte Bandilla.<\/p>\n<p><strong>Klimaschutz und E-Mobilit\u00e4t nur im Dialog mit der Kunststoffindustrie<\/strong><\/p>\n<p>Herr Bandilla erl\u00e4uterte, dass man das Ziel nur gemeinsam erreichen k\u00f6nne \u2013 es gelte neue Prozesse und Verfahrensmethoden zu finden und eine Balance herzustellen sowohl zwischen neuen als auch bekannten Werkstoffen. Hierbei stehe nicht allein der Preis im Vordergrund, wichtig sei es, prim\u00e4r den Kunden zufrieden zu stellen. Um die Klimaziele und die Steigerung der E-Mobilit\u00e4t zu erreichen, sei es elementar, im gemeinsamen, offenen Dialog mit den Zulieferern Neues auszuprobieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie schnell werden elektrifizierte Fahrzeuge die Normalit\u00e4t sein? 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