{"id":27632,"date":"2021-09-02T11:25:48","date_gmt":"2021-09-02T09:25:48","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=27632"},"modified":"2021-09-02T11:25:48","modified_gmt":"2021-09-02T09:25:48","slug":"projektteam-von-continental-integriert-gedruckte-elektronik-in-gummi","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=27632","title":{"rendered":"Projektteam von Continental integriert gedruckte Elektronik in Gummi"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li><strong>Forschungsvorhaben um Continental-Projektleiter Tim Wolfer vereint Kautschuk, Kunststoff und Elektronik am Drucktechnikum in Freiburg<\/strong><\/li>\n<li><strong>Ergebnis soll f\u00fcr viele weitere Anwendungen Beispiel sein und neue Gesch\u00e4ftsmodelle und Services erm\u00f6glichen<\/strong><\/li>\n<li><strong>Freiburg als passender Standort mit gro\u00dfem Netzwerk<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Testen, probieren, neu denken. Kurze Wege, schlanke Prozesse, schnelle Ergebnisse \u2013 ein kleines Team aus hochqualifizierten Experten geht am neuen Continental-Standort in Freiburg einen wichtigen Schritt in Richtung digitale Zukunft. \u201eEs f\u00fchlt sich wie in einem Start-up an. Wir sind sehr flexibel und k\u00f6nnen schnell unsere Prozesse entwickeln und anpassen, hier herrscht eine tolle Dynamik. Gleichzeitig k\u00f6nnen wir auf die Kraft des ganzen Continental-Konzerns bauen\u201c, sagt Tim Wolfer, der als Projektleiter Forschungsvorhaben f\u00fcr funktionale Druckprozesse am Standort Freiburg koordiniert. Hier sollen beispielsweise klassische Gummi- und Kunststoffprodukte, die bisher lediglich mechanische Aufgaben erf\u00fcllen, mit Sensorik, intelligenten Systemen und Aktorik angereichert und dadurch digitalisiert werden. Wolfer ist promovierter Maschinenbauingenieur und seit Herbst 2020 verantwortlich f\u00fcr Forschungsprojekte im Drucktechnikum. \u201eDabei liegt mein Schwerpunkt auf der Integration von intelligenten Systemen und Netzwerken. Insbesondere betrachten wir die Schnittstelle von Bauteilen aus Elastomeren und der Integration von Elektronik\u201c, so der Ingenieur. Der geb\u00fcrtige Bremer war zuvor f\u00fcnf Jahre lang als Gruppenleiter am Produktionstechnischen Zentrum der Universit\u00e4t Hannover t\u00e4tig. Dort kn\u00fcpfte er unter anderem enge Kontakte zu seinem heutigen Arbeitgeber Continental. Der 36-j\u00e4hrige Familienvater hat schon in seiner Kindheit und Jugend leidenschaftlich gerne get\u00fcftelt und geschraubt \u2013 und aus diesem Grund Maschinenbau studiert. Mit dem funktionalen Druck kam er im Rahmen seiner Promotion zur additiven Fertigung von optischen Systemen in Ber\u00fchrung. \u201eNun bin ich froh, diese Kenntnisse in der Forschung und Entwicklung eines Technologiekonzerns einbringen zu k\u00f6nnen\u201c, erg\u00e4nzt Wolfer.<\/p>\n<p>Eines der wegweisenden Projekte von Wolfer ist das Vorhaben \u201esensIC\u201c: Integrierte Sensorik kommt auf Basis von gedruckter Elektronik in Schlauchleitungen f\u00fcr Elektrofahrzeuge zum Einsatz. Konkret werden Schl\u00e4uche f\u00fcr das Thermomanagement von Fahrzeugbatterien mit integrierten Temperatursensoren ausgestattet. Continental b\u00fcndelt solche Forschungsprojekte im Drucktechnikum in Freiburg; sensIC wird drei Jahre lang laufen. Das Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung unterst\u00fctzt das Projekt anteilig mit 2,9 Millionen Euro.<\/p>\n<p><strong>Projekt wird zum Schl\u00fcssel f\u00fcr Sensorik und Elektronik in Kautschukprodukten<\/strong><\/p>\n<p>Continental verspricht sich einiges von sensIC \u2013 vor allem eine gro\u00dfe Anwendungsvielfalt der Technologie und weniger Kosten in der Produktion. \u201eGedruckte Elektronik k\u00f6nnen wir theoretisch \u00fcberall verwenden. Die Produktpalette ist quasi unendlich und perfekt zugeschnitten auf die Strategie von Continental: Produkte intelligent machen und daraus neue Gesch\u00e4ftsmodelle und Mobility Services entwickeln\u201c, sagt Wolfer. \u201eSchl\u00e4uche sind da nur ein Beispiel. Aber wenn es dort funktioniert, dann auch beispielsweise in Luftfedern, Riemen, Transportgurten und Reifen.\u201c Und genau das ist eine seiner spannenden Hauptaufgaben: der Transfer der Technologie in andere Bereiche von Continental.<\/p>\n<p><strong>Industrieller Ma\u00dfstab als Ziel<\/strong><\/p>\n<p>\u201eIn dieser Hinsicht hat das Projekt Leuchtturmcharakter f\u00fcr uns\u201c, betont Wolfer. \u201eWir setzen in diesem Projekt hochproduktive Druckprozesse zur Fertigung der elektrischen Netzwerke ein. Diese Prozesse versprechen einen sehr gro\u00dfen Durchsatz an verarbeiteter Fl\u00e4che bei gleichzeitig sehr geringen Kosten.\u201c Hinzu kommt: Die Elektronik muss absolut sicher sein, denn sie wird immer h\u00e4ufiger in Automobilen und Anlagen verbaut. Deshalb liegt ein besonderer Fokus im Vorhaben auf der Absicherung der elektronischen Systeme gegen\u00fcber Manipulationen und Plagiaten.<\/p>\n<p>\u201eDie gr\u00f6\u00dfte Herausforderung ist, die neuartigen technischen Systeme nicht nur im Laborma\u00dfstab zu untersuchen, sondern sp\u00e4ter tats\u00e4chlich bei unseren Kollegen in Hamburg im industriellen Ma\u00dfstab zu fertigen\u201c, so Wolfer. Denn: \u201eDie Systeme haben f\u00fcr sich genommen bereits im kleinen Ma\u00dfstab eine enorme Komplexit\u00e4t aufgrund der feinen und empfindlichen Strukturen. Es wird beispielsweise im Rahmen des Projektes ein spezifischer Silizium-Chip f\u00fcr uns designt und produziert. In der sp\u00e4teren Fertigung in Hamburg sind wir dann aber pl\u00f6tzlich mit Herausforderungen wie W\u00e4rmedehnungen, L\u00f6sungsmitteln, gro\u00dfen Dr\u00fccken und hohen Temperaturen konfrontiert.\u201c Gleich zu Beginn des Projektes mussten Wolfer und Co. daher absch\u00e4tzen, welche technischen Anforderungen am Ende auf sie warten, um von Anfang an eine sinnvolle Auswahl bei den Materialien und Konzepten zu treffen. \u201eDas war schon eine Herausforderung, alle technischen Ziele unter einen Hut zu bekommen. Aber nun steht das technische Konzept und das Projekt hat voll Fahrt aufgenommen\u201c, betont Wolfer.<\/p>\n<p><strong>Freiburg als perfekter Standort <\/strong><\/p>\n<p>Und warum Freiburg? \u201eGanz einfach: Um einen zentralen Ort f\u00fcr diese Technologie zu schaffen, hat Continental hier seine Aktivit\u00e4ten im funktionalen Druck in einem Technikum geb\u00fcndelt. Zudem hat sich der Standort Freiburg besonders aufgrund der bereits vorher bestehenden engen Zusammenarbeit mit einem technisch-wissenschaftlichen Netzwerk vor Ort angeboten, wie beispielsweise mit dem Fraunhofer ISE, dem Karlsruher Institut f\u00fcr Technologie (KIT) oder dem Technologie-Cluster \u201amicroTEC S\u00fcdwest\u2018.\u201c<\/p>\n<p>Start-up-Atmosph\u00e4re, ein starkes lokales Netzwerk, ein neues Drucktechnikum und ein schlagkr\u00e4ftiges internationales Technologieunternehmen \u2013 die Voraussetzungen f\u00fcr den Erfolg des Projekts sensIC k\u00f6nnen f\u00fcr Tim Wolfer und das Projektteam kaum besser sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Testen, probieren, neu denken. 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