{"id":27843,"date":"2021-09-20T10:41:48","date_gmt":"2021-09-20T08:41:48","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=27843"},"modified":"2021-09-20T10:41:48","modified_gmt":"2021-09-20T08:41:48","slug":"team-von-continental-fraunhofer-ime-und-universitaet-muenster-fuer-deutschen-zukunftspreis-nominiert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=27843","title":{"rendered":"Team von Continental, Fraunhofer IME und Universit\u00e4t M\u00fcnster f\u00fcr Deutschen Zukunftspreis nominiert"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li><strong>Gemeinsames Forschungsprojekt \u201eNachhaltige Reifen durch L\u00f6wenzahn \u2013 Innovationen aus Biologie, Technik und Landwirtschaft\u201c zeigt, dass neue, alternative Rohstoffversorgung m\u00f6glich ist<\/strong><\/li>\n<li><strong>Mit dem Deutschen Zukunftspreis zeichnet der Bundespr\u00e4sident jedes Jahr hervorragende technische, ingenieur- oder naturwissenschaftliche Innovationen aus<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Dr. Carla Recker (Continental), Prof. Dr. Dirk Pr\u00fcfer (Westf\u00e4lische Wilhelms-Universit\u00e4t M\u00fcnster) und Dr. Christian Schulze Gronover (Fraunhofer-Institut f\u00fcr Molekularbiologie und Angewandte Oekologie IME) sind mit dem gemeinsamen Projekt \u201eNachhaltige Reifen durch L\u00f6wenzahn \u2013 Innovationen aus Biologie, Technik und Landwirtschaft\u201c f\u00fcr den Deutschen Zukunftspreis 2021 nominiert. Das gab das Bundespr\u00e4sidialamt heute im Deutschen Museum in M\u00fcnchen bekannt. Der Bundespr\u00e4sident zeichnet mit dem Deutschen Zukunftspreis jedes Jahr Einzelpersonen oder Teams f\u00fcr eine hervorragende technische, ingenieur- oder naturwissenschaftliche Innovation aus.<\/p>\n<p>\u201eDie Nominierung ist eine gro\u00dfe Ehre f\u00fcr uns. Sie best\u00e4tigt einmal mehr das Potenzial einer neuen Rohstoffquelle f\u00fcr Naturkautschuk. Gemeinsam mit unserem Projektnetzwerk konnten wir die Erforschung der gesamten Wertsch\u00f6pfungskette des Russischen L\u00f6wenzahns wesentlich vorantreiben\u201c, betont Dr. Carla Recker, Leiterin des Fachgebiets Materialchemie des Reifenbereichs bei Continental. \u201eDie Industrialisierung des Anbaus von L\u00f6wenzahn-Kautschuk ist das Ziel unseres langfristig angelegten Projekts, dessen Schl\u00fcssel zum Erfolg in gegenseitigem Vertrauen und Durchhalteverm\u00f6gen liegt\u201c, erg\u00e4nzt sie. \u201eUnser erster, in Serie gefertigter Fahrradreifen aus L\u00f6wenzahn-Kautschuk, der Urban Taraxagum, zeigt, dass marktf\u00e4hige Produkte mit Naturkautschuk aus der L\u00f6wenzahnpflanze m\u00f6glich sind.\u201c<\/p>\n<p>Seit 2011 arbeitet das Projektteam gemeinsam daran, Naturkautschuk regional aus L\u00f6wenzahn zu gewinnen, anstatt ihn ausschlie\u00dflich aus weit entfernten Tropenregionen importieren zu m\u00fcssen \u2013 ein f\u00fcr Dr. Dirk Pr\u00fcfer, Professor f\u00fcr Pflanzenbiotechnologie an der Universit\u00e4t M\u00fcnster, entscheidender Vorteil dieses Projekts. \u201eDer Schutz unserer Tropenw\u00e4lder hat im Kampf gegen den Klimawandel oberste Priorit\u00e4t. Deswegen bedarf es auch eines Umdenkens in der Naturkautschuk verarbeitenden Industrie. Unser Ansatz, Naturkautschuk aus L\u00f6wenzahn nachhaltig zu gewinnen, kann vielen sozio\u00f6konomischen und \u00f6kologischen Herausforderungen in diesen Regionen entgegenwirken\u201c, betont der m\u00fcnstersche Wissenschaftler. \u201eDie Gewinnung von Naturkautschuk aus L\u00f6wenzahn erlaubt die Rohstoffproduktion in der N\u00e4he zu den Reifenwerken von Continental. Damit k\u00f6nnen die durch lange Transportwege entstehenden Kohlendioxid- (CO<sub>2<\/sub>) Emissionen ebenfalls reduziert werden.\u201c<\/p>\n<p>Der Weg zur Etablierung des Russischen L\u00f6wenzahns hin zu einer kultivierbaren Rohstoffquelle stellte f\u00fcr die Forscherinnen und Forscher eine gro\u00dfe Herausforderung dar. \u201eDurch konsequentes, wissensbasiertes Handeln und mit moderner Analytik haben wir gemeinsam mit einem Pflanzenz\u00fcchter aus Wildpflanzen des Russischen L\u00f6wenzahns ertragreiche und widerstandsf\u00e4hige Pflanzen gez\u00fcchtet. Zudem haben wir ein umweltfreundliches Verfahren entwickelt, um den Kautschuk aus den Wurzeln der Pflanzen zu gewinnen beziehungsweise zu extrahieren\u201c, erkl\u00e4rt Dr. Christian Schulze Gronover, Leiter des Forschungsbereichs beim Fraunhofer-Institut f\u00fcr Molekularbiologie und Angewandte Oekologie IME, M\u00fcnster. \u201eVon diesen Innovationen profitiert schon heute die gesamte Gesellschaft, beispielsweise Landwirte, Logistiker, Maschinenbauer und die Radfahrer natu\u0308rlich.\u201c<\/p>\n<p>Zum erweiterten Netzwerk, das ma\u00dfgeblich zur Umsetzung des Projekts beitr\u00e4gt, geh\u00f6ren unter anderem auch das Julius-K\u00fchn-Institut und das Pflanzenzuchtunternehmen ESKUSA.<\/p>\n<p><strong>Zum Hintergrund: Russischer L\u00f6wenzahn<\/strong><\/p>\n<p>Der Russische L\u00f6wenzahn ist eine Pflanzenart aus der Gattung L\u00f6wenzahn (Taraxacum). Sie stammt urspr\u00fcnglich vor allem aus Kasachstan und eignet sich besonders f\u00fcr die Gewinnung von Naturkautschuk. Russischer L\u00f6wenzahn enth\u00e4lt zwar mehr Kautschuk als andere L\u00f6wenzahn-Arten, dennoch reicht die Menge in der Wildpflanze nicht f\u00fcr eine industrielle Produktion aus. Au\u00dferdem liefern wilde Pflanzen keine stabilen Ertr\u00e4ge. F\u00fcr die Zucht ist die Entwicklung sogenannter DNA-Marker wichtig. Diese Marker sind Stellen im Erbgut, die dort von Natur aus vorkommen. Sie sind im Labor nachweisbar und treten jeweils in Kombination mit demjenigen Abschnitt im Erbgut auf, der eine bestimmte gew\u00fcnschte Eigenschaft der Pflanze erzeugt. Ein Beispiel ist ein h\u00f6herer Kautschukgehalt. Die Forscher k\u00f6nnen dank der Marker die Pflanzen-Keimlinge daraufhin untersuchen, ob sie die gew\u00fcnschten Eigenschaften besitzen und einsch\u00e4tzen, ob es sich lohnt, mit diesen Pflanzen weiterzuz\u00fcchten.<\/p>\n<p><strong>Der Deutsche Zukunftspreis<\/strong><\/p>\n<p>Der Deutsche Zukunftspreis wird seit 1997 j\u00e4hrlich vergeben und geh\u00f6rt zu den wichtigsten Innovationsauszeichnungen in Deutschland. Er ehrt herausragende technische, ingenieur- und naturwissenschaftliche Leistungen, die zu anwendungsreifen Produkten f\u00fchren. Die gro\u00dfen deutschen Wissenschafts- und Wirtschaftsverb\u00e4nde schlagen nach intensiver Pr\u00fcfung innovative Entwicklungen f\u00fcr die Auszeichnung vor. Anschlie\u00dfend w\u00e4hlt die Jury des Deutschen Zukunftspreises in einem mehrstufigen Prozess aus einer Vielzahl an Projekten jedes Jahr drei Forscherteams und ihre Innovation in die Endrunde des Preises, den \u201eKreis der Besten\u201c, aus. Neben der Innovationsleistung bewertet die Jury dabei auch das wirtschaftliche und gesellschaftliche Potenzial der Entwicklung. Bundespr\u00e4sident Frank-Walter Steinmeier wird den Deutschen Zukunftspreis am 17. November 2021 in Berlin verleihen. Weitere Informationen: <a href=\"http:\/\/www.deutscher-zukunftspreis.de\">www.deutscher-zukunftspreis.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dr. Carla Recker (Continental), Prof. Dr. Dirk Pr\u00fcfer (Westf\u00e4lische Wilhelms-Universit\u00e4t M\u00fcnster) und Dr. Christian Schulze Gronover&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":27844,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24,16],"tags":[],"series":[],"class_list":["post-27843","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-plas-tv-meldungen-auf-der-startseite-unterhalb-slider","category-plast-tv-textmeldungen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/27843","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=27843"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/27843\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":27845,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/27843\/revisions\/27845"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/27844"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=27843"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=27843"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=27843"},{"taxonomy":"series","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fseries&post=27843"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}