{"id":28689,"date":"2021-10-28T10:52:07","date_gmt":"2021-10-28T08:52:07","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=28689"},"modified":"2021-10-28T10:52:07","modified_gmt":"2021-10-28T08:52:07","slug":"maschinen-und-anlagenbau-bleibt-trotz-materialengpaessen-auf-kurs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=28689","title":{"rendered":"Maschinen- und Anlagenbau bleibt trotz Materialengp\u00e4ssen auf Kurs"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li><strong>Lieferschwierigkeiten verhindern h\u00f6heres Wachstum<\/strong><\/li>\n<li><strong>Unternehmen reagieren auf wachsende Konfrontation USA-China<\/strong><\/li>\n<li><strong>Technologien f\u00fcr Klimaschutz stehen bereit \u2013 passende politische Vorgaben fehlen<\/strong><\/li>\n<li><strong>Lob f\u00fcr z\u00fcgige Aufnahme von Koalitionsverhandlungen<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Der Maschinen- und Anlagenbau bekommt die globalen Materialengp\u00e4sse und Lieferschwierigkeiten zunehmend zu sp\u00fcren. \u201eWie in allen Industrien, werden sich auch bei uns die Lieferschwierigkeiten bei einigen Vorleistungen noch l\u00e4ngere Zeit bemerkbar machen. Aber die Auftragsb\u00fccher sind nach wie vor gut gef\u00fcllt. Deshalb erwarten wir, dass die Ums\u00e4tze aus diesen Bestellungen mit etwas Verz\u00f6gerung verbucht werden\u201c, sagte VDMA-Pr\u00e4sident Karl Haeusgen in einem Pressegespr\u00e4ch auf dem\u00a012. Deutschen Maschinenbau-Gipfel. \u201eViele Maschinenbauer werden bereits in diesem Jahr das Umsatzniveau von 2019 wieder erreichen. F\u00fcr 2021 best\u00e4tigen wir unsere Prognose eines realen Produktionszuwachses von 10 Prozent zum Vorjahr. Ohne Materialengp\u00e4sse w\u00e4re sogar ein h\u00f6heres Wachstum m\u00f6glich gewesen. Aber die ungewisse Lage in den Lieferketten besch\u00e4ftigt auch uns zunehmend\u201c, erg\u00e4nzte er. F\u00fcr 2022 rechnen die VDMA-Volkswirte unver\u00e4ndert mit einem weiteren Produktionsplus von real 5 Prozent.<\/p>\n<p><strong>Neue Positionierung zwischen USA und China angestrebt<\/strong><br \/>\nF\u00fcr die exportstarke Branche, die im Durchschnitt vier von f\u00fcnf Maschinen ins Ausland verkauft, stellen die Konfrontation und das Auseinanderdriften der beiden Wirtschaftsm\u00e4chte USA und China (Decoupling) eine immer gr\u00f6\u00dfere Herausforderung dar. Laut einer aktuellen Umfrage des VDMA bezieht fast die H\u00e4lfte der Maschinenbaufirmen Komponenten aus China oder den USA, die f\u00fcr die eigene Produktion kritisch sind. Dabei handelt es sich an erster Stelle um elektronische Komponenten und Bauteile, aber auch um Rohmaterialien wie Stahl und Gussteile sowie verschiedene andere Vorprodukte. \u201eHier besteht das Risiko, von China oder den USA im Fall von Handelsstreitigkeiten unter Druck gesetzt zu werden\u201c, sagte Haeusgen. \u201eDie Unternehmen wissen daher, dass sie handeln m\u00fcssen.\u201c<\/p>\n<p>Hierf\u00fcr bieten sich unterschiedliche Wege an:<\/p>\n<ul>\n<li>Jedes zweite Unternehmen gab in der Umfrage an, auch weiterhin vor allem auf kundenorientierte Speziall\u00f6sungen zu setzen, mit denen sich der Maschinen- und Anlagenbau f\u00fcr die Kunden in USA und China unverzichtbar macht.<\/li>\n<li>Knapp ein Drittel der Befragten will sich f\u00fcr eine \u201eVorw\u00e4rtsstrategie\u201c entscheiden, sprich: die eigenen Investitionen in den USA und in China erh\u00f6hen, um dort zum Beispiel eine Montage oder eine Produktion zu errichten oder auszubauen.<\/li>\n<li>16 Prozent der Firmen denken daran, k\u00fcnftig verst\u00e4rkt eigene Produkte jeweils f\u00fcr den amerikanischen und den chinesischen Markt zu entwickeln, auch wenn dies mit entsprechendem Entwicklungsaufwand und Kosten verbunden w\u00e4re.<\/li>\n<li>Gut ein Drittel der befragten Firmen will auch die Suche nach Zulieferern aus Drittstaaten intensivieren, um damit m\u00f6glichen Sanktionen von chinesischer oder amerikanischer Seite zu entgehen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Mehr als zwei Drittel der Unternehmen gaben zugleich an, dass sie keine unmittelbare \u00c4nderung ihrer Strategie planen. \u201eMittelst\u00e4ndische Unternehmen richten sich erst nach genauer Analyse strategisch aus\u201c, erl\u00e4uterte der VDMA-Pr\u00e4sident. \u201eAber mittelfristig kann es entscheidend sein, sich neu zu positionieren. Deshalb ist es umso wichtiger, dass Europa nicht nur versucht, die M\u00e4rkte weltweit weiterhin offen zu halten, sondern auch weitere internationale Handelsabkommen aushandelt.\u201c<\/p>\n<p><strong>Klimaschutz braucht andere Rahmenbedingungen<\/strong><br \/>\nTechnologisch sieht sich der Maschinen- und Anlagenbau gut ger\u00fcstet, um im Kampf gegen die globale Erderw\u00e4rmung eine Schl\u00fcsselrolle zu spielen. \u201eWir k\u00f6nnen von der Erzeugung erneuerbarer Energien \u00fcber die Errichtung von Verteilernetzen bis hin zur Speicherung von Energie und Wiederverwertung von Stoffen die ben\u00f6tigten Anlagen liefern\u201c, betonte Haeusgen. Gleichzeitig brauche der Klimaschutz zwingend \u00c4nderungen, die von der Politik durchgesetzt werden m\u00fcssen, um in Europa und dar\u00fcber hinaus erfolgreich sein zu k\u00f6nnen. \u201eHierzulande m\u00fcssen insbesondere Planungs- und Genehmigungsverfahren drastisch vereinfacht werden, es darf k\u00fcnftig keine f\u00fcnf Jahre mehr dauern, bis ein neuer Windpark errichtet werden kann\u201c, forderte Haeusgen.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus brauche es ein umfassendes System der CO2-Bepreisung, das\u00a0Investitionen in Klimaschutztechnologien konsequent f\u00f6rdere und zugleich die F\u00fclle anderer Steuern und Abgaben auf Energie abschaffe. \u201eUnd nicht zuletzt muss Klimaschutz immer global gedacht und angegangen werden\u201c, betonte der VDMA-Pr\u00e4sident. Ein internationaler Klima-Club von gro\u00dfen Industriestaaten mit \u00e4hnlichen Ambitionen in Sachen Reduzierung von Treibhausgasen \u2013 idealerweise auch unter Einbeziehung Chinas \u2013, k\u00f6nnte der entscheidende Durchbruch sein, um die Pariser Klimaziele noch zu erreichen. \u201eDas Zeitfenster zur Gr\u00fcndung eines solchen Klima-Clubs ist aber nicht allzu gro\u00df, daher sollte eine Einigung darauf am besten schon w\u00e4hrend des n\u00e4chsten UN-Klimagipfels im November in Glasgow erfolgen\u201c, sagte Haeusgen.<\/p>\n<p><strong>Ein Aufgabenheft f\u00fcr die \u201eAmpel\u201c<\/strong><br \/>\nMit Blick auf die anstehenden Koalitionsverhandlungen in Berlin lobte der VDMA-Pr\u00e4sident die z\u00fcgige Sondierung der drei \u201eAmpel\u201c-Parteien. \u201eEine schnelle Regierungsbildung w\u00fcrde den Unternehmen hoffentlich die ben\u00f6tigte Planungssicherheit f\u00fcr die kommenden Jahre geben\u201c, sagte er. Planungs- und Genehmigungsverfahren zu beschleunigen, sollte dabei \u00fcber die erneuerbaren Energien hinaus zur allgemeinen Richtlinie der k\u00fcnftigen Regierung werden. \u201eDenn wir werden keines der wichtigen Klima- oder Digitalisierungsziele erreichen, wenn die bestehenden b\u00fcrokratischen H\u00fcrden bleiben\u201c, mahnte Haeusgen. Das Bekenntnis im Sondierungspapier, dass Steuererh\u00f6hungen vermieden und keine Substanzsteuern eingef\u00fchrt werden, sollte unbedingt auch im Koalitionsvertrag bleiben, betonte Haeusgen. Sorgen bereiten dem VDMA das Kapitel Arbeitsmarkt im Sondierungspapier und eine weitgehende Leerstelle zum Thema Au\u00dfenhandel. \u201eHier setzen wir auf Nachbesserungen in den Verhandlungen. Au\u00dfenwirtschaft braucht politische Power!\u201c, betonte der VDMA-Pr\u00e4sident.<\/p>\n<p>Zu diesen und anderen Politikfeldern hat der VDMA mit Hilfe von \u201eWunsch-Kapiteln f\u00fcr einen Koalitionsvertrag\u201c eine Vielzahl konkreter Schritte aufgelistet, die den industriellen Mittelstand st\u00e4rken und damit zur Sicherung von Millionen Arbeitspl\u00e4tzen beitragen w\u00fcrden. Das vollst\u00e4ndige Dokument mit den \u201eWunsch-Kapiteln\u201c des VDMA finden Sie hier: <a href=\"https:\/\/www.vdma.org\/bundestagswahl21\">Bundestagswahl 2021 &#8211; vdma.org &#8211; VDMA<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Maschinen- und Anlagenbau bekommt die globalen Materialengp\u00e4sse und Lieferschwierigkeiten zunehmend zu sp\u00fcren. \u201eWie in allen&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":6409,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24,16],"tags":[],"series":[],"class_list":["post-28689","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-plas-tv-meldungen-auf-der-startseite-unterhalb-slider","category-plast-tv-textmeldungen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/28689","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=28689"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/28689\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":28690,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/28689\/revisions\/28690"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/6409"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=28689"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=28689"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=28689"},{"taxonomy":"series","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fseries&post=28689"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}