{"id":28931,"date":"2021-11-11T09:38:19","date_gmt":"2021-11-11T08:38:19","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=28931"},"modified":"2021-11-11T09:38:19","modified_gmt":"2021-11-11T08:38:19","slug":"way2k-branchen-interviews-auf-dem-weg-zur-messe-k-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=28931","title":{"rendered":"Way2K: Branchen-Interviews auf dem Weg zur Messe K 2022"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u201eMithilfe der Digitalisierung werden die Produkte gl\u00e4sern\u201c<\/strong><\/p>\n<p><strong>Interview mit Thorsten K\u00fchmann, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Kunststoff- und Gummimaschinen im VDMA und Ingemar B\u00fchler, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer von PlasticsEurope Deutschland.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kunststoff ist immer noch in Verruf. Was kann die Kunststoffindustrie tun, damit die offenkundigen Vorteile des Werkstoffs nicht vom derzeit negativen Image \u00fcberdeckt werden?<\/strong><br \/>\n<strong>Thorsten K\u00fchmann:<\/strong>\u00a0 Es muss uns gelingen, eine funktionierende Kreislaufwirtschaft zu etablieren. Denn die Hauptursache f\u00fcr das schlechte Bild, das die \u00d6ffentlichkeit vom Kunststoff hat, ist der Abfall, der in der Umwelt und in den Weltmeeren landet. Einfach gesagt: Wir m\u00fcssen daf\u00fcr sorgen, dass der M\u00fcll eben nicht in die Umwelt gelangt, sondern, sofern er nicht sogar vermeidbar ist, in einen Kreislauf gebracht wird. Diese Aufgabe k\u00f6nnen wir als Industrie bew\u00e4ltigen, wenn wir geschlossen auftreten.<\/p>\n<p><strong>Ingemar B\u00fchler:<\/strong> Das Abfallproblem ist von der Industrie viel zu lange nicht ernst genug genommen worden \u2013 und daher auch nicht angegangen worden. Hersteller oder Verarbeiter haben sich auf den Standpunkt zur\u00fcckgezogen, dass sie es ja nicht selbst seien, die den Abfall in die Umwelt tragen, was \u00fcbrigens auch stimmt. Tats\u00e4chlich m\u00fcssen viele der Ma\u00dfnahmen gegen das M\u00fcllproblem von der Politik ergriffen werden. Es braucht Regelungen und Gesetze. Dennoch: Auch die Unternehmen und Verb\u00e4nde m\u00fcssen \u00fcberlegen, wie sie das Problem in den Griff bekommen. Wir m\u00fcssen selber etwas tun und Teil der L\u00f6sung werden.<\/p>\n<p><strong>Was k\u00f6nnen denn Kunststoffhersteller beitragen? Ist chemisches Recycling ein Teil der L\u00f6sung?<\/strong><br \/>\n<strong>B\u00fchler:<\/strong> Im Kern geht es beim chemischen Recycling darum, aus einem Kunststoff wieder synthetisches \u00d6l herzustellen, ihn also wieder in seinen Urzustand zu bringen. Daraus lassen sich dann wieder hochwertige Produkte herstellen. Beim mechanischen Recycling ist es dagegen sehr schwierig und aufw\u00e4ndig, aus Rezyklaten gleich- oder h\u00f6herwertige Produkte herzustellen. Chemisches Recycling wird in der Zukunft eine gute Erg\u00e4nzung zum mechanischen Recycling sein, aber es wird es nicht abl\u00f6sen. Dazu sind die Kapazit\u00e4ten zu klein und zumindest derzeit der Energieaufwand zu hoch. Aber zusammen k\u00f6nnen die beiden Methoden dazu f\u00fchren, dass es keine Kunststoffabf\u00e4lle mehr gibt, weil sie sich alle in einem Kreislauf bewegen.<\/p>\n<p><strong>Und was k\u00f6nnen die Maschinenbauer tun?<\/strong><br \/>\n<strong>K\u00fchmann:<\/strong>\u00a0 Wir arbeiten schon eine ganze Weile daran, Kreisl\u00e4ufe zu organisieren. Wir haben zum Beispiel inzwischen gute Verfahren, wie man Regranulate wieder in neue, qualitativ hochwertige Produkte bringen kann. Dazu m\u00fcssen ganz verschiedene Technologien ineinandergreifen. Wir haben jetzt auch die digitalen M\u00f6glichkeiten, Kunststoffprodukte \u00fcber ihren gesamten Lebensweg zu verfolgen, sie zu markieren. Sie werden dadurch transparent gemacht. Man kann jetzt sehen, aus welchen Kunststoffen ein Produkt besteht. Das ist enorm wichtig zu wissen, denn am Ende ihres Lebens m\u00fcssen die Produkte wieder getrennt und auch getrennt wiederaufbereitet werden, damit sie in den Kreislauf zur\u00fcckgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen. Diese Aufgabe betrifft den Maschinenbau, sie betrifft die erzeugende Industrie und die verarbeitende Industrie. Und da haben wir wirklich einen sehr engen Austausch. Und das zeigt jetzt auch seine Wirkung.<\/p>\n<p><strong>Die Digitalisierung ist also Treiber der Kreislaufwirtschaft?<\/strong><br \/>\n<strong>K\u00fchmann:<\/strong> Die Digitalisierung der Wertsch\u00f6pfungsketten hat zwei wesentliche Effekte. Zum einen die eben genannte Transparenz, die eine Nachverfolgbarkeit erm\u00f6glicht und damit die Kreislaufwirtschaft erheblich erleichtert. Die Produkte werden sozusagen gl\u00e4sern. Der zweite gro\u00dfe Vorteil der Digitalisierung ist, dass man industrielle Prozesse damit viel besser steuern kann. Das bringt einen gro\u00dfen Schub in Richtung nachhaltiges Wirtschaften. Man produziert weniger Abf\u00e4lle, man verbraucht also weniger Material und spart wertvolle Ressourcen. Die digitalisierten Verfahren sind somit eine sehr n\u00fctzliche Erg\u00e4nzung zu den etablierten Verfahren in der Produktion.<\/p>\n<p><strong>B\u00fchler:<\/strong> Die Digitalisierung findet auf vielen Ebenen statt. Sie wird bei der Entwicklung von neuen Materialien und Materialeigenschaften eingesetzt. Sie ver\u00e4ndert wie im Maschinenbau auch die Produktionsprozesse. Und sie ver\u00e4ndert die Art und Weise, wie die Hersteller von Kunststoffen mit ihren Kunden kooperieren. Man stellt oft nicht mehr ein Produkt her und stellt es zum Verkauf, sondern man entwickelt ein Produkt durch gemeinsame Simulationen mit dem Kunden zusammen. Die digitale Transformation beg\u00fcnstigt ohne Frage die Kreislaufwirtschaft, aber sie geht weit dar\u00fcber hinaus.<\/p>\n<p><strong>Die Kreislaufwirtschaft ist ein langfristiges Projekt. Wie kann man den Verbraucher schneller vom Nutzen von Kunststoff \u00fcberzeugen?<\/strong><br \/>\n<strong>K\u00fchmann:<\/strong> Neben der Organisation eines glaubhaften Transformationsprozesses m\u00fcssen wir den Dialog mit der \u00d6ffentlichkeit suchen. Es gibt so viele Fragen im Zusammenhang mit Kunststoff, die ganz dr\u00e4ngend und teilweise sehr komplex sind. Ein Schritt in diese Richtung ist die neue Initiative \u201eWir sind Kunststoff\u201c. Darin stellen die Verb\u00e4nde der Kunststoffindustrie, also die der Kunststoffhersteller, der kunststoffverarbeitenden Industrie und des Kunststoffmaschinenbaus, Fakten und Zusammenh\u00e4nge dar und bieten allen Interessierten vom Verbraucher \u00fcber NGOs bis zur Politik an, mit uns ins Gespr\u00e4ch zu kommen.<\/p>\n<p><strong>B\u00fchler:<\/strong> Ja, wir m\u00fcssen aufkl\u00e4ren. Auch dar\u00fcber, wie notwendig Kunststoffprodukte f\u00fcr unser Leben sind. Gerade auch im Hinblick auf eine klimaneutrale Zukunft. Kunststoffe erm\u00f6glichen Leichtbau, Elektromobilit\u00e4t, die Nutzung von Wind- und Sonnenenergie. Der Vorteil gegen\u00fcber anderen Materialien ist hier erheblich. Und die M\u00f6glichkeiten sind noch lange nicht ersch\u00f6pft.<\/p>\n<p><strong>Video-Statement Ingemar B\u00fchler: <\/strong><a href=\"https:\/\/vimeo.com\/640342853\">https:\/\/vimeo.com\/640342853<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.dein-kunststoff.de\">www.dein-kunststoff.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Interview mit Thorsten K\u00fchmann, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Kunststoff- und Gummimaschinen im VDMA und Ingemar B\u00fchler, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":23968,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24,16],"tags":[],"series":[],"class_list":["post-28931","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-plas-tv-meldungen-auf-der-startseite-unterhalb-slider","category-plast-tv-textmeldungen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/28931","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=28931"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/28931\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":28932,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/28931\/revisions\/28932"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/23968"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=28931"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=28931"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=28931"},{"taxonomy":"series","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fseries&post=28931"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}