{"id":29409,"date":"2021-12-15T09:04:12","date_gmt":"2021-12-15T08:04:12","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=29409"},"modified":"2021-12-14T15:14:10","modified_gmt":"2021-12-14T14:14:10","slug":"das-grosse-digitale-zukunftsprojekt-ist-die-vorausschauende-wartung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=29409","title":{"rendered":"Das gro\u00dfe digitale Zukunftsprojekt ist die vorausschauende Wartung"},"content":{"rendered":"<p><strong>Way2K: Branchen-Interviews auf dem Weg zur K-Messe 2022<\/strong><strong><\/p>\n<p>Interview mit Markus Gschwandtner, CEO der Br\u00fcckner Servtec GmbH<\/strong><\/p>\n<p><strong>Herr Gschwandtner, Ihr Unternehmen muss sicherstellen, dass die Br\u00fcckner-Folienanlagen beim Kunden st\u00f6rungsfrei laufen. Welche Rolle spielt die Digitalisierung bei dieser Aufgabe?<\/strong><br \/>\nAls Schnittstelle zwischen Br\u00fcckner und dem Kunden ist die Digitalisierung f\u00fcr uns von entscheidender Bedeutung und deshalb treiben wir die Vernetzung und den Informationsaustausch dar\u00fcber auch kontinuierlich voran. Wir haben dazu eine digitale Service-Plattform aufgebaut, auf der der Kunde unsere Dienstleistungen online abrufen kann. Ich nenne ein Beispiel: Zum Lieferumfang einer Anlage geh\u00f6rt eine umfangreiche Dokumentation. Bislang hat sie immer viele Ordner umfasst. Wenn der Kunde etwas wissen wollte, dauerte es unter Umst\u00e4nden sehr lange, bis er die entsprechenden Passagen fand. Auf unserer Service-Plattform ist diese Dokumentation jetzt jederzeit online verf\u00fcgbar. Der Servicetechniker steht dann vor der Maschine und holt sich die n\u00f6tigen Informationen ganz einfach \u00fcber ein Tablet oder Smartphone.<\/p>\n<p><strong>Der Zugriff auf Information wird also \u00fcbersichtlicher. Welche Vorteile gibt es noch?<\/strong><br \/>\nGrunds\u00e4tzliche Vorteile sind die Transparenz und die Einfachheit. Auch hier ein Beispiel: Wir verbauen pro Maschine etwa 30.000 Teile. Viele davon erhalten einen QR-Code, auch die Teile von Lieferanten. Damit ist jede Komponente vom Beginn ihres Lebens bei Br\u00fcckner bis hin zum Verbau beim Kunden identifiziert. Der Kunde braucht dann ein Teil, das er ersetzen m\u00f6chte, nur zu scannen. Wir und er wissen dann genau, ob oder wann dieses Teil verf\u00fcgbar ist. Wir k\u00f6nnen dadurch viel schneller reagieren und gegebenenfalls auch ein Problem viel schneller beheben.<\/p>\n<p><strong>Viele Unternehmen z\u00f6gern, wenn es um die Herausgabe von Daten geht. Wie \u00fcberzeugt man sie?<\/strong><br \/>\nWir m\u00fcssen gew\u00e4hrleisten, dass die Daten tats\u00e4chlich sicher sind. Bei uns gibt es keine undichten Stellen. Wir sind T\u00dcV-gepr\u00fcft. Aber nur mit dieser Zusage kann man noch keinen Kunden \u00fcberzeugen. Ausschlaggebend ist, dass der Kunde sehen muss, welche gewaltigen Vorteile er hat. Der Nutzen der Vernetzung ist ja gerade da am gr\u00f6\u00dften, wo man Firmengrenzen \u00fcberschreitet. \u00dcber 70 Prozent unserer Kunden sind schon auf unserer digitalen Plattform. Es ist im Prinzip so \u00e4hnlich wie bei Smartphones. Man sieht, was man damit alles machen kann und wenig sp\u00e4ter kann man nicht mehr ohne sie leben.<\/p>\n<p><strong>Was ist das n\u00e4chste gro\u00dfe Digitalisierungsthema?<\/strong><br \/>\nDas gro\u00dfe digitale Zukunftsprojekt ist die vorausschauende Wartung. Wenn eine unserer Anlagen stillsteht, kostet das den Kunden im Schnitt rund 10.000 Euro an verlorenem Umsatz, und das pro Stunde. Es gilt also, diese Stillst\u00e4nde so kurz wie m\u00f6glich zu halten, auf jeden Fall aber, sie vorhersagen zu k\u00f6nnen. Wir sind hier bereits auf einem guten Weg. Wir verbauen heute schon Sensoren, um zu wissen, wie es kritischen Teilen geht. In Zukunft werden wir auch k\u00fcnstliche Intelligenz einsetzen, um voraussagen zu k\u00f6nnen, wann ein Teil kaputt gehen k\u00f6nnte oder wann man eine Wartung machen sollte. Ziel ist es, die Planbarkeit zu erh\u00f6hen, denn das spart erhebliche Kosten.<\/p>\n<p><strong>Werden auch Ressourcen geschont?<\/strong><br \/>\nDie vorausschauende Wartung tr\u00e4gt dazu bei, die Nutzung der Anlage und auch alle folgenden Schritte nachhaltiger zu machen. Wenn zum Beispiel Wartungen durchgef\u00fchrt werden, ohne dass dies tats\u00e4chlich schon n\u00f6tig w\u00e4re, werden auch Ersatzteile unn\u00f6tig fr\u00fch ausgewechselt. Man braucht \u00fcber den Lebenszyklus einer Anlage also viel mehr Material. Ressourcen werden aber auch geschont, wenn wir zum Beispiel bei Umbauten energieeffizientere Motoren einbauen. Ziel muss es sein, so wenige Ressourcen wie m\u00f6glich zu verbrauchen, sei es Material, sei es Energie, sei es Rohstoff. Nur durch die Digitalisierung schaffen wir die hierf\u00fcr notwendige Transparenz.<\/p>\n<p><strong>Wie h\u00e4ngen Digitalisierung und Kreislaufwirtschaft zusammen?<\/strong><br \/>\nOhne die Digitalisierung w\u00e4re es sehr schwer, einen Kreislauf zu erm\u00f6glichen. Mit ihr dagegen k\u00f6nnen wir die Produkte kennzeichnen. Dann k\u00f6nnen Maschinen sp\u00e4ter im Kreislauf erkennen, woraus zum Beispiel eine Folie tats\u00e4chlich besteht. Es ist dann m\u00f6glich zu sagen, dass ein St\u00fcck Folie aus Polyethylen besteht und nicht mehr als f\u00fcnf Prozent Fremdanteile enth\u00e4lt. Damit w\u00e4re sie sehr gut recyclingf\u00e4hig. Aber die Produktionsanlagen m\u00fcssen vorbereitet werden. Solche Mono-Materialstrukturen erfordern zahlreiche Umbauten an den Anlagen. Nur dann kann eine hohe Qualit\u00e4t einer Kunststoff-Folie, welche bereit f\u00fcr die Kreislaufwirtschaft ist, gew\u00e4hrleistet werden.<\/p>\n<p><strong>Wie sieht der weitere Weg zur Kreislaufwirtschaft aus?<\/strong><br \/>\nAus der Perspektive der Folien kann die Kreislaufwirtschaft nur funktionieren, wenn man auf Mono-Materialstrukturen abzielt. Wichtig ist aber auch ein besseres Sammelsystem f\u00fcr Kunststoff, vergleichbar dem bei Flaschen. Es muss f\u00fcr den Verbraucher so einfach wie m\u00f6glich gemacht werden. Dann muss der Kunststoff getrennt werden, so dass man sortenreine Kunststoffe bekommt. Anschlie\u00dfend gibt es eine sortenreine Rezyklierung. Aber dann stellt sich die Frage, was man aus dem Rezyklat macht. Eine Folie wieder zu einer Folie zu machen, bleibt vorerst noch eine Vision. Aber Folienrezyklat zu guten Produkten zu machen, die zum Beispiel im Spritzguss verwendet werden k\u00f6nnen, w\u00e4re sinnvoll.<\/p>\n<p><strong>Was sind die gr\u00f6\u00dften Herausforderungen?<\/strong><br \/>\nDie technischen Herausforderungen wird man meistern. Schwieriger wird es, ein brauchbares Sammelsystem zu implementieren. Und dann muss man sehen, dass man die Kreislaufwirtschaft auf der ganzen Welt verankert. In Deutschland oder \u00d6sterreich wird viel gesammelt, anderswo in Europa und in vielen Teilen der Welt aber noch nicht. Noch sind die Mengen zu gering, um den Kreislauf wirtschaftlich zu betreiben. Das muss man \u00e4ndern.<\/p>\n<p><strong>Video statement Markus Gschwandtner:<\/strong> <a href=\"https:\/\/vimeo.com\/654958137\">https:\/\/vimeo.com\/654958137<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als Schnittstelle zwischen Br\u00fcckner und dem Kunden ist die Digitalisierung f\u00fcr uns von entscheidender Bedeutung und deshalb treiben wir&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":29410,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24,16],"tags":[],"series":[],"class_list":["post-29409","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-plas-tv-meldungen-auf-der-startseite-unterhalb-slider","category-plast-tv-textmeldungen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/29409","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=29409"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/29409\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":29411,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/29409\/revisions\/29411"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/29410"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=29409"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=29409"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=29409"},{"taxonomy":"series","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fseries&post=29409"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}