{"id":29458,"date":"2021-12-21T08:58:17","date_gmt":"2021-12-21T07:58:17","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=29458"},"modified":"2021-12-20T14:01:10","modified_gmt":"2021-12-20T13:01:10","slug":"zew-vdma-studie-zur-steuerlichen-forschungsfoerderung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=29458","title":{"rendered":"ZEW\/VDMA-Studie zur steuerlichen Forschungsf\u00f6rderung"},"content":{"rendered":"<p><strong>Maschinenbau stellt die meisten Antr\u00e4ge und sieht gro\u00dfes Potenzial<\/strong><\/p>\n<p>Deutlich die meisten Antr\u00e4ge aus der Wirtschaft zur Forschungszulage stammen bislang von Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus, im verarbeitenden Gewerbe ist es sogar jeder dritte. Fast alle befragten Unternehmen mit Antr\u00e4gen planen, die zus\u00e4tzlichen Mittel f\u00fcr die St\u00e4rkung ihrer Forschungsaktivit\u00e4ten einzusetzen. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage des Leibniz-Zentrums f\u00fcr Europ\u00e4ische Wirtschaftsforschung (ZEW Mannheim) und des VDMA.<\/p>\n<p>Zugleich machen viele an sich f\u00f6rderf\u00e4hige Unternehmen von der steuerlichen Forschungsf\u00f6rderung bisher noch keinen Gebrauch oder ihnen fehlen Informationen \u00fcber Verfahren, konkreten Antragsaufwand und Ertrag, so die Erkenntnis aus der Studie. Ziel muss es daher sein, die Informationsarbeit zu verst\u00e4rken und konkrete Hilfestellungen f\u00fcr Unternehmen im Antrags- und Genehmigungsverfahren zu bieten. Hinzu kommt Optimierungsbedarf bei der Abgrenzung der f\u00f6rderf\u00e4higen FuE-Aufwendungen.<\/p>\n<p><strong>Den Mittelstand in seiner ganzen Breite adressieren<\/strong><br \/>\n\u201eDer Maschinen- und Anlagenbau liegt vorn, wenn es darum geht, die neue Innovationsf\u00f6rderung zu nutzen\u201c, betont Hartmut Rauen, stellvertretender VDMA-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer. \u201eDie zus\u00e4tzlichen Mittel flie\u00dfen in Innovationen. Transformationsprozesse, zum Beispiel der Aufbau einer klimaneutralen Produktion, k\u00f6nnen damit noch offensiver angegangen werden. Klar ist auch: Wir m\u00fcssen alles daransetzen, dass die Forschungszulage bestm\u00f6glich in der Praxis ankommt\u201d, sagt Rauen.<\/p>\n<p><strong>Insgesamt w\u00e4ren 3.400 Maschinenbau-Unternehmen f\u00f6rderf\u00e4hig<\/strong><br \/>\nMehr als 60 Prozent der f\u00f6rderf\u00e4higen Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau hatten im Herbst 2021 noch nicht geplant, die Forschungszulage zu beantragen. Dies sind rund 2.150 Unternehmen. Laut Berechnungen des ZEW hatten knapp 500 Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus einen Antrag bei der Bescheinigungsstelle gestellt, weitere rund 200 befanden sich im Antragsprozess und rund 600 planten eine Antragstellung. 83 Prozent der bereits gestellten Antr\u00e4ge wurden bewilligt. Insgesamt w\u00e4ren etwa 3.400 Unternehmen im Maschinenbau f\u00f6rderf\u00e4hig.<\/p>\n<p>Gr\u00fcnde f\u00fcr die Zur\u00fcckhaltung liegen vor allem in fehlenden Informationen \u00fcber das Instrument (39 Prozent), Unsicherheiten \u00fcber die F\u00f6rderf\u00e4higkeit der eigenen FuE (40 Prozent) sowie ein als zu aufw\u00e4ndig empfundenes Antragsverfahren (35 Prozent). \u201eDie steuerliche Forschungsf\u00f6rderung ist ein relativ neues Instrument. Die derzeitigen Hemmnisse werden zur\u00fcckgehen, je mehr Informationen \u00fcber die konkrete Umsetzung des Instruments vorliegen und je mehr Erfahrung f\u00f6rderf\u00e4hige Unternehmen sammeln\u201c, sagt Dr. Christian Rammer, Wissenschaftler im ZEW-Forschungsbereich \u201eInnovations\u00f6konomik und Unternehmensdynamik\u201c sowie Projektleiter.<\/p>\n<p><strong>Corona mit Auswirkungen auf FuE-Alltag<\/strong><br \/>\nZudem haben die Unternehmen bis zu vier Jahre Zeit, um die F\u00f6rderf\u00e4higkeit eines Projekts bei der Bescheinigungsstelle und dann die Zulage beim Finanzamt zu beantragen. \u201eDie Corona-Pandemie war und ist f\u00fcr viele Unternehmen ein Kraftakt, auch im Zusammenhang von Forschung und Innovation\u201c, unterstreicht Dr. Ralph Wiechers, Leiter VDMA-Steuerabteilung. \u201eDank gro\u00dfz\u00fcgiger Einreichungsfrist konnte die Beantragung der Forschungszulage warten und in den betrieblichen Abl\u00e4ufen tempor\u00e4r anders priorisiert werden. Doch aufgeschoben darf nicht aufgehoben hei\u00dfen\u201c, mahnt Wiechers.<\/p>\n<p><strong>Bedarf an konkreten Hilfestellungen f\u00fcr Unternehmen<\/strong><br \/>\nGr\u00f6\u00dfte Herausforderung bei der Antragsstellung f\u00fcr Unternehmen sind die inhaltliche Beschreibung des FuE-Vorhabens (57 Prozent) sowie die Darstellung des Arbeitsplans und der finanziellen wie personellen Ressourcen des FuE-Vorhabens (43 Prozent). Um mehr Unternehmen zur Antragsstellung zu bewegen, sollten beratende Stellen mehr Informationsarbeit zu den M\u00f6glichkeiten des neuen F\u00f6rderinstruments leisten sowie konkrete Hilfestellungen f\u00fcr die Unternehmen im Antrags- und Genehmigungsverfahren zur Verf\u00fcgung stellen.<\/p>\n<p>\u201eDie derzeitige Ausgestaltung der Forschungszulage muss auch konzeptionell verbessert werden, um ihre innovationspolitische Wirkung voll zu entfalten\u201c, betont Christian Rammer. Insgesamt sollte der administrative Aufwand f\u00fcr die Antragstellung deutlich reduziert werden. So w\u00e4re eine praxiskonformere Abgrenzung von FuE ebenso w\u00fcnschenswert, wie eine summarische Darstellung der FuE-Aktivit\u00e4ten. \u201eAus innovationspolitischer Sicht sollte eine steuerliche FuE-F\u00f6rderung einen raschen und unb\u00fcrokratischen Zugang zu einer ,Basisf\u00f6rderung\u2019 von FuE-Aktivit\u00e4ten bieten, die planbar ist und die Unternehmen in ihre Entscheidung einbeziehen k\u00f6nnen, in welchem Umfang sie FuE-Aktivit\u00e4ten durchf\u00fchren\u201c, sagt Christian Rammer.<\/p>\n<p>Trotz der bis Ende 2025 angehobenen Deckelung der Bemessungsgrundlage auf\u00a04 Millionen Euro pro Unternehmen st\u00f6\u00dft die F\u00f6rderung schon bei gr\u00f6\u00dferen, forschungsintensiven Mittelst\u00e4ndlern oft an ihre Grenzen. \u201eMit dem Ziel der Regierungskoalition vor Augen, gesamtstaatlich eine Summe von 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts f\u00fcr Forschung und Entwicklung aufzuwenden, ist die Notwendigkeit gegeben, auch gr\u00f6\u00dfere Mittelst\u00e4ndler noch st\u00e4rker zu adressieren. Dies gilt umso mehr vor dem Hintergrund von Standortentscheidungen\u201c, hebt Rauen hervor.<\/p>\n<p><strong>350 befragte Maschinenbau-Unternehmen<\/strong><br \/>\nSeit April 2021 k\u00f6nnen Unternehmen die steuerliche Forschungsf\u00f6rderung beantragen. Forschende Unternehmen haben dabei einen Anspruch auf eine Zulage in H\u00f6he von 25 Prozent ihrer Lohnkosten f\u00fcr Forschungspersonal. Gef\u00f6rdert wird daneben auch Auftragsforschung, und zwar mit 25 Prozent bezogen auf 60 Prozent der Auftragssumme. F\u00fcr die Erhebung wurden rund 350 Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus im September und Oktober 2021 befragt sowie Daten der Bescheinigungsstelle Forschungszulage (BSFZ) verwendet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Deutlich die meisten Antr\u00e4ge aus der Wirtschaft zur Forschungszulage stammen bislang von Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":6409,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24,16],"tags":[],"series":[],"class_list":["post-29458","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-plas-tv-meldungen-auf-der-startseite-unterhalb-slider","category-plast-tv-textmeldungen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/29458","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=29458"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/29458\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":29459,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/29458\/revisions\/29459"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/6409"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=29458"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=29458"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=29458"},{"taxonomy":"series","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fseries&post=29458"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}