{"id":29462,"date":"2021-12-21T08:14:26","date_gmt":"2021-12-21T07:14:26","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=29462"},"modified":"2021-12-20T14:13:30","modified_gmt":"2021-12-20T13:13:30","slug":"technologie-ist-von-zentraler-bedeutung-fuer-die-kreislaufwirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=29462","title":{"rendered":"Technologie ist von zentraler Bedeutung f\u00fcr die Kreislaufwirtschaft"},"content":{"rendered":"<p><strong>Way2K: Branchen-Interviews auf dem Weg zur K-Messe 2022<\/strong><strong><\/p>\n<p>Interview mit Prof. Dr. Martin Bastian, Leiter des SKZ Kunststoff-Zentrums<\/strong><\/p>\n<p><strong>Herr Prof. Dr. Bastian, in welcher Weise unterst\u00fctzt das SKZ die Unternehmen der Kunststoffindustrie in Fragen der Kreislaufwirtschaft?<\/strong><br \/>\nWir beim SKZ versuchen zum Beispiel in unserer Forschung und Entwicklung, bessere L\u00f6sungen f\u00fcr das Design for Recycling zu erarbeiten. Es geht darum Produkte so zu gestalten, dass man sie leichter wiederverwenden kann. Heute gibt es noch viele Produkte, die nur sehr schwer zu recyceln sind. Dar\u00fcber hinaus unterst\u00fctzen wir die Unternehmen bei der Verbesserung ihrer Verfahrenstechnik, etwa, wenn es um die Verarbeitung von Produktionsabf\u00e4llen geht. Und wir forschen immer wieder auch im Bereich der Material- und Produktentwicklung auf Basis der Sekund\u00e4rkunststoffe, die jeweils verf\u00fcgbar sind.<\/p>\n<p><strong>Erarbeiten Sie auch unternehmens\u00fcbergreifende L\u00f6sungen?<\/strong><br \/>\nJa, auch. Wir besch\u00e4ftigen uns seit einigen Jahren intensiv mit der Frage, wie man digitale Technologien einsetzen kann, zum Beispiel auch K\u00fcnstliche Intelligenz, um Bedarfe und Verf\u00fcgbarkeiten von Sekund\u00e4rkunststoffen besser zusammenzubringen. Bislang ist es oft so, dass irgendwo Kunststoffabf\u00e4lle anfallen, also Sekund\u00e4rrohstoffe, aber keiner wei\u00df, wo und in welcher Menge. Auf der anderen Seite wei\u00df man nicht, wo eine bestimmte Menge gebraucht wird. Wir arbeiten daran, mit digitalen Technologien Plattformen zu schaffen, auf denen sich Anbieter und Nachfrager treffen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Es geht also um das Teilen von Wissen?<\/strong><br \/>\nEs ist sehr wichtig, das Wissen um Kreislaufwirtschaft, das irgendwo auf der Welt existiert, in die Unternehmen hineinzubringen. Woher bekommt man die Sekund\u00e4rware? Wie bekommt man das Produkt dann zertifiziert? Wie erreicht man es, dass wichtige Abnehmerbranchen, wie die Automobilindustrie, die Produkte dann auch abnehmen, obwohl ein \u2013 manchmal signifikanter &#8211; Recyclinganteil darin enthalten ist. Uns ist es sehr wichtig, dieses Wissen in die K\u00f6pfe hineinzubekommen.<\/p>\n<p><strong>Im Design for Recycling geht es heute darum, wie man aus recyceltem Material wieder hochwertige Produkte machen kann. Aus einer Folie wieder eine Folie. Wie weit ist man da?\u00a0<\/strong><br \/>\nDas Beispiel Folie wird h\u00e4ufig genannt. Aber Folien machen nur einen Bruchteil der auf der Welt verbrauchten Kunststoffe aus. Der weitaus meiste Kunststoff wird f\u00fcr andere Produkte verwendet. Da ist es umso wichtiger zu fragen, wie man diese Materialien, die schon einmal im Einsatz waren, so aufbereiten kann, dass man wieder anspruchsvolle Produkte daraus herstellen kann. Aber es geht auch um die Frage, wo man Materialien einsetzen kann, die vielleicht nicht zu hundert Prozent einer Neuware entsprechen. Im Baubereich zum Beispiel hat man viele dickwandige Produkte. In vielen dieser Produkte kann man im Innern sehr gut solche nicht ganz hundertprozentigen Materialien als mehrschichtiges Verbundsystem einsetzen.<\/p>\n<p><strong>Welche Rolle kommt der Technologie bei der Etablierung der Kreislaufwirtschaft zu?<\/strong><br \/>\nOhne weitere Entwicklungen in den Technologien werden wir es nicht schaffen, die Linearwirtschaft in eine Kreislaufwirtschaft zu \u00fcberf\u00fchren. Wir brauchen zum Beispiel bessere Technologien, um Material aufzubereiten und um Sortiertechniken zu verfeinern. Auch der Einsatz digitaler Technologien muss zunehmen. Das Beispiel der Plattform f\u00fcr Angebot und Nachfrage nach Sekund\u00e4rmaterial habe ich schon genannt. Das alles muss dann aber auch in den Betrieben umgesetzt werden. F\u00fcr mich hat Technologie eine zentrale Bedeutung. Hier sind wir in den vergangenen Jahren schon sehr gut vorangekommen. Aber wir sind noch l\u00e4ngst nicht dort, wo wir hinwollen und hinm\u00fcssen.<\/p>\n<p><strong>K\u00f6nnte man in einen komplett geschlossenen Kreislauf auf den Rohstoff \u00d6l verzichten?<\/strong><br \/>\nIch bin davon \u00fcberzeugt, dass wir das erreichen k\u00f6nnen. Aber das geht nur \u00fcber Technologie. Der weltweite Kunststoffverbrauch steigt seit Jahren um etwa vier Prozent j\u00e4hrlich. Die m\u00fcssen selbst bei einem geschlossenen Kreislauf ja irgendwo herkommen. Und der Verbrauch wird weiter steigen, weil immer mehr Menschen in Wohlstand leben. F\u00fcr diese vier Prozent kann man Roh\u00f6l, aber auch nachwachsende Rohstoffe einsetzten. Aber man kann eben auch darauf abzielen, unter Einsatz neuer Technologien einfach weniger Material zu brauchen. Und das wenige, das man dann noch braucht, mit nachwachsenden Rohstoffen bereitstellen.<\/p>\n<p><strong>Wenn man den Kreislauf geschlossen h\u00e4tte und auf \u00d6l verzichten k\u00f6nnte, w\u00fcrde das das Image des Kunststoffes in der industrialisierten Welt verbessern?<\/strong><br \/>\nDann w\u00e4re Kunststoff noch mehr der Werkstoff der Zukunft. Das Image bessert sich aber nur, wenn wir nachweislich Ressourcen schonen, wir m\u00fcssen nachweislich Emissionen, insbesondere Treibhausgase einsparen. Wir m\u00fcssen nachweislich umweltbelastende Kunststoffemissionen verringern, und zwar sehr deutlich. Unsere Aufgabe als Kunststoffindustrie ist es, L\u00f6sungen zu schaffen, durch die alle Menschen Kunststoff als Wertstoff begreifen und dementsprechend auch damit umgehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir beim SKZ versuchen zum Beispiel in unserer Forschung und Entwicklung, bessere L\u00f6sungen f\u00fcr das Design for Recycling zu erarbeiten..<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":29463,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24,16],"tags":[],"series":[],"class_list":["post-29462","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-plas-tv-meldungen-auf-der-startseite-unterhalb-slider","category-plast-tv-textmeldungen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/29462","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=29462"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/29462\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":29464,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/29462\/revisions\/29464"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/29463"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=29462"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=29462"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=29462"},{"taxonomy":"series","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fseries&post=29462"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}