{"id":29785,"date":"2022-01-26T08:34:27","date_gmt":"2022-01-26T07:34:27","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=29785"},"modified":"2022-01-25T14:36:29","modified_gmt":"2022-01-25T13:36:29","slug":"der-co2-fussabdruck-spielt-eine-zunehmende-rolle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=29785","title":{"rendered":"Der CO2-Fu\u00dfabdruck spielt eine zunehmende Rolle"},"content":{"rendered":"<p><strong>Way2K: Branchen-Interviews auf dem Weg zur K-Messe 2022<\/strong><strong><\/p>\n<p>Interview mit Dr.-Ing. Volker Reichert, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der A &amp; E Produktionstechnik GmbH<\/p>\n<p>Herr Dr. Reichert, kann das Sandwich-Spritzgie\u00dfen, f\u00fcr das Ihr Unternehmen eine spezielle D\u00fcse entwickelt hat, einen Beitrag zur Verwertung von Recycling-Kunststoffen leisten?<\/strong><br \/>\nSandwich-Spritzgie\u00dfen ist eine M\u00f6glichkeit, Recycling-Kunststoffe sinnvoll wieder zu verarbeiten. Ein Allheilmittel ist es nicht, da f\u00fcr die Herstellung neuer Formteile ebenfalls wieder neuer Kunststoff ben\u00f6tigt wird und die Recycling-Kunststoffe \u00fcber eine angemessene Qualit\u00e4t verf\u00fcgen m\u00fcssen. Das Verfahren ben\u00f6tigt immer zwei aus verschiedenen Materialien bestehende Schmelzstr\u00f6me, so dass auch die h\u00f6heren Investitions- und Betriebskosten bei Fragen der Wirtschaftlichkeit ber\u00fccksichtigt werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p><strong>Man kann also nicht unsortierte und schlecht aufbereitete Rezyklate quasi in der Mittelschicht verstecken?<\/strong><br \/>\nWenn hochwertige Teile produziert werden sollen, m\u00fcssen auch hochwertige Rezyklate verarbeitet werden. Wenn man f\u00fcr hochwertigen technischen Kunststoff zwei- oder dreistellige Eurobetr\u00e4ge pro Kilogramm bezahlt, dann kann man keine Rezyklate einf\u00fcllen, die vielleicht nur im Cent-Bereich liegen. Prinzipiell geht es nat\u00fcrlich, Kunststoffe aus dem Gelben Sack mechanisch zu recyceln. Aber die daraus gefertigten Bauteile w\u00fcrden die an sie gestellten Anforderungen kaum erf\u00fcllen k\u00f6nnen. Unter Recycling- beziehungsweise Kreislauf- Aspekten sollte versucht werden, gleiche Materialien f\u00fcr Haut- und f\u00fcr Kern zu verwenden. Hierbei kann davon ausgegangen werden, dass die Materialeigenschaften ann\u00e4hernd gleich sind. Wenn man Sandwich-Teile aus verschiedenen Kunststoffen spritzt, hat man sp\u00e4ter auch wieder das Problem, dass man sie beim Recycling trennen muss.<\/p>\n<p><strong>Das Sandwich-Verfahren gibt es schon Jahrzehnte. Wird es durch die aktuelle Entwicklung hin zu mehr Rezyklateinsatz an Bedeutung gewinnen?<\/strong><br \/>\nDas Verfahren hat immer ein Nischendasein gefristet. Ich glaube nicht, dass die Bedeutung durch die aktuelle Diskussion exorbitant zunehmen wird. Die Wachstumsraten werden sich m\u00f6glicherweise nicht von denen der letzten Jahre unterscheiden.<\/p>\n<p><strong>Gleichwohl steigt der Druck, Rezyklate einzusetzen.<\/strong><br \/>\nManche unserer Kunden, das sind die Spritzgie\u00dfer, m\u00f6chten nicht, dass die K\u00e4ufer der Formteile wissen, dass Rezyklat verarbeitet wurde. Gegenw\u00e4rtig stellen wir aber auch fest, dass unter den Stichworten Kreislaufwirtschaft und Ressourcenschonung der Rezyklatanteil durchaus mit angegeben wird. Das Problem ist aber, mit der Rezyklatverarbeitung \u00fcbernimmt der Spritzgie\u00dfer die Verantwortung, dass die Formteile mit Rezyklat die vorgegebenen Spezifikationen auch erf\u00fcllen. Das f\u00fchrt bei hochwertigen Teilen zu erneuten Pr\u00fcfungen und Zertifizierungen. Diese Kosten m\u00fcssen ja dann auch wieder erwirtschaftet werden. Allein der geringe Preis f\u00fcr Rezyklate \u2013 sollte er \u00fcberhaupt niedriger sein &#8211; wird da in vielen F\u00e4llen nicht ausreichen.<\/p>\n<p><strong>Den h\u00f6heren Kosten steht zunehmend der \u00f6kologische Nutzen gegen\u00fcber.\u00a0<\/strong><br \/>\nGenerell gilt: Wer Rezyklate anstelle von Neuware einsetzt, hat einen \u00f6kologischen Vorteil. Bei der Herstellung von Rezyklat wird nicht so viel CO2 freigesetzt wie bei Neumaterial. Bislang hat dieser Aspekt kaum eine Rolle gespielt, aber das \u00e4ndert sich gerade. Es ist abzusehen, dass die Verarbeiter, also unsere Kunden, gesetzlich dazu verpflichtet werden, den CO2-Fu\u00dfabdruck f\u00fcr ihre Produkte anzugeben. Angenommen, der Fu\u00dfabdruck f\u00fcr Neumaterial liegt bei 100 und bei Rezyklat nur bei 50 Kilogramm CO2 pro eingesetzter Kunststoffeinheit, dann wird der Einsatz von Rezyklat auf einmal sehr wichtig. Man findet heute schon bei Rezyklatherstellern Angaben dar\u00fcber, um wie viel kleiner der CO2-Fu\u00dfabdruck bei ihren Produkten gegen\u00fcber Neumaterial ist.<\/p>\n<p><strong>Den CO2-Fu\u00dfabdruck verringern ist das eine, zugleich soll aber die Funktionalit\u00e4t gleich bleiben.<\/strong><br \/>\nSo ist es. Und da hat das Sandwichverfahren durchaus Vorteile. Es gibt mittlerweile Additive, die bewirken, dass die mechanischen Eigenschaften der Rezyklate sogar verbessert werden. Die Rezyklate werden ja im Zuge der mehrmaligen Wiederaufbereitung immer schlechter, weil sich die Molek\u00fclketten abbauen. Es gibt jetzt M\u00f6glichkeiten, die Rezyklate so zu verkaufen, dass sie Neumaterial nahezu ebenb\u00fcrtig sind. Ein solches hochwertiges wiederverwertetes Material l\u00e4sst sich ideal als Mittelschicht in Sandwich-Bauteile spritzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sandwich-Spritzgie\u00dfen ist eine M\u00f6glichkeit, Recycling-Kunststoffe sinnvoll wieder zu verarbeiten. 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