{"id":30569,"date":"2022-03-11T10:03:49","date_gmt":"2022-03-11T09:03:49","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=30569"},"modified":"2022-03-11T10:03:49","modified_gmt":"2022-03-11T09:03:49","slug":"ukraine-krieg-schlaegt-auf-produktion-im-maschinen-und-anlagenbau-durch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=30569","title":{"rendered":"Ukraine-Krieg schl\u00e4gt auf Produktion im\u00a0Maschinen- und Anlagenbau durch"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li><strong>VDMA Blitz-Umfrage (13): Russische Aggression wird Probleme in den Lieferketten weiter versch\u00e4rfen<\/strong><\/li>\n<li><strong>Produktionszuwachs von 4 Prozent f\u00fcr 2022 erwartet<\/strong><\/li>\n<li><strong>Unternehmen m\u00fcssen auf Elektronikkomponenten und Metallerzeugnisse sechs Monate und l\u00e4nger warten <\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Der Krieg in der Ukraine wird sich im Maschinen- und Anlagenbau deutlich auswirken und die noch nicht \u00fcberwundenen Schwierigkeiten in den Lieferketten abermals versch\u00e4rfen. Laut der aktuellen 13. Blitz-Umfrage des VDMA unter seinen Mitgliedsfirmen, die Anfang M\u00e4rz durchgef\u00fchrt wurde, sehen 85 Prozent der knapp 550 Teilnehmer den Krieg als gravierendes oder merkliches Risiko f\u00fcr ihre Gesch\u00e4fte. Hier stehen insbesondere die indirekten Auswirkungen im Fokus: Knapp 80 Prozent der Maschinen- und Anlagenbauer erwarten gravierende oder merkliche Folgen zum Beispiel durch eine weitere Energieverteuerung, die allgemeine Verunsicherung von Kunden oder die Rubel-Abwertung. Gefragt nach direkten Auswirkungen der russischen Aggression sprechen 45 Prozent der Firmen von gravierenden oder merklichen Auswirkungen durch die Sanktionen, die Verschiebung von Projekten oder generell weniger Umsatz in Russland oder in der Ukraine.<\/p>\n<p>\u201eF\u00fcr den Maschinen- und Anlagenbau ist die Gesch\u00e4ftst\u00e4tigkeit mit Russland zwar nicht existenziell, aber die Unternehmen werden f\u00fcr den russischen Angriffskrieg, der durch nichts zu rechtfertigen ist, einen Preis zahlen m\u00fcssen\u201c, sagt VDMA-Pr\u00e4sident Karl Haeusgen. Vorrangig geht es jetzt f\u00fcr viele Firmen darum, die Sicherheit ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Ukraine und auch in Russland zu gew\u00e4hrleisten. Zugleich m\u00fcssen sie sich auch auf weitere L\u00fccken in den Lieferketten einstellen. Das zieht sich durch die gesamte Produktion bis hin zur Auslieferung und Inbetriebnahme. \u201eEs braucht daher mehr denn je einen schnellen Friedensschluss unter Wahrung der territorialen Integrit\u00e4t der Ukraine. Dies gilt umso mehr als beide L\u00e4nder eine ganz wichtige Rolle in der Versorgung der Welt mit Lebensmitteln wie Getreide spielen und dabei auf Lieferungen aus dem deutschen und europ\u00e4ischen Maschinen- und Anlagenbau angewiesen sind\u201c, betont Haeusgen.<\/p>\n<p><strong>Produktion 2021 um 6,4 Prozent gewachsen<\/strong><br \/>\nLaut revidierter Zahlen des Statistischen Bundesamts hat die Produktion im Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland im Jahr 2021 um real 6,4 Prozent zugelegt. Das entspricht nahezu der Sch\u00e4tzung der VDMA-Volkswirte. F\u00fcr das laufende Jahr birgt der Ukraine-Krieg \u2013 neben anderen Risiken wie Inflation, neuen Pandemiewellen oder der Auseinandersetzung China-USA \u2013 jedoch nicht absch\u00e4tzbare Gefahren f\u00fcr die weitere wirtschaftliche Entwicklung. Handelsunterbrechungen und die stark gestiegenen Energiepreise werden die wirtschaftliche Erholung zumindest bremsen. Zwar rangiert Russland inzwischen nur noch auf Platz neun im Exportranking des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus (Ukraine: Platz 31, Belarus: Rang 53). Doch immerhin entf\u00e4llt auf alle drei L\u00e4nder zusammen ein Exportvolumen von 7,0 Milliarden Euro (2021). \u201eHiervon werden wir aller Voraussicht nach deutliche Abstriche bis zum weitgehenden Ausfall machen m\u00fcssen. Unsere Umfrage zeigt zudem: Noch schwerer wiegen die indirekten Folgen des Ukraine-Kriegs, also die gegenseitigen Sanktionen, der Abbruch von Gesch\u00e4ftsbeziehungen bis hin zu grundlegend ver\u00e4nderten geopolitischen und \u00f6konomischen Rahmenbedingungen\u201c, erl\u00e4utert Haeusgen.<\/p>\n<p><strong>Schwaches viertes Quartal 2021 dr\u00fcckt die Prognose<\/strong><br \/>\nAls Konsequenz daraus korrigieren die VDMA-Volkswirte die bisherige Jahresprognose zum realen Produktionswachstum. \u201eStatt eines urspr\u00fcnglich erwarteten Zuwachses von real 7 Prozent rechnen wir nun f\u00fcr das laufende Jahr nur noch mit einem Produktionsplus von 4 Prozent\u201c, sagt der VDMA-Pr\u00e4sident. Der R\u00fcckgang hat seine Ursache zum einen im vergleichsweise schwachen vierten Quartal 2021. Der Maschinenbau ist dadurch von einer niedrigeren Ausgangsbasis ins Jahr 2022 gestartet, was die Wachstumsrate dr\u00fcckt. Hinzu kommen die direkten Kriegsfolgen und die schon jetzt sp\u00fcrbare Verunsicherung der Maschinen- und Anlagenbauer und ihrer Kunden. St\u00fctzend d\u00fcrften sich die vollen Auftragsb\u00fccher erweisen. Diese Prognose deckt Extremszenarien wie die Ausweitung der kriegerischen Handlungen auf andere L\u00e4nder, deren Folgen sich nicht vorhersehen lassen, nicht ab.<\/p>\n<p><strong>Anhaltende Engp\u00e4sse in den Lieferketten<\/strong><br \/>\nDas vorherrschende Problem der Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau sind laut Umfrage die gest\u00f6rten Lieferketten. 32 Prozent der Firmen sehen sich hier mit gravierenden Schwierigkeiten konfrontiert, 42 Prozent sprechen von merklichen Behinderungen. Dabei d\u00fcrften sich die ganz aktuelle Kriegsentwicklung und ihre Folgen noch gar nicht in diesem Urteil niedergeschlagen haben. Folgerichtig sind die befragten Firmen mit Blick auf die kommenden drei Monate in dieser Frage pessimistisch. Mit 53 Prozent erwartet die Mehrheit der Befragten eine Versch\u00e4rfung der Schwierigkeiten in den Lieferketten, weitere 43 Prozent gehen von einer gleichbleibend angespannten Situation aus.<\/p>\n<p><strong>Entspannung bei Elektronikteilen erst ab viertem Quartal 2022 erwartet<\/strong><br \/>\nDabei werden Engp\u00e4sse in den Zulieferungen haupts\u00e4chlich bei Elektronikkomponenten registriert (52 Prozent gravierend, 28 Prozent merklich) sowie bei Metallerzeugnissen (10 Prozent gravierend, 44 Prozent merklich). Die Zulieferungen f\u00fcr die eigene Produktion kommen deutlich verz\u00f6gert in den Werkshallen an: Bei Elektronikkomponenten berichten 31 Prozent der Unternehmen von einer um mindestens sechs Monate verl\u00e4ngerten Wartezeit, bei weiteren 30 Prozent der Firmen sind es drei bis sechs Monate Verzug. Auf Metallerzeugnisse wartet etwa jedes dritte Unternehmen ein bis drei Monate l\u00e4nger, weitere 21 Prozent warten mindestens drei Monate. Eine Entspannung der Engp\u00e4sse wird vorbehaltlich der Kriegsfolgen insbesondere f\u00fcr Metallerzeugnisse erst ab dem zweiten Halbjahr erwartet. Bei Elektronikkomponenten gehen zwei Drittel der Unternehmen sogar erst ab dem Jahr 2023 von einer Besserung der Lage aus. In der Folge haben inzwischen 82 Prozent der Unternehmen R\u00fcckst\u00e4nde in der Produktion, zum Beispiel unfertige Endprodukte, die aufgrund von Materialmangel nicht fertiggestellt und ausgeliefert werden k\u00f6nnen. \u201eDie H\u00e4lfte der befragten Firmen berichten von einem R\u00fcckstand, der bis zu einer Monatsproduktion ausmacht. Das zeigt, vor welch gro\u00dfen Herausforderungen die mittelst\u00e4ndische Industrie auch in diesem Jahr steht\u201c, sagt VDMA-Pr\u00e4sident Haeusgen.<\/p>\n<p>Gut drei Viertel der Unternehmen haben aus den j\u00fcngsten Erfahrungen gelernt und stellen ihre Lieferketten kritisch auf den Pr\u00fcfstand. Die meisten von ihnen m\u00f6chten k\u00fcnftig ihre Versorgungssicherheit durch ein breiteres Lieferantennetzwerk, ver\u00e4nderte Beschaffungsprinzipien oder eine erh\u00f6hte Lagerhaltung gew\u00e4hrleisten. Auch eine andere geografische Verteilung der Lieferanten spielt in vielen Betrieben eine Rolle. \u201eDass 84 Prozent der befragten Maschinenbauer trotzdem auch in diesem Jahr mit einem Umsatzplus rechnen, zeigt aber die Resilienz und F\u00e4higkeit, sich auf alle Krisen immer wieder neu einzustellen\u201c, res\u00fcmiert VDMA-Pr\u00e4sident Haeusgen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Krieg in der Ukraine wird sich im Maschinen- und Anlagenbau deutlich auswirken und die noch nicht \u00fcberwundenen Schwierigkeiten&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":6409,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24,16],"tags":[],"series":[],"class_list":["post-30569","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-plas-tv-meldungen-auf-der-startseite-unterhalb-slider","category-plast-tv-textmeldungen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/30569","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=30569"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/30569\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":30570,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/30569\/revisions\/30570"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/6409"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=30569"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=30569"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=30569"},{"taxonomy":"series","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fseries&post=30569"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}